Hallo in die Runde

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sonne_mond_sterne
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Hallo in die Runde

Beitrag von sonne_mond_sterne »

Hi,
bin neu hier und wollte mich kurz vorstellen.
Mein Sohn ist jetzt 9 Wochen alt, unser erstes Kind und ein absolutes Wunschkind .
Was mich hierher führt: ich hoffe auf Gleichgesinnte zu Treffen und auf einen guten Austausch.
Die Wochenbettzeit bei mir war die reinste Katastrophe. Es fing schon im Krankenhaus an, wo ich mich ziemlich allein gelassen gefühlt habe mit Stillproblemen und Probleme wie Wassereinlagerungen etc. Da fing die Heulzeit an. Die hatten zu dem Zeitpunkt Personalmangel und irgendwie haben die körperlichen Symptome bei mir so überhand genommen, dass mir das richtig Panik gemacht hat und es war im Krankenhaus kein Arzt erreichbar, weil zu viel los war. Irgendwie waren zu dem Zeitpunkt sehr viele ENtbindungen und das Krankenhaus war bis aufs letzte Bett voll. Hinzu kam, dass ich mit dem Kleinen überfordert war, weil er immer mehr geschrien hatte, und irgendwie begann dann eine richtige Abwärtsspirale.

Die Schreierei hat er leider bis heute mehr oder weniger beibehalten, was bei mir dazu geführt hat, dass ich mich nicht mehr wirklich raus traue. Er hat auch eine ziemlich laute und kräftige Stimme.
Meinen Partner macht das auch richtig fertig und ich weiß nicht , wie oft das bei ihm im Nervenzusammenbruch geendet ist. Wenn er einen Nervenzusammenbruch hat, gerate ich mit in Panik, weil ich dann nicht weiß wo ich anfangen soll, wenn der kleine schreit und der Partner gleich mit.

Jetzt sitze ich mehr oder weniger nur zu Hause rum, und mir fällt die Decke auf den Kopf. Ich vermisse es unter Leuten zu sein, ich vermisse Austausch, ja ich vermisse irgendwie vieles. Eignetlich mein altes Leben. Ich liebe den Kleinen über alles, keine Frage. Aber nur hier in der Wohnung zu sein und hier eingesperrt zu sein, durch die eigene Angst und Panik.
Mein Mann geht mittlerweile wieder arbeiten seit 4 Wochen ca. , was bei mir noch mehr Einsamkeit hervorgerufen hat.

Hinzu kommt noch eine Sinnkrise bzgl meines Jobs. Ich kann mir mittlerweile nicht mehr vorstellen nach der Elternzeit in meinem alten Job zu arbeiten, weiß aber auch nicht was ich dann alternativ machen kann.
Zwischendurch fiel es mir auch sehr schwer überhaupt noch Freude zu empfinden, weil mir die Schlaflosigkeit schwer zu schaffen macht.

Hab auch den Krankenhausaufenthalt noch immer nicht richtig verarbeitet.

Hab das Gefühl, dass es diese Woche wieder etwas besser war. Vielleicht geht es langsam wieder bergauf. Mal schauen.
Am meisten zu schaffen macht mir glaube ich die Angst rauszugehen, weil ich mich dadurch selbst sehr einschränke, was ein totaler Teufelskreislauf ist. Ich habe Angst rauszugehen, bleibe also zu Hause, das befeuert die Depression, und irgendwie dan nauch wieder die Angst, weil ich mich in Schwarzmalerei dann befinde.

Hatte vor der SS schon eine Angsterkrankung, die ist jetzt leider mehr geworden.
ich bewunder echt jede Mama, die mit ihren KLeinen raus ghet, teilweise sogar verreist.

Aber: ich glaube fest daran, dass es jetzt wieder langsam besser wird. :-)
Ich hoffe hier jedenfalls auf guten Austausch und Gleichgesinnte zu treffen.
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Marika
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Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Marika »

Herzlich Willkommen hier bei uns!

Schön dass du da bist und uns deine Geschichte erzählt hast. Ich kann dich sehr gut verstehen: nicht raus zu können ist wirklich schlimm. Für mich was das damals immer der Rettungsanker und es wäre unbedingt nötig, dass du das auch wieder kannst.

