Verzweifelt
Moderator: Moderatoren
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Marina_Marina
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Verzweifelt
Hallo, ich bin normalerweise nicht in solchen Foren aktiv, weil mir vieles was ich lese oft Angst macht. Nachdem ich aber so tolle Berichte auf der Positiv Seite gelesen habe, habe ich mich nun doch dazu durchgerungen, es mal über diesen Weg zu versuchen.
Ich habe im Mai unseren Sohn zur Welt gebracht. Er ist ein absolutes Wunschkind. Am Anfang war noch alles gut. Ich habe mich um ihn gekümmert und zwar gerne. Jetzt ist er 8 Monate alt und ich habe schleichend gemerkt, dass es mir psychisch schlechter geht. Je weniger ich gestillt habe desto schlechter wurde es. Wie das so ist will man es erst nicht war haben und glaubt, man kommt auch so wieder raus. Dann habe ich irgendwann eingesehen, dass es ohne Medikamente wohl nicht mehr funktionieren wird, und schweren Herzens abgestillt. Seitdem ist es einfach nur noch schlimm. Ich bin in Daueranspannung und komme seit 2 Wochen ohne Beruhigungsmittel nicht mehr klar. Ich habe Ängste und innere Unruhe und das Gefühl es wird nie mehr besser. Ich habe außerdem Ohrensausen was mich teilweise fertig macht... Ich sehe gerade kaum noch Licht. Ab morgen geht es in die Tagesklinik... Mein Sohn wird dann von meiner Mutter betreut... Ich bin manchmal so verzweifelt
Ich habe im Mai unseren Sohn zur Welt gebracht. Er ist ein absolutes Wunschkind. Am Anfang war noch alles gut. Ich habe mich um ihn gekümmert und zwar gerne. Jetzt ist er 8 Monate alt und ich habe schleichend gemerkt, dass es mir psychisch schlechter geht. Je weniger ich gestillt habe desto schlechter wurde es. Wie das so ist will man es erst nicht war haben und glaubt, man kommt auch so wieder raus. Dann habe ich irgendwann eingesehen, dass es ohne Medikamente wohl nicht mehr funktionieren wird, und schweren Herzens abgestillt. Seitdem ist es einfach nur noch schlimm. Ich bin in Daueranspannung und komme seit 2 Wochen ohne Beruhigungsmittel nicht mehr klar. Ich habe Ängste und innere Unruhe und das Gefühl es wird nie mehr besser. Ich habe außerdem Ohrensausen was mich teilweise fertig macht... Ich sehe gerade kaum noch Licht. Ab morgen geht es in die Tagesklinik... Mein Sohn wird dann von meiner Mutter betreut... Ich bin manchmal so verzweifelt
Re: Verzweifelt
Hallo Marina,
herzliche Willkommen bei uns im Forum. Schön dass du dich angemeldet hast. Und ich bin mir sicher dass du hier Unterstützung bekommen wirst. Es ist hier immer ein sehr aufbauende Gemeinschaft finden. Schreib was du auf dem Herzen hast.
Ich war damals auch in einer Tagesklinik als ich an der ppd erkrankt bin. Ich denke das wird dir helfen wieder im Alltag besser zurecht zu kommen. Und es wird mit Sicherheit auch auf die Medikamente geschaut ob die für dich passend sind. Vielleicht magst du erzählen was du bekommst und welches Bedarfsmedizin du nimmst.
Auf jeden Fall möchte ihr dir sagen, dass du wieder gesund wirst. Es dauert oft ein bisschen, aber du schaffst das. Ich weiß du kannst es aktuell nicht glauben und nicht fühlen. Doch ich spreche aus Erfahrung dass ich hier viele verzweifelte Frauen kennengelernt habe und es ist jede aus dem ganz tiefen Loch heraus gekommen.

herzliche Willkommen bei uns im Forum. Schön dass du dich angemeldet hast. Und ich bin mir sicher dass du hier Unterstützung bekommen wirst. Es ist hier immer ein sehr aufbauende Gemeinschaft finden. Schreib was du auf dem Herzen hast.
Ich war damals auch in einer Tagesklinik als ich an der ppd erkrankt bin. Ich denke das wird dir helfen wieder im Alltag besser zurecht zu kommen. Und es wird mit Sicherheit auch auf die Medikamente geschaut ob die für dich passend sind. Vielleicht magst du erzählen was du bekommst und welches Bedarfsmedizin du nimmst.
Auf jeden Fall möchte ihr dir sagen, dass du wieder gesund wirst. Es dauert oft ein bisschen, aber du schaffst das. Ich weiß du kannst es aktuell nicht glauben und nicht fühlen. Doch ich spreche aus Erfahrung dass ich hier viele verzweifelte Frauen kennengelernt habe und es ist jede aus dem ganz tiefen Loch heraus gekommen.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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Marina_Marina
- Beiträge: 3
- Registriert: 30:01:2026 22:54
Re: Verzweifelt
Ich hab leider auch schon des öfteren mit Kliniken wegen Depressionen und Angststörung zu tun gehabt. Ist jetzt mein 3. Tagesklinik Aufenthalt und das ist so schwer zu akzeptieren, dass man immer wieder an dem Punkt kommt... Außerdem habe Angst bei meinem Sohn nicht dabei zu sein, wenn er zb seinen ersten Schritt macht. Es ist so schwer in die Klinik zu gehen aber anderseits weiß ich nicht weiter. Ich habe Mirtazapin zum schlafen und seit 2 Wochen Escitalopram, die hatte ich bisher noch nie. Hoffe sie wirken bei mir. Notfallmedizin leider nur Tavor... Es fällt mir oft einfach auch schwer überhaupt zu reden. Das kenne ich so nicht. Die Unruhe ist dieses Mal das schlimmste.. ich wache morgens mit Herzrasen auf.. esse teilweise nur im gehen oder stehen, weil ich keine Ruhe zum sitzen habe...
Re: Verzweifelt
Liebe Marina Marina,
Seh es positiv, dass Du das Tavor als Notfallmedi bekommen hast. Mir hat es super gut geholfen, und hilft mir immernoch.
Alles Gute
Nicole
Seh es positiv, dass Du das Tavor als Notfallmedi bekommen hast. Mir hat es super gut geholfen, und hilft mir immernoch.
Alles Gute
Nicole
Re: Verzweifelt
Also, ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass das escitalopram zur Unruhe stark mit rein spielt. Das ist eine typische NW. Das lese ich hier häufig. Wieviel mg nimmst du? Und wieviel Mirtazapin? Es melden sich bestimmt noch andere bei dir, die escitalopram nehmen, ich hatte damals Citalopram und hatte auch mit krassen NW zu kämpfen.
Du könntest ja noch nach promethazin als Bedarf fragen oder quetiapin. Das macht nicht abhängig ist aber auch nicht so stark wie Lorazepam.
Willst du von deinen anderen Episoden berichten, was dir da geholfen hat, welche Medikamente du bekommen hast und bist du da auch in einer Tagesklinik gewesen?
Du könntest ja noch nach promethazin als Bedarf fragen oder quetiapin. Das macht nicht abhängig ist aber auch nicht so stark wie Lorazepam.
Willst du von deinen anderen Episoden berichten, was dir da geholfen hat, welche Medikamente du bekommen hast und bist du da auch in einer Tagesklinik gewesen?
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Re: Verzweifelt
Ein liebes Hallo von mir!
Du hast schon viel unternommen um Hilfe zu bekommen, das ist sehr gut! Jetzt heißt es weiter machen, auch wenn sich das alles noch nicht gut anfühlt.
Das Escitalopram hat am Anfang oft diese Unruhe als Nebenwirkung, das sollte sich jetzt aber in den nächsten 1 bis 2 Wochen deutlich legen und dann verschwinden. Es wirkt anders als das Mirtazapin, nämlich antriebssteigernd, das merkt man am Anfang in dieser Unruhe, die aber vergeht. Dafür hat es eine stärkere Wirkung bei Depressionen und auch Ängsten. Die Kombination mit Mirtazapin und einem Notfall Medikament haben hier viele, ich übrigen auch damals. Es hst gut funktioniert, ich wurde dann mit Escitalopram alleine stabil und gesund.
