Wann hört das endlich auf…

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

Moderator: Moderatoren

Lil4ik
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Lil4ik »

Hallo liebe Zaubernuss

Es tut mir so leid , das es bei dir wieder so schlecht ist,
Ich kenne es auch genau so … mein Weg hat auch zwei Jahre gedauert und geht immer noch.

Ich hatte auch sehr sehr schlimme Unruhe ..
Promethazin musste ich absetzen , weil ich davon eine Allergie bekommen habe….
Dann habe ich Pipamperon genommen ….
Das hat wirklich gut geholfen, wurde aber sehr schlapp müde … also die Augen hängten richtig , aber das war mir lieber als die Unruhe …… Ich hatte es als Saft ….

Mittlerweile habe ich nur noch selten Tiefs und auch nicht mehr so stark …. Überlege schon langsam mein Setralin abzusetzen aber traue mich noch nicht richtig ran :(

Aber bleibe stark …. Auch Ich dachte es hört nieeeee auf .

Aber vertrau drauf es wird besser .
Fühl dich gedrückt

Liebe Grüße an alle
Lili
Zaubernuss
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo liebe alibo
Ich habe 75mg sertralin genommen als ich die Panikattacke hatte. Durch diese Panikattacke hat die aktuelle depressive phase gestartet. Ich habe es dann innerhalb von ca 2/3 wochen auf 150mg erhöht, doch meine Symptome wurden immer schlimmer, worauf meine ärztin den wechsel zu Duloxetin und anschliessend augmentation mit sulpirid vorgeschlagen hat.sie meinte es könnte sein, dass das sertralin nicht mehr wirkt.Damals als ich das sertralin vor einigen jahren begonnen hatte, hat es innerhalb eines Monats deutliche verbesserung ohne erstverschlimmerung hervorgerufen. Ich hoffe dass dieser versuch mit sertralin wieder erfolgreich sein wird..meistens geht es mir zum abend hin besser und ich versuche es in die länge zu ziehen, weil ich weiss dass es am nächsten morgen wieder schlimmer sein wird. Ich möchte nicht schlafen, damit ich davor so lange wie möglich verschont bin😕 ich fühle mich wie in diesem alptraum gefangen und verstehe die welt nicht mehr.. es ging doch bergauf..ich weiss echt nicht ob ich antidepressiva resistent bin? Ich weiss echt nicht, was ich tun soll, wenn das sertralin nicht anschlägt..ich male mir die schlimmsten horrorszenarien aus
Zaubernuss
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo lili danke für deinen erfahrungsbericht
Es tut mir leid dass es bei dir auch so lange mit der Genesung gedauert hat.. aber wenn du dir vorstellen kannst, dass du das sertralin absetzten willst, dann isr es ein sehr schönes zeichen❤️
Wie hat sich die promethazin allergie bei dir geäußert?
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Marika
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Marika »

Hey Zaubernuss!

Es wäre auch möglich, dass damals die Erhöhung von Sertralin eine Erstverschlimmerung hervor gerufen hat. Diese können durchaus mehrere Wochen andauern. Deswegen nehmen viele ein Notfall Medikamenten dazu, z.b. Promethazin.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Lil4ik
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Lil4ik »

Hallo Zaubernuss

Also das was du beschreibst, ist wirklich alles wie bei mir …. Als ich das erste mal Sertralin genommen habe , das war wegen einer Angst und Panikstörung vor 7 Jahren ,,, hergerufen, von der Erkrankung meiner Mutter. Hatte das Sertralin nach ca 7 Wochen direkt geholfen. Nach eine Jahr und ohne Probleme abgesetzt.

Jetzt bei der zweiten Episode durch die Geburt meiner Tochter , hat es 14 Woche gedauert und wurde bis da hin immer schlimmer , bis es dann endlich langsam besser wurde.
Mit allen Nebenwirkungen die man sich vorstellen kann …. Und genau wie bei dir , zum Abend wurde es besser und ich wollte nie schlafen gehen , weil ich wusste nächsten Tag geht es weiter.


Aber es wurde dann immer besser. Jedoch sehr langsam.
Und jetzt nehme ich die Tabletten schon seit zwei Jahren.

Hoffe fange bald mit einem gutem Gefühl an die abzusetzen.
Ich habe sehr zu genommen von den Tabletten :( das ist der erste Grund warum Ich von dehnen runter will.