Euer Start war wirklich alles andere als optimal und das tut mir sehr leid. Vorallem weil die dir zustehende Hilfe und Unterstützung schon im KH nicht da war. Dass der Kleine so viel schreit ist eine extreme Herausforderung für euch. Hast du schon mal an Osteopathie gedacht? Viele Babys leiden an Schmerzen als Geburtsfolge, ein Osteopath kann hier helfen. Ich kenne einige, denen das sehr geholfen hat. Oder hast du eine Nachsorgehebamme? Hast du andere Familien Mitglieder, die euch helfen können, damit wenigstens du oder du und dein Mann zu zweit mal raus kommt?

Das nächste wäre dann die Fürsorge für dich: hast du Kontakt zu deinen Ärzten oder Therapeuten wegen deiner Angsterkrankung? Ich würde dir raten, wenn möglich einen Termin auszumachen.

Was deinen Job angeht: das ist jetzt noch nicht aktuell, versuch im Hier und Jetzt zu bleiben und geh einen Schritt nach dem anderen. Jetzt muss es zuerst dir bzw. euch wieder besser gehen! ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Mayte
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Re: Hallo in die Runde

Beitrag von Mayte »

Hallo du!
Ich hab das Bedürfnis dir ein bisschen gute Gedanken zu schicken. Voll gut, dass du dich schon hier angemeldet hast, ich finde das hilft :) was das Schreien angeht (meine Tochter ist jetzt fünf) habe ich neulich nochmal mit einer Freundin mit gleichaltrigen Kind gesprochen, wie krass das mit dem Weinen war, wie tief einem das rein ging, sie sagte immer so halber Milcheinschuss und ich dachte, ja, man nimmt das auch so laut war, das geht so tief rein… zusätzlich zu dem was Marika schreit gibt es auch Schreiambulanzen, wenn es wirklich ein schreikind sein sollte. Die unterstützen verzweifelte entkräftete Eltern. Und ich kann euch nur ermutigen euch zuzugestehen wie anstrengend das ist. Selbstverständlich ist es für dich eine zusätzliche Belastung wenn dein Mann dann auch noch die Nerven verliert. In solchen Situationen ist sicher Hilfe von außen dazu holen für beide (!) Eltern sinnvoll.
Für manche Eltern ist so ein Neugeborenes einfach wie eine Welle die einen mitnimmt, dann gilt es nicht zu viel Widerstand aufzubauen sondern langsam Stück für Stück wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Mit viel Selbstfürsorge, wie im Flugzeug: Eltern helfen zuerst sich selbst, dann den Kindern. Wenn ihr abgeklärt habt, ob gerade keine akuten Schmerzen vorliegen (Ostheopathie) zb), dann schaut danach am besten erstmal nach euch. Also ohne ihn alleine zu lassen, aber es müssen nicht alle immer am Kind sein. Das mit dem rausgehen kommt, auch da ruhig langsam angehen, nicht gleich alles wollen, sich selbst und die eigenen Ängste wahrnehmen und versorgen. Was macht dir Angst? Und: ich hatte auch ne angststörung, ich brauchte Medikamente am Anfang, um den Kreislauf des super Alarmzustands zu unterbrechen. Auch das verstehe ich als selbstfürsorge. Denn mit Baby ist einfach ne ständige belastungssituation, das ist einfach viel…
alibo79
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Re: Hallo in die Runde

Beitrag von alibo79 »

Herzlich Willkommen bei uns im Forum.
Wir sind hier eine sehr starke Gemeinschaft. Es gibt viel Verständnis, Unterstützung und Empathie. Du darfst alles fragen und deine Sorgen und Gedanken und Gefühle mit uns teilen.
Marika und Mayte haben die ja schon geantwortet und auch ich möchte dich gerne bestärken dir Hilfe zu holen, indem du dich zb erstmal deiner Hebamme anvertraust.
Versuch vielleicht in kleinen Schritten dich zu motivieren vor die Tür zu gehen. Es braucht nichts großes zu sein. Einmal um den Block, eure Straße entlang oder mit einer Freundin in den Park oder Wald.
Wenn du Fragen hast schreib gerne hier rein. Du wirst auf jeden Fall antworten bekommen.
Liebe Grüße
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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