Lärm...

Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

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Gast

Lärm...

Beitrag von Gast »

Guten Morgen,

ich sitze hier im Büro und würde am liebsten Rotz und Wasser heulen. Ich muss meinen Frust ein wenig ablassen, denn sonst kommt es mir wirklich hoch.

Ich bin in einem bestimmten Bereich hypersensibel, nämlich wenn es um Lärm geht. Vor 2 Jahren bin ich umgezogen, weil in einem Haus eine Mietpartei alle anderen dermaßen mit Krach und Unruhe terrorisierte, dass ich persönlich es nicht mehr ausgehalten habe. Die meisten anderen Nachbarn in dem Haus waren zwar auch genervt, aber vielleicht nicht so empfindlich wie ich.

So, meine bisherige Wohnung ist zwar auch laut, irgendwer ist ständig am Renovieren, man hört von oben wenn jemand läuft und wenn das Wasser benutzt wird. Das stört mich aber nicht so sehr. Was mich aber seit einer Woche extrem belästigt, sind die neuen Nachbarn zum Nebenhaus. Vorher hat da ein Paar mit Kind gewohnt, die waren in etwa so ruhig wie ich. Wer da jetzt eingezogen ist, weiß ich nicht, aber seit einer Woche habe ich abends im Wohnzimmer das Gefühl, eine grölende Horde Fremder steht mitten bei mir im Zimmer. Die Wand zum Nebenhaus ist anscheinend extrem dünn, was vorher nicht aufgefallen ist, weil die Nachbarn ruhig waren.

Ich habe nun die Befürchtung, dass ich jetzt ständig in meiner Wohnung den Krach der Nachbarn ertragen muss. Ich bin extra in diese Wohnung gezogen, weil sie mir als ruhig etc angeboten wurde. Und jetzt kommt das mit der hauchdünnen Wand heraus. Ich hatte gestern abend mein Radio an, die Nachbarn haben aber mit ihrer bloßen Unterhaltung mein Radio übertönt :twisted: .

Ich weiß nicht, ob Ihr mich verstehen könnt, aber das belastet mich ganz extrem. Wenn ich nicht das Gefühl habe, die paar Stunden Freizeit, die ich abends noch habe, wenn das Kind ins Bett gegangen ist, in Ruhe verbringen zu können, dann drehe ich am Ende doch noch durch. Es ist doch sowieso alles so schwer und ich habe hier keinen, der mir mit dem Kind mal hilft, warum jetzt auch noch sowas?

Was würdet Ihr tun?

LG
Angela
Nickolakala

Hallo

Beitrag von Nickolakala »

Oh je Du arme........
Ich würde an Deiner Stelle mal mit den neuen Nachbarn reden. Sag was Sache ist. Dass Du eben jedes Wort in Deinem Wohnzimmer mithören kannst und ob sie so freundlich wären, darauf zu achten, dass abends eben einfach mehr RUHE ist.........

Viel Glück
N.
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo,

gestern abend hielt sich alles im Rahmen, ich war aber auch in einem anderen Zimmer beschäftigt mit Bügeln :? . Jedenfalls belastet mich das richtig, weil ich ständig daran denke.

Ich glaube, dass können hier nur wenige nachvollziehen. Aber ich fühle mich ja sowieso schon fast zu 100% fremdbestimmt, Arbeit/Kind/Haushalt. Da will ich nicht auch noch die letzten 2 Stunden oder anderthalb Stunden, die mir noch bleiben, passiv am Familienleben anderer teilnehmen.

Irgendwie kommt bei mir wieder allles zusammen. Klar, ich werde mit den Nachbarn reden und ihnen erklären, wie dünn die Wand ist und dass es mich stört, so viel von denen zu hören. Aber im Grunde können die ja nichts dafür, denn das Problem sehe ich eher in dieser ungedämmten Wand. Außerdem... durch meine Erfahrungen in der anderen Wohnung habe ich festgestellt, dass bei einem Großteil der Mitmenschen wenig mit Appellen auszurichten ist, wenn es um Lärm geht.

Ich fühle mich so ausgeliefert, am liebsten würde ich zurzeit einfach kündigen und da wegziehen, aber irgendwie muss ich das ja finanziern, und das schließt sich dann der Teufelskreis. Könnte schon wieder nur heulen. Tut gut, hier zu schreiben, auch wenn kaum einer antwortet.

LG
Angela
Deria

Beitrag von Deria »

Liebe Angela,

und ob ich weiß, wovon du schreibst. Ich bin auch super-super-empfindlich....
Als iwr hier in den Block einzogen (und die Wohnung dann auch kauften) wohnten eine gruselige Familie in den Haus, die, die nachts auch immer vor der Tür saßen und gesoffen haben. Das war ganz, ganz schrecklich für mich.

