Hallo Ihr Lieben,
mir ist gestern beim Schreiben meines Jahresrückblicks klar geworden, was ich für mich noch so gar nicht bearbeitet und wegesteckt oder eingeordnet habe.
Vielleicht hat noch jemand von Euch dieses Bedürfniss, etwas aufzuschreiben, woran sie noch leidet, ohne gleich immer gesagt zu bekommen: "Aber sieh mal, das und das ist doch so gut".
Ich möchte mir das hier von der Seele schreiben, um es irgendwann annehmen zu können, denn es sind Dinge, die ich nicht mehr ändern kann.
Also:
Ich trauere den ersten Minuten mit meinem Sohn nach. Ich hatte alles, was eine Mutter sich wünscht: Eine spontane Geburt und das Kind auf dem Bauch und da war nur Angst, dem Muttersein nicht gewachsen zu sein. Dieses Gefühl ist bei mir wenn es um die Geburt geht, vorherrschen. Das finde ich traurig.
Ich bekomme noch immer einen Kloß im Hals, wenn ich an die erste Zeit mit meinem Sohn denke: Das viele Weinen, die Zwangsgedanken, die Ängste. So sollte es nicht sein, ich tue mir leid deswegen.
Ich bin traurig darüber, daß ich mir so spät Hilfe geholt habe, denn jetzt erkenne ich, daß ich lange ganz alleine gelitten habe. Das hat so weh getan im Herzen. Ich gebe mir immer noch die Schuld für alles, ich schaffe es noch nicht, das anders zu sehen. Ich denke immer noch, ich soll für etwas bestraft werden. Ich möchte nicht so denken. Das ist anstrengend und tut auch in der Selle weh.
Danke fürs Lesen,
Leuchtkäfer
Worum trauert Ihr?
Moderator: Moderatoren
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AmoebeMS
Hallo,
ich "trauere" auch einwenig, weil ich im letzten Jahr meinen beiden Jungs nicht unbedingt die Mutter sein konnte, die ich sein wollte und ihnen zu wenig meiner Aufmerksamkeit geschenkt habe, weil ich diese für „mich selbst“ benötigte. Genau DAS habe ich verdammt oft gedacht: zu wenig Zeit für sie; zu wenig Liebe.
Du hast Recht, Leuchtkäfer. Rückgängig machen können wir so vieles nicht, aber eben „zu Grabe tragen“. Das war einmal. Ändern kann man es nicht, also bleibt einem nichts anderes übrig, als aus der Vergangenheit zu lernen und aus der Zukunft das Beste zu machen.
Getrauert habe ich wirklich oft und letztendlich auch zu Genüge, denn irgendwann kam der Punkt, dass meine Zukunftsvision gegenüber der Trauer siegte und ich keine Zeit mehr hatte zu trauern oder an die Vergangenheit zu denken, weil die Zukunft und/oder das Hier und Jetzt plötzlich wichtiger waren.. Wer an diesem Punkt angekommen ist, hat es meiner Ansicht nach „gepackt“.
Folglich: weniger an 2009 denken und besser 2010 „anpacken“, oder?
Das Jahr ist noch verdammt jung. Man kann 2009 (oder 200acht oder sieben oder sechs oder oder oder) nicht ändern, aber man sich damit arrangieren. Auch das Reden darüber, wie Leuchti es vorschlug, hilft.
Aber bitte vergesst alle darüber hinaus nicht der "Trauer" irgendwann "Adios" zu sagen und Euch der Gegenwart zu widmen.
Frohes Neues von Eurer AmoebeMS
An Leuchtkäfer: bitte vergiss ganz ganz rasch deine Schuldgefühle! Oder kannst du mir tatsächlich heute pausibel erklären, das Du schuld an deiner ganzen Not hattest? Versuche es doch mal! Ich nehme dich "auseinander" wie ein Hühnchen, dass gerupft wird!
ich "trauere" auch einwenig, weil ich im letzten Jahr meinen beiden Jungs nicht unbedingt die Mutter sein konnte, die ich sein wollte und ihnen zu wenig meiner Aufmerksamkeit geschenkt habe, weil ich diese für „mich selbst“ benötigte. Genau DAS habe ich verdammt oft gedacht: zu wenig Zeit für sie; zu wenig Liebe.
