Hallo ihr Lieben,
ich habe mich endlich durchgerungen und heute einen Termin bei meinem FA wegen der Hormonbestimmung.
Je näher die Uhrzeit rückt, desto nervöser werde ich.
Was wenn er diese ganzen Untersuchungen ablehnt. Was wenn er PPD gar nicht kennt. Oder schlimmer noch, diese herunterspielt. Oder mich nach Hause schickt mit dem Hinweis das ich einfach noch abwarten soll....
Ich kann es nicht ändern, ich hoffe immer noch körperliche Ursachen für die PPD zu finden. Ich kann für mich nicht akzeptieren, das da mein Gehirn vielleicht einfach nicht mitspielt. Ich denke dann immer noch: Jetzt reiß dich aber mal zusammen! (und das nach so langer Zeit, ich sollte es ja eigentlich besser wissen).
Ich kann es nicht ändern, ich halte meine PPD immer noch für eingebildet und das ich einfach nur nicht fähig bin meinen Alltag zu bewältigen. Es fühlt sich immer noch so an und ich erwische mich auch immer noch bei diesen Gedanken.
Dabei geht es mir gerade wieder so seltsam. Ich bin viel traurig, manchmal aber auch sehr emotionslos, da sitze ich nur so stumpfsinnig vor mich hin und mir ist alles egal, und an manchem Tag habe ich tatsächlich doch über ein AD nachgedacht, weil ich einfach keine Lust mehr auf dieses "Rumgehänge" habe.
Naja, aber das war eigentlich nicht mein Thema, sondern eher meine Aufregung vor dem Termin heute. Ich kenn´ den Arzt noch nicht so lange, bin gerade erst zu dem gewechselt und kann ihn daher nicht einschätzen. Bei meiner alten FÄ wüßte ich, das sie gar nichts machen würde. Die hat ja damals auch meine PPD überhaupt nicht erkannt. War eher genervt, das ich immer wieder von dem gleichen anfing und irgendwann meinte sie zu mir, ich bräuchte jetzt nicht mehr zu kommen, es würde reichen wenn ich zur alljährlichen Kontrolluntersuchung wiederkäme...
So, ich lese jetzt etwas um mich abzulenken.
Danke fürs "zuhören".
LG,
Feebie
Gespräch wegen Hormonbestimmung
Moderator: Moderatoren
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Ylaina
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Deria
Hallo Feebie,
und? Was hat denn der Doc gesagt?
Ich hoffe, du bist an einen netten gelangt, der ein bisschen was von seinem Handwerk versteht (oh je, in bezug auf Gyn sollte ich vielleicht nicht vom Handwerk sprechen?!)...
Ich war, als meine Tochter 3 Monate alt war bei meiner FÄ und weinte ihr die Ohren voll, sie sagte nur: "Seien Sie froh, das Ihr Kind gesund ist. Hätte auch anders ausgehen können!"
Naja, ist lange her, 22 Jahre - da wussten die wirklich nichts Besseres zu sagen.
Daumen drück - wofür? *grübel* Das er der Hormonbestimmung zustimmt und die Frage: ich weiß, das es sich anders anfühlen würde, könnte frau sagen: meine Hormone spielen verrückt...
Aber, wissen wir es nicht besser?
Kann aus einer PPD nicht auch eine andere Depression "erwachsen"?
Ich weiß das nicht, ich bin schon fast mein ganzes Leben lang depressiv, deswegen kenne ich so wenig den Unterschied.
Ich drück dich mal
Deria
und? Was hat denn der Doc gesagt?
Ich hoffe, du bist an einen netten gelangt, der ein bisschen was von seinem Handwerk versteht (oh je, in bezug auf Gyn sollte ich vielleicht nicht vom Handwerk sprechen?!)...
Ich war, als meine Tochter 3 Monate alt war bei meiner FÄ und weinte ihr die Ohren voll, sie sagte nur: "Seien Sie froh, das Ihr Kind gesund ist. Hätte auch anders ausgehen können!"
Naja, ist lange her, 22 Jahre - da wussten die wirklich nichts Besseres zu sagen.
Daumen drück - wofür? *grübel* Das er der Hormonbestimmung zustimmt und die Frage: ich weiß, das es sich anders anfühlen würde, könnte frau sagen: meine Hormone spielen verrückt...
Aber, wissen wir es nicht besser?
Kann aus einer PPD nicht auch eine andere Depression "erwachsen"?
