Wie schön von dir zu hören, ich freue mich sehr. Und du und auch dein Arzt bemerken Verbesserungen! Das ist wirklich eine tolle Nachricht. Ich muss sagen, auch beim Lesen deines Beitrags klingt alles viel weniger nach Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Das fällt mir gerade sehr auf.
9 Monate sind natürlich eine lange Zeit, aber du bist trotzdem keine Ausnahme. Ich habe in all den Jahren hier viele solche Fälle erlebt. Bei mir dauerte es 1 Jahr bis endlich Stabilität eintrat und erst nach 2 Jahren konnte ich meine hohe AD Dosis anfangen zu reduzieren. Ich kann deine Sehnsucht nach dem Ende dieser Horrors zu 100 % verstehen, ich glaube das können hier alle. Aber hey, du bist auf dem Weg dahin, auf dem richtigen Weg und das ist die absolut positive Nachricht. Und: du fühlst es schon ein bisschen. Da kommt noch viel, viel mehr!
Du schaffst das, wir stehen dir ganz fest zur Seite!
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Hallo zaubernuss!
Ich möchte die Hoffnung machen, dass du wieder gesund wirst. Natürlich hört sich 9 Monate nach einer sehr langen Zeit an. Und ja, wenn man Depressionen hat, sind 9 Monate wirklich schlimm wenn es einem lange Zeit sehr schlecht geht, aber neun Monate sind für schwere Depressionen eben keine lange Zeit. Ich weiß, dass sich der Alltag manchmal wie Kaugummi anfühlt. Man hofft einfach den Tag irgendwie rumzukriegen und einigermaßen zu überstehen. Dein Umfeld merkt Verbesserung und du selbst merkst ja auch Verbesserung und das ist ein Zeichen, dass du auf den richtigen Weg bist. Wenn ich an meine beiden Episoden zurückdenke, sind 9 Monate nichts gewesen. Nach neun Monaten war ich dem kranken Zustand immer noch deutlich näher als irgendeiner Stabilität. In beiden Episoden war ungefähr nach einem Jahr ein wendepunkt. Ich weiß, dass bei der PPD zu dem Zeitpunkt mein Medikament auf die höchste Dosierung gesetzt wurde. Und in der zweiten Episode kann ich mich auch noch relativ gut dran erinnern, dass da so der Punkt war, wo ich das erste Mal ein wenig Freude und auch Interesse an den normalen alltagsdingen wieder zurückbekommen habe. Das heißt ich hatte von mir aus z.b den Vorschlag gemacht mal einen kleinen Spaziergang zusammen zu unternehmen, weil ich da Lust zu hatte. Trotzdem waren immer noch sehr viele Symptome vorhanden, aber ich kam im normalen Alltag ein wenig besser zurecht. Was du sagst mit dem einkaufen, das war auch bei mir lange Zeit sehr schwierig, weil mich das ganze entscheiden und die vielen Eindrücke im Laden völlig überfordert haben. Das war auch ein Punkt, wo ich gemerkt habe, dass es mir langsam besser ging, dass ich besser einkaufen konnte und ich mich nicht mehr so erschlagen gefühlt habe. Vorher hat auch manchmal die Konzentration gefehlt und ich habe mich wie in Watte gefühlt, wenn ich vor den Regalen stand.
Ich weiß du möchtest am liebsten das alles vorbei ist und ich kann dieses Gefühl so gut nachvollziehen, dass man denkt. Es reicht jetzt langsam. Warum kann ich nicht einfach normal sein? Aber es wird langsam kommen. Ich glaube, manchmal muss man wirklich einfach ausharren und sich durchbeißen. Und sich immer wieder die eigenen kleinen Fortschritte vor Augen halten.
Du wirst wieder gesund werden. Du willst dein Leben genießen können und wieder Freude haben!!
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Hallo liebe Marika und Alibo
Vielen dank für eure Nachrichten! Die geben mir ein stück weit Hoffnung.