Du hast Recht, Leuchtkäfer. Rückgängig machen können wir so vieles nicht, aber eben „zu Grabe tragen“. Das war einmal. Ändern kann man es nicht, also bleibt einem nichts anderes übrig, als aus der Vergangenheit zu lernen und aus der Zukunft das Beste zu machen.
Getrauert habe ich wirklich oft und letztendlich auch zu Genüge, denn irgendwann kam der Punkt, dass meine Zukunftsvision gegenüber der Trauer siegte und ich keine Zeit mehr hatte zu trauern oder an die Vergangenheit zu denken, weil die Zukunft und/oder das Hier und Jetzt plötzlich wichtiger waren.. Wer an diesem Punkt angekommen ist, hat es meiner Ansicht nach „gepackt“.
Folglich: weniger an 2009 denken und besser 2010 „anpacken“, oder?
Das Jahr ist noch verdammt jung. Man kann 2009 (oder 200acht oder sieben oder sechs oder oder oder) nicht ändern, aber man sich damit arrangieren. Auch das Reden darüber, wie Leuchti es vorschlug, hilft.
Aber bitte vergesst alle darüber hinaus nicht der "Trauer" irgendwann "Adios" zu sagen und Euch der Gegenwart zu widmen.
Frohes Neues von Eurer AmoebeMS
An Leuchtkäfer: bitte vergiss ganz ganz rasch deine Schuldgefühle! Oder kannst du mir tatsächlich heute pausibel erklären, das Du schuld an deiner ganzen Not hattest? Versuche es doch mal! Ich nehme dich "auseinander" wie ein Hühnchen, dass gerupft wird!
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Feebie
Genau das denke ich auch in letzter Zeit öfter. Ich hatte auch gaaaanz viel Trauer in mir und ein großer Teil ist auch noch da. Ich betrauere die verlorene Zeit mit meinem Sohn und fühle mich vom Schicksal betrogen, aber ich mache Pläne für dieses Jahr. Ich gewinne die Lebensfreude zurück. Meine Sonnenfenster werden immer häufiger und länger und ich glaube auch ganz fest an Amoebes Worte....denn irgendwann kam der Punkt, dass meine Zukunftsvision gegenüber der Trauer siegte und ich keine Zeit mehr hatte zu trauern oder an die Vergangenheit zu denken, weil die Zukunft und/oder das Hier und Jetzt plötzlich wichtiger waren.. Wer an diesem Punkt angekommen ist, hat es meiner Ansicht nach „gepackt“.
Wenn wir merken das wir uns plötzlich nach "Vorne" orientieren, dann lassen wir gleichzeitig die Vergangenehit etwas los und damit auch diese unendliche Traurigkeit.
Lieber Leuchtkäfer, wir sind auf dem Weg nach Vorne. Wir werden uns wieder an der Zukunft freuen, wir müssen nur irgendwie lernen mit dem Vergangenen nicht mehr zu hadern sondern es zu akzeptieren. Es war so, es war ungerecht, und wir dürfen darüber (auch für den Rest unseres Lebens traurig sein), aber loslassen müssen wir sie trotzdem.
Ich freue mich auf 2010 und du wirst dich auch bald freuen. Vielleicht finden wir ja gemeinsam irgendein Ritual um loszulassen, wenn wir soweit sind.
Ich drück dich mal ganz doll!
Liebe Grüße,
Feebie
Hallöchen,
dazu kann ich auch was schreiben: Ich habe heute keine "Trauer" mehr, aber doch ab und an eine Art "Verbitterung" - meist wenn ich sehe, wie unbekümmert und teilweise total locker andere frische Mamas mit ihren Babys umgehen. Und da kommt of das Gefühl: siehst du, wärst du in der Persönlichkeit auch so, dann hättest du nicht so schwere Zeit, vor allem nicht so ein hartes 1. Jahr durchmachen müssen.
