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SSRI bei Zwangsstörung

Verfasst: 25:07:2010 15:09
von Anna2010
Hi Ihr Lieben,

so lange bin ich nun dabei...
meine "neueste" Diagnose ist ja Zwangsstörung und ich erhielt Citalopram.
Ich habe mit 10mg begonnen und landete bei 20, wobei es mir (zusammen mit 25 mg Saroten zur Nacht) auch sehr gut ging, bis ein persönliches, zwischenmenschliches Problem meine Zwangsgedanken wieder verstärkte...

Ich kann sie gar nicht beschreiben, erst hatte ich immer die gleichen Worte im Kopf, dann Geräusche, total nervig.
Aber es drängt sich immer wieder auf...

Gedanken, den Kindern was zu tun, habe ich zur Zeit kaum bis nicht, dafür besagten anderen Quatsch...

Ich habe gelesen, dass die SSRI bei Zwängen viel höher dosiert werden sollten und sie dennoch länger für die Wirkung bräuchten?!

Ich nehme jetzt schon 30 mg seit heute, habe Angst, dass ich immer höher gehen muss und dann doch das Neuroleptikum benötige, das würde ich gerne vermeiden....schon wegen dem Gewicht und so...

Wer von Euch hat Erfahrung mit SSRI bei Zwangsstörung?

Liebe Grüße
Anna

Verfasst: 25:07:2010 16:23
von selina
Huhu Anna,

es ist richtig das ssri bei zgs helfen können und es ist auch richtig das man die viel höher dosieren muss als bei depris oder angststörungen.Ich hatte ein reines SSRI namens Fluoxetin was gegen Ängste toll war allerdings weniger gegen die Zgs.Ich hab jetzt Trevilor und das ist ein SNRI also ganz ähnlich allerdings wirkt es auch auf Noradrenalin als auch auf das serotonin und ein wenig aufs Dopamin.Ich habe das Gefühl es tut mir sehr gut.Und auch die Zgs bessern sich schrittweise.Allerdings ist bei einer Zwangsstörung die VT oder ebend TP das wichtigste denke ich solltest aufjedenfall zum Thera gehen!

Verfasst: 25:07:2010 17:05
von Anna2010
Hi,

das Schlimme ist ja, dass meine Therapie sich dem Ende zuneigt und es mir dennoch wieder schlechter ging/geht.

Ich denke, das liegt daran, dass die Psyche einem eben nicht nur Dinge der Vergangenheit "übelnimmt", sondern dass aktuelle Konflikte ebenso schlimm wirken können.
Ich bin in meiner Ehe nicht wirklich glücklich, schwanke täglich zwischen bleiben und gehen und das zerrt so an den Nerven...
Es spricht einiges fürs Bleiben, auch vieles für das Gehen, dazwischen die Angst, es alleine schaffen zu müssen, erstmal ARGE-abhängig zu sein und dann viele, viele Dinge unter einen Hut bringen zu MÜSSEN, und einsam zu sein...

Ja, die Einsamkeit ist mein größtes Problem, habe berufsbedingt lange Zeit wenig Zeit für anderes gehabt, dann auch durch Ängste etc. Außenkontakte vermieden und so hat es sich ergeben, dass ich eigentlich keine so richtig gute Freundin zur Zeit habe, das ist schon ziemlich schlimm finde ich... :-(

Und wenn sich was ergibt (geht meistens von den anderen aus...), dann ziehen die sich doch wieder zurück, also irgendwie muss ich wohl schlimm sein... :-/

***Heul***

Manchmal denke ich, ich habe einfach kein Recht glücklich zu werden oder es ist mein "Schicksal" dass es alles so blöd ist...

Ist schon schwer...

Danke für Eure Worte und Aufmerksamkeit!!!!


Anna

Verfasst: 25:07:2010 17:42
von selina
Liebe Anna.

Stelle keine Pro und Kontra listen auf was deine Ehe betrifft frag dich Liebst du deinen MAnn noch?Wenn nein dann sprich mit ihm !!!!Sonst macht dich das noch mehr kaputt.Und von der Arge abhängig zu sein ist nix schlimmes!Mich nervt es tierisch das viele das so sehen.ICh mag auch die Vorurteile der Gesellschaft darüber nicht.JEDER Mensch kann in eine Finanzielle Notsituation geraten ob Ärzte Putzfrauen oder sonst wer.Dafür sind wir ein sozialstaat ,bei uns muss niemand auf der Strasse leben.Und schon gar nicht für Leidtungen vom Staat schämen!ICh habe auch mal vom AMt gelebt als mein MAnn noch Studiert hat und ich sage es ganz offen es war zwar knapp aber ich habe mich dafür NIE geschämt oder so.Wenn du arbeitest zahlst du auch dafür steuern das wenn du sie verlierst ebend nicht auf der strasse leben musst.JEder ist sozusagen für jeden da!Und das ist gut so!Natrülich kann man mit dem Geld nicht einen großen Urlaub machen oder so aber das ist kein Grund sich von irgendjemand anhängig zu machen!

Und einsam bist du auch nicht.Es gibt viele nette Menschen die sicher gern was mt di rmachen würden nur denke ich das du auch auf Grund deiner Krankheit dich zuhause einigelst.Wo wohnst du ?Ich würde dich gewrn kennen lernen?!Und müsstest du wirklich alles ALLEINE schaffen?Was ist mit Eltern geschwistern?Hättest du dort unterstützung?ICh zb gehe morgen zum Jugendamt um mich beraten zu lassen was es für möglichkeiten gibt nach der HAushaltshilfe weiterhin unterstüzung zu bekommen!Es gibt auch die Caritas die in schweren Situationen beistand leistet und auch die Kirche oder das SOzialamt!Es gibt sehr viele Stellen die helfen aber genau wie du jetzt war es be mir auch ich wollte es nicht sehen!Doch es gibt sie du musst nur aktiv werden!Ordne dein Leben dann ird es dir Gesundheitlich viel besser gehen!Und wenn was ist dann rede mit uns wir stehen zud ir, du bist nicht ALLEINE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Verfasst: 25:07:2010 18:26
von mici
Hallo Anna,

es ist glaube ich, völlig normal, dass man aus der Depression heraus viele Baustellen auf einmal sieht, die sich wie ein großer Berg vor einem auftürmen, den man niemals zu überwinden glaubt!

-Das Ende der Therapie
-Angst vor Erhöhung von SSRI, Angst vor Neuroleptikum
-Verschlechterung Deiner Verfassung
-Eheproblem / zwischenmenschliche Probleme
-Angst vorm Alleinsein / vor der Einsamkeit / vor alleiniger Verantwortung
- Angst vor der Abhängigkeit vom Amt
-Kein stabiler Freundeskreis

Das liest sich auf den ersten Blick wie eine riiiiiiiiiiesige lange Liste, dernach Du Deine Probleme in hundert Jahren noch nicht bewältigt haben wirst! Aber dem ist nicht so! Der Punkt ist, das viele Probleme mit einander verflochten sind und es sich deshalb manchmal so "unübersichtlich" und unüberwindbar anfühlt. Aber man kann auf die Probleme auch mal separat schauen und gucken, dass man für jedes eine konkrete Lösung findet. Dazu ist es am besten, die Probleme erstmal in eine Rangfolge zu bringen. Je nachdem, welches Problem Dich am stärksten belastet, stellst Du es an erste Stelle. Dann folgt das nächst größte, und das nächst größte usw. und ganz am Ende stehen die Probleme, die nicht sofort gelöst werden müssen, sondern noch etwas warten können.

Geht Deine Therapie definitiv zu Ende? Gibt es keine Möglichkeiten der Verlängerung? Wie sicher bist Du Dir, dass es so ist?
Was Selina schon meinte zu den SSRIs ist auch sehr wichtig, weshalb wir Dir vielleicht schon mal eine Sorge nehmen können: Du hast erst heute auf 30mg erhöht und kannst daher noch gar nicht einschätzen, ob Dir die 30 mg im Vergleich zu den 20 mg nicht sehr viel mehr helfen werden. Das hat also noch 14 Tage bis drei Wochen Zeit, das zu bewerten.
Wenn Dir die 30 mg immer noch nicht "richtig" helfen, dann ist das insofern auch kein Problem, weil jeder Mensch eine individuelle Wirkdosis hat. Ich habe von vielen Medikamenten auch schon manchmal mehr einnehmen müssen, als die vorgesehene Höchstdosis, erst die hat mir dann geholfen. Da würde ich mich auf Deinen Psyichater verlassen. Falls Dir das Citalopram gar nichts bringt, gibt es auch ganz andere Alternativen.

Magst Du erzählen, was sich zwischenmenschlich zugetragen hat, dass es Dir jetzt wieder akut schlechter geht?

Lieben Gruß, wir sind hier für Dich da,

MICI

Verfasst: 25:07:2010 22:24
von Anna2010
Hi,

Ihr seid so süß, wirklich.

Was sich zugetragen hat?
Es geht um meine Ehe und einen anderen, aber es könnte sein, dass dieser andere nur dazu dient, dass ich in Gedanken flüchten kann, bzw. Zuneigung spüren.
Vielleicht bin ich ja schon wahnhaft, wenn ich glaube dass er mich mag, wer weiß?

Ich werde mir noch ein Hobby "zulegen", will tanzen lernen...

Danke Euch für Euren Zuspruch, es ist echt ein "Segen", dass man hier über alles schreiben kann!!

Liebe Grüße
Anna

P.S.
Ich wohne in NRW, da wird es mit Kennenlernen wohl schwierig...