Nun iche
Verfasst: 26:04:2010 21:47
Ich habe zwei Jahre gebraucht, um mich hier zu registrieren. Meine Hebamme hatte mir damals die Seite empfohlen, als sie merkte, dass sie zu mir keinen Zugang mehr findet.
Ich habe die Page zwar besucht aber nur die Merkmale einer Wochenbettdepression überprüft. Sie trafen zwar in ihrer ganzen Fülle auf mich zu, damals wollte ich jedoch nicht einsehen, dass ich auch eine Depression habe.
Hier mien Geschichte:
Nach der Geburt meines Sohnes begannen die Probleme zunächst damit, dass das Stillen nicht klappte. Schon damit kam ich nicht klar, weil ich ein Mensch bin, bei dem im Leben bislang alles funktioniert hat.
Also setzte ich mich immer mehr unter Druck, was natürlich wenig hilfreich war.
Noch im Krankenhaus begannen schließlich die Schlafstörungen. Ich konnte nicht aufhören zu denken. Zuerst hatte ich noch realistische Sorgen, die sich hauptsächlich um das Stillen drehten. Bald kam jedoch die Angst dazu, dass mein Sohn verhungern könnte. Ich wusste, dass das Schwachsinn ist, schließlich gibt es genug Ersatzprodukte. Ich wurde diesen Gedanken jedoch nicht los. Hinzu kamen dann noch weitere Ängste, die hier aufzuzählen jedoch den Rahmen sprengen würde.
Schließlich war es soweit, dass ich gar nicht mehr einschlafen konnte. Und sobald mein Sohn sich meldete, drehte sich mir der Magen um, ich bekam Panikattacken und Durchfall. Das besserte sich auch zu Hause nicht. Im Gegenteil.
Verrückt war, dass ich genau sah, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich wollte jedoch nicht einsehen, dass ich eine Depression hatte. Stattdessen schob ich die Schuld auf mich. Ich hielt mich für einen schlechten Menschen, weil ich mir langsam wünschte, dass alles wieder so ist wie vor der Geburt meines Sohnes.
Dabei wollte ich doch so gern eine gute Mutter sein. Also kämpfte ich weiter dagegen an und dachte, ich schaffe das schon.
Aufgrund des Schlafmangels und der Durchfälle war ich nach drei Wochen schließlich so entkräftet, dass ich nicht mal mehr die Anleitung zum Zusammenmischen des Milchpulvers verstanden habe. Ich habe mir die drei Sätze auf der Packung immer und immer wieder durchgelesen. Es brachte nichts.
Ich wollte nur noch sterben. Nahm ein Küchenmesser und fing an zu ritzen. Zum Glück kam mein Mann und sah es. Er fuhr mich ins Krankenhaus. Dort blieb ich schließlich vier Wochen. Danach hätte ich zwar noch in eine Mutter-Kind Klinik gekonnt, lehnte es aber ab. Zwar hatte mir die Psychatrie zunächst durchaus geholfen, aber ich habe dort auch festgestellt, dass man da raus muss, sobald man dazu in der Lage ist.
Inzwischen komme ich immer besser klar. Ich gehe auch wieder arbeiten. Allerdings habe ich immer noch Ängste, die mir zu schaffen machen. Ich denke stets, dass ich es nie schaffen werde, ihm und seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Dadurch setze ich mich so unter Druck, dass ich am Tage kaum Freude empfinde. Stattdessen bin ich froh, wenn wieder ein Tag geschafft ist. So kann es doch nicht weiter gehen... .
Gibt es hier Mütter mit ähnlichen Problemen, die vieelicht einen Weg gefunden haben, ihre eigenen Erwartungen runter zu schrauben und diese Denkmuster zu durchbrechen, vielleicht sogar jemand aus Berlin?
Ich habe die Page zwar besucht aber nur die Merkmale einer Wochenbettdepression überprüft. Sie trafen zwar in ihrer ganzen Fülle auf mich zu, damals wollte ich jedoch nicht einsehen, dass ich auch eine Depression habe.
Hier mien Geschichte:
Nach der Geburt meines Sohnes begannen die Probleme zunächst damit, dass das Stillen nicht klappte. Schon damit kam ich nicht klar, weil ich ein Mensch bin, bei dem im Leben bislang alles funktioniert hat.
Also setzte ich mich immer mehr unter Druck, was natürlich wenig hilfreich war.
Noch im Krankenhaus begannen schließlich die Schlafstörungen. Ich konnte nicht aufhören zu denken. Zuerst hatte ich noch realistische Sorgen, die sich hauptsächlich um das Stillen drehten. Bald kam jedoch die Angst dazu, dass mein Sohn verhungern könnte. Ich wusste, dass das Schwachsinn ist, schließlich gibt es genug Ersatzprodukte. Ich wurde diesen Gedanken jedoch nicht los. Hinzu kamen dann noch weitere Ängste, die hier aufzuzählen jedoch den Rahmen sprengen würde.
Schließlich war es soweit, dass ich gar nicht mehr einschlafen konnte. Und sobald mein Sohn sich meldete, drehte sich mir der Magen um, ich bekam Panikattacken und Durchfall. Das besserte sich auch zu Hause nicht. Im Gegenteil.
Verrückt war, dass ich genau sah, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich wollte jedoch nicht einsehen, dass ich eine Depression hatte. Stattdessen schob ich die Schuld auf mich. Ich hielt mich für einen schlechten Menschen, weil ich mir langsam wünschte, dass alles wieder so ist wie vor der Geburt meines Sohnes.
Dabei wollte ich doch so gern eine gute Mutter sein. Also kämpfte ich weiter dagegen an und dachte, ich schaffe das schon.
Aufgrund des Schlafmangels und der Durchfälle war ich nach drei Wochen schließlich so entkräftet, dass ich nicht mal mehr die Anleitung zum Zusammenmischen des Milchpulvers verstanden habe. Ich habe mir die drei Sätze auf der Packung immer und immer wieder durchgelesen. Es brachte nichts.
Ich wollte nur noch sterben. Nahm ein Küchenmesser und fing an zu ritzen. Zum Glück kam mein Mann und sah es. Er fuhr mich ins Krankenhaus. Dort blieb ich schließlich vier Wochen. Danach hätte ich zwar noch in eine Mutter-Kind Klinik gekonnt, lehnte es aber ab. Zwar hatte mir die Psychatrie zunächst durchaus geholfen, aber ich habe dort auch festgestellt, dass man da raus muss, sobald man dazu in der Lage ist.
Inzwischen komme ich immer besser klar. Ich gehe auch wieder arbeiten. Allerdings habe ich immer noch Ängste, die mir zu schaffen machen. Ich denke stets, dass ich es nie schaffen werde, ihm und seinen Ansprüchen gerecht zu werden. Dadurch setze ich mich so unter Druck, dass ich am Tage kaum Freude empfinde. Stattdessen bin ich froh, wenn wieder ein Tag geschafft ist. So kann es doch nicht weiter gehen... .
Gibt es hier Mütter mit ähnlichen Problemen, die vieelicht einen Weg gefunden haben, ihre eigenen Erwartungen runter zu schrauben und diese Denkmuster zu durchbrechen, vielleicht sogar jemand aus Berlin?