Heute war ein schlimmer tag, der mit ner Panikattacke geendet hat. Ich habe selbst an relativ „guten“ Tagen große Angst, dass als nächstes wieder was ganz schlimmes eintritt und ich wieder wie im märz wahnsinnig und hoffnungslos werde. Rational gesehen sollte es nicht passieren, aber auf emotionaler ebene schafft es bestimmt meine Psyche mich wieder in den märz zustand zu bringen.. ich traue mir nichts mehr zu. Ich kann verbesserungen auch nicht trauen. Ich musste eben 2mg tavor nehmen,um irgendwie klarzukommen. Ich nehme es fast täglich 1 mg ein.
Es ist einfach alles so schwer ich vermisse mein altes leben so sehr es tut einfach weh. Ich versuche optimistisch zu bleiben, aber die vergangenen monate haben mir jeglichen Optimismus weggenommen. Und dann ist die Enttäuschung jedes mal groß. Ich versuche mich mental drauf vorzubereiten. Ich weiss dass es nicht förderlich ist aber ich denke mir lieber so als wenn ich wieder den boden unter den Füßen verliere
Besorg dir mal die Bücher ,,Heile dein Gehirn,, von Anthony William. Ich fand das sehr interessant, er erklärt, wie Depressionen, Angstzustände, Panikattacken usw entstehen und was man ernährungstechnisch da machen kann. Er erklärt auch, dass Schwermetalle im Gehirn eine Rolle spielen. Natürlich ersetzt das alles nicht die medikamentöse Behandlung, aber man versucht ja wirklich alles auf allen Seiten. Vlt bringt dir das ein bisschen Erleichterung. Ich wünsche dir von HERZEN, dass es endlich leichter wird...der Mist dauert einfach so lange...
Hallo ihr lieben
Es ist schon ein monat her, dass ich mich nicht gemeldet habe. Leider ist mein zustand immer noch nicht besser geworden… ich nehme seit einigen monaten 300mg venlafaxin und 600mg quetiapin ein. Ohne Tavor komme ich nicht klar. Ich nehme es seit märz ein und der oberarzt sagt nur es wird schon.. das ist mein 3. antidepressivum. Ich verstehe nicht wieso die antidepressiva bei mir nicht wirken. Morgen werde ich nochmal mit dem Oberarzt reden, aber ich habe keine hoffnung dass das 4. AD wirken wird. Nächsten monat ist es ein jahr her, dass diese beschissene Erkrankung angefangen hat. Ich bin richtig traumatisiert davon. Und dass keine deutliche Verbesserung trotz mehrerer Versuche nicht stattgefunden hat, triggert meine Hoffnungslosigkeit noch mehr… ich war in ner privatklinik wegen der repetitiven transkraniellen magnetstimulation, aber die haben mir davon abgeraten, da es nur sehr wenig wirkt. Ich war ja auch ein monat stationär im april. Und danach habe ich stationsäquivalente Behandlung für 2 monate bekommen. Aktuell bin ich in der Nachbehandlung. Ich weiss nicht was ich noch machen soll… verhaltenstherapie schlägt bei mir nicht an. Wie soll ich sport machen, wenn es mir so schlecht geht?! Mir wurde tiefenpsychologie empfohlen, da meine Kindheit belastet ist. Ich suche nach privaten Therapeuten, damit ich schneller nen termin bekomme. Aber ich möchte erstmal eine gewisse linderung meiner Symptome durch ein medikament… ich war in meinem leben noch nie so verzweifelt. Ein jahr meines lebens ist einfach durch diese Erkrankung verschwendet worden..gibts leute unter euch die auch so lange gekämpft und danach nen Wendepunkt hatten?