Unter uns wohnte ein älteres Ehepaar; von denen hörte ich den Kniffelbecher wenn der scheppernd auf der Tischplatte landete. Und das ging manchmal bis 1-2 Uhr nachts. Horror! Ich saß jedes Mal aufrecht im Bett.
Dann verstarb die Frau und er zog aus. Im Moment steht sie leer, was okay ist.
Neben mir (also direkt an meinem Zimmer dran) wohnte ein alter Herr. Der hörte gaaaanz laut TV und ich wusste aber, um 23:30 Uhr geht der in die Heia. Ab da hatte ich dann auch meinen Schlaf.
Der alte Mann verstarb und nun wohnt da eine ausländische Familie mit drei kleinen Kindern und ich habe die Hölle auf Erden.
Nicht nur, das diese Kinder überhaupt keine Erziehung genießen, die machen auch was sie wollen. Schreien, trampeln, hauen, stechen (hört sich zumindest so an)...und das in einer Lautstärke, die mir die Nackenhaare kräuseln läßt.
Mit Reden ist es nicht getan - dann heißt es nachher noch in bin kinder-und ausländerfeindlich...bin ich nicht...
Aber....ich haue dann mit einem Buch gegen die Wand und schreie: RUHE JETZT! DARF JA WOHL NICHT WAHR SEIN!
- dann ist auch endlich einmal Ruhe.
Wenn die Kinder dann im Bett sind, wird Musik gemacht - die kommen wohl irgendwoher, wo's Reggae gibt. Die Klänge sind dann laut zu hören und dann wird gegackert. Gottseidank nicht lange.
Ich habe mich immer aufgeregt, immer.
Weil ich mir so hilflos vorkam.
Das einzige was mir dann half: Gelassenheit. Ich kann das nicht ändern, es wird so bleiben (außer wir ziehen weg) und sie verstoßen gegen keine Hausregel. Kinder sollen ja toben...Musik darf auch gehört werden und für die dünnen Wände kann niemand was.
Über den ganzen grummeligen Ärger, den ich mal an einem Tag hatte, lag ich im Bett, lauschte den Klängen und dachte: ja, was kann ich definitiv jetzt tun?
Nichts.
So schlief ich ein und meine Wut verrauchte und seitdem, mit dieser Gelassenheit kann ich ein bißchen besser damit umgehen.
Mal weniger gut, mal mehr gut - wie meine Tagesform ist.
Im Notfall wende ich mich an unseren Verwalter, der hat schon diverse Schreiben gefertigt und ich bin wohl nicht die Einzige, die sich beschwert hatte, denn die haben auch Nachbarn unter und neben sich.

Lg
Deria
Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Hi!

Kann das nicht so nachvollziehen, bei uns wars schon in meiner Kindheit immer laut und ich bin das gewohnt. Frage mich allerdings schon, ob wir nicht die anderen Hausparteien stören???
Ich mein, zwischen 18.30 u 19.30 gehts bei uns echt rund, das muss ich schon sagen. Und da die kleine eben klein und die große trotzig ist, kann ich auch nicht viel dagegen tun...
Ich denk eben auch, da hilft wirklich nur Gelassenheit...oder eben eine einsame Alm

Lg E :-) [/u]
Gast

Beitrag von Gast »

Hi Deria,

Du wirst es mir glauben, die Knobelbecher-Nummer ist mir auch nicht fremd :P . Der Nachbar direkt unter mir hat das jeden Dienstag gespielt, aber das hat mich nicht so gestört, obwohl ich da auch manchmal von wach geworden bin. Kindergeschrei, Schritte, Wasserlaufen lassen usw überhöre ich auch, komischerweise aber nicht lautstarkes Reden, Fernseher und Musik. Da werd ich zum Tier. Ich kanns nicht aushalten. Kommt bei mir aus der Kindheit, ich konnte es bisher nicht ändern. Du sagst, Du hast was erreicht mit Gelassenheit, da beneide ich Dich drum! Wie hast Du das geschafft? Wenn ich auf 180 bin, komme ich meistens so schnell nicht runter.

@Elisabeth, ja - das meine ich! Die Menschen sind halt sehr verschieden, und wenn Du den Trubel schon aus der Kindheit kennst, kannst Du vielleicht gar nicht glauben, warum ein anderer sich dadurch gestört fühlt. Ich verstehe das ja sogar, aber helfen tut es mir nicht. Was ich aber festgestellt habe, wenn ich jemanden kenne und ihn sympathisch finde, fühle ich mich weniger gestört. Ich werde also definitv versuchen, die Nachbarn kennen zu lernen :P .

LG
Angela
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