Die Tagesklinik finde ich sehr gut! So entsteht eine gute Tagesstruktur.
Du schreibst, du hattest schon öfter Episoden, leider ist es so dass das Risiko wieder zu erkranken immer erhöht bleibt. Ich möchte dir aber Mut machen: ich bin mit meiner kleinen Medikation schon viele Jahre stabil und gesund. Rückfall hatte ich nur einen, als ich mein Escitalopram ganz abgesetzt habe, dann werde ich wieder krank. Somit ist dieses AD mein Begleiter, es ist zur Langzeitmedikation geworden.
Magst du uns die Höhe der AD Dosen schreiben?
Du hast schon viel unternommen um Hilfe zu bekommen, das ist sehr gut! Jetzt heißt es weiter machen, auch wenn sich das alles noch nicht gut anfühlt.
Das Escitalopram hat am Anfang oft diese Unruhe als Nebenwirkung, das sollte sich jetzt aber in den nächsten 1 bis 2 Wochen deutlich legen und dann verschwinden. Es wirkt anders als das Mirtazapin, nämlich antriebssteigernd, das merkt man am Anfang in dieser Unruhe, die aber vergeht. Dafür hat es eine stärkere Wirkung bei Depressionen und auch Ängsten. Die Kombination mit Mirtazapin und einem Notfall Medikament haben hier viele, ich übrigen auch damals. Es hst gut funktioniert, ich wurde dann mit Escitalopram alleine stabil und gesund.
Die Tagesklinik finde ich sehr gut! So entsteht eine gute Tagesstruktur.
Du schreibst, du hattest schon öfter Episoden, leider ist es so dass das Risiko wieder zu erkranken immer erhöht bleibt. Ich möchte dir aber Mut machen: ich bin mit meiner kleinen Medikation schon viele Jahre stabil und gesund. Rückfall hatte ich nur einen, als ich mein Escitalopram ganz abgesetzt habe, dann werde ich wieder krank. Somit ist dieses AD mein Begleiter, es ist zur Langzeitmedikation geworden.
Magst du uns die Höhe der AD Dosen schreiben?
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
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Marina_Marina
- Beiträge: 3
- Registriert: 30:01:2026 22:54
Re: Verzweifelt
Danke für eure ganzen Nachrichten.
Ich hab am 17.1. mit Escitalopram 5 mg angefangen und jetzt seit 27.1. 10 mg. Hatte am Anfang extrem Durchfall und auch die Unruhe wurde noch mehr als sie eh schon war, daher hat oft nur Tavor geholfen. Promethazin habe ich zu Hause aber noch nie versucht. Wie fühlt man sich denn damit?
Mirtazapin hab ich relativ schnell noch auf 45 mg, aber auch erst seit 22.01.
Ich hatte schon Venlafaxin, Duloxetin und Citalopram. Hab dann in der Schwangerschaft alles abgesetzt. Citalopram hat mir lang geholfen, irgendwann dann nicht mehr. Venlafaxin hab ich nicht vertragen. Mit Duloxetin ging eine bestimmte Dosis ganz OK. Jetzt versuchen wir's eben mit Escitalopram
Ich war schon 2 mal in einer Tagesklinik und 3 mal stationär... Scheinbar hat nie irgendwas so richtig nachhaltig geholfen, sonst säße ich jetzt nicht wieder hier.
Wie seit ihr mit dem schlechten Gewissen umgegangen, dass ihr euch nicht um euer Kind kümmern könnt ?
Ich hab am 17.1. mit Escitalopram 5 mg angefangen und jetzt seit 27.1. 10 mg. Hatte am Anfang extrem Durchfall und auch die Unruhe wurde noch mehr als sie eh schon war, daher hat oft nur Tavor geholfen. Promethazin habe ich zu Hause aber noch nie versucht. Wie fühlt man sich denn damit?
Mirtazapin hab ich relativ schnell noch auf 45 mg, aber auch erst seit 22.01.
Ich hatte schon Venlafaxin, Duloxetin und Citalopram. Hab dann in der Schwangerschaft alles abgesetzt. Citalopram hat mir lang geholfen, irgendwann dann nicht mehr. Venlafaxin hab ich nicht vertragen. Mit Duloxetin ging eine bestimmte Dosis ganz OK. Jetzt versuchen wir's eben mit Escitalopram
Ich war schon 2 mal in einer Tagesklinik und 3 mal stationär... Scheinbar hat nie irgendwas so richtig nachhaltig geholfen, sonst säße ich jetzt nicht wieder hier.
Wie seit ihr mit dem schlechten Gewissen umgegangen, dass ihr euch nicht um euer Kind kümmern könnt ?
Re: Verzweifelt
Da hast du schon einiges an Wechsel gehabt. Betonen möchte ich nochmal: das Risiko wieder zu erkranken wird dein Leben lang erhöht bleiben, auch wenn du mit einem AD stabil bzw. gesund wirst. Es kommt auch immer darauf an wie lange man ein AD nimmt, ob die Dosis ausreichend hoch ist, ob Therapie begleitend gemacht wird.
Du hast jetzt die Chance mit Escitalopram und Mirtazapin. Prometazin hat eine beruhigende Wirkung und kann diese anfänglichen Nebenwirkungen ebenfalls gut abfedern. Es wirkt nicht so stark wie Tavor und macht nicht abhängig. Ich weiß von vielen, dass sie damit gut klar kommen. Ich würde da aber auf jeden Fall mit deinem Arzt besprechen.
Meine Schuldgefühle haben immer mehr nachgelassen, auch dank der Therapie. Heute weiß ich, dass diese völlig unangebracht sind und habe absolut keine mehr. Für mich war da die Therapie sehr wichtig.
Du hast jetzt die Chance mit Escitalopram und Mirtazapin. Prometazin hat eine beruhigende Wirkung und kann diese anfänglichen Nebenwirkungen ebenfalls gut abfedern. Es wirkt nicht so stark wie Tavor und macht nicht abhängig. Ich weiß von vielen, dass sie damit gut klar kommen. Ich würde da aber auf jeden Fall mit deinem Arzt besprechen.
Meine Schuldgefühle haben immer mehr nachgelassen, auch dank der Therapie. Heute weiß ich, dass diese völlig unangebracht sind und habe absolut keine mehr. Für mich war da die Therapie sehr wichtig.
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
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Zaubernuss
- Beiträge: 93
- Registriert: 24:02:2024 19:03
Re: Verzweifelt
Hallo liebe Marina!
Dir wird es definitiv bald besser gehen. Du nimmst die Medikamente seit Kurzem wieder ein, das braucht Zeit
Ich verstehe das mit den Schuldgefühlen gegenüber deinen Kind! Aber wenn man krank ist, dann kann man nichts dafür. Du machst das schon das Richtige, indem du dir helfen lässt. Dann wirst du jeden Schritt deines Kindes mitbekommen können :) ihr habt noch sooo viele gemeinsame Jahre vor euch!
Ich hatte auch in meiner Vergangenheit mehrere depressive Episoden und bei jeder neuen, habe ich mir dieselbe Frage wie du gestellt, fange ich wieder von vorn an? Hat mir keine Therapie nachhaltig geholfen? Ich denke, da hilft nur Akzeptanz..
Ich wünsche dir alles Gute!
Dir wird es definitiv bald besser gehen. Du nimmst die Medikamente seit Kurzem wieder ein, das braucht Zeit
Ich verstehe das mit den Schuldgefühlen gegenüber deinen Kind! Aber wenn man krank ist, dann kann man nichts dafür. Du machst das schon das Richtige, indem du dir helfen lässt. Dann wirst du jeden Schritt deines Kindes mitbekommen können :) ihr habt noch sooo viele gemeinsame Jahre vor euch!
Ich hatte auch in meiner Vergangenheit mehrere depressive Episoden und bei jeder neuen, habe ich mir dieselbe Frage wie du gestellt, fange ich wieder von vorn an? Hat mir keine Therapie nachhaltig geholfen? Ich denke, da hilft nur Akzeptanz..
Ich wünsche dir alles Gute!