Hallo, kurz vorstell!
Verfasst: 24:06:2009 20:44
Hi,
eigentlich gehöre ich ja nicht mehr zu den akuten Fällen...oder doch!
Ich bin 33 und habe zwei Kinder, meine Tochter wird 6 und mein Sohn hatte gerade seinen 2. Geburtstag.
Ich leide schon seit über 10 Jahren unter Panikattacken und Angstzuständen, Stress, Probl. nehmen mich schon immer stark mit.
Seit 2001 nehme ich das AD Imipramin, seitdem bin ich fast Angstfrei(blockieren u.a. Panikattacken)
Habe sie auch in meinen SS weitergenommen und bei meiner Tochter ca. 8 Wochen vorher ausschleichen lassen, bei meinem Sohn gings mir so gut, dass ich sie schon nach 5 Monaten nicht mehr nahm.
Nach der Geburt meines Sohnes(SS war völlig ungeplant, Imipramin hat die Pille abgeschwächt..ohne unser Wissen) fiel ich am nächsten Tag sofort in ein riesiges Loch. Ich schrie damals nur meinen Freund an, er soll das Baby wegnehmen, es wäre nicht meins, ich wollte es nicht..usw.
Er hat damals die Situation gleich erfasst, bin am gleichen Tag zum Arzt, der mich wieder auf meine Medis setzte und mir für die "Übergangszeit" Beruhigungsmittel verschrieb.
Mein Freund, und v.a. meine Schwiegermutter kümmerten sich rührend. Er mitten im Studium versuchte beides unter einen Hut zu bringen, meine Schwiegermutter ließ meinen Sohn nachts bei sich schlafen, weil ich total überfordert war.
So ging das mind. 12 Wochen,bis mein Freund Semesterferien hatte und es mir psychisch einigermaßen ging, so dass ich den Haushalt wieder solala bewältigen konnte.
Seitdem kümmere ich mich wieder um alles.
Ich habe heute noch schreckliche Schuldgefühle meinem Sohn gegenüber, dass ich mich nicht um ihn gekümmert habe, dass ich meine Tochter in dieser Zeit nicht mehr beachtet habe...Zu meinem Sohn fehlt mir auch heute noch ein gewisser Bezug, da er im Gegenteil zu meiner Tochter(die ich damals allein großgezogen habe, da kein Vater da) total anders ist. Er ist schnell jähzornig, schlägt v.a. die Große, wenn er seinen Willen nicht bekommt....anstrengendes Trotzalter!
Ich bin von unserem Tagesablauf völlig gestresst, weil er mich sehr fordert und die Kids eigentlich nur am streiten sind.
Tja....nun bin ich schwanger! Das schlimmste ist...es ist meine Schuld. Ich war mir soo sicher, dass ich den Eisprung hatte, und da wir natürlich verhüten (außer Sterilisation haben wir inkl. Spirale alles durch) blieb letzte Woche meine Regel aus.
Seitdem beherrscht Panik meinen Tag. Der FA hat es bestätigt.
Ich war bei der Schwangerenberatung und hatte lange, lange Gespräche mit meinem Freund. Bei meinem Sohn hatte ich einen Abbruch erwogen, aber das kam für meinen Freund damals nicht in Frage.Deshalb habe ich ihm wohl nach der Entbindung auch große Vorwürfe gemacht!
Ich kann dieses Kind nicht bekommen.
Zu tief sitzt das Trauma.
Ich will NIE NIE wieder diese Leere, Unfähigkeit, dieses Aushalten-bald wirds ja besser! spüren.Wir haben uns damals von Tag zu Tag, Woche zu Woche Monat zu Monat gehangelt. Natürlich...ich hatte Unterstützung von allen Seiten, habe in der Zeit auch wieder eine Therapie begonnen(die mir im Nachhinein rein garnichts brachte)
Bitte verurteilt mich jetzt nicht zu sehr, ich bin eigentlich eine Person, die sich immer gegen Abtreibung ausgesprochen hat. Ich weiß, dass ich einem kleinen Menschen seine Daseinsberechtigung raube. Das macht diese ganze Sache noch viel schlimmer für mich.
Aber ich weiß, ich schaffe es nicht, körperlich,psychisch, drei Kinder zu managen.
Meine Tochter kommt im Herbst in die Schule. Sie ist sehr schlau,liest bereits wie eine 1, aber hat grammatikalisch ein Defizit,machen Logo. Außerdem haben wir seit ein paar Wochen die Diagnose Skoliose(Wirbelsäulenverkrümmung) und ich muss tgl mit ihr eine halbe Stunde KG machen und einmal die Woche auch noch zur Therapie. Wenn wir das nicht machen, dann droht ihr ein Korsett!
Mein Sohn ist 2. Er kommt nächsten Herbst in den KiGa Er ist ein ganz lieber Kerl, ich möcht ihn nicht mehr hergeben, aber er er kostet mich meine Kraft
Freunde habe ich seit meiner PPD keine einzigen mehr. Eine hat mir die Freundschaft gekündigt in dem sie sagte, dann solle ich mir halt keine Kinder anschaffen,wenn ich nicht damit klarkomme.
Mein Freund steht an meiner Seite. Er ist einiges jünger als ich und grad mitten in der Bachelor Arbeit seines Studiums. In drei Semestern will er seine Masterarbeit machen. Sollten wir uns FÜR das Kind entscheiden, dann müsste er versuchen, sein Studium zu pausieren, für den Fall, dass es mir schlecht geht.
Eine Mutter Kind Therapie in der Klinik schaffe ich nicht, da meine Ängste v.a. in Kliniken auftreten(lange Geschichte, fingen damals nach einer OP an...)seitdem betrete ich Kliniken nicht mehr(außer zu meinen Geburten, da bin ich aber gleich danach wieder nach Hause!)
Es tut mir leid, wenns sehr sehr lang wurde.
Eigentlich bin ich zu beneiden, im Notfall hätte unsere Familie bestimmt einen Plan...füttern, wickeln, schlafen....alles würden wir hinbekommen...
nur dieses Gefühl...dieses Nicht-Lieben-können...das kann mir im Ernstfall keiner nehmen, und genau dieses Gefühl möchte ich nie mehr haben.
Micha
eigentlich gehöre ich ja nicht mehr zu den akuten Fällen...oder doch!
Ich bin 33 und habe zwei Kinder, meine Tochter wird 6 und mein Sohn hatte gerade seinen 2. Geburtstag.
Ich leide schon seit über 10 Jahren unter Panikattacken und Angstzuständen, Stress, Probl. nehmen mich schon immer stark mit.
Seit 2001 nehme ich das AD Imipramin, seitdem bin ich fast Angstfrei(blockieren u.a. Panikattacken)
Habe sie auch in meinen SS weitergenommen und bei meiner Tochter ca. 8 Wochen vorher ausschleichen lassen, bei meinem Sohn gings mir so gut, dass ich sie schon nach 5 Monaten nicht mehr nahm.
Nach der Geburt meines Sohnes(SS war völlig ungeplant, Imipramin hat die Pille abgeschwächt..ohne unser Wissen) fiel ich am nächsten Tag sofort in ein riesiges Loch. Ich schrie damals nur meinen Freund an, er soll das Baby wegnehmen, es wäre nicht meins, ich wollte es nicht..usw.
Er hat damals die Situation gleich erfasst, bin am gleichen Tag zum Arzt, der mich wieder auf meine Medis setzte und mir für die "Übergangszeit" Beruhigungsmittel verschrieb.
Mein Freund, und v.a. meine Schwiegermutter kümmerten sich rührend. Er mitten im Studium versuchte beides unter einen Hut zu bringen, meine Schwiegermutter ließ meinen Sohn nachts bei sich schlafen, weil ich total überfordert war.
So ging das mind. 12 Wochen,bis mein Freund Semesterferien hatte und es mir psychisch einigermaßen ging, so dass ich den Haushalt wieder solala bewältigen konnte.
Seitdem kümmere ich mich wieder um alles.
Ich habe heute noch schreckliche Schuldgefühle meinem Sohn gegenüber, dass ich mich nicht um ihn gekümmert habe, dass ich meine Tochter in dieser Zeit nicht mehr beachtet habe...Zu meinem Sohn fehlt mir auch heute noch ein gewisser Bezug, da er im Gegenteil zu meiner Tochter(die ich damals allein großgezogen habe, da kein Vater da) total anders ist. Er ist schnell jähzornig, schlägt v.a. die Große, wenn er seinen Willen nicht bekommt....anstrengendes Trotzalter!
Ich bin von unserem Tagesablauf völlig gestresst, weil er mich sehr fordert und die Kids eigentlich nur am streiten sind.
Tja....nun bin ich schwanger! Das schlimmste ist...es ist meine Schuld. Ich war mir soo sicher, dass ich den Eisprung hatte, und da wir natürlich verhüten (außer Sterilisation haben wir inkl. Spirale alles durch) blieb letzte Woche meine Regel aus.
Seitdem beherrscht Panik meinen Tag. Der FA hat es bestätigt.
Ich war bei der Schwangerenberatung und hatte lange, lange Gespräche mit meinem Freund. Bei meinem Sohn hatte ich einen Abbruch erwogen, aber das kam für meinen Freund damals nicht in Frage.Deshalb habe ich ihm wohl nach der Entbindung auch große Vorwürfe gemacht!
Ich kann dieses Kind nicht bekommen.
Zu tief sitzt das Trauma.
Ich will NIE NIE wieder diese Leere, Unfähigkeit, dieses Aushalten-bald wirds ja besser! spüren.Wir haben uns damals von Tag zu Tag, Woche zu Woche Monat zu Monat gehangelt. Natürlich...ich hatte Unterstützung von allen Seiten, habe in der Zeit auch wieder eine Therapie begonnen(die mir im Nachhinein rein garnichts brachte)
Bitte verurteilt mich jetzt nicht zu sehr, ich bin eigentlich eine Person, die sich immer gegen Abtreibung ausgesprochen hat. Ich weiß, dass ich einem kleinen Menschen seine Daseinsberechtigung raube. Das macht diese ganze Sache noch viel schlimmer für mich.
Aber ich weiß, ich schaffe es nicht, körperlich,psychisch, drei Kinder zu managen.
Meine Tochter kommt im Herbst in die Schule. Sie ist sehr schlau,liest bereits wie eine 1, aber hat grammatikalisch ein Defizit,machen Logo. Außerdem haben wir seit ein paar Wochen die Diagnose Skoliose(Wirbelsäulenverkrümmung) und ich muss tgl mit ihr eine halbe Stunde KG machen und einmal die Woche auch noch zur Therapie. Wenn wir das nicht machen, dann droht ihr ein Korsett!
Mein Sohn ist 2. Er kommt nächsten Herbst in den KiGa Er ist ein ganz lieber Kerl, ich möcht ihn nicht mehr hergeben, aber er er kostet mich meine Kraft
Freunde habe ich seit meiner PPD keine einzigen mehr. Eine hat mir die Freundschaft gekündigt in dem sie sagte, dann solle ich mir halt keine Kinder anschaffen,wenn ich nicht damit klarkomme.
Mein Freund steht an meiner Seite. Er ist einiges jünger als ich und grad mitten in der Bachelor Arbeit seines Studiums. In drei Semestern will er seine Masterarbeit machen. Sollten wir uns FÜR das Kind entscheiden, dann müsste er versuchen, sein Studium zu pausieren, für den Fall, dass es mir schlecht geht.
Eine Mutter Kind Therapie in der Klinik schaffe ich nicht, da meine Ängste v.a. in Kliniken auftreten(lange Geschichte, fingen damals nach einer OP an...)seitdem betrete ich Kliniken nicht mehr(außer zu meinen Geburten, da bin ich aber gleich danach wieder nach Hause!)
Es tut mir leid, wenns sehr sehr lang wurde.
Eigentlich bin ich zu beneiden, im Notfall hätte unsere Familie bestimmt einen Plan...füttern, wickeln, schlafen....alles würden wir hinbekommen...
nur dieses Gefühl...dieses Nicht-Lieben-können...das kann mir im Ernstfall keiner nehmen, und genau dieses Gefühl möchte ich nie mehr haben.
Micha