Wieder da

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

Moderator: Moderatoren

Antworten
Januarkind
Beiträge: 55
Registriert: 16:01:2023 17:08

Wieder da

Beitrag von Januarkind »

Hallo Ihr Lieben, ich hatte 2 gute Jahre.
Jetzt nach der Trennung von meinem Mann gehen das Panikgefühl inklusive dauerhafter Angst plus Zwangsgedanken wieder los. Ich zweifle sogar die Trennung an obwohl das schon einige Zeit beschlossen ist.

Ich habe das Gefühl, nichts gelernt zu haben, zweifle alles wieder an. Das Gedankenkarussel geht los. Es fühlt sich an wie damals.
Habt ihr Tipps, aus diesem Kreislauf rauszukommen?

Ich wünsche euch ein tolles neues Jahr 2026.
Suchenende
Beiträge: 3
Registriert: 31:12:2025 11:14

Re: Wieder da

Beitrag von Suchenende »

Liebes Januarkind,

ich kann dir gerade wenig Tipps geben. Aber ich wollte Dir eine ganz Liebe Umarmung,Mut und Kraft schicken.


Bei mir sind es auch fast genau 2 gute Jahre Jahre gewesen. Gerade am absolute Tiefpunkt. Stelle seit Wochen auch wirklich alles in Frage stellen.
alibo79
power user
Beiträge: 1716
Registriert: 16:06:2021 11:15

Re: Wieder da

Beitrag von alibo79 »

Hallo Januarkind,
ich habe mir gerade deine Vorstellung von vor zwei Jahren durchgeschaut.
Ich bin mir nicht mehr sicher ob du dich damals für Medikamente entschieden hast und wie es mit deiner Therapie aussieht?
Ich würde an deiner Stelle erstmal wieder Kontakt zum Therapeuten und zum Psychiater aufnehmen falls du einen hast.
Und dann ist es natürlich so, dass du aktuell in einer besonderen und bestimmt anstrengenden Zeit steckst. Eine Trennung wühlt auf, holt alte Gefühle hoch, belastet dich in vielen Bereichen, es gibt Fragen, die geklärt werden müssen zb wie sieht es aus mit eurem Kind, wo wirst du in Zukunft wohnen, vielleicht auch finanzielle Sorgen etc.
Dass so etwas nicht spurlos an dir vorbei geht ist ganz klar und dann kann es eben auch wieder zu Symptomen kommen.
Ich glaube dass da zb ein Therapeut gut sein kann um dich in dieser Zeit zu begleiten und die Angst kann zusätzlich gut mit Medikamenten eingedämmt werden. Und zu guter Letzt natürlich auch alles was dir persönlich gut tut und Selbstfürsorge ist.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 10927
Registriert: 04:06:2005 16:05

Re: Wieder da

Beitrag von Marika »

Hallo Januarkind!

Ich schließe mich Alibo an und würde dir raten, deinen Arzt/Therapeuten zu kontaktieren. Hausarzt kann auch die erste Anlaufstelle sein, um zu klären wie es weiter geht.

So eine Situation ist natürlich schwer und mit viel Unsicherheit verbunden. Da kann man schnell in eine Abwärtsspirale geraten. Daher würde ich mir schnell ärztliche Unterstützung holen. ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Januarkind
Beiträge: 55
Registriert: 16:01:2023 17:08

Re: Wieder da

Beitrag von Januarkind »

Hallo ihr Lieben, danke für eure Antworten.
Ich hatte damals nur ein Bedarfsmedikament bekommen und die Therapie war schnell beendet, als ich arbeiten gegangen bin, weil es mir wieder richtig gut ging.

Jetzt habe ich so panische Angst, das Leben nicht allein zu schaffen, immer jemanden an meiner Seite zu brauchen. Erinnere mich an diese dunklen Tage… wo ich mich nur an meinem Mann festgeklammert habe.
Wo ist mein Selbstbewusstsein hin?
Warum feiert der Kopf so eine Angstparty?
Mein Leben war so schön in letzter Zeit.
Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 10927
Registriert: 04:06:2005 16:05

Re: Wieder da

Beitrag von Marika »

Leider wird dich das grübeln über das Warum jetzt nicht weiter bringen. Daher ist es wichtig, dass du deinen Fokus auf das "was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht" richtest. Aus meiner Sicht ist das auf jeden Fall die Kontaktaufnahme mit Arzt/Therapeuten.

Wenn man einmal eine Erkrankung wie eine PPD hatte, ist das Risiko erhöht, bei Herausforderungen wieder zu erkranken. Das ist leider Fakt, damit müssen wir leben. Deine Situation bringt viel an Stress und Unsicherheit mit sich, das sind klare Auslöser einer Episode.

Lass dir helfen und nimm Kontakt zu Fachleuten auf. ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Antworten