Glückliche Mütter?!!

Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

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Ylaina

Glückliche Mütter?!!

Beitrag von Ylaina »

Hallo ihr Lieben,

gerade wieder fand ich den Begriff der 'glücklichen Mütter' und muss da irgendwie sehr drüber nachdenken.

Wie ihr wißt neige ich zwar zu Depressionen, fühle mich zur Zeit aber recht stabil.
Also zähle ich mich zu den 'normalen' Müttern. Allzeit glücklich bin ich aber keineswegs.

Liegt das nun daran, dass man als Mutter tatsächlich nie einfach glücklich ist, oder daran, dass ich eben doch zu Depressionen neige oder liegt es vielleicht daran, dass wir Mütter (alle, die gesunden und die kranken) sowenig darüber nach außen lassen, dass das alles nicht nur lustig ist?

Das frage ich mich gerade.
Ich hatte schon so einen Moment, in dem ich dachte ich habe jetzt wirklich alles, was ich in meinem Leben wollte. Meine Familie und ich bin in meiner Mitte angekommen, in meinem Leben, mir geht es so gut wie nie zuvor, ich bin eine tolle Mama, eine tolle Partnerin und glücklich und zufrieden.

Aber es gibt auch die Momente, in denen ich traurig bin, dass mein Kind nun schon wieder auf dem Wickeltisch wie am Spieß brüllt, dabei ganz rot anläuft und nur die Brust ihn beruhigen kann. Dann denke ich wir sind kein tolles Team, wer weiß, ob mein Kind mich je lieben wird. Und ich, was mache ich alles falsch?
Momente, in denen ich denke: ich will doch nur bitte mal wieder 8 Stunden schlafen, wie soll ich das packen wenn das noch lange so geht?
In denen mir alles so sinnlos vorkommt.

Ist das denn nun alles normal, und gehöre ich nicht einfach zu denen, die wenigstens hier die Wahrheit sagen, oder habe ich doch schon wieder depressive Tendenzen, weil ich mit Stress und Schlafentzug nicht gut klarkomme?

Mir ist schon klar, dass es 'komisch' ist, dass in einem Forum zu fragen, wo viele Frauen ernsthafte gesundheitliche Probleme haben.
Aber irgendwie finde ich persönlich Euch alle als so normal, dass ich mich hier mit meinen Gedanken einfach am besten aufgehoben fühle.

Wahrscheinlich ist es wirklich so, dass es den allermeisten Müttern so geht. Nur, dass kaum eine drüber redet. Auch aus Selbstschutz nehme ich an.
Und wenn mein Hase wieder zwei gute Tage hatte (nach jetzt zwei eher schlechten) und ich mal wieder mehr geschlafen hab sieht die Welt wieder anders aus. :!: :?: :?:

Ihr wißt ja, ich gehöre der 'Sprich-darüber-Religion' an, musste das also mal loswerden hier, freu mich aber natürlich wie immer auch sehr über Eure Gedanken dazu.

Liebe Grüße
Verena
Feebie

Beitrag von Feebie »

Hallo Verena,

es ist überhaupt nicht komisch das zu fragen. Auch wenn hier viele noch zusätzliche Probleme haben, so ist genau DAS was du geschrieben hast, das was uns tagein tagaus beschäftig.

Ich habe das gerade bei meiner besten Freundin erlebt. Sie hat Anfang Dezember ihr Baby bekommen und sie hatte all diese Gedanken, die du dir auch machst und ich hatte sogar etwas Angst um sie und dachte "Oh nein, sie bekommt auch eine PPD". Aber es scheinen auch die Gedanken von gesunden Müttenr zu sein. Der einzige Unterschied besteht wohl darin, das die bei uns einfach nicht enden, während es bei meiner Freundin inzwischen ganz gut läuft.

Bei mir sind diese Gedanken jedenfalls immernoch genauso präsent. Sowohl die schlechten, als auch die guten Tage, die du beschreibst sind vorhanden. Aber mein Sohn ist auch schon über 2 Jahre alt. :?

Was wollte ich jetzt eigentlich genau schrieben? Keine Ahnung, ich hoffe mein Beitrag ergibt trotzdem einen Sinn, denn mein kranker Sohn ist mir jetzt dazwischen gekommen und hat mich ganz durcheinander gebracht...

Ganz ganz liebe Grüße,
Feebie
Sufferingmommy

Beitrag von Sufferingmommy »

Hallo Verena

Was ist schon normal? ICh denke jede mutter ist irgendwann mal gestresst, genervt und auch mal net gluecklich. Bei uns maedels ist es halt dann so,dass wir uns mehr gedanken darueber machen. Wir wissen was Depressionen sind und wie sie sich anfuehlen. Als ich nach Lukas geburt die Heultage ganz schlimm hatte, hatte ich angst die ppd kommt wieder. Zu denken "ist das jetzt der anfang " wenn ich heulte. Auch das ganze jetzt mit ...geburt verarbeiten und so. Sitze ich dann auch da und denke "oje". Aber dann geht es mir wieder besser und meine sorgen wegen depressionen sind nicht wirklich da. Klar schweigen viele muetter wie es "wirklich" ist. ICh glaube keine ist dazu bereit zu sagen, "mensch mein kleiner war mal wieder am bruellen und ich wusste net was ich machen soll" . Das hat denke ich mal mit dem mutterbild zu tun. Man hat eine gute mutter zu sein. Was wuerden die leute von einem denken. Ich koennte hier einiges loswerden. Als ich lukas aus der wippe hochheben wollte ist er mir (weiss der geier wie) aus der hand ....gerutscht und ich habe ihn mit meinen knien (also am bauch meine ich)kopfueber festgehalten damit er mir nicht auf den boden faellt. :oops: :oops: :oops: :oops: Sowas kann passieren. Aber was mir jetzt grad einfaellt. Als schwangere haben mir leute viel gesagt, schlaf soviel du kannst, das wird so und so usw. Ich habe zwar zugehoert mir aber net so zu herzen genommen und dachte mir das wird schon. Danach wurde ich einem besseren belehrt und wenn ich mich "beschwert"habe , haben die wissend gelaechelt. Und jetzt bin ich eine von den wissend laechelnden.
Leuchtkäfer

Beitrag von Leuchtkäfer »

Hallo Verena,

mal andersherum: Gibt es glückliche Väter, Omas, überhaupt glückliche Menschen? Niemand ist immer nur glücklich, ob nun Mutter oder nicht.
Ich finde es auch überhaupt nicht komisch, daß Du uns das hier fragst. Wir haben die gleichen Probleme, Gedanken, Zweifel und Ängste wie Du, nur einige von uns bewerten das eben anders als Du.
Mach Dir keinen Kopf, wenn Dich Dein Kleiner nervt, keiner findet es toll, wenn das Baby auf dem Wickeltisch schreit. Wichtig ist, wie es Dir dabei geht und was für Gedanken Dir dabei in den Kopf kommen. Du mußt als Mutter nