Weiß nicht mehr weiter…
Moderator: Moderatoren
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hallo Nordstern,
ich wollte dir auch einmal schreiben, da einiges an deiner Gesichte meiner ähnelt. Ich war auch ohne meine Tochter in der Psychatrie für ganze sechs Wohen und hatte danach extreme Schuldgefühle. Auch ich erlebte den Klinikaufenthalt als traumatisch und hatte danach viele ähnliche Gedanken und Gefühle meiner Tochter gegenüber, wie du sie jetzt erlebst.
Mir geht es jetzt, 16 Monate nach dem Ausbruch der Krankheit sehr viel besser. Ich profitiere sehr von der psychologischen Behandlung in der ich mich gerade befinde. Aber, ich bin mir ganz sicher, dass es ohne eine gute medikamentöse Eintellung nicht geklappt hätte. Medikamente und Therapie gehen Hand in Hand. Ich habe erlebt, dass es mir durch die Medikamente überhaupt erst möglich war, in neuen Gedankenbahnen etc. zu denken. Auch ich musste 2-3 Medikamente durchtesten, bevor ich eine geeignete Kombi für mich gefunden habe - aber es war es total wert! Darum möchte auch ich dir einfach ans Herz legen, dass ganze noch einmal mit deinem Psychiater zu besprechen. Viele nehmen ein SSRI auch in Kombi mit einem beruhigenden AD wie Mirtazapin, das fängt dann die Erstverschlimmerung vom SSRI. Auch ich mache das so, und fahre mit dieser Kombi sehr gut!
Alles Gute dir!
ich wollte dir auch einmal schreiben, da einiges an deiner Gesichte meiner ähnelt. Ich war auch ohne meine Tochter in der Psychatrie für ganze sechs Wohen und hatte danach extreme Schuldgefühle. Auch ich erlebte den Klinikaufenthalt als traumatisch und hatte danach viele ähnliche Gedanken und Gefühle meiner Tochter gegenüber, wie du sie jetzt erlebst.
Mir geht es jetzt, 16 Monate nach dem Ausbruch der Krankheit sehr viel besser. Ich profitiere sehr von der psychologischen Behandlung in der ich mich gerade befinde. Aber, ich bin mir ganz sicher, dass es ohne eine gute medikamentöse Eintellung nicht geklappt hätte. Medikamente und Therapie gehen Hand in Hand. Ich habe erlebt, dass es mir durch die Medikamente überhaupt erst möglich war, in neuen Gedankenbahnen etc. zu denken. Auch ich musste 2-3 Medikamente durchtesten, bevor ich eine geeignete Kombi für mich gefunden habe - aber es war es total wert! Darum möchte auch ich dir einfach ans Herz legen, dass ganze noch einmal mit deinem Psychiater zu besprechen. Viele nehmen ein SSRI auch in Kombi mit einem beruhigenden AD wie Mirtazapin, das fängt dann die Erstverschlimmerung vom SSRI. Auch ich mache das so, und fahre mit dieser Kombi sehr gut!
Alles Gute dir!
10/2024: PPD/PTBS
10 mg Escitalopram + 15 mg Mirtazapin
10 mg Escitalopram + 15 mg Mirtazapin
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nordstern_27
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Re: Weiß nicht mehr weiter…
Vielen Dank für eure Antworten und dass ihr euch die Zeit nehmt. Ich glaube einfach so einen „Spezialfall“ wie mich gab es noch nie.
Also aktuell nehme ich keine Medikamente mehr und der Schlaf ist etwas besser geworden. Freitag habe ich wieder einen Termin beim Psychiater.
Kommt man denn mit Mirtazapin nachts überhaupt hoch um sein Kind zu versorgen? Ich habe ja monatelang seit dem Klinikaufenthalt die Nächte nicht gemacht und schaffe es jetzt seit Mitte Januar gerade mal so mich aufzuraffen. Ich bin aber froh dass mein Mann auch noch da ist, weil ganz alleine traue ich mir das noch nicht zu.
Außerdem schaue ich meinen Sohn an und kann nicht glauben, dass er schon so groß ist, weil ich vom Gefühl her einfach noch im Wochenbett stecken geblieben bin.
Das Schlimmste ist gerade einfach, dass ich das Gefühl habe von einem ins nächste gekommen zu sein und das es garnicht hätte soweit kommen müssen. Das ich durch den Psychiatrie Aufenthalt in diesen Zustand gekommen bin, weil ich mich da aufgegeben habe und seitdem erst diese Distanz zu mir selbst und meinem Sohn habe. Rein rational weiß ich heute dass dieser Aufenthalt nicht nötig gewesen wäre. Ich hätte mich meiner Angst stellen müssen und mit zum Kinderarzt Termin gehen müssen, denn der hat ja auch nochmal viel sinnvollere Anlaufstellen nennen können. Und so lebe ich wieder nur in der Vergangenheit
Zudem habe ich das Gefühl, dass ich schon alles kaputt gemacht habe und nur noch auf den großen Knall warte und dann alles verliere. Und mein Sohn tut mir einfach so Leid weil er hat das alles und mich so nicht verdient und ich wäre einfach gerne wieder „normal“ mit ihm. Einfach so wie es am Anfang war.
Vielleicht macht es auch Sinn nochmal eine Familienhebamme zu kontaktieren, die mir im Alltag hilft und mich bestärkt? Ich kenne aus meinem Geburtsvorbereitungskurs und von einem Vertretungsbesuch im Wochenbett eine ganz tolle Hebamme, aber auch da spielt die Scham mit, dass sie jetzt sieht was für eine leere Hülle aus mir geworden ist…
Vielleicht kann mir ja die Therapie helfen um anders auf das Geschehene zu blicken. Aber die Zeit zurückdrehen und meine Fehler ungeschehen machen kann mit niemand und wenn ich Pech habe und meine Ehe und mein Leben dadurch kaputt geht kann ich mir das mein Leben lang vorwerfen…
Also aktuell nehme ich keine Medikamente mehr und der Schlaf ist etwas besser geworden. Freitag habe ich wieder einen Termin beim Psychiater.
Kommt man denn mit Mirtazapin nachts überhaupt hoch um sein Kind zu versorgen? Ich habe ja monatelang seit dem Klinikaufenthalt die Nächte nicht gemacht und schaffe es jetzt seit Mitte Januar gerade mal so mich aufzuraffen. Ich bin aber froh dass mein Mann auch noch da ist, weil ganz alleine traue ich mir das noch nicht zu.
Außerdem schaue ich meinen Sohn an und kann nicht glauben, dass er schon so groß ist, weil ich vom Gefühl her einfach noch im Wochenbett stecken geblieben bin.
Das Schlimmste ist gerade einfach, dass ich das Gefühl habe von einem ins nächste gekommen zu sein und das es garnicht hätte soweit kommen müssen. Das ich durch den Psychiatrie Aufenthalt in diesen Zustand gekommen bin, weil ich mich da aufgegeben habe und seitdem erst diese Distanz zu mir selbst und meinem Sohn habe. Rein rational weiß ich heute dass dieser Aufenthalt nicht nötig gewesen wäre. Ich hätte mich meiner Angst stellen müssen und mit zum Kinderarzt Termin gehen müssen, denn der hat ja auch nochmal viel sinnvollere Anlaufstellen nennen können. Und so lebe ich wieder nur in der Vergangenheit
Zudem habe ich das Gefühl, dass ich schon alles kaputt gemacht habe und nur noch auf den großen Knall warte und dann alles verliere. Und mein Sohn tut mir einfach so Leid weil er hat das alles und mich so nicht verdient und ich wäre einfach gerne wieder „normal“ mit ihm. Einfach so wie es am Anfang war.
Vielleicht macht es auch Sinn nochmal eine Familienhebamme zu kontaktieren, die mir im Alltag hilft und mich bestärkt? Ich kenne aus meinem Geburtsvorbereitungskurs und von einem Vertretungsbesuch im Wochenbett eine ganz tolle Hebamme, aber auch da spielt die Scham mit, dass sie jetzt sieht was für eine leere Hülle aus mir geworden ist…
Vielleicht kann mir ja die Therapie helfen um anders auf das Geschehene zu blicken. Aber die Zeit zurückdrehen und meine Fehler ungeschehen machen kann mit niemand und wenn ich Pech habe und meine Ehe und mein Leben dadurch kaputt geht kann ich mir das mein Leben lang vorwerfen…
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Die Idee mit der Familien Hebamme finde ich sehr gut. Das wäre schon mal ein Anfang, um dich in deiner Situation zu bestärken. Zur Mirtazapin kann ich dir sagen, dass ich schon viele Jahre 45 mg nehme. Das ist die offizielle höchste Dosis und ich höre nachts alles. Ich habe meine Kinder immer gehört und auch jeden anderen Pups. Da musst du dir überhaupt keine Sorgen machen. Die ersten Tage kann es schon zu einem überhang kommen, aber du sagst ja selbst, dass dein Mann in der Nähe ist und deswegen habe ich da überhaupt keine Bedenken. Wenn du Freitag einen Termin hast, würde ich das Thema Medikamente auf jeden Fall noch einmal ansprechen, ob man nicht doch eine kleine Unterstützung geben kann. Denn von meinem Gefühl her bist du in einem negativen gedankenkreislauf gefangen, der wie eine Spirale, dich immer tiefer in einen Sog Reinzieht und du dich einfach im Kreis drehst. Die Medikamente können dir dabei helfen, diese Spirale mit der Zeit zu durchbrechen und auch wieder andere Gedanken zuzulassen.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hey Nordstern,
Ich Stimme Alibos Einschätzung zu. Auch wenn jede Situation speziell ist, deine auch so auf ihre Weise besonders, gibt es ein Muster oder eine Dynamik, die viele hier so erlebt haben. Deine Hebamme als Hilfe ist sicherlich eine gute Idee und auch das sprechen über Medikamente. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dir das nicht sofort empfohlen wird nachdem was du hier schreibst. Im Interesse dein Leiden zu mindern und deine Heilung zu unterstützen. Wenn du ein bisschen von dem Druck es alleine zu schaffen oder mit dem vermeintlich alleinigen Versagen nach außen zu geben wird dir das bestimmt Entlastung bringen, um dann auch die emotionale Reise diese Erfahrung zu verarbeiten anzugehen.
Ich Stimme Alibos Einschätzung zu. Auch wenn jede Situation speziell ist, deine auch so auf ihre Weise besonders, gibt es ein Muster oder eine Dynamik, die viele hier so erlebt haben. Deine Hebamme als Hilfe ist sicherlich eine gute Idee und auch das sprechen über Medikamente. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dir das nicht sofort empfohlen wird nachdem was du hier schreibst. Im Interesse dein Leiden zu mindern und deine Heilung zu unterstützen. Wenn du ein bisschen von dem Druck es alleine zu schaffen oder mit dem vermeintlich alleinigen Versagen nach außen zu geben wird dir das bestimmt Entlastung bringen, um dann auch die emotionale Reise diese Erfahrung zu verarbeiten anzugehen.
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nordstern_27
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Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hallo ihr Lieben,
ich lasse mir das mit den Medikamenten mal durch den Kopf gehen und bespreche das am Freitag mit meinem Psychiater. Vielleicht gibt es ja auch etwas, was weniger antriebssteigernd ist und mehr Ruhe und Abstand zu den Gedanken bringt? Und mir irgendwie hilft mehr in die Zukunft zu schauen und nicht mehr in der Vergangenheit zu hängen. Wichtig ist für mich auf jeden Fall, dass ich schlafen kann
Die Familienhebamme habe ich auch kontaktiert und einen Termin gemacht.
Ich fühle mich immer noch sehr überfordert mit der Zukunft und glaube alles ist verloren.. bzw. habe Angst mein Kind und meinen Mann und alles was wir uns aufgebaut haben zu verlieren. Und ich würde einfach gerne wieder diese tiefe Verbindung fühlen, die ich in den ersten Wochen gefühlt habe ohne dass diese Schuldgefühle alles überlagern. Für mich ist halt dieser Psychiatrie Aufenthalt der Wendepunkt, der alles nur noch schlimmer gemacht hat, da ich mich dort aufgegeben habe und die Verantwortung abgegeben habe
ich lasse mir das mit den Medikamenten mal durch den Kopf gehen und bespreche das am Freitag mit meinem Psychiater. Vielleicht gibt es ja auch etwas, was weniger antriebssteigernd ist und mehr Ruhe und Abstand zu den Gedanken bringt? Und mir irgendwie hilft mehr in die Zukunft zu schauen und nicht mehr in der Vergangenheit zu hängen. Wichtig ist für mich auf jeden Fall, dass ich schlafen kann
Die Familienhebamme habe ich auch kontaktiert und einen Termin gemacht.
Ich fühle mich immer noch sehr überfordert mit der Zukunft und glaube alles ist verloren.. bzw. habe Angst mein Kind und meinen Mann und alles was wir uns aufgebaut haben zu verlieren. Und ich würde einfach gerne wieder diese tiefe Verbindung fühlen, die ich in den ersten Wochen gefühlt habe ohne dass diese Schuldgefühle alles überlagern. Für mich ist halt dieser Psychiatrie Aufenthalt der Wendepunkt, der alles nur noch schlimmer gemacht hat, da ich mich dort aufgegeben habe und die Verantwortung abgegeben habe
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Ich möchte mich ebenfalls meinen Vorschreiberinnen anschließen. Und: dieses Gefühl ein Sonderfall zu sein, dem nicht geholfen werden kann hatte ich ganz stark, viele hier kennen das. Diese Einschätzung ist typisch für eine psychische Erkrankung, aber sie stimmt nicht. Es ist eine durch die Erkrankung erzeugte Fehleinschätzung. Ganz nüchtern gesagt: im Gehirn funktionieren die Biochemischen Prozesse nicht richtig im Moment und man hat total verzerrte Wahrnehmungen. Ich sehe das mit der Klinik so: du musstest die Verantwortung abgeben, denn schließlich hattest du Suizid Gedanken, da wäre nichts anderes möglich gewesen. Der Verlauf in der Klinik kannst du dann sicher in der Therapie anschauen. Du hast keine Fehler gemacht, du bist krank geworden, du hättest das nicht anders beeinflussen können. Du denkst das zwar, aber diese Gedanken sind eben diese Fehleinschätzung und verzerrten Wahrnehmungen die typisch für diese Erkrankung sind. Du hast dich nicht aufgegeben in der Klinik, die Erkrankung kann einen so lähmen, dass man völlig Handlungsunfähig wird. Ich weiß was das heißt, ich hatte das auch. Das kannst du nicht willentlich beeinflussen.
Wärmstens möchte ich dir ein Gespräch über Medikamente ans Herz legen. Denn genau das was du dir wünscht - Abstand von diesen Gedanken, Ruhe und Schlaf ermöglichen sie dir. Sie sind in der Lage die Biochemischen Prozesse im Gehirn wieder zu regulieren.
Ich denke morgen an dich beim Psychiater Gespräch!
Wärmstens möchte ich dir ein Gespräch über Medikamente ans Herz legen. Denn genau das was du dir wünscht - Abstand von diesen Gedanken, Ruhe und Schlaf ermöglichen sie dir. Sie sind in der Lage die Biochemischen Prozesse im Gehirn wieder zu regulieren.
Ich denke morgen an dich beim Psychiater Gespräch!
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Ich wünsche dir für dieses Gespräch auch alles Gute! Trau dich wirklich offen alles anzusprechen, damit der Psychiater dir einen auf dich passenden Vorschlag machen kann- ADs müssen nicht antriebssteigernd sein. Ich hatte Sertralin, da ging es vor allem um die angstlösung (depressiv war ich auch nie in diesem Sinne). Diese Gedanken: alles ist zu Ende und kann nie wieder gut werden sind wirklich klassischte Anzeichen, die du aus deinem Kopf heraus nicht lösen kannst. Und Medikamente unterschiedlichster Form für eine Unterbrechung der daueranspannung gibt es auch. Wisse: ein AD braucht seine Zeit. So kurz wie du das escitalopram genommen hast kann das eigentlich kaum gewirkt haben. Für die kurzfristige Entlastung oder Überbrückung gibt es anderes. Niemand wird dich dazu zwingen (außer bei suizidgedanken und Einlieferung), aber diese fremden hier aus dem Internet sind hier um dir zu sagen, dass sie kennen, womit du denkst alleine zu sein und haben dazu ein kollektives frauenwissen und vielleicht ermutigt es dich in selbsfürsorge in diesem Gespräch um Hilfe zu bitten und etwas für dich zusammen stellen zu lassen, dass dir nicht einfach wiederfährt, sondern wo du zustimmen kannst. Sag ihm auch was in der Klinik schlimm für dich war und warum es so nicht geht. Aber trau dich, wirklich zu sagen wie es dir geht und auch zu hören was er vorschlägt! Und schreib uns wie es dir geht!
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hallo Nordstern,
Auch ich möchte dir Mut machen, da ich mich in ganz vielen deiner Worte stark wiederfinde.
Diese Angst dass man niemehr "normal" wird, seine Familie verliert, die verlorene Zeit nicht nachholen kann usw...das sind vollkommen nachvollziehbare Gedanken. Man liest aber wie reflektiert, intelligent und sensibel du bist...trotz deinem Zustand. Da hab ich nicht den geringsten Zweifel, dass du wieder gesund wirst. Du bist tätig, du leitest ja alles in die Wege und machst das für dich und deine Familie...weisst du eigentlich wie stark du bist?♡
Gib nicht auf...du wirst wieder gesund. Du wirst nicht mehr wie vorher, sondern selbstsicherer, schützt deine Grenzen, stehst für dich ein und achtest noch mehr auf dich. Alles wird gut, versprochen
Auch ich möchte dir Mut machen, da ich mich in ganz vielen deiner Worte stark wiederfinde.
Diese Angst dass man niemehr "normal" wird, seine Familie verliert, die verlorene Zeit nicht nachholen kann usw...das sind vollkommen nachvollziehbare Gedanken. Man liest aber wie reflektiert, intelligent und sensibel du bist...trotz deinem Zustand. Da hab ich nicht den geringsten Zweifel, dass du wieder gesund wirst. Du bist tätig, du leitest ja alles in die Wege und machst das für dich und deine Familie...weisst du eigentlich wie stark du bist?♡
Gib nicht auf...du wirst wieder gesund. Du wirst nicht mehr wie vorher, sondern selbstsicherer, schützt deine Grenzen, stehst für dich ein und achtest noch mehr auf dich. Alles wird gut, versprochen
Sehr traumatische Geburt meines 1. Sohnes Nov. 2021
Januar 2022 PPD/PTBS
Anfangs Mirtazapin, inzwischen abgesetzt
Vortioxetin abgesetzt
Duloxetin 60mg> runter auf 30
Carbolithium 150mg abgesetzt
Januar 26 kam mein 2.Kind, bisher immernoch stabil und gesund♡
Januar 2022 PPD/PTBS
Anfangs Mirtazapin, inzwischen abgesetzt
Vortioxetin abgesetzt
Duloxetin 60mg> runter auf 30
Carbolithium 150mg abgesetzt
Januar 26 kam mein 2.Kind, bisher immernoch stabil und gesund♡
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hallo Nordstern!
Ich habe gerade an dich gedacht, wie ist es dir in der Zwischenzeit denn ergangen? Magst du erzählen?
Ich habe gerade an dich gedacht, wie ist es dir in der Zwischenzeit denn ergangen? Magst du erzählen?
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
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nordstern_27
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Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hallo,
tatsächlich geht es mir unverändert. Ich quäle mich so durch den Tag und hänge die ganze Zeit in der Vergangenheit fest und hoffe, ich könnte einfach die Zeit zurückdrehen zu dem Punkt im frühen Wochenbett wo noch alles so schön war und ich einfach andere Entscheidungen treffen könnte. Mich gegen meine Hebamme und das überstürzte Zufüttern durchsetzten, weil das ist es doch was man als Mama macht oder? Für sein Kind stark sein? Nicht einfach von heute auf morgen Abstillen und dann noch mit Medikamenten, weil meine Intuition hat mir ja gesagt das alles gut ist. Und damit fing ja alles an.. dieser krasse Hormonumschwung, die extreme irrationale Überforderung mit der Flaschenfütterung, Verantwortung an meinen Mann abgeben und das Gefühl ich hätte die Verbindung zu meinem Kleinen verloren, ich will keine Mutter mehr sein und auf einmal Zwangsgedanken, die ich überhaupt nicht einordnen konnte. Dann wieder meine Hebamme, die mir eher das Gefühl gegeben hat „wie krank bist du eigentlich“ anstatt mir einmal zu sagen dass es nicht meine richtigen Gedanken sind und nicht das was ich möchte. Aktuell beschimpfe ich mich sehr viel selbst oder schimpfe auf meine Hebamme, weil ich denke mit einer anderen, emphatischeren wäre es garnicht so weit gekommen. So wollte ich eigentlich nie sein… Ich meine ich habe ja die ganzen Entscheidungen getroffen, bis es so weit kam.
Wenn ich in Woche 5 richtig gehandelt hätte und nur einmal nachgedacht hätte dass das nicht meine richtigen Gedanken sind, dann wäre das alles schon vorbei, weil ich mich bewusst und eigenständig für die richtigen Therapien und Maßnahmen hätte entscheiden können und nicht einfach mit dem Notruf in die Klinik geflüchtet wäre. Und in der Klinik hab ich ja auch einfach weiter gemacht. Habe den größten Müll bei der Aufnahme erzählt obwohl ich durch den Abstand erst mal viel klarer im Kopf war. Habe dann total geweint weil ich getrennt war vor meinem Kleinen und meiner Familie.
Ich habe ja auch viel hier im Forum gelesen und die meisten haben ja in dem Moment gemerkt, dass die ZG nicht die echten Gedanken waren oder? Ich habe mich ja auch nur auf den Notruf eingelassen, weil ich dachte dort wird mir dann das Sorgerecht entzogen. Weil ich Angst vor der U3 am nächsten Tag hatte.
Ich erkenne mich selbst nicht wieder und vermisse mich einfach selbst. Gucke mir ständig Fotos an von der SSW und von den ersten paar Wochen nach der Geburt und frage mich was eigentlich passiert ist und wer diese Person war. Ich habe mir in den letzten Jahren so eine Stärke und ein Selbstbewusstsein erarbeitet und alles einfach so zertreten. Ich möchte auch nicht das mein Kleiner mich so kennenlernt. ZG habe ich mittlerweile nicht mehr, weil ich denke ich einfach nur leer bin. Stattdessen denke ich die ganze Zeit dass ich ich die Zeit zurückdrehen möchte oder sonst nicht mehr leben möchte.
Gleichzeitig tut es weh, weil ich weiß, dass ich meinen Kleinen sehr liebe und ihn als Familie aufwachsen sehen möchte. Zwischen mir und meinem Mann ist es natürlich auch anders und er sagt ich muss jetzt selbst aktiv werden. Ich habe aber einfach Angst alles zu verlieren, ich denke das ist die größte Angst. Dass ich dann einfach nichts mehr habe, in irgendeinen Asi Block ziehen muss und meinen Kleinen nicht aufwachsen sehe.
Zudem habe ich durch das Geschehene auch gar nicht richtig in meine Mama Rolle hinein finden können. Ich spüre einfach nicht mehr diese Intuition die ich am Anfang hatte weil ich seit Woche 5 einfach nur das mache was andere mir sagen.
Damals beim Psychiater Gespräch haben wir erst mal keine erneute medikamentöse Einstellung besprochen.
Bei der neuen Therapeutin hatte ich auch schon einige Termine und ich denke sie hat verstanden was passiert ist und hilft mir das Geschehene anders einzuordnen. Bei der Säuglingssprechstunde habe ich jetzt auch wieder Termine gehabt aber so richtig weitergeholfen hat es mir noch nicht. Bzw mache ich ja irgendwie wieder das was andere mir sagen.
tatsächlich geht es mir unverändert. Ich quäle mich so durch den Tag und hänge die ganze Zeit in der Vergangenheit fest und hoffe, ich könnte einfach die Zeit zurückdrehen zu dem Punkt im frühen Wochenbett wo noch alles so schön war und ich einfach andere Entscheidungen treffen könnte. Mich gegen meine Hebamme und das überstürzte Zufüttern durchsetzten, weil das ist es doch was man als Mama macht oder? Für sein Kind stark sein? Nicht einfach von heute auf morgen Abstillen und dann noch mit Medikamenten, weil meine Intuition hat mir ja gesagt das alles gut ist. Und damit fing ja alles an.. dieser krasse Hormonumschwung, die extreme irrationale Überforderung mit der Flaschenfütterung, Verantwortung an meinen Mann abgeben und das Gefühl ich hätte die Verbindung zu meinem Kleinen verloren, ich will keine Mutter mehr sein und auf einmal Zwangsgedanken, die ich überhaupt nicht einordnen konnte. Dann wieder meine Hebamme, die mir eher das Gefühl gegeben hat „wie krank bist du eigentlich“ anstatt mir einmal zu sagen dass es nicht meine richtigen Gedanken sind und nicht das was ich möchte. Aktuell beschimpfe ich mich sehr viel selbst oder schimpfe auf meine Hebamme, weil ich denke mit einer anderen, emphatischeren wäre es garnicht so weit gekommen. So wollte ich eigentlich nie sein… Ich meine ich habe ja die ganzen Entscheidungen getroffen, bis es so weit kam.
Wenn ich in Woche 5 richtig gehandelt hätte und nur einmal nachgedacht hätte dass das nicht meine richtigen Gedanken sind, dann wäre das alles schon vorbei, weil ich mich bewusst und eigenständig für die richtigen Therapien und Maßnahmen hätte entscheiden können und nicht einfach mit dem Notruf in die Klinik geflüchtet wäre. Und in der Klinik hab ich ja auch einfach weiter gemacht. Habe den größten Müll bei der Aufnahme erzählt obwohl ich durch den Abstand erst mal viel klarer im Kopf war. Habe dann total geweint weil ich getrennt war vor meinem Kleinen und meiner Familie.
Ich habe ja auch viel hier im Forum gelesen und die meisten haben ja in dem Moment gemerkt, dass die ZG nicht die echten Gedanken waren oder? Ich habe mich ja auch nur auf den Notruf eingelassen, weil ich dachte dort wird mir dann das Sorgerecht entzogen. Weil ich Angst vor der U3 am nächsten Tag hatte.
Ich erkenne mich selbst nicht wieder und vermisse mich einfach selbst. Gucke mir ständig Fotos an von der SSW und von den ersten paar Wochen nach der Geburt und frage mich was eigentlich passiert ist und wer diese Person war. Ich habe mir in den letzten Jahren so eine Stärke und ein Selbstbewusstsein erarbeitet und alles einfach so zertreten. Ich möchte auch nicht das mein Kleiner mich so kennenlernt. ZG habe ich mittlerweile nicht mehr, weil ich denke ich einfach nur leer bin. Stattdessen denke ich die ganze Zeit dass ich ich die Zeit zurückdrehen möchte oder sonst nicht mehr leben möchte.
Gleichzeitig tut es weh, weil ich weiß, dass ich meinen Kleinen sehr liebe und ihn als Familie aufwachsen sehen möchte. Zwischen mir und meinem Mann ist es natürlich auch anders und er sagt ich muss jetzt selbst aktiv werden. Ich habe aber einfach Angst alles zu verlieren, ich denke das ist die größte Angst. Dass ich dann einfach nichts mehr habe, in irgendeinen Asi Block ziehen muss und meinen Kleinen nicht aufwachsen sehe.
Zudem habe ich durch das Geschehene auch gar nicht richtig in meine Mama Rolle hinein finden können. Ich spüre einfach nicht mehr diese Intuition die ich am Anfang hatte weil ich seit Woche 5 einfach nur das mache was andere mir sagen.
Damals beim Psychiater Gespräch haben wir erst mal keine erneute medikamentöse Einstellung besprochen.
Bei der neuen Therapeutin hatte ich auch schon einige Termine und ich denke sie hat verstanden was passiert ist und hilft mir das Geschehene anders einzuordnen. Bei der Säuglingssprechstunde habe ich jetzt auch wieder Termine gehabt aber so richtig weitergeholfen hat es mir noch nicht. Bzw mache ich ja irgendwie wieder das was andere mir sagen.
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Lieber Nordstern,
es tut mir leid, dass es Dir weiterhin unverändert schlecht geht. Ich kann Dir aus Erfahrung sagen, dass dein negatives Gedankenkreisen um das Vergangene ein typischen Depressionssymptom sind. Das hatte ich auch ausgeprägt. Ich konnte diese Gedanken irgendwann nicht mehr steuern und sie beherrschten meinen Kopf ununterbrochen. Mit einem passenden Medikament waren sie irgendwann einfach weg.
Selbst wenn Deine Entscheidungen im Nachhinein falsch waren, bringt es nichts, dass du dich dafür verurteilst. Denn du hast es damals nicht anders gewusst und Vergangenes ist nun mal vergangen und nicht mehr beeinflussbar.
Meine Psychiaterin sagte mir damals, dass es typisch ist, dass die PPD in Woche 5/6 nach Geburt kommt. Bei mir war es auch so und ich habe sie nicht komme sehen, da bei mir auch alles gut lief. Ich konnte stillen, mein Baby war ein Sonnenschein etc. und plötzlich war ich nachts komplett schlaflos über Tage und die Krankheit war mit voller Wucht da. Dass Du in die Notaufnahme gehst, damit man dir das Sorgerecht entzieht, weil du Angst vor einer Arztuntersuchung hast, ist ja kein Gedanke, den ein psychisch gesunder Mensch denkt. Da warst du schon erkrankt. Daran bist du nicht schuld. Du bist einfach krank geworden mit einer Krankheit, die man nicht sieht und die deshalb für viele Nichtbetroffene schwer zu verstehen ist, den Betroffenen aber sehr viel Leid bringt.
Wenn ich es richtig sehe, bist du seit 6 Monaten erkrankt und nimmst derzeit keine Medikamente. Ich lege dir wirklich ans Herz es medikamentös zu versuchen. Ich hatte auch lange Zeit Vorbehalte gegen Medikamente, aber ohne hätte ich es nicht geschafft. Ich habe mich ein Jahr lang gequält. Ich hatte wöchentliche Gesprächstherapie, frühe Hilfen und tägliche Unterstützung mit meinem Baby durch meine Eltern und das hat alles nichts gebracht. Mit einem für mich passenden Medikament ging es mir recht schnell wieder gut.
Du hast noch dein ganzes Leben lang Zeit, deinem Kind eine gute Mutter zu sein. Die vergangenen 6 Monate sind dafür nicht entscheidend. Ich war über Monate hinweg ein Zombie ohne positive Gefühle und Lebenswillen. Heute ist meine Tochter 4 Jahre alt. Ich liebe sie von ganzem Herzen und sie mich auch. Ich bin ihre Nr. 1 Bezugsperson und sie hat sich trotz meiner Krankheit immer super entwickelt und ist ein fröhliches und phantasiereiches Kind.
Alles Gute für Dich.
es tut mir leid, dass es Dir weiterhin unverändert schlecht geht. Ich kann Dir aus Erfahrung sagen, dass dein negatives Gedankenkreisen um das Vergangene ein typischen Depressionssymptom sind. Das hatte ich auch ausgeprägt. Ich konnte diese Gedanken irgendwann nicht mehr steuern und sie beherrschten meinen Kopf ununterbrochen. Mit einem passenden Medikament waren sie irgendwann einfach weg.
Selbst wenn Deine Entscheidungen im Nachhinein falsch waren, bringt es nichts, dass du dich dafür verurteilst. Denn du hast es damals nicht anders gewusst und Vergangenes ist nun mal vergangen und nicht mehr beeinflussbar.
Meine Psychiaterin sagte mir damals, dass es typisch ist, dass die PPD in Woche 5/6 nach Geburt kommt. Bei mir war es auch so und ich habe sie nicht komme sehen, da bei mir auch alles gut lief. Ich konnte stillen, mein Baby war ein Sonnenschein etc. und plötzlich war ich nachts komplett schlaflos über Tage und die Krankheit war mit voller Wucht da. Dass Du in die Notaufnahme gehst, damit man dir das Sorgerecht entzieht, weil du Angst vor einer Arztuntersuchung hast, ist ja kein Gedanke, den ein psychisch gesunder Mensch denkt. Da warst du schon erkrankt. Daran bist du nicht schuld. Du bist einfach krank geworden mit einer Krankheit, die man nicht sieht und die deshalb für viele Nichtbetroffene schwer zu verstehen ist, den Betroffenen aber sehr viel Leid bringt.
Wenn ich es richtig sehe, bist du seit 6 Monaten erkrankt und nimmst derzeit keine Medikamente. Ich lege dir wirklich ans Herz es medikamentös zu versuchen. Ich hatte auch lange Zeit Vorbehalte gegen Medikamente, aber ohne hätte ich es nicht geschafft. Ich habe mich ein Jahr lang gequält. Ich hatte wöchentliche Gesprächstherapie, frühe Hilfen und tägliche Unterstützung mit meinem Baby durch meine Eltern und das hat alles nichts gebracht. Mit einem für mich passenden Medikament ging es mir recht schnell wieder gut.
Du hast noch dein ganzes Leben lang Zeit, deinem Kind eine gute Mutter zu sein. Die vergangenen 6 Monate sind dafür nicht entscheidend. Ich war über Monate hinweg ein Zombie ohne positive Gefühle und Lebenswillen. Heute ist meine Tochter 4 Jahre alt. Ich liebe sie von ganzem Herzen und sie mich auch. Ich bin ihre Nr. 1 Bezugsperson und sie hat sich trotz meiner Krankheit immer super entwickelt und ist ein fröhliches und phantasiereiches Kind.
Alles Gute für Dich.
Viele Grüße von Nat
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nordstern_27
- Beiträge: 10
- Registriert: 08:02:2026 16:37
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hallo Nat,
ja, du hast recht, sich per Notruf in einer psychiatrische Klinik bringen lassen, damit man das Sorgerecht entzogen bekommt, ist bestimmt kein gesunder Gedanke. Nur ist danach alles schlimmer geworden und ich war wie gelähmt.
Ich reflektiere aktuell sehr viel über die damalige Situation und habe bestimmt einen viel rationaleren Blick darauf, als ich es damals hatte. Bzw habe mich sehr viel zu postpartalen psychischen Erkrankungen belesen, wodurch ich ja jetzt erst weiß, dass es ZG waren und bei mir damals eher eine Angststörung im Vordergrund stand.
Gestern war ich bei meiner Therapeutin und sie hat mich auch noch mal ermutigt, es doch noch mal mit Medikamenten zu probieren. Weil ich einfach nicht aus dieser Schleife rauskomme (Entweder Zeit zurückdrehen oder mein Leben macht keinen Sinn mehr; mit eine empathischeren Hebamme wäre das mir so weit gekommen; negatives Zukunftsszenario dass ich in die Platte ziehe, nie wieder arbeiten kann und mein Mann und seine Eltern den Kleinen alleine großziehen).