Ich weiß das nicht, ich bin schon fast mein ganzes Leben lang depressiv, deswegen kenne ich so wenig den Unterschied.
Ich drück dich mal
Deria
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Feebie
Tja, wo fange ich jetzt an und wo höre ich auf.
Die Überschrift sollte jetzt geändert werden in: Kampf verloren!
Aber ich kann sie nicht ändern (habe ich schon probiert).
Also der Besuch beim Gyn war okay. Ich war schnell dran, er hat sich Zeit genommen, Organisch ist alles okay, und hormonell ist er gerne bereit zu schauen. Dafür muss ich aber die Pille für mind. 3 Monate absetzen und erst dann kann man es testen. Nochmal 3 Monate in diesem Zustand?!
Und dann war er sehr verständnisvoll, sagte das PPD viel öfter vorkommt als man denkt, das er mir gerne helfen will, aber das es auch eher ein Strohhalm ist, an den ich mich da klammere, denn in den allerseltensten Fällen liegt es tatsächlich ausschließlich an den Hormonen. Und da hast du, Deria, ganz sicher recht, ich glaube ich habe inzwischen keine PPD mehr, sondern bin einfach weiterhin depressiv. Es hat sich verändert. Ich glaube nicht mehr eine schlechte Mutter zu sein, oder alles falsch zu machen. Denn ich sehe ja meinen süßen vergnügten Zwerg und habe den Beweis vor Augen eine gute Mutter zu sein.
Aber diese Traurigkeit hört nicht auf, an manchen Tagen auch diese Emotionslosigkeit nicht. Ich wabere dann so durch den Tag und einzig die inzwischen eingeübte Routine hat es mir so lange möglich gemacht, den Alltag zu meistern. Manchmal sogar richtig gut, manchmal eher zweifelhaft, aber oft okay. Einzig Neuerungen oder unvorhersehbare Ereignisse haben mich aus der Bahn geworfen.
Naja, jedenfalls kann ich so nicht mehr weiter machen. Ich spüre keine Freude mehr. Wir geben am Samstag eine Bauhelferparty und organisieren ein Oktoberfest, etwas von dem ich weiß, das ich mich total drauf freuen würde, wenn ich "normal" wäre. Mein Sohn wird bald zwei, auch darauf könnte ich mich schon mal freuen, aber es ist mir "fast" egal. Ich bedaure nur, wie groß und selbständig er schon ist. Und Anfang Oktober machen wir ein paar Tage Urlaub und auch darüber empfand ich keine Freude. Ich will mich aber endlich wieder freuen! Ich will wieder einmal richtig Spaß am Leben haben, aus vollem Halse lachen und ganz laut einen Song hören und mit meinem Sohn tanzen und ausgelassen sein und es dabei ganz ehrlich auch so zu empfinden...
Ich bin dann vom Gyn direkt zu meinem Hausarzt (der die PPD diagnostiziert hatte) und habe mir ein neues AD verschreiben lassen.
Ich war so wütend auf diese verdammte PPD die man einfach nicht mit Kraft bekämpfen kann. Man kann noch so stark sein und noch so sehr dagegen ankämpfen, sich drehen und wenden und immer neu so tun, als wäre jetzt langsam mal alles wieder gut, und dann ist es das nicht. Dann plötzlich sitzt man da und kann einfach nur weinen. Ich sehe mein Kartenhaus gerade vor mir auf dem Boden liegen, denn so sehr ich mich bemühe glücklich zu sein, ich bin es nicht. So sehr ich mich bemühe wieder zärtlich zu meinem Mann zu sein, oder seine Zärtlichkeiten zuzulassen, es gelingt mir nicht. So sehr ich mich bemühe, mir Auszeiten zu gönnen, mich unter Leute zu begeben, es hilft alles nichts. Ich bin so sauer, weil man gegen alle Krankheiten etwas tun kann, aber hier kann ich nicht gewinnen. Zumindest fühlt es sich gerade so an.
Somit habe ich einfach aufgegeben. Die PPD hat gewonnen, ich nehme jetzt ein AD, denn ein mieser Zustand ist genausogut wie ein anderer mieser Zustand. Ich erhoffe mir nichts von dem AD, es ist nur für mich das Zeichen absoluter Kapitulation. Vielleicht brauche ich das gerade. Vielleicht ist das der Beginn zu begreifen und zuzulassen, das das hier wirklich eine Krankheit ist. Vielleicht, viellleicht....