Wahrscheinlich kennst du meine Geschichte eh, aber ich schreibe es nochmal hier kurz zusammen:
Ich wurde erst nach 1 Jahr und mit einer Dosierung über der normalen Höchstdosis meines ADs erstmals halbwegs stabil. Dieses 1. Jahr war ganz oft die Hölle. Danach habe ich es ein weiteres Jahr in dieser hohen Dosis genommen und in der Zeit nochmal ein starkes Tief gehabt. 2,5 Jahre habe ich Verhaltenstherapie gemacht. Diese 2,5 Jahre habe ich also mit der Erkrankung verbringen müssen. Aber auch danach hat sich mein Zustand immer noch mehr stabilisiert habe ich gemerkt. So gesehen hat das gesund werden mehrere Jahre gedauert.
Was sind es für Symptome, die schon besser sind?
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Hallo liebe marika
Deine geschichte ist beeindruckend, dass du so lange gekämpft hast! Wie bist du aus dem tief im 2. jahr rausgekommen und wie lange hat es angehalten?
Ich kann nicht wirklich sagen, dass bestimmte Symptome besser geworden sind..
der oberarzt hat mir heute lithium verordnet. Ich habe Respekt davor und gleichzeitig auch im voraus schon Angst enttäuscht zu werden, dass das auch nicht anschlägt. Das versetzt mich in panik, dass mir sozusagen nichts hilft. Ich wünschte ich würde eine bleibende besserung spüren..
Ich weiß was du meinst. Auch ich hatte immer Sorge und oft Angst, dass ich nicht gesund werde. Besonders im ersten Jahr haben mich ja sehr viele Tiefs begleitet. Es war jedes Mal ein schlimmes Drama. Ich war oft so verzweifelt, dass ich in ein Kissen geschrieen habe und am liebsten meine Tabletten samt aller schlauer Bücher den Balkon runter geschmissen hätte. Meinem Psychiater habe ich oft nicht geglaubt und war mir sicher, dass sich alle irren und ich dieser eine Fall bin, der nie mehr gesund wird.
Das Tief im 2. Jahr war sehr heftig und insgesamt etwa 4 lange Wochen gedauert, in verschiedenen Stärke Phasen. Zuerst ging es mir langsam schlechter, dann baute es sich auf, dann der Höhepunkt und dann das langsame abflachen. Es war sehr schlimm, weil ich da ja echt davor Hoffnung hatte, dass es echt besser wird. Aber ich habe es durchgestanden.
Wie kommst du mit dem Lithium zurecht?
Gibt es Momente in denen du dich nicht mehr ganz so fühlst wie vor ein paar Wochen? Auf mich wirkt jedenfalls deine Ausdrucksweise anders, etwas mehr gefestigt.
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Hallo marika
Ich habe erst gestern abend mit lithium gestartet. Deswegen kann ich noch nichts sagen.
Ich habe seit märz fast durchgehend tavor genommen und habe es jetzt langsam abgesetzt. Dementsprechend geht es mir sehr schlecht. Ich habe einfach keine kraft und hoffnung mehr… jeder tag ist ein kampf.. es macht mich so fertig. Manchmal habe ich auch das gefühl ich werde verrückt. Mein nervensystem ist so überlastet. Ich könnte den ganzen tag weinen, aber versuche vor meiner tochter „normal“ zu sein. Wenn ich sicher wissen würde, dass das lithium mir mein leben rettet, dann könnte ich die zeit bis wirkungseintritt besser aushalten. Aber ich will nicht so viel Hoffnung da reinsetzten, weil die Enttäuschung sonst wieder zu groß ist.
Ich kenne das: als ich damals Xanor abgesetzt habe, wurde es natürlich auch wieder schlechter, das war sehr schwer damals. Und deine Gefühle der Hoffnungslosigkeit kann ich verstehen, ich hatte sie auch oft. Trotzdem kämpft man weiter, du tust es jeden Tag für deine Tochter.
Bleib weiter auf deinem Weg, du bist in guten professionellen Händen.