Habe dann vom Psychiater gestern noch Mirtazapin bekommen, weil ich ja insbesondere nachts diese extreme Unruhe, Herzrasen und Schweißausbrüche habe und dem Stillen sehr hinterher trauere. Habe dann gestern Abend 7,5mg genommen und habe direkt nach einer Stunde gemerkt wie es wirkt und ich diesen Gedanken gar nicht mehr nachgeben kann. Habe direkt auch besser geschlafen und die extreme Unruhe war nicht da. Das Morgentief war nur sehr extrem. Der Psychiater sagte, ich kann auf 15mg raufdosieren nach ein paar Tagen. Hat jemand Erfahrung mit Mirtazapin?Ich fand das Gefühl „wie in Watte gepackt“ zu sein ganz angenehm und überlege ob es auch für tagsüber Sinn macht was zu nehmen. Escitalopram hatte ich ja schon, aber vllt Sertalin? Mal gucken.. probiere es jetzt mit Mirtazapin weiter, weil nachts ist es ja am Schlimmsten. Es ändert natürlich nichts an der Grundsituation - das ich mich immer noch vom Alltag und von der nächtlichen Versorgung überfordert fühle. Das Ernährungsthema überfordert mich auch massiv - aktuell schaffe ich es ja kaum mich selbst zu versorgen. Aber vielleicht hilft das Medikament andere Gedanken zuzulassen und da rauszukommen? Ich hoffe so sehr das alles wieder schön werden kann
ich werde bestimmt nie wieder die Alte aber hoffentlich eine Version von mir selbst die ich akzeptieren kann.
Gleichzeitig habe ich total viel Druck, weil ich weiß, dass ich in 6 Monaten wieder arbeiten gehen muss. Im Juni wollten wir eigentlich auf Elternzeitreise, was aktuell unvorstellbar ist. Naja..
das Unangenehme daran ist, dass ich selbst Sozialpädagogin bin und es eigentlich besser hätte wissen müssen. Bzw kann ich mir gerade überhaupt nicht vorstellen wieder zu arbeiten.
das macht mir halt auch total Druck. Das ich meine Familie verliere und noch nicht mal Unterhalt zahlen könnte, weil ich nicht arbeiten kann..
Dabei habe ich alles - einen Mann der mich sehr unterstützt, ein tolles Haus, einen Job der eigentlich super zu mir gepasst hat
ja, du hast recht, sich per Notruf in einer psychiatrische Klinik bringen lassen, damit man das Sorgerecht entzogen bekommt, ist bestimmt kein gesunder Gedanke. Nur ist danach alles schlimmer geworden und ich war wie gelähmt.
Ich reflektiere aktuell sehr viel über die damalige Situation und habe bestimmt einen viel rationaleren Blick darauf, als ich es damals hatte. Bzw habe mich sehr viel zu postpartalen psychischen Erkrankungen belesen, wodurch ich ja jetzt erst weiß, dass es ZG waren und bei mir damals eher eine Angststörung im Vordergrund stand.
Gestern war ich bei meiner Therapeutin und sie hat mich auch noch mal ermutigt, es doch noch mal mit Medikamenten zu probieren. Weil ich einfach nicht aus dieser Schleife rauskomme (Entweder Zeit zurückdrehen oder mein Leben macht keinen Sinn mehr; mit eine empathischeren Hebamme wäre das mir so weit gekommen; negatives Zukunftsszenario dass ich in die Platte ziehe, nie wieder arbeiten kann und mein Mann und seine Eltern den Kleinen alleine großziehen).
Habe dann vom Psychiater gestern noch Mirtazapin bekommen, weil ich ja insbesondere nachts diese extreme Unruhe, Herzrasen und Schweißausbrüche habe und dem Stillen sehr hinterher trauere. Habe dann gestern Abend 7,5mg genommen und habe direkt nach einer Stunde gemerkt wie es wirkt und ich diesen Gedanken gar nicht mehr nachgeben kann. Habe direkt auch besser geschlafen und die extreme Unruhe war nicht da. Das Morgentief war nur sehr extrem. Der Psychiater sagte, ich kann auf 15mg raufdosieren nach ein paar Tagen. Hat jemand Erfahrung mit Mirtazapin?Ich fand das Gefühl „wie in Watte gepackt“ zu sein ganz angenehm und überlege ob es auch für tagsüber Sinn macht was zu nehmen. Escitalopram hatte ich ja schon, aber vllt Sertalin? Mal gucken.. probiere es jetzt mit Mirtazapin weiter, weil nachts ist es ja am Schlimmsten. Es ändert natürlich nichts an der Grundsituation - das ich mich immer noch vom Alltag und von der nächtlichen Versorgung überfordert fühle. Das Ernährungsthema überfordert mich auch massiv - aktuell schaffe ich es ja kaum mich selbst zu versorgen. Aber vielleicht hilft das Medikament andere Gedanken zuzulassen und da rauszukommen? Ich hoffe so sehr das alles wieder schön werden kann
Gleichzeitig habe ich total viel Druck, weil ich weiß, dass ich in 6 Monaten wieder arbeiten gehen muss. Im Juni wollten wir eigentlich auf Elternzeitreise, was aktuell unvorstellbar ist. Naja..
das Unangenehme daran ist, dass ich selbst Sozialpädagogin bin und es eigentlich besser hätte wissen müssen. Bzw kann ich mir gerade überhaupt nicht vorstellen wieder zu arbeiten.
Dabei habe ich alles - einen Mann der mich sehr unterstützt, ein tolles Haus, einen Job der eigentlich super zu mir gepasst hat
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hallo Nordstern!
Prima dass du Mirtazapin genommen hast und es gut gewirkt hat. Ich hatte es auch in Kombination mit Escitalopram, aber tatsächlich 15 mg. Damit war die Nacht sehr gut. Tagsüber hatte ich Escitalopram, da ich eine starke Zwangssymptomatik hatte und hier das Escitalopram eines der ADs der 1. Wahl ist.
Ich gratuliere dir wirklich zu diesem Schritt. Denn bei schweren Verläufen kommt man einfach nicht aus diesen Grübelspiralen heraus und dreht sich endlos im Kreis. Ich war damals mit den Medikamenten erst in der Lage, mich richtig auf die Therapie einzulassen. Deine Therapeutin hat das sicher erkannt. Und ja: durch ein AD wird der Gehirnstoffwechsel reguliert, aber auch andere sehr komplexe Reparatur Mechanismen im Gehirn angeregt, so dass dieses destruktive Grübeln nachlässt. So können nach und nach gesunde Gedanken wieder übernehmen. Was jetzt noch große Hürden darstellt, wird langsam wieder möglich. Nicht sofort und es braucht Geduld, aber es wird.
Also mein Fazit zu Mirtazapin: es hat mir bei 15 mg sehr geholfen, wieder ruhig zu schlafen. Wegen Escitalopram oder Sertralin redest du am besten noch mit deinem Psychiater.
Ich freue mich sehr mit dir, dass du diese so richtige und nötige Entscheidung getroffen hast. Bleib dran. Es kann trotzdem noch holprig sein am Anfang, das Medikament muss sich erst einstellen.
Prima dass du Mirtazapin genommen hast und es gut gewirkt hat. Ich hatte es auch in Kombination mit Escitalopram, aber tatsächlich 15 mg. Damit war die Nacht sehr gut. Tagsüber hatte ich Escitalopram, da ich eine starke Zwangssymptomatik hatte und hier das Escitalopram eines der ADs der 1. Wahl ist.
Ich gratuliere dir wirklich zu diesem Schritt. Denn bei schweren Verläufen kommt man einfach nicht aus diesen Grübelspiralen heraus und dreht sich endlos im Kreis. Ich war damals mit den Medikamenten erst in der Lage, mich richtig auf die Therapie einzulassen. Deine Therapeutin hat das sicher erkannt. Und ja: durch ein AD wird der Gehirnstoffwechsel reguliert, aber auch andere sehr komplexe Reparatur Mechanismen im Gehirn angeregt, so dass dieses destruktive Grübeln nachlässt. So können nach und nach gesunde Gedanken wieder übernehmen. Was jetzt noch große Hürden darstellt, wird langsam wieder möglich. Nicht sofort und es braucht Geduld, aber es wird.
Also mein Fazit zu Mirtazapin: es hat mir bei 15 mg sehr geholfen, wieder ruhig zu schlafen. Wegen Escitalopram oder Sertralin redest du am besten noch mit deinem Psychiater.
Ich freue mich sehr mit dir, dass du diese so richtige und nötige Entscheidung getroffen hast. Bleib dran. Es kann trotzdem noch holprig sein am Anfang, das Medikament muss sich erst einstellen.
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Hey Nordstern,
Auch ich hab die ersten paar Monate Mirtazapin genommen wegen der schlaflosen Nächte, es hat mir dafür sehr geholfen. Nur für die starken depressiven Gefühle und ZG hat bei mir dann erst die Kombination mit Duloxetin 60 mg wirklich eine starke Verbesserung gebracht. Auch ich möchte dich wie Nat dazu ermutigen, keine Angst vor medikamentöser Hilfe zu haben...ich hätte es ohne nicht gepackt. War vor dem Duloxetin bereits monatelang bei einer kompetenten Psychologin und hab so viel gelernt, aber es war als ob ich gar keine Chance hätte darauf zuzugreifen, weil meine schlimmen Gedanken mich einfach komplett im Griff hatten, so wie es bei dir noch ist.
Medikamente sind nichts schlechtes oder verwerfliches, man muss nur das richtige für sich finden
Auch ich hab die ersten paar Monate Mirtazapin genommen wegen der schlaflosen Nächte, es hat mir dafür sehr geholfen. Nur für die starken depressiven Gefühle und ZG hat bei mir dann erst die Kombination mit Duloxetin 60 mg wirklich eine starke Verbesserung gebracht. Auch ich möchte dich wie Nat dazu ermutigen, keine Angst vor medikamentöser Hilfe zu haben...ich hätte es ohne nicht gepackt. War vor dem Duloxetin bereits monatelang bei einer kompetenten Psychologin und hab so viel gelernt, aber es war als ob ich gar keine Chance hätte darauf zuzugreifen, weil meine schlimmen Gedanken mich einfach komplett im Griff hatten, so wie es bei dir noch ist.
Medikamente sind nichts schlechtes oder verwerfliches, man muss nur das richtige für sich finden
Sehr traumatische Geburt meines 1. Sohnes Nov. 2021
Januar 2022 PPD/PTBS
Anfangs Mirtazapin, inzwischen abgesetzt
Vortioxetin abgesetzt
Duloxetin 60mg> runter auf 30
Carbolithium 150mg abgesetzt
Januar 26 kam mein 2.Kind, bisher immernoch stabil und gesund♡
Januar 2022 PPD/PTBS
Anfangs Mirtazapin, inzwischen abgesetzt
Vortioxetin abgesetzt
Duloxetin 60mg> runter auf 30
Carbolithium 150mg abgesetzt
Januar 26 kam mein 2.Kind, bisher immernoch stabil und gesund♡
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nordstern_27
- Beiträge: 10
- Registriert: 08:02:2026 16:37
Re: Weiß nicht mehr weiter…
Ja das Mirtazapin hat mir letzte Nacht ja schon etwas geholfen. Versuche es jetzt die nächsten Nächte auch 7,5mg und werde dann höher gehen.
Es lastet nur einfach so viel Druck auf mir
ich habe Angst einfach alles zu verlieren und nie wieder ich selbst sein zu können..
Ich glaube wirklich so einen Fall wie mich gab es noch nie
Ich fühle mich wie ein Roboter mit meinem Sohn und fühle mich von allen Alltagsaufgaben überfordert.. Ich kann ihn noch nicht mal richtig anlächeln und hatte im letzen halben Jahr einfach überhaupt keine leichten Momente mit ihm und wir auch nicht als Familie
keine Ahnung wie das Wochenbett einfach so eskalieren konnte.. meint ihr wirklich mir kann es irgendwann wieder gut gehen? Oder gibt es auch Frauen die an sowas schon gescheitert sind

Es lastet nur einfach so viel Druck auf mir
Ich glaube wirklich so einen Fall wie mich gab es noch nie
keine Ahnung wie das Wochenbett einfach so eskalieren konnte.. meint ihr wirklich mir kann es irgendwann wieder gut gehen? Oder gibt es auch Frauen die an sowas schon gescheitert sind