Wieder mal was auf der Seele
Verfasst: 09:01:2010 21:39
Hallo zusammen,
mir liegt wieder einmal etwas auf der Seele, was ich hier gerne loswerden würde.
Eine gute Freundin von mir liegt mit einem verkürzten Gebärmutterhals in der 30. SSW im Krankenhaus. Ich habe sie von ihrem Frauenarzt dorthin begleitet. Wir waren im Kreißsaal, wo ich vor gut einem Jahr auch war.
Mich hat das total umgehauen. Nachdem ich sie da abgegeben hatte, war ich zu Hause fix und fertig und habe laut geweint, wie schon lange nicht mehr.
Heute hatte ich dann die Kraft, darüber nachzudenken, was mich so fertig gemacht hat. Bei mir war in der Schwangerschaft körperlich soweit alles gut. Ich habe nur immer gedacht, ich darf meine (normalen?) Ängste, eine Schwangerschaft und das Kind betreffend nicht zugeben, weil ich dachte, wenn ich das einmal auspreche, gebe ich diesen Ängsten zu viel Raum und töte damit mein Kind im Bauch. Ich habe also immer gelächelt, habe alles als "ganz easy" dargestellt, trotz Kontraktionen bis zum Mutterschutz gearbeitet und nie irgendwelche Sorgen zugegeben. Dabei hat es mich innerlich förmlich zerissen, denn ich dachte jede Sekunde mit meinen Zweifeln und Sorgen schade ich meinem Kind und wäre selber Schuld, wenn etwas passiert. Bei jeder Untersuchung habe ich darauf gewartet, daß der Arzt sagt, "das und das ist nicht in Ordnung und das haben ja wohl Sie zu verschulden".
Das, was ich in dieser Zeit nie gesagt habe, bricht jetzt ab und zu aus mir heraus. Ich möchte noch im Nachhinein über diese ganzen Sorgen und Nöte reden. Ich möchte, daß sich jetzt jemand um diese schlimmen Gedanken kümmert und mich tröstet. Ich möchte mir jetzt die Beruhigungen holen, die ich mir damals nicht bekommen habe, weil ich ja nie was gesagt habe.
Ich sage das jetzt mal so hart. Ich fühle mich von meinen Gedanken und Gefühlen und Ängsten der damaligen Zeit und den ersten Monaten mit Kind traumatisiert. Das meine ich ernst. Jedesmal, wenn mich diese Gedanken und Gefühle wieder einholen, wie vor ein paar Tagen, dann werden die Reaktionen und die Trauer darüber immer heftiger, anstatt weniger mit der Zeit.
Ist das bei Euch auch so, was macht Ihr in solchen Momenten?
Ich habe aus diesen Erfahrungen immerhin gelernt, daß ich meine Ängste, Sorgen und ganz normalen Empfindungen mitteilen muß, damit sie mich nicht weiter verfolgen... Aber diese Erfahrungen und Ängste von vor einem Jahr hängen mir noch so nach...
Liebe Grüße von Leuchtkäfer
mir liegt wieder einmal etwas auf der Seele, was ich hier gerne loswerden würde.
Eine gute Freundin von mir liegt mit einem verkürzten Gebärmutterhals in der 30. SSW im Krankenhaus. Ich habe sie von ihrem Frauenarzt dorthin begleitet. Wir waren im Kreißsaal, wo ich vor gut einem Jahr auch war.
Mich hat das total umgehauen. Nachdem ich sie da abgegeben hatte, war ich zu Hause fix und fertig und habe laut geweint, wie schon lange nicht mehr.
Heute hatte ich dann die Kraft, darüber nachzudenken, was mich so fertig gemacht hat. Bei mir war in der Schwangerschaft körperlich soweit alles gut. Ich habe nur immer gedacht, ich darf meine (normalen?) Ängste, eine Schwangerschaft und das Kind betreffend nicht zugeben, weil ich dachte, wenn ich das einmal auspreche, gebe ich diesen Ängsten zu viel Raum und töte damit mein Kind im Bauch. Ich habe also immer gelächelt, habe alles als "ganz easy" dargestellt, trotz Kontraktionen bis zum Mutterschutz gearbeitet und nie irgendwelche Sorgen zugegeben. Dabei hat es mich innerlich förmlich zerissen, denn ich dachte jede Sekunde mit meinen Zweifeln und Sorgen schade ich meinem Kind und wäre selber Schuld, wenn etwas passiert. Bei jeder Untersuchung habe ich darauf gewartet, daß der Arzt sagt, "das und das ist nicht in Ordnung und das haben ja wohl Sie zu verschulden".
Das, was ich in dieser Zeit nie gesagt habe, bricht jetzt ab und zu aus mir heraus. Ich möchte noch im Nachhinein über diese ganzen Sorgen und Nöte reden. Ich möchte, daß sich jetzt jemand um diese schlimmen Gedanken kümmert und mich tröstet. Ich möchte mir jetzt die Beruhigungen holen, die ich mir damals nicht bekommen habe, weil ich ja nie was gesagt habe.
Ich sage das jetzt mal so hart. Ich fühle mich von meinen Gedanken und Gefühlen und Ängsten der damaligen Zeit und den ersten Monaten mit Kind traumatisiert. Das meine ich ernst. Jedesmal, wenn mich diese Gedanken und Gefühle wieder einholen, wie vor ein paar Tagen, dann werden die Reaktionen und die Trauer darüber immer heftiger, anstatt weniger mit der Zeit.
Ist das bei Euch auch so, was macht Ihr in solchen Momenten?
Ich habe aus diesen Erfahrungen immerhin gelernt, daß ich meine Ängste, Sorgen und ganz normalen Empfindungen mitteilen muß, damit sie mich nicht weiter verfolgen... Aber diese Erfahrungen und Ängste von vor einem Jahr hängen mir noch so nach...
Liebe Grüße von Leuchtkäfer