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Ich selbst hatte hauptsächlich tiefen Psychologie. Mit meinem Therapeuten. Da haben wir sehr viel in meine Kindheit und Vergangenheit geschaut. Woher manches kommt, woher manche Gefühle kommen oder auch verhaltensweisen. Und auch z.b das immer über meine Grenzen gegangen wurde.
In der Klinik war es dann auch schon ein wenig in dieser Richtung, aber halt auch viel ergo gruppengespräche Bewegung und so weiter.
Wenn du das Thema Sport ansprichst, denke ich. Es brauche ja nicht irgendwas weltbewegendes an Sport zu sein, sondern es geht , an sich darum einfach nur etwas aktiv zu sein. Und ich kann dir sagen Ich habe recht schnell auch jetzt in der zweiten Episode wieder mit Sport bzw. Bewegung angefangen und es ging mi echt schlecht. Und ich war oft erschöpft und hatte manchmal gar keine Kraft. Aber es gibt so viele Möglichkeiten, sich auch ganz leicht zu bewegen. Und es ist wirklich fast immer so gewesen, dass ich mich danach ein kleines bisschen besser gefühlt habe. Ich jogge ja schon viele Jahre und es war in den krankheitsphasen, so , dass mein Kopf beim Joggen die ersten Kilometer nonstop über meine Krankheit gegrübelt hat. Es gingen einer Tour nur um den selben Quatsch. Aber nach Kilometer vier oder fünf konnte ich dann auf einmal merken wie mein Gehirn ruhiger wurde. Die Gedanken ruhiger wurden die sorgen weniger wurden. Die Ängste nicht mehr so Præsent waren. Das schiebe ich schon sehr stark darauf dass ich mich bewegt habe und auch ab einen gewissen Punkt, die nervenzellen wieder in einem normalen Rhythmus gearbeitet haben.
Mir fällt dazu gerade einen Satz ein, den ich mal bei einer sportlerin gehört habe, die viel krafttraining mit schweren Gewichten macht. Die sagten, die Gewichte müssen so schwer sein, dass wenn du ein paar Wiederholungen machst, dein Kopf sich so sehr darauf konzentrieren muss und du über nichts anderes mehr nachdenkst. Und das ist wirklich so, ich habe vor paar Jahren wieder mit krafttraining angefangen in der zweiten Episode. Und tatsächlich hat das auch sehr viel für mein wohlbefinden geholfen und es stimmt, wenn ich Gewichte schwer genug sind, habe ich keine Zeit mir Gedanken über andere Sachen zu machen
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Hallo ihr lieben
Seit dem ich tavor abgesetzt habe, geht es mir besser. Die ersten drei tage waren psychisch sehr schlimm. Habe viel geweint.. aber es wurde dann von tag zu tag besser. Ich weiss nicht woran es liegt, aber ich nehme es dankend an. Ich weiss, dass ich wieder fallen werde. Ich hoffe nur, dass es nicht so schlimm ist und keine neuen Symptome dazukommen.
Heute wurde mein lithiumspiegel gemessen. Morgen erfahre ich, ob ich höher dosieren soll. Meine besserung kann nicht am lithium liegen, da es erstmal einen wirkspiegel erreichen muss.
@alibo ja ich sage immer wieder, dass ich mit kraftsport anfangen werde, ich kriege es aber nicht umgesetzt:/
Mir wurde psychotherapie mit traumafokus von der uniklinik empfohlen
Liebe zaubernuss!
Wie schön, dass du dich besser fühlst und eine positive Richtung sich deutlich einstellt. Hast du irgendeine Erklärung dafür, dass mit dem Absetzen vom Tavor es dir so viel besser geht?
Was macht der lithiumspiegel? Muss da auch noch erhöht werden? Und die traumatherapie ist das wegen deiner ganzen krankheitsgeschichte oder musst du ein anderes Trauma verarbeiten?
Ich freue mich gerade wirklich über diese guten Nachrichten von dir. Ich gönne es dir echt von Herzen
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung