Hallo ihr Lieben,
Der Text ist etwas länger, bitte lest ihn:
mein Kind wurde am 27.06.26 nach Einleitung mit Propess geboren. Die Einleitung führte zu heftigen Wehenstürmen, um 15 Uhr war der MM bei 2cm, 17:57 war der Kleine da. Durch die abfallenden Herztöne musste er mit der Saugglocke geholt werden. Wie durch ein Wunder hab ich aber lediglich eine Schürfung davon getragen. Der Kleine ist wohlauf.
Nun zum Problem:
Noch in der Nacht hatte ich das Gefühl innerlich zu verbrennen, ich wusste es handelt sich um seelischen Schmerz. Einen Auslöser für diese Attacke gab es nicht.
In den darauffolgenden Tagen wurde der seelische schmerz immer größer, geschlafen habe ich so gut wie überhaupt nicht, auch wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte.
Ich konnte nach wie vor nicht realisieren, dass ich ein Baby geboren habe. Ich hatte keine Gefühle, keinen Bezug zur realen Welt (kann es schlecht beschreiben, ich nehme rational alles „richtig“ wahr, es ist anders als Derealisation), nur diesen Schmerz.
Die erste Nacht zuhause endete mit einem Notarzteinsatz, weil die Angst und das Brennen so unfassbar groß waren. Vitalwerte okay, keiner kann was tun.
Am nächsten Tag sind wir zur Hausärztin, sie vermutete eine schwere postpartale Depression und hat mir schnellstmöglich einen stationären Platz in der Psychiatrie besorgt.
Das Wochenende über habe ich im Klinikum unter Beobachtung verbracht (mit Partner und Kind), da ich weiterhin absolut nichts „wahrgenommen“ habe und extreme Attacken hatte, ständig unter Angst gelitten habe.
Seit 2 Wochen bin ich nun in der Psychiatrie und bekomme Sertralin (seit 1 Woche 100mg), zusätzlich seit einigen Tagen regelmäßig Tavor wegen der Angstzustände.
Mein Kind ist beim Papa, da ich aktuell nicht fähig wäre, überhaupt irgendwas zu tun. Weder kann ich auf die Straße, könnte einkaufen oder irgendetwas tun.
Dass ich nun Mutter sein soll, habe ich immer noch nicht verstanden und wenn der kleine hier ist, ist es noch schlimmer.
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Jeder sagt es ist eine Depression. Aber:
-Ich nehme nicht wahr, dass ich ein Kind geboren habe (selbst wenn der kleine hier ist), aber auch keine anderen Personen, ich habe das Gefühl, mein ganzes Leben war eine Lüge, ist so niemals geschehen
-ich zweifle sogar daran, ob ich überhaupt schwanger war (mein Bauch war direkt nach der Entbindung flach?!)
-Ich zweifle die kompletten letzten Jahre meines Lebens an bzw. mich selbst
-Ich habe die wildesten Erklärungen (ich bin tot und im Fegefeuer, ich bin bereits seit Monaten psychisch gestört, Ich bin im Delirium (seit 3 Wochen) usw.
-ich leide unter diesen extremen Ängsten, die nicht greifbar sind, insbesondere aber, dass der Zustand für immer so bleibt, dass ich nie begreifen kann, dass ich ein Kind geboren habe, dass ich mir was antue, wenn sich der Zustand nicht ändert, usw.
-ich habe absolut null Hoffnung, dass sich dieser Zustand ändert und ich würde am liebsten erlöst werden
Die Symptome traten alle sofort! nach der Entbindung auf, was mich extrem an der Depression zweifeln lässt.
Ein Leben ist aktuell nicht möglich, da ich wie gesagt nichts wahrnehme und unter extremen Angstzuständen leide und immer dran denken muss, dass die Geburt sicher nur eine Lüge war.
Hat jemand irgendetwas ähnliches erlebt oder gehört?
PPD oder doch was anderes?
Moderator: Moderatoren
Re: PPD oder doch was anderes?
Ein liebes Hallo von mir!
Was du beschreibst habe ich schon sehr oft hier gehört und gelesen. Es sind auf jeden Fall sehr typische Symptome einer psychischen Erkrankung im Wochenbett. Ich selbst erkrankte erst 5 Wochen nach der Geburt. Viele aber schon in der Schwangerschaft oder sehr kurz nach der Geburt oder auch erst 1 Jahr danach. Die Spannweite ist sehr groß.
Du bist in sehr, sehr guten Händen. Das Medikament wird noch brauchen bis es richtig anschlägt, aber du bist auf dem richtigen Weg. Dass du alles jetzt so extrem empfindest und dir nicht vorstellen kannst, je wieder gesund zu werden kennen hier eigentlich alle. Das sind alles Symptome der Erkrankung. Aber deine Ärzte haben das gut im Blick.
Ich bin überzeugt, dass das AD bald anschlagen wird!
Was du beschreibst habe ich schon sehr oft hier gehört und gelesen. Es sind auf jeden Fall sehr typische Symptome einer psychischen Erkrankung im Wochenbett. Ich selbst erkrankte erst 5 Wochen nach der Geburt. Viele aber schon in der Schwangerschaft oder sehr kurz nach der Geburt oder auch erst 1 Jahr danach. Die Spannweite ist sehr groß.
Du bist in sehr, sehr guten Händen. Das Medikament wird noch brauchen bis es richtig anschlägt, aber du bist auf dem richtigen Weg. Dass du alles jetzt so extrem empfindest und dir nicht vorstellen kannst, je wieder gesund zu werden kennen hier eigentlich alle. Das sind alles Symptome der Erkrankung. Aber deine Ärzte haben das gut im Blick.
Ich bin überzeugt, dass das AD bald anschlagen wird!
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
-
jennifer2610
- Beiträge: 3
- Registriert: 19:07:2026 19:09
Re: PPD oder doch was anderes?
Marika hat geschrieben: ↑21:07:2026 10:46 Ein liebes Hallo von mir!
Was du beschreibst habe ich schon sehr oft hier gehört und gelesen. Es sind auf jeden Fall sehr typische Symptome einer psychischen Erkrankung im Wochenbett. Ich selbst erkrankte erst 5 Wochen nach der Geburt. Viele aber schon in der Schwangerschaft oder sehr kurz nach der Geburt oder auch erst 1 Jahr danach. Die Spannweite ist sehr groß.
Du bist in sehr, sehr guten Händen. Das Medikament wird noch brauchen bis es richtig anschlägt, aber du bist auf dem richtigen Weg. Dass du alles jetzt so extrem empfindest und dir nicht vorstellen kannst, je wieder gesund zu werden kennen hier eigentlich alle. Das sind alles Symptome der Erkrankung. Aber deine Ärzte haben das gut im Blick.
Ich bin überzeugt, dass das AD bald anschlagen wird!![]()
Marika hat geschrieben: ↑21:07:2026 10:46 Ein liebes Hallo von mir!
Was du beschreibst habe ich schon sehr oft hier gehört und gelesen. Es sind auf jeden Fall sehr typische Symptome einer psychischen Erkrankung im Wochenbett. Ich selbst erkrankte erst 5 Wochen nach der Geburt. Viele aber schon in der Schwangerschaft oder sehr kurz nach der Geburt oder auch erst 1 Jahr danach. Die Spannweite ist sehr groß.
Du bist in sehr, sehr guten Händen. Das Medikament wird noch brauchen bis es richtig anschlägt, aber du bist auf dem richtigen Weg. Dass du alles jetzt so extrem empfindest und dir nicht vorstellen kannst, je wieder gesund zu werden kennen hier eigentlich alle. Das sind alles Symptome der Erkrankung. Aber deine Ärzte haben das gut im Blick.
Ich bin überzeugt, dass das AD bald anschlagen wird!![]()
Hallo Marika,
vielen Dank für deine Antwort.
Ich habe vor allem Angst, dass ich meine Gefühle und Gedanken falsch darstelle und es deshalb zu einer Fehldiagnose kommt.
Mir fehlen nicht nur die Gefühle zum Kind und zu jeglichen anderen Personen, sondern ich kann überhaupt nicht wahrnehmen, dass ich ein Kind geboren habe.
Nicht in Sinne von „unglaublich“, sondern wirklich extrem belastend. Und den Rest der Welt nehme ich auch nicht mehr wahr. Als gäbe es nur noch mich und diesen Schmerz.
Die Ärzte reden von emotionaler Leere, tiefer Traurigkeit, Derealisation, etc. Aber für mich fühlt es sich anders an. Niemand kann mir erklären, wieso mein Gehirn mein Kind „verdrängt“.
Ich wache jeden Morgen hier auf und wünschte, ich wäre einfach nicht mehr aufgewacht
Re: PPD oder doch was anderes?
Herzlich willkommen hier im Forum.
So wie du das beschreibst, kann ich mir trotzdem vorstellen, dass gerade dein ganzes empfinden oder eben. Auch das, was du nicht fühlen kannst zu deinem krankheitsgeschehen passen.
Eine Depression geht sehr oft mit veränderten Gefühlen und Empfindungen einher und es ist gar nicht so selten, dass Betroffene Patienten gar nichts mehr fühlen können. Das heißt weder positive noch negative Gefühle.
Meine Schwägerin ist vor vielen Jahren auch an einer schweren Depression erkrankt und sie sagte mir, dass sie wirklich nichts mehr gefühlt hat. Auch solche Gefühle wie Hunger oder Durst oder andere Gefühle im Körper waren komplett verschwunden.
Ich habe hier auch häufiger gelesen, dass wenn die Gefühle zurückgekommen sind, dass es erstmal vor allen Dingen die negativen Gefühle waren, die wieder zu spüren gewesen sind.
