Wann wurde es bei euch besser?

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Sarah388
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Wann wurde es bei euch besser?

Beitrag von Sarah388 »

Hallo Zusammen!

Nach einer Fehlgeburt und Kinderwunschbehandlung haben wir um Mai dieses Jahr unser ersehnten baby bekommen und ich eine Wochenbettdepression. Ich habe lange Zuhause gekämpft, aber irgendwann ging es nicht mehr und ich habe mich entschieden, stationär zu gehen.

Ich bin jetzt seit zwei Wochen hier und nehme alle möglichen Aktivitäten in Anspruch - ich möchte einfach unbedingt, dass es mir wieder bessergeht und ich das Leben mit meinem Mann und dem Kleinen genießen kann :'-(

Wann wurde es bei euch besser? Woran habt ihr gemerkt, dass es okay ist, wieder nach Hause zu gehen?

Ich könnte momentan immer noch bei der kleinsten Kleinigkeit weinen und habe nicht das Gefühl, dass ich resilient genug bin, um den Alltag schon wieder zu meistern. Kam dieser Moment bei euch irgendwann?
alibo79
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Re: Wann wurde es bei euch besser?

Beitrag von alibo79 »

Guten Morgen,
Ich glaube, dass du dir noch ganz viel Zeit geben darfst. Du bist gerade zwei Wochen in der Klinik. So wie ich das verstanden habe, sind deine Medikamente gerade erst angepasst worden und daher darf noch ganz viel Zeit verstreichen bis du soweit bist nach Hause zu gehen.
Eine wochenbettdepression dauert wirklich seine Zeit, bis man sich wirklich gesund fühlt. Wenn die Medikamente gut anschlagen und eine zügige Genesung eintritt, kann man wahrscheinlich jetzt langsam mit minimalen Verbesserungen rechnen. Es spielen so viele Faktoren in eine wochenbettdepression mit rein, dass dies gar nicht mit normalen Depressionen so einfach verglichen werden kann. Du hast viele hormonveränderungen durchlebt , schon vor der Schwangerschaft durch die kinderwunschbehandlung, dann in der Schwangerschaft und im Anschluss durch die Geburt. Das muss der Körper erstmal alles wegstecken und dann bist Du jetzt in einer ganz neuen Situation mit Kind, wo auch einfach Zeit benötigt Wird , sich in dieser Situation zurechtzufinden.
Du machst aktuell alles erdenkliche, damit du dich besser fühlst. Du nimmst Medikamente nimmst an den Therapien in der Klinik teil und da bin ich mir sicher, dass ich bald eine Ruck nach vorne tut. Vielleicht müssen die Medikamente noch einmal angepasst werden, da gibt es ja ganz viele Optionen. In der Regel ist ja einmal in der Woche Visite. Du könntest das bei der nächsten Visite ansprechen, inwieweit jetzt der nächste Plan ist, wie auch deine Therapeuten Deine Krankheit beurteilen, ob außenstehende schon Verbesserungen merken. Meist kann man daran ja schon sehen, ob sich irgendwas tut.
Wenn ich an den Zeitpunkt denke, als ich damals in der tagesklinik war, da war es bei mir nach zwei Wochen so, dass ich ehrlich gesagt noch gar nichts gemerkt habe, sondern erstmal Zeit brauchte um in der Klinik zurechtzukommen und auch in dieser ganzen neuen Situation. Ich hätte gesagt, dass vielleicht nach vier bis acht Wochen Klinik bei mir minimal Verbesserungen aufgetreten sind. Ich war damals ca. 6 Monate in der Klinik und entlassen wurde ich auch erst, als ich im Vergleich zur einlieferung mit deutliche Verbesserung eingestellt hatte.
Wenn dein Gefühl aktuell noch sagt, dass du dir ein Alltag zu Hause noch gar nicht vorstellen kannst, dann ist es auch noch nicht der Zeitpunkt nach Hause zu gehen, sondern deine sorgen bezüglich dem Alltag erstmal mit deinen Therapeuten zu besprechen.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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