Ich weiß, ihr werdet jetzt alle schreiben das es ganz mutig und stark von mir war, mir ein AD zu holen, aber es fühlt sich nicht stark an. Ich habe ja immer wieder eure Worte bei anderen gelesen, wie ihr denen zugesprochen habt, das es eine gute Idee war mit dem AD, aber für mich gilt das nicht. Ich fühle mich als Komplettversagerin. Versteht mich nicht falsch, für alle anderen finde ich ADs völlig okay, auf welche Weise es auch immer wirken mag, Hauptsache es hilft. Für mich gilt das eben nicht. Ich wollte es ohne schaffen, ich musste es einfach für mich ohne schaffen und nun habe ich aufgegeben...
Meine Kampfansagen an die PPD sind erloschen, ich fühle mich leer und kraftlos. Naja und eigentlich dürfte ich es ja auch gar nicht mehr PPD nennen, denn es ist daraus vermutlich einfach nur eine weitere Depression gewachsen.
Wißt ihr was ich heute auch so grotesk und bescheuert fand? Alle Ärtze ziehen die Augenbrauchen hoch oder sagen dir klar ins Gesicht, das sie es nicht gut finden, das man kein AD nimmt. Und die Menschen um einen herum belächeln einen, wenn man erzählt, das man psychisch krank ist und z.B. ADs nimmt. Es gibt nur ein "Zwischen den Stühlen" und das ist für mich kaum zu ertragen. Ich bin/war Perfektionistin, die alles im Griff haben wollte und die es allen Recht machen mußte und die auch noch von allen gemocht werden wollte und in diesem Punkt kann ich es mindestens einer Seite nicht recht machen. Für wen soll ich mich entscheiden?
Ich habe mal von einer englischen Schweinesorte gehört die keine Entscheidungen treffen konnte. Wenn man die an eine Weggabelung stellte und in gleicher Entfernung einen Futtertrog auf den Wegen plazierte, dann fielen die einfach tot um, weil die sich nicht entscheiden konnte (vermutlich ist das nur ein Mythos, aber ich hörte mal davon).
Da ich aber nicht tot umgefallen bin, muss ich mich wohl entscheiden und so wird es das AD. Irgendetwas muss ich ja tun.
Aber jetzt rede ich langsam wirres Zeug und schweife ab. Ich bin nur so "voll" und möchte ganz viel reden und reden und reden. Ich würde so gerne einen ganz kurzen Blick in die Zukunft werfen. Was ist in 6 Monaten, und wie fühlt es sich dann an? Da würde ich gerne mal reinhorchen....
Naja, egal, gute Nacht aufs erste. Morgen beginnt mein AD-Zeitalter.
Liebe und enttäuschte Grüße,
Feebie
Die Überschrift sollte jetzt geändert werden in: Kampf verloren!
Aber ich kann sie nicht ändern (habe ich schon probiert).
Also der Besuch beim Gyn war okay. Ich war schnell dran, er hat sich Zeit genommen, Organisch ist alles okay, und hormonell ist er gerne bereit zu schauen. Dafür muss ich aber die Pille für mind. 3 Monate absetzen und erst dann kann man es testen. Nochmal 3 Monate in diesem Zustand?!
Aber diese Traurigkeit hört nicht auf, an manchen Tagen auch diese Emotionslosigkeit nicht. Ich wabere dann so durch den Tag und einzig die inzwischen eingeübte Routine hat es mir so lange möglich gemacht, den Alltag zu meistern. Manchmal sogar richtig gut, manchmal eher zweifelhaft, aber oft okay. Einzig Neuerungen oder unvorhersehbare Ereignisse haben mich aus der Bahn geworfen.
Naja, jedenfalls kann ich so nicht mehr weiter machen. Ich spüre keine Freude mehr. Wir geben am Samstag eine Bauhelferparty und organisieren ein Oktoberfest, etwas von dem ich weiß, das ich mich total drauf freuen würde, wenn ich "normal" wäre. Mein Sohn wird bald zwei, auch darauf könnte ich mich schon mal freuen, aber es ist mir "fast" egal. Ich bedaure nur, wie groß und selbständig er schon ist. Und Anfang Oktober machen wir ein paar Tage Urlaub und auch darüber empfand ich keine Freude. Ich will mich aber endlich wieder freuen! Ich will wieder einmal richtig Spaß am Leben haben, aus vollem Halse lachen und ganz laut einen Song hören und mit meinem Sohn tanzen und ausgelassen sein und es dabei ganz ehrlich auch so zu empfinden...