Bei der ersten Episode hatte Ich auch zugenommen.

Und nach dem absetzten auch zum Glück alles wieder verloren.
Ich hoffe das es auch diesmal so reibungslos klappen wird :(

Aber Zaubernuss bleib stark, ich bin mir sicher auch bei dir wird es wieder gut🙏🏻🙏🏻🙏🏻🙏🏻
Lil4ik
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Lil4ik »

Ah und die Allergie vom Promethazin hatte sich wie ein Ausschlag im Gesicht und auf den Armen gezeigt …..
Es sah alles aus wie verbrannt….
Zaubernuss
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo lili
Interessant wie die medikamente jedes mal unterschiedlich wirken und bei jedem andere nebenwirkungen hervorrufen.
Ich drücke dir die daumen dass du die medikation problemlos wie beim 1. mal schrittweise absetzen kannst. ❤️
Zaubernuss
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Zaubernuss »

Ich hoffe dass es ganz bald bei mir auch wieder gut wird.. es ist unerträglich ich verliere von tag zu tag die hoffnung. Jedesmal bin ich enttäuscht und es schmerzt sehr. Ich verfluche diese krankheit. Ich habe alles was ich in meinem leben brauche ich kann mich so glücklich schätzen aber mein gehirn ist auf Alarmbereitschaft und Depression eingestellt. Ich fühle mich gefangen/ ich will einfach nur schreien
Zaubernuss
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Zaubernuss »

Was mache ich wenn es nie wieder besser wird? Oder wenn es zu lange dauert und mir die kraft ausgeht? Oder wenn ich es schaffe und es dann wieder beginnt? Wenn das sertralin nicht wirkt… ich könnte durchdrehen
alibo79
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von alibo79 »

Liebe zaubernuss
Diese ganzen Gedanken gerade bei dir kommen von der Depression. Sie entsprechen nicht der Wahrheit. Die Depression möchte dir lauter Lügen einreden. Versuch bitte das Grübeln irgendwie zu stoppen, bzw. Dich irgendwie abzulenken. Denn genau diese Gedanken sind ein dunkler Strudel. Der dich immer weiter in die Tiefe zieht.
Fakt ist, dass du wieder gesund wirst. Das kann natürlich eine Zeit brauchen. Und jeder benötigt mehr oder weniger Hilfe, aber man wird wieder gesund.
Du kannst es nur gerade alles nicht nachvollziehen, weil du in diesem depressiven tief bist. Und jeder hier kennt diese Gedanken. Was ist, wenn ich der einzige bin, der nicht wieder gesund wird. Was ist, wenn die Medikamente nicht richtig helfen? Ich habe bei jedem tief auch an meiner Medikation gezweifelt und gedacht. Ich muss jetzt was ändern. Ich brauche andere Medikamente. Aber auch hier war der Fakt, dass wir an den Medikamenten nichts geändert haben und ich trotzdem langsam gesund wurde.
Bei meiner zweiten Episode war es auch so, dass ich gemerkt habe,es bahnt sich etwas an, was nicht gut ist und das wieder Symptome verstärkt aufgetreten sind. Ich habe dann sehr schnell meinen Psychiater kontaktiert und er meinte, dass wir erstmal langsam anfangen mit meinem Medikament. Nur war es zu dem Zeitpunkt so, dass ich schon viel tiefer drin gesteckt habe als erst gedacht und auch die Symptome waren anfangs nicht so stark. Nur hatte zu dem Zeitpunkt die Depression so richtig Anlauf genommen und es kam wie bei dir erstmal zu einer weiteren Verschlimmerung der Symptome und das war nicht unbedingt, weil die Medikamente nicht gewirkt haben, sondern weil ich schon viel tiefer in der Krankheit drin steckte als erst gedacht. Und natürlich auch, weil ich wusste was mir bevorsteht, also das ganze kämpfen und immer wieder aufstehen und hinfallen. Das war damals für mich einer der schlimmsten Punkte und hat extrem auf meine Stimmung gedrückt.
Es kann natürlich sein, dass man wieder eine Episode bekommt, aber soweit würde ich an deiner Stelle gar nicht denken, sondern wirklich erstmal von Tag zu Tag oder Woche zu Woche. Und es ist auch so, dass man ja nach so einer Episode auch weiter betreut wird und viel selber machen kann als rückfallprophylaxe.
Zusätzlich schreibst du, dass es dir abends immer besser geht. Ich persönlich sehe das schon als gutes Zeichen an, denn es zeigt dir das deine gehirnchemie und deine Gehirn Arbeit. Ja, doch funktioniert nur noch nicht wirklich wieder gut.
Ich habe heute einen post gelesen von einem Mann, der die Depression wie ein Krieg beschreibt. Er sagte, jeder guter Moment. Jeder guter Tag ist ein kleiner Sieg und ein zurückgewinnen des eigenen gebietes bzw. Territoriums und man darf stolz sein und das sehen und würdigen, denn auch diese kleinen Dinge zeigen an, dass man stärker ist, als sie Depression und sich was zurück erkämpft hat.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Zaubernuss
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Zaubernuss »

Danke alibo für deine Nachricht ❤️ich versuche auch meinen gedanken nicht zu glauben aber die werden immer stärker bis sie sich wahr anfühlen und ich denen ausgeliefert bin. Der größte schmerz gerade ist, dass nach einen Monat relativer Stabilität so ein starker einbruch eingetreten ist, dass ich wieder am anfang stehe .es fühlt sich genau so schlimm an wie in früheren depressiven episoden. Jedoch hatte ich da klare auslöser. Diesmal kam es aus dem nichts und obwohl ich das duloxetin so lange nehme und dachte ich sei nun eingestellt hat mich dieser Einbruch zutiefst erschüttert. Im september hat mich die Panikattacke durch platzangst in eine depression geführt. Und nun kam es aus dem nichts. Es ist kein tief sondern etwas neues trotz medikation. Es fühlt sich alles so schlimm an weil ich die welt nicht mehr verstehe. Ich habe keinen schutz davor. Ich dachte ich würde bei lebensveränderungen oder bei leistungsdruck in eine Depression abrutschen. Vor allem dachte ich , ich sei überm berg. Aber alles hat sich als falsch bewahrheitet. Ich fühle mich so, als ob ich die kontrolle über mein leben auf eine andere art und weise verloren hätte. Ich bin dem ganzen leid ausgeliefert. Selbst wenn das sertralin anschlagen würde, was wenn es wieder wie jetzt zu nem einbruch kommt? Diese Angst sitzt jetzt schon so tief in mir. Ich möchte eine logik sehen aber es kommt mir alles wie willkür vor. Ich habe große angst vor morgen übermorgen und danach… bis es endlich aufhört. Selbst dann denke ich es hört nicht auf, ich müsste in angst leben, weil es mich wie aus dem heiteren Himmel treffen könnte.. ich bin es leid..
Zaubernuss
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Zaubernuss »

Ich wünsche mir sehnlichst, dass das sertralin was ich bald beginne, anschlägt und mich kontinuierlich hier rausholt. Und mir eine gewissen Schutz bietet. Ich wäre die glücklichste. Diese ungewissheit macht mich in solchen phasen besonders verrückt, da ich alles pessimistisch sehe und fest davon überzeugt bin, weil mich das leben jedes mal eines besseren belehrt im negativen sinn. Dadurch haben sich meine negativen überzeugungen so verfestigt…
Danke an alle, die das hier lesen und darauf reagieren. Ich wollte mir alles aus der seele schreiben. Sonst schreibe ich immer chatgpt aber das hilft mir auch nicht mehr.
Margarita_1989!
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Margarita_1989! »

Hey Zaubernuss, ich drücke dich ganz ganz arg und lese immer wieder bei dir mit. Das Sertalin wird bestimmt bald wirken! Leider braucht man sau viel Geduld! Ich weiß, ich konnte es auch nicht mehr lesen und nicht mehr hören. Es wird sicher bald wieder besser werden! Kein Zustand bleibt für immer. Ich drück dich ganz arg, hier ist übrigens Magen Darm ausgebrochen und ich hab jetzt richtig Schiss, dass es mich auch erwischt...
Margarita_1989!
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Re: Wann hört das endlich auf…

Beitrag von Margarita_1989! »

Achso Zaubernuss. Mach dir keine Gedanken um ein ungelegtes Ei!
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