Nun - ich bin in meiner Persönlickheitsstrucktur nun mal nicht "locker und unbekümmert" und deshalb konnte ich auch nicht so mit meinem Baby damals umgehen. Und deshalb hat mich auch die PPD und der Zwang erwischt.
Meine Schwägerin ist vor 6 Wochen Mama geworden und an ihr sehe ich es: Sie schaut immer, wem sie das Baby ein bissl abgeben kann, holt sich Freiraum wo sie nur kann - das bekommt ihr sehr gut!
Gerade eben wieder erlebt an Silvester, wo wir alle zusammen auf einer Hütte waren: Sie kam am Morgen zum Frühstück mit Baby und versuchte sich ein Brötchen zu schmieren, ging natürlich nicht mit Kind auf dem Arm. Noch bevor ich ihr meine Hilfe anbieten konnte, schaute sie sich um und fragte ganz einfach und Locker: Hast du grad Zeit, kannst du die Kleine ein bissl nehmen? Ja - so einfach geht das, aber für mich war das damals undenkbar, ich dachte, ich sei eine schlechte Mutter, wenn ich nicht 24 Stunden für den Kleinen da bin!!!! Wie bescheuert!!!!!
Oder meine 2. Schwägerin - das selbe in grün: Ihre Kleine ist soooo was von selbständig, spielt ewig alleine, obwohl sie erst 1,5 Jahre alt ist. Da ist mein Noah mit seinen 4,5 Jahren viiiiiel mehr Mama - bezogen. Und da ist dann doch auch wieder der Vorteil: Diese Schwägerin sagt, dass ihre Maus eben nicht kuschelt - weil? Ja weil sie sie ganz anders "erzogen" hat, als ich meinen Noah - ich hab ihn auf Grund der PPD total bemuttert (was natürlich nicht immer gut ist, aber heute sind wir auf einem guten Weg). Und dieses "nicht kuscheln" das vermisst meine 2. Schwägerin und beneidet MICH darum! Also doch ein kleiner Vorteil, ist auch was!
Ja, ich beneide meine 2 Schwägerinnen in vielem, aber weil ich eben ICH bin mit meiner einzigartigen Persönlichkeit, war es mir einfach nicht möglich, es so locker zu machen. Und da kommt dann zu dieser "Verbitterung" plötzlich auch wieder das Schöne: ich bin gerne ICH, auch wenn ich zwanghaft war, auch wenn ich viel Schmerz ertragen mußte und heute so oft sehen kann, wie toll und locker es gehen kann - ich möchte um nichts auf der Welt tauschen mit den beiden. Denn diese Erfahrung der PPD hat mich persönlich reifen lassen, ich habe sehr viel gelernt und sozusagen meinen Horizont um Meilen erweitert. Das möchte ich keinesfalls missen und schon wird aus "Verbitterung" plötzlich "Zufriedenheit" und die Möglichkeit meinen beiden Schwägerinnen ihr Glück von Herzen zu gönnen!
Die Trauer wird weniger, dass verspreche ich euch. Vielleicht bleibt immer ein bissl hin und wieder diese "Verbitterung", das ist legitim und nicht schlimm, das ist einfach nur menschlich!!!
Ganz liebe Grüße von
dazu kann ich auch was schreiben: Ich habe heute keine "Trauer" mehr, aber doch ab und an eine Art "Verbitterung" - meist wenn ich sehe, wie unbekümmert und teilweise total locker andere frische Mamas mit ihren Babys umgehen. Und da kommt of das Gefühl: siehst du, wärst du in der Persönlichkeit auch so, dann hättest du nicht so schwere Zeit, vor allem nicht so ein hartes 1. Jahr durchmachen müssen.
Nun - ich bin in meiner Persönlickheitsstrucktur nun mal nicht "locker und unbekümmert" und deshalb konnte ich auch nicht so mit meinem Baby damals umgehen. Und deshalb hat mich auch die PPD und der Zwang erwischt.
Meine Schwägerin ist vor 6 Wochen Mama geworden und an ihr sehe ich es: Sie schaut immer, wem sie das Baby ein bissl abgeben kann, holt sich Freiraum wo sie nur kann - das bekommt ihr sehr gut!
Oder meine 2. Schwägerin - das selbe in grün: Ihre Kleine ist soooo was von selbständig, spielt ewig alleine, obwohl sie erst 1,5 Jahre alt ist. Da ist mein Noah mit seinen 4,5 Jahren viiiiiel mehr Mama - bezogen. Und da ist dann doch auch wieder der Vorteil: Diese Schwägerin sagt, dass ihre Maus eben nicht kuschelt - weil? Ja weil sie sie ganz anders "erzogen" hat, als ich meinen Noah - ich hab ihn auf Grund der PPD total bemuttert (was natürlich nicht immer gut ist, aber heute sind wir auf einem guten Weg). Und dieses "nicht kuscheln" das vermisst meine 2. Schwägerin und beneidet MICH darum! Also doch ein kleiner Vorteil, ist auch was!
Ja, ich beneide meine 2 Schwägerinnen in vielem, aber weil ich eben ICH bin mit meiner einzigartigen Persönlichkeit, war es mir einfach nicht möglich, es so locker zu machen. Und da kommt dann zu dieser "Verbitterung" plötzlich auch wieder das Schöne: ich bin gerne ICH, auch wenn ich zwanghaft war, auch wenn ich viel Schmerz ertragen mußte und heute so oft sehen kann, wie toll und locker es gehen kann - ich möchte um nichts auf der Welt tauschen mit den beiden. Denn diese Erfahrung der PPD hat mich persönlich reifen lassen, ich habe sehr viel gelernt und sozusagen meinen Horizont um Meilen erweitert. Das möchte ich keinesfalls missen und schon wird aus "Verbitterung" plötzlich "Zufriedenheit" und die Möglichkeit meinen beiden Schwägerinnen ihr Glück von Herzen zu gönnen!
Die Trauer wird weniger, dass verspreche ich euch. Vielleicht bleibt immer ein bissl hin und wieder diese "Verbitterung", das ist legitim und nicht schlimm, das ist einfach nur menschlich!!!
Ganz liebe Grüße von
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
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Elisabeth11
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mici
Ich trauer um den Moment nach der Geburt, als man mir die Kleine nicht sofort auf den Bauch gelegt hat, worauf man sich doch so vorfreut....., sondern sie sofort auf die Intensivstation geschleppt hat.
Und ich trauere um manche Freunde, die ich im Laufe des Lebens leichtfertig verloren habe, weil ich zu stolz und bockig war, den ersten Schritt zu machen und Brücken zu bauen. Das Leben ist manchmal sehr einsam, wenn man es sich mit allen verscherzt.
Eure MICI

Und ich trauere um manche Freunde, die ich im Laufe des Lebens leichtfertig verloren habe, weil ich zu stolz und bockig war, den ersten Schritt zu machen und Brücken zu bauen. Das Leben ist manchmal sehr einsam, wenn man es sich mit allen verscherzt.
Eure MICI
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sunny22092001
Hallo,
ich trauere auch den ersten Monaten mit meinem Sohn nach. Da ich damals schon die PPD hatte, weiß ich irgendwie garnicht mehr viel von den ersten 4-5 Monaten. Das macht mich unendlich traurig. Ich versuche es manchmal nachzuholen, aber das geht nicht. Was vorbei ist, ist vorbei. Dafür geniesse ich jetzt die Zeit mit meinen Söhnen in vollen Zügen.
LG Susan
ich trauere auch den ersten Monaten mit meinem Sohn nach. Da ich damals schon die PPD hatte, weiß ich irgendwie garnicht mehr viel von den ersten 4-5 Monaten. Das macht mich unendlich traurig. Ich versuche es manchmal nachzuholen, aber das geht nicht. Was vorbei ist, ist vorbei. Dafür geniesse ich jetzt die Zeit mit meinen Söhnen in vollen Zügen.
LG Susan