Ich kann dir von mir sagen, dass in den ersten 3 Monate nach Behandlungsbeginn solche großen Veranstaltungen unmöglich für mich waren. Die Eindrücke wären viel zu viel gewesen. Du bist ja erst kurz in der Klinik, die Behandlung hat wahrscheinlich erst begonnen, oder? Das braucht noch Zeit und es geht Schritt für Schritt, man braucht viel Geduld.
Aber das bleibt nicht so, du wirst stabiler und wieder sicherer. Du wirst dich also definitiv wieder ganz hervorragend in dieses Leben einfinden. Nur ist es im Moment noch zu früh um zu erwarten, dass du den Party Tiger auf der Goldenen Hochzeit sein wirst.
Wäre es eine Option, nicht hinzugehen oder nur sehr kurz? Deine Eltern hätten sicher Verständnis wenn du jetzt einfach noch ein großes Ruhe Bedürfnisse hast. Wenn du sonst krank wärst (Grippe o.ä.) würde das auch jeder verstehen.
Ich denke es ist sehr wichtig, dass du da gut auf dein Gefühl hörst. Und für die Nacht: unterstützt dich dein Partner sicher, oder? Habt ihr euch abgesprochen wie ihr es macht?
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Hey, ich melde mich auch einmal hier.
Genau wie bei Marika wäre es bei mir nicht möglich gewesen, so eine feierlichkeit durchzuhalten. Tatsächlich war ich auch in einer ähnlichen Situation, wo meine Schwiegereltern goldene Hochzeit hatten. Zu dem Zeitpunkt war ich auch noch ziemlich krank, aber nicht mehr ganz am Anfang. Ich habe an der feier teilgenommen. In dem Moment war es auch auszuhalten für mich, aber im Anschluss konnte ich es schon merken.
Ich hätte auch vorgeschlagen dich entweder komplett abzumelden oder auch nur kurz vorbei zu schauen. Ich habe mir damals dann vertraute Personen gesucht, die mich gut kannten die meine Situation gut kannten und habe mich bei denen hingesetzt etwas abseits vom ganzen Trubel.
Und zu der Nacht zu Hause. Dein Partner ist da, der wird dich mit Sicherheit unterstützen und du musst es zu Hause nicht aushalten. Wenn es für dich nicht mehr sicher ist,. Oder du dich einfach zu unwohl fühlst. Manchmal ist es ja so, dass dann die ganzen Reize auf dich einprasseln und irgendwann ist einfach die Luft raus. Dann darfst du auch zurück in die Klinik gehen. Du musst dich nicht zwingen, dass alles auszuhalten. Gerade im Moment noch nicht, wo alles noch sehr früh und frisch ist. Da darfst du dort sein, wo du dich sicher und wohl fühlst. Alles andere wird mit der Zeit kommen und es werden auch Wochenenden kommen, an denen du wieder gerne zu Hause bist und dich daran freuen kannst. Nur wenn es für dich im Moment noch nicht so ist, ist es auch völlig in Ordnung sich wieder in die Klinik zu begeben.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Hey das freut mich sehr, dass du eine gute Lösung für das Fest gefunden hast. Toll, wie gut du auf dein Bauchgefühl gehört hast. Denn das ist etwas, was uns diese Erkrankung lehrt: auf sich selber zu hören, zu spüren was man braucht und sich wichtig nehmen.
Magst du erzählen wie die Nacht war?
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Du kannst sehr stolz auf dich sein, was du dieses Wochenende schon geleistet hast. Dein ganzes Nervensystem ist noch sehr, sehr sensibel und die Erkrankung sehr präsent. Es ist genau dieser geschützte Rahmen der Klinik den du jetzt brauschst um gesund zu werden. Dass du dich danach jetzt sehnst nach diesen vielen Eindrücken und Herausforderungen ist völlig normal und darf sein. Schlechtes Gewissen kommt zwar (wir kennen das alle), aber es ist absolut fehl am Platz. Im Gegenteil: du hast das wirklich toll gemacht. Sei wirklich stolz auf dich!
Darf ich fragen, was du für eine Medikation hast?
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Danke, dass macht mir gerade Mut - vorallem weil der Abschied gerade sehr schlimm war. Unser Baby hst geschrien wie am Spieß während der Fahrt zur Klinik und ich bin in Tränen ausgebrochen.
Da merke ich einfach, dass ich aktuell keine Resilienz habe und bei der kleinsten Situation auch direkt weinen muss.
Ich nehme aktuell verschiedene Medikamente.
Paroxetin morgens
Über den Tag verteilt 1mg Tavor (sind wir gerade am Ausschleichen)
Und zum Schlafen Lunivia