Diese Erkrankung, die wir alle durchgemacht haben, macht so viel mit dem Körper und ist so wenig begreifbar, dass man manchmal wirklich daran zweifelt und den Ärzten und Therapeuten keinen Glauben schenken möchte. Trotzdem vertrau erstmal darauf und Versuch nach deren Anweisungen zu handeln, denn sie können deine Situation mit Sicherheit besser einschätzen, als du selber dir überhaupt vorstellen kannst.
Wenn du Fragen hast oder auch einfach gedankenlos werden möchtest, schreib uns gerne.
So wie du das beschreibst, kann ich mir trotzdem vorstellen, dass gerade dein ganzes empfinden oder eben. Auch das, was du nicht fühlen kannst zu deinem krankheitsgeschehen passen.
Eine Depression geht sehr oft mit veränderten Gefühlen und Empfindungen einher und es ist gar nicht so selten, dass Betroffene Patienten gar nichts mehr fühlen können. Das heißt weder positive noch negative Gefühle.
Meine Schwägerin ist vor vielen Jahren auch an einer schweren Depression erkrankt und sie sagte mir, dass sie wirklich nichts mehr gefühlt hat. Auch solche Gefühle wie Hunger oder Durst oder andere Gefühle im Körper waren komplett verschwunden.
Ich habe hier auch häufiger gelesen, dass wenn die Gefühle zurückgekommen sind, dass es erstmal vor allen Dingen die negativen Gefühle waren, die wieder zu spüren gewesen sind.
Diese Erkrankung, die wir alle durchgemacht haben, macht so viel mit dem Körper und ist so wenig begreifbar, dass man manchmal wirklich daran zweifelt und den Ärzten und Therapeuten keinen Glauben schenken möchte. Trotzdem vertrau erstmal darauf und Versuch nach deren Anweisungen zu handeln, denn sie können deine Situation mit Sicherheit besser einschätzen, als du selber dir überhaupt vorstellen kannst.
Wenn du Fragen hast oder auch einfach gedankenlos werden möchtest, schreib uns gerne.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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jennifer2610
- Beiträge: 3
- Registriert: 19:07:2026 19:09
Re: PPD oder doch was anderes?
Hallo zusammen,
Ich melde mich nochmal, da es mir wirklich immer schlechter geht.
Ich zweifle mittlerweile wirklich sehr daran, ob es sich um eine Depression handelt.
Ich bin komplett von der Außenwelt „abgeschnitten“, als gäbe es ein „vor der Geburt“ und jetzt. Die Vergangenheit ist allerdings auch eher eine leise Erinnerung, als gehöre sie zu jemand anderem.
Das hier und jetzt nehme ich nur als Schrecken wahr.
Familie, Freunde, Partner und Kind sind mir völlig „fremd“. Ich fühle mich zu nichts mehr zugehörig. Bin ja seit über 4 Wochen auch nur in Kliniken.
Ich glaube, dass die „Abspaltung“ schon kurz vor der Geburt geschehen ist, da ich bereits seit da nichts mehr wirklich „wahrnehme“.
Ein „Leben“ ist aktuell nicht möglich. Und ich denke die ganze Zeit schon darüber nach, ob es vllt eher ein Trauma ist oder irgendwas ganz anderes.
Die Derealisation und Depersonalisation ist wirklich dauerhaft.
Und ich verstehe immer noch nicht, dass diese Geburt tatsächlich passiert ist und ich ein Kind habe. Sobald ich daran denke, zieht sich der Magen zusammen und die Angst kriecht hoch.
Ich fühl mich wirklich 24/7 in mir selbst gefangen.
Ich melde mich nochmal, da es mir wirklich immer schlechter geht.
Ich zweifle mittlerweile wirklich sehr daran, ob es sich um eine Depression handelt.
Ich bin komplett von der Außenwelt „abgeschnitten“, als gäbe es ein „vor der Geburt“ und jetzt. Die Vergangenheit ist allerdings auch eher eine leise Erinnerung, als gehöre sie zu jemand anderem.
Das hier und jetzt nehme ich nur als Schrecken wahr.
Familie, Freunde, Partner und Kind sind mir völlig „fremd“. Ich fühle mich zu nichts mehr zugehörig. Bin ja seit über 4 Wochen auch nur in Kliniken.
Ich glaube, dass die „Abspaltung“ schon kurz vor der Geburt geschehen ist, da ich bereits seit da nichts mehr wirklich „wahrnehme“.
Ein „Leben“ ist aktuell nicht möglich. Und ich denke die ganze Zeit schon darüber nach, ob es vllt eher ein Trauma ist oder irgendwas ganz anderes.
Die Derealisation und Depersonalisation ist wirklich dauerhaft.
Und ich verstehe immer noch nicht, dass diese Geburt tatsächlich passiert ist und ich ein Kind habe. Sobald ich daran denke, zieht sich der Magen zusammen und die Angst kriecht hoch.
Ich fühl mich wirklich 24/7 in mir selbst gefangen.