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Reduzierung

Verfasst: 18:06:2009 8:43
von Nora
Guten Morgen,

seit 2,5 Wochen nehme ich nun anstatt 20mg nur noch 10mg Citalopram. Ich habe auch vor einige Zeit bei 10mg zu bleiben.
Psychisch geht es mir gut. Körperlich tut sich aber was. Ich habe einige Tage lang ziemlich Magen/Darmprobleme gehabt - in Form von Verstopfung. Jetzt wird es langsam besser. Außerdem ist mein Geruchssinn viel ausgeprägter und ich brauche länger zum Einschlafen. Sind das Absetzsymptome?
Ich frage deshalb, weil ich vor 3 Jahren beim Reduzieren von Zoloft überhaupt nichts bemerkt habe und keine Absetzsymptome hatte.

LG,
Nora

Verfasst: 21:06:2009 8:21
von Marika
Hallo liebe Nora!!!!

Jetzt habe ich deinen Beitrag doch tatsächlich übersehen!!!! Sowas aber auch, bitte entschuldige, dass ich erst heute schreibe!

Also - ich denke die Mangen-Darmprobleme rühren ziemlich sicher von der Reduzierung her. Bei Citalopram (bzw. meinem Escitalopram) ist das eine bekannte Nebenwirkung beim Ein- aber auch beim Ausschleichen bzw. Reduzieren und Erhöhen. Auch ich merke es am ehesten in dem Bereich, nur dass ich dann zu Durchfall neige. Das mit dem besser Riechen ist ja lustig, denn auch mir ging es genau gleich - ich hatte bei jedem Reduzierungsschritt plötzlich das Gefühl, ich würde intensiver die Gerüche wieder wahr nehmen. Also auch hier glaub ich, dass es möglich ist.

Ziemlich klar erscheint mir auch die Sache mit dem Einschlafen. Auch das eine bekannte NW von (Es-)Citalopram beim Einschleichen, aber auch wiederrum Absetzen bzw. Reduzieren. Bei mir ist es nur wieder anders rum - ich schlafe in den Zeiten des Reduzierens immer schneller und tiefer und könnte locker 12-15 Stunden pro Nacht schlafen.... :wink:

Da jeder anders auf ein Medi reagiert, sind immer beide Reaktionen möglich - also Verstopfung - Durchfall, Schlafrythmusprobleme wie länger brauchen zum Einschlafen bei dir oder ins Bett fallen wie ein Stein wie ich.... :wink:

Übrigens: Da haben wir ja grad eh den gleichen Gedanken gehabt: Auch ich habe wieder mal reduziert vor 1,5 Wochen - bin jetzt wieder auf 5 mg Cipralex das entspricht 10 mg Citalopram. Ist ja lustig.... da erleben wir also im Moment wirklich das gleiche. Psychisch merke ich nämlich auch rein gar nichts, was mich wundert und freut. Denn beim letzten Versuch im Jänner bin ich ja ganz schön tief gefallen (vielleilcht erinnerst du dich, als ich nach nur 5 Wochen 5 mg auf 0 gegangen bin). Bin dann ja wieder auf 10 mg (das wären 20 mg Citalopram von dir) und hab mir jetzt wirklich ganze 5 Monate Zeit gelassen. Scheint es war goldrichtig, denn das einzige was ich dieses Mal merke, ist eben dieser verstärkte Geruchssinn und das "schlafen wie ein Stein". Magen-Darm Probleme habe ich dieses Mal jetzt keine, wohl aber bei den anderen vorigen Reduzierungsschritten.

Es scheint gut zu laufen, bei uns beiden, denn wenn du nach 2,5 Wochen noch immer Stabil bist, ist das sein sehr, sehr gutes Zeichen, dass du den Reduzierungsschritt geschafft hast. Mich hats ja gleich innerhalb einer Woche damals im Jänner komplett aus den Fugen gehauen, habs schon ab dem 4. Tag gemerkt verstärktem Weinen, Ängsten, usw.usw.... Dieses Mal scheint es auch mir sehr gut zu laufen, immerhin sind auch schon 1,5 Wochen rum und so langsam keimt wirklch Hoffnung auch bei mir auf.

Sag mal, wie gehts dir heute? Immerhin sind jetzt seit einem Beitrag schon wieder 3 Tag ins Land gezogen?

Ganz liebe Grüße und ich freu mich, dass es so gut bei dir läuft!!!

