Ich melde mich als verzweifelte Mama mit dem Thema Schlaf. Ich habe seit der Zeit wo es mir wirkick schlecht ging und ich teilweise Nächte nicht schlafen konnte eine richtige schlafangst entwickelt.
Villeicht kennt das ja wer von euch und kann mir ein paar Tipps geben wie ihr das wieder los geworden seit ?
Hallo Lisa,,
Ich kenne diese schlafangst nur zu gut. In beiden depressiven Phasen hatte ich sehr stark damit zu kämpfen, aufgrund meiner schlafstörungen. Die mit zur Depression dazu kamen.
Was mir geholfen hat, waren Medikamente, die den Schlaf unterstützen und als die Depression langsam zurückgehen wurde das mit den schlafen und der schlafangst auch ganz langsam besser. Je länger ich Phasen hatte, wo ich gut geschlafen habe bzw. Wo nichts passiert ist. Umso mehr Sicherheit bekam ich, dass das mit dem Schlaf wieder klappt. Ansonsten haben wir feste Abend Routinen geholfen und wenn ich gemerkt habe, dass die Angst hoch kam, direkt gedanklich, mich abwenden und bewusst achtsam an andere Dinge denken bzw. Ich habe mir vorher manchmal schon ein Thema überlegt, dass ich gedanklich durcharbeiten wollte wenn ich merke, dass die angstgedanken hochkommen. Oder auch ein Podcast oder ein Video, was leise im Hintergrund läuft, wo ich dann nur auf das gesprochene gehört habe, so dass ich mich darauf fokussieren konnte und nicht auf die Angst Gedanken.
Bekommst du Medikamente und machst du Therapie? Deswegen wie schaut das aus? Vielleicht magst du berichten?
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Bisher gehe ich nur in Therapie und nehme noch keine Medikament. Ich merke das es langsam besser wird aber nach wie vor habe ich mit Ängsten zu kämpfen allen voran die Schlafangst. Ich bin hin und her gerissen ob ich es ohne Medikamente schaffen kann ganz raus zu kommen oder nicht.
Mach dir keinen Druck. Versuch es ohne, und wenn es nicht klappt, hab immer im Hinterkopf, es gibt Medikamente, die dir helfen können. Ich hatte das auch ganz extrem. Ich habe mir gewünscht, dass mich jemand ins Koma legt, damit ich endlich schlafen kann. Ich war wie erstarrt. Zuerst hab ich Schlaftabletten genommen, danach umgestiegen auf Sertalin und Quietapin. Seitdem gab es noch keine Nacht, in der ich nicht mehr geschlafen hab. Ich weiß, es ist die Hölle. Aber wisse, dass du wieder schlafen wirst und werden kannst! Entweder ohne oder eben mit Hilfe. Ganz liebe Grüße
Ich denke auch mach dir keinen Druck. Wenn es ohne Medikamente klappt, ist gut und ansonsten gibt es auch Hilfen in Form von Medikamenten. Du musst wissen, dass es da auch Unterschiede gibt, also es werden gar nicht unbedingt direkt schlaftabletten verschrieben, sondern manchmal leichte beruhigungsmittel, die nicht abhängig machen. Oder wie bei mir oder Margarita ein Antidepressivum dass dir hilft, die Ängste abzubauen, die ja nun schon da sind und das wiederum hilft natürlich auch, dass der Schlaf besser wird. Das Medikament, was ich nehme, ist Mirtazapin , das ist ein Antidepressivum, was gegen meinen Depressionen hilft und dadurch schon die schlafstörungen verbessert. Und gleichzeitig hat es auch einen Effekt auf in den Schlaf kommen oder auch durchschlafen. Es gibt also ganz viele Möglichkeiten und wenn du das Gefühl hast, du kommst so nicht weiter. Halte das auf jeden Fall im hinterkopf und habe bitte keine Angst vor Medikamente. Antidepressiva machen nicht abhängig.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Ich nehme inzwischen mit dem gleichen Thema im Gepäck Promethazin als Bedarfsmedikament, das auch nicht abhängig macht. Für mich war diese Schlafangst das zentrale Symptom und es war schrecklich. Ich hätte alles genommen nur damit es aufhört. Therapie ist super, aber je nachdem was du machst ist es auch aktivierend und aufwühlend. Wichtig ist, dass sich keine Schleife aus Angst vor der Angst um dich zuzieht, weil du es unbedingt schaffen möchtest. Das ist sozusagen die Gegenbewegung zu Schlaf, wenn du das merken würdest dann lieber eine Unterbrechung und Entlastung durch Medikamente probieren. Wäre meine Einschätzung oder würde ich mir so heute selbst sagen. Wenn du merkst dass du besser zur Ruhe kommst und loslassen, dann brauchts das natürlich nicht. Ganz liebe Grüße!
Sag mal seit ihr eig alle wieder "die alten" geworden.? momentan hab ich oft des Gefühl es wird nie mehr alles normal vorallem nach so schlechten Nächten.
Es wird alles wieder normal werden. Und du wirst dich wie früher fühlen. Aber du musst Bedenken. Du bist jetzt Mutter und das ganze Leben ist dadurch ja schon anders. Man verändert sich auch durch Mutterschaft. Man lernt neue Seiten kennen, die man vielleicht vorher gar nicht so wahrgenommen hat. Ich finde das schwierig zu sagen, dass man auf jeden Fall wie das alte ich werden muss. Viele beschreiben hier, dass sie nach so einer schweren Erkrankung eine neue Version von sich werden und viele beschreiben Diese neue Version als positiv. Da man durch die ganz schwere Erkrankung sehr viel über sich selber lernt, sein Leben neu überdenkt und auch mehr für sich selber einsteht und auch gleichzeitig viel wertschätzung für die kleinen tollen Dinge im Leben findet.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Hey Lisa, wenn du magst erzähl doch einfach noch ein bisschen zu dir und was bei dir gerade die Umstände sind. Ich stimme alibo voll zu, „die alte“ bin ich nicht mehr. Aber ich habe keine Angst mehr vor dem Schlaf oder auch davor wenn er mal schlechter ist. Als ich damals so gelitten habe dachte ich es sei ein isoliertes Problem. Dann hab ich nach und nach verstanden wie es mit vielem verbunden ist. Aber dafür war in der Zeit der Not und ohne Schlaf keine Kapazität. Das ging erst mit Medikamenten, dadurch Ruhe und Erholung und dann Therapie. Wenn deine Angst ist ob es nie wieder gut werden kann kann ich dir versichern: es kann wieder gut werden!