Ich bin dann vom Gyn direkt zu meinem Hausarzt (der die PPD diagnostiziert hatte) und habe mir ein neues AD verschreiben lassen.
Ich war so wütend auf diese verdammte PPD die man einfach nicht mit Kraft bekämpfen kann. Man kann noch so stark sein und noch so sehr dagegen ankämpfen, sich drehen und wenden und immer neu so tun, als wäre jetzt langsam mal alles wieder gut, und dann ist es das nicht. Dann plötzlich sitzt man da und kann einfach nur weinen. Ich sehe mein Kartenhaus gerade vor mir auf dem Boden liegen, denn so sehr ich mich bemühe glücklich zu sein, ich bin es nicht. So sehr ich mich bemühe wieder zärtlich zu meinem Mann zu sein, oder seine Zärtlichkeiten zuzulassen, es gelingt mir nicht. So sehr ich mich bemühe, mir Auszeiten zu gönnen, mich unter Leute zu begeben, es hilft alles nichts. Ich bin so sauer, weil man gegen alle Krankheiten etwas tun kann, aber hier kann ich nicht gewinnen. Zumindest fühlt es sich gerade so an.
Somit habe ich einfach aufgegeben. Die PPD hat gewonnen, ich nehme jetzt ein AD, denn ein mieser Zustand ist genausogut wie ein anderer mieser Zustand. Ich erhoffe mir nichts von dem AD, es ist nur für mich das Zeichen absoluter Kapitulation. Vielleicht brauche ich das gerade. Vielleicht ist das der Beginn zu begreifen und zuzulassen, das das hier wirklich eine Krankheit ist. Vielleicht, viellleicht....
Ich weiß, ihr werdet jetzt alle schreiben das es ganz mutig und stark von mir war, mir ein AD zu holen, aber es fühlt sich nicht stark an. Ich habe ja immer wieder eure Worte bei anderen gelesen, wie ihr denen zugesprochen habt, das es eine gute Idee war mit dem AD, aber für mich gilt das nicht. Ich fühle mich als Komplettversagerin. Versteht mich nicht falsch, für alle anderen finde ich ADs völlig okay, auf welche Weise es auch immer wirken mag, Hauptsache es hilft. Für mich gilt das eben nicht. Ich wollte es ohne schaffen, ich musste es einfach für mich ohne schaffen und nun habe ich aufgegeben...
Meine Kampfansagen an die PPD sind erloschen, ich fühle mich leer und kraftlos. Naja und eigentlich dürfte ich es ja auch gar nicht mehr PPD nennen, denn es ist daraus vermutlich einfach nur eine weitere Depression gewachsen.
Wißt ihr was ich heute auch so grotesk und bescheuert fand? Alle Ärtze ziehen die Augenbrauchen hoch oder sagen dir klar ins Gesicht, das sie es nicht gut finden, das man kein AD nimmt. Und die Menschen um einen herum belächeln einen, wenn man erzählt, das man psychisch krank ist und z.B. ADs nimmt. Es gibt nur ein "Zwischen den Stühlen" und das ist für mich kaum zu ertragen. Ich bin/war Perfektionistin, die alles im Griff haben wollte und die es allen Recht machen mußte und die auch noch von allen gemocht werden wollte und in diesem Punkt kann ich es mindestens einer Seite nicht recht machen. Für wen soll ich mich entscheiden?
Ich habe mal von einer englischen Schweinesorte gehört die keine Entscheidungen treffen konnte. Wenn man die an eine Weggabelung stellte und in gleicher Entfernung einen Futtertrog auf den Wegen plazierte, dann fielen die einfach tot um, weil die sich nicht entscheiden konnte (vermutlich ist das nur ein Mythos, aber ich hörte mal davon).
Da ich aber nicht tot umgefallen bin, muss ich mich wohl entscheiden und so wird es das AD. Irgendetwas muss ich ja tun.
Aber jetzt rede ich langsam wirres Zeug und schweife ab. Ich bin nur so "voll" und möchte ganz viel reden und reden und reden. Ich würde so gerne einen ganz kurzen Blick in die Zukunft werfen. Was ist in 6 Monaten, und wie fühlt es sich dann an? Da würde ich gerne mal reinhorchen....
Naja, egal, gute Nacht aufs erste. Morgen beginnt mein AD-Zeitalter.
Liebe und enttäuschte Grüße,
Feebie