Verfasst: 29:06:2009 8:07
von Nora
Guten Morgen, Marika,

komme erst heut zum Antworten, da ich die ganze letzt Woche flach lag - grippaler Infekt mit allem drum und dran.
Lieben dank für deine Nachricht. Ich dachte mir schon, dass es Absetztsymptome sind, aber so richtig sicher war ich mir nicht. Deswegen bin ich ganz glücklich über Deine Infos, da es bei dir ja auch so ähnlich lief/läuft.
Ich freue mich sehr, dass Du diesmal die Reduzierung gut schaffst. Du hast bestimmt Bammel gehabt nach dem Fehlschlag im Januar. Ich bin ja noch ganz arglos da rangegangen, hab mir aber auch fest vorgenommen, sobald ich was merke, wieder zu erhöhen. Aber es scheint nicht erforderlich zu sein, denn es geht mir gut und auch die körperlichen Symptome sind auf dem Rückzug. Ich kann jetzt auch wieder gut einschlafen. Ich werde allerdings noch längere Zeit bei den 10 mg bleiben. Ich hab es nicht eilig und will es ganz langsam und vorsichtig von statten gehen lassen. Außerdem würde ich es auch nicht schlimm finden, wenn ich noch einige Jahre ein AD nehmen müßte. Ich bin ja froh, dass es solche Medis überhaupt gibt, denn ohne sie hätte ich bestimmt nicht so bald aus dem Loch herausgefunden. Ich hab ja gemerkt, wie schnell es mir wieder besser ging, als ich nach meinem großen Einbruch im November 2007 wieder ein AD genommen habe.
Liebe Marika, ich drück Dir die Daumen, dass es auch weiterhin so gut bei Dir läuft und Du mit den 5mg nun auch wunderbar zurechtkommst.

LG,
Nora

Verfasst: 29:06:2009 9:00
von Marika
Liebe Nora,

da freu ich mich aber, von dir zu hören!!! Oh je - grippaler Infekt, ja das kann einen ganz schon in Bett drücken. Schön, dass du wieder auf dem Damm bist!!!!

Du, ich freue mich riesig, dass es dir mit der Reduzierung so gut geht! Du hast das AD ja wirklich auch ausreichend lange genommen. Da die Symptome auf dem Rückzug sind, ist klar dass es "nur" Absetzsymptome waren. Auch bei mir hat sich das extreme Schlafbedürfniss wieder gelegt. Sonst ist bis jetzt gar nix dazu gekommen und es sind nun auch schon 2,5 Wochen - sieht echt gut aus! :D

Ich glaube wir beide können davon ausgehen, diesen Reduzierungsschritt geschafft zu haben! :D Allerdings würde auch ich genau wie du keine Sekunde zögern, wieder hoch zu gehen, wenn ich merken würde, es geht mir schlechter. Auch sehe diese Medikamentengruppe als Segen an, denn ohen sie wäre auch ich nicht mehr aus diesem Loch gekommen. Und ich hätte auch kein Problem, wenn es so wäre, dass ich es das ganze Leben lang nehmen müßte.

Ja, ich hatte ein bissl Bammel jetzt, aber komischer Weise sagte mein Bauchgefühl mir - probiers, jetzt wäre die richtige Zeit - und es hat dieses Mal recht gehabt! :wink: Werde auf jeden Fall jetzt auch eine Weile bei den 5 mg bleiben - mindestens wieder 5 Monate evtl. länger, weil ich sonst genau wieder in den Jänner fallen würde mit dem letzten Schritt... und da kommen doch unangenehme Erinnerungen hoch... :roll: :wink:

Liebe Nora, ich freue mich echt total dass es so gut bei dir läuft!!! Mach weiter so und alles Liebe von

Hallo Ihr 2!

Verfasst: 29:06:2009 21:30
von AmoebeMS
Na na, was muss ich da lesen???? Reduzierung? Ich kann´s nicht glauben!

Ich habe die letzten Tage hier im Forum sozusagen übernachtet und die Reduzierung von Euch beiden einfach verpasst und "überlesen".

Nora, bitte verzeihe mir, wenn ich jetzt und hier auch Marika anspreche, aber ich bin platt! So im Nebensatz hat sie die 5 mg fallen lassen. Ist doch echt klasse. Für Euch beide! Ihr werdet beide sehen, dass es weiterhin bergauf geht. Nicht ganz zuviel auf den Körper horchen wegen NW. Einfach freuen und Basta.

Und was deinen Infekt angeht, Nora, umso mehr Freude kannst du empfinden, denn es rührt nicht von der Absetzung und den NW. Ich hege echt Bewunderung. Genau an so etwas nehme ich mir ein Beispiel. Sicher, ich wünschte mir oft, dass ich von meinen "lächerlichen" 10 mg Cipralex schnell wieder runter komme, aber ich werde mir genauso viel Zeit lassen, wie es "vorgeschrieben" ist bzw. wie man es mir hier "vorlebt" (wenn es denn irgendwann mal so weit sein sollte).

Ganz ehrlich: toll Ihr 2! Macht bitte weiterhin anderen Mut, das es ein Vorwärts gibt. Und ich möchte an dieser Stelle - ganz für mich persönlich - auch noch hervorheben (und ich hoffe, dass du, Marika, mir das verzeihst, aber ich halte es für wichtig), dass du, Marika, bereits einen Versuch von 10 auf 5 mg hinter dir hast und wieder auf 10 erhöht hast. Warum wichtig? Weil ich mal las, dass du dabei auch das "Bauchgefühl" für den richtigen Zeitpunkt erwähnt hast. Mein BG ist noch lange nicht da, aber Eures schon. Prima. Ist es nicht eigenartig? Mein BG sagte mir vor 5 Monaten "nimm endlich das AD und quäle dich nicht mehr weiter; nicht an NW denken" . Und ich habe genau das richtige für mich getan. Und Ihr benutzt Euer BG, um langsam zu reduzieren! Dann denkt bitte ganz stark auch an den Beginn: die "Angst vor der Einnahme und den NW" ist vergleichbar mit der "Angst vor der Reduzierung und den NW". Der Kreis schließt sich. Endlich. So sehe ich das.

LG AmoebeMS

bin erscheckt

Verfasst: 07:07:2009 12:49
von Georgette
Hallo zusammen,

als ich euren Beiträge gelesen habe, war ich erschreckt.

Ich habe vor Schwanger zu werden (in 4 Monaten würde ich gerne mich näher mit dem Thema beschäftigen).

Ich habe also seit gestern (in Absprache mit Arzt) angefangen Citalopram 20 mg zu reduzieren.
Ich nehme ab gestern 10 mg 4 Wochen lan, dann jede 2 Tagen, 4 Wochen lang und dann jede 3 tagen 4 Wochen lang.

Werde ich es schaffen? Ihr spricht von Entzug? Werde ich mich wieder schlecht fühlen?

Viele Grüße

Verfasst: 07:07:2009 13:22
von AmoebeMS
Georgette,

du scheinst etwas zu vergessen: jede Frau erlebt eine andere PPD (oder Depressionen). Manche erkranken sogar ganz ganz schwer und man nimmt lange lange Zeit Medikamente unterschiedlichster Art und Dosierung. Jeder Körper reagiert anders und jeder Kopf auch. Sowohl auf die Einnahme als auch auf die Reduzierung.

Du hast in Absprache mit deinen Ärzten mit der Reduzierung begonnen. Dann behalte deinen Plan bei und ziehe alles so durch. Was wird passieren – Fragen wirst du überall hier im Forum finden. Jede Geschichte ist nun mal anders.

Lass dich bitte nur nicht verunsichern. Plan beibehalten!

LG AmoebeMS

Verfasst: 08:07:2009 6:37
von Marika
Hallo,

Amoebe hat ganz recht - behalte DEINEN Plan bei. Bei jeder hier sind ganz individuelle Geschichten, Symptome, Hintergründe usw. gegeben, sodass es auch ganz unterschiedlich lange dauert für eine Reduzierung.

Von "Entzug" hat übrigens kein von uns geschreiben.... :wink: sondern von "Absetzsymptomen" und das bedeutet nichts anderes, als evlt. negative Reaktionen des Körpers auf das Reduzieren. Ein Entzug setzt eine SUCHT voraus und AD´s machen NICHT süchtig. Und "Sucht" deffiniert sich wiederrum so, dass man immer und stetig die Dosis erhöhen muss, auf dem gleichen Level zu bleiben - und genau das ist bei einem AD NICHT der Fall. Hat man einmal seine Wohlfühldosis gefunden, hat man sehr gute Chancen wieder ganz gesund zu werden und langsam zu reduzieren.

Also - mach weiter, wie mit deinem Arzt besprochen, da braucht dich unsere Vorgangsweise überhaupt nicht zu verunsichern - jede Frau hier ist anders.

Liebe Grüße von

Verfasst: 08:07:2009 14:01
von Georgette
Liebe Marika, liebe Amoebe,

vielen Dank für eure Antworten und alles alles Liebe!

Viele grüße
Georgette

Verfasst: 09:07:2009 7:38
von Nora
Guten Morgen,

wollte kurz eine Zwischenmeldung geben wie es mir mit der Reduzierung geht.
Psychisch ist alles bestens und das obwohl ich eine heftige Woche hinter mir habe. Mein Sohn hatte nämlich in der Nacht von Sonntag auf Montag einen Pseudo-Krupp Anfall und wir waren im Krankenhaus. Ich habe keine Panik bekommen und keine Ängste traten auf. Im Gegenteil, ich war doch sehr ruhig und gefaßt und mußte sogar meinen Mann noch beruhigen, weil der so durch den Wind war. Und obwohl ich seit 4 Nächten nicht viel schlafen konnte, da unser Sohn eben krank war, geht es mir psychisch gut.
Ich habe den Eindruck, dass ich vorher mit der höheren Dosierung viel mehr zu kämpfen hatte mit Schlafmangel umzugehen. Jetzt bin ich nicht mehr so zerschlagen und k.o. wenn ich morgens aufwache - egal wieviel ich geschlafen habe.

LG,
Nora

Verfasst: 10:07:2009 6:44
von Marika
Hallo Nora,

super gemeistert hast du diese Extremsituation, wirklich ganz toll!!!! Ich bin mir ganz sicher, dass du diesen Reduzierungsschritt geschafft hast.

Gehts deinem Kleinen wieder besser? Der arme Spatz!!!!

Mir gehts auch noch immer sehr gut, obwohl ich gerade eine Magen-Darm-Grippe hatte und schon Bedenken hatte, ob ich absacke, da ja die Tablette bei Durchfall zu schnell wieder "rausflutscht" und der Spiegel zu schnell sinken könnte... Scheint aber nicht der Fall zu sein - ich fühle mich nach wie vor psychisch stabil, nehme aber zur Unterstützung im Moment wieder eine Bachblütenmischung. Und es kommt mir vor, als würden sie stärker wirken, als zu den Zeiten, als meine Dosis höher war. Es wird ja oft geschrieben, dass die Blüten mit AD zusammen nicht richtig wirken, was ich aber nie bestättigen konnte, mir haben sie IMMER sehr geholfen, aber wie gesagt, jetzt merke ich eine stärkere positive Wirkung! :D Na ja -wie auch immer, es geht mir gut und das ist die Hauptsache! :D

Ich freue mich riesig für dich, liebe Nora und wünsche schnelle und gute Besserung für deinen Kleinen!

Liebe Grüße von

Verfasst: 10:09:2009 7:58
von Nora
Guten Morgen,

kurzer Zwischenstand. Nach wie vor geht es mir psychisch sehr gut mit der geringeren Dosis Citalopram. Ich habe sogar eine positive Wirkung zu berichten: ich bin abends nicht mehr so extrem müde, so dass ich durchaus auch mal bis 22/23:00 h auf bin. Das konnte ich vorher nur sehr schlecht mit der höheren Dosis, da die Einnahme mich doch sehr müde gemacht hat. Außerdem spüre ich jetzt meine Gefühle deutlicher - was vor allem im Rahmen meiner Therapie sehr gut ist. Denn ich muß ja daran arbeiten, meine Gefühle wahrzunehmen, mir selbst erlauben sie zu spüren und lernen, damit umzugehen. Meine Therapeutin freut sich sehr über diese Entwicklung. Und, was total erstaunlich ist: die PMS ist weniger ausgeprägt seit der Reduzierung. Verrückt, aber es ist so.

Herzliche Grüße
Nora

Verfasst: 11:09:2009 8:32
von Marika
Hallo Nora,

ich bin ja nicht mehr ganz so oft hier, aber dein Bericht muss ich unbedingt beantworten!!! Ich freue mich extrem für dich und deine wirklich positiven Fortschritte!!! :D :D :D Ganz toll und du kannst mächtig stolz auf dich sein: erstens weil du schon beim Ausbruch der PPD richtig gehandelt hast (AD, Therapie) und vor allem auch darauf, weil du bei deinem Rückfall ohne Umschweife wieder dein AD genommen hast - die Früchte darfst du jetzt ernten - deine Stabilität trotz Reduzierung! Bravo - "Standing ovations" (schreibt man das so? :oops: )

Du weißt ja, dass ich ebenfalls nur noch 5 mg nehme, wir haben ja fast zur gleichen Zeit einen Reduzierungsschritt gemacht. Und - es geht mir ebenfalls weiterhin sehr sehr gut, ich bin psychisch absolut stabil. Auch ich merke, dass wieder mehr meine eigentliche Persönlichkeit durchkommt, also das introvertierte, aber anders als vor der PPD. Ich bin noch immer nicht die Partylöwin, oder die die immer im Mittelpunkt steht, sondern eher die Stillere im Hintergrund. ABER - und jetzt kommts: Mit extrem viel mehr Selbstvertrauen und da steig ich auch des öfteren ins "Rampenlicht" und traue mich auch mal im Mittelpunkt zu stehen, mit meiner Meinung oder einfach nur mit dem, was ich zu erzählen habe. :D Ich bin immer noch die, die sich öfter mal fragt "kann ich das, darf ich das?", aber darauf kommt dann sofort die innere Antwort "ja, natürlich - versuchs einfach" und ich fühle dann eine Kraft, die mich antreibt und mir das Gefühl gibt, alles zu schaffen, wenn ich es nur will!

Was mir eindeutig von der Therapie geblieben ist: Ich bin eine totale Optimistin geworden, früher habe ich immer zuerst das Schlechte gesehen. Heute ist das anders, ich lache viel mehr, fühle mich wohl in meinem Körper und meiner Seele. Klar gibts auch bei mir "Sch....- Tage", wer hat die nicht! Aber ich schaffs heute einfach trotzdem nach vorne zu schauen und ein Satz meines Psychiaters wird mich für immer Begleiten: "Was kann ich für mich tun, damit es MIR (auch in einer schwierigen Situation) besser geht!" Diese Einstellung ist so simpel, aber sie ermöglicht es, auf SICH zu schauen, nach VORNE und nicht zurück auf etwas, dass eh nicht mehr zu ändern ist. Und sie ermöglicht es, LÖSUNGEN zu finden. Dieser einfache Satz hat massgeblich zu meiner heutigen postiven Lebensqualität geführt. Klar mußte ich lange üben und im Alltag diese Denkweise immer und immer wieder aktiv einsetzen versuchen - aber heute gehts von alleine!

Sorry, dass ich jetzt so einen Roman über mich geschrieben habe. Ich freue mich ganz arg für uns beide, denn mit sehr viel Selbstvertrauen sag ich einfach: Wir (alle hier) haben es uns verdient! :D

Ganz liebe Grüße von

Verfasst: 14:09:2009 14:47
von Nora
Hallo Marika,

lieben Dank für Deine Worte! Und besonders freut mich natürlich von Dir zu hören, dass es Dir ebenfalls gut geht. Es ist interessant was Du über Dich schreibst - Deinen Optimismus, den Du früher nicht so hattest. Du, bei mir ist das ähnlich. Ich hab früher auch immer zuerst das Schlimmste angenommen - das war so eine "Macke" von mir, weil ich dann der Meinung war, ich bin dann auf alles vorbereitet und verliere die Kontrolle nicht. Tja, ich hab sie dann doch gründlich verloren.
Und Du hast ja so recht mit Deinem Satz: was kann ich für mich tun, damit es mir jetzt besser geht. Stell Dir vor, letzten Freitag bin ich doch glatt von 8:00 h morgens bis 13:00 h im Bett gelegen und hab gelesen und geschlafen! Mein Sohn war im Kiga und ich hatte frei. Normalerweise hätte ich dann den Haushalt geschmissen, geputzt, etc. Aber: ich habs einfach gelassen und hatte noch nicht mal ein schlechtes Gewissen. Es war wunderbar.

Liebe Grüße
Nora

Verfasst: 31:05:2010 8:14
von Nora
Guten Morgen,

wolte nur kurz berichten, dass ich nun seit 1 Woche kein AD mehr nehme. Die letzte Reduzierung von 10 auf 5mg Citalopram habe ich vor 4 Monaten vorgenommen. Und nun bin ich durch.
Ich hatte kaum Absetzsymptome und vermute, dass dies an der wirklich langen und in kleinen Schritten vorgenommenen Reduzierung lag. Alles in allem habe ich mir fast 1 Jahr Zeit gelassen. Ich denke, dass ich heute an diesem Punkt bin liegt aber auch viel daran, dass ich in psychotherapeutischer Begleitung bin. Ich spüre jetzt meine Emotionen (Wut, Trauer oder Freude) viel intensiver als unter dem AD. Damit gilt es nun von meiner Seite aus auch umgehen zu lernen. Es ist zwar nicht so, dass ich unter dem AD keine Gefühle hatte, aber sie waren doch etwas gedämpft. In meiner Therapie lerne ich aber, meine Gefühle wahrzunehmen, zu spüren, zuzulassen und zu verarbeiten. Ein neue Situation für mich, die auch manchmal echt Kraft kostet. Aber alles in allem geht es mir gut.

Viele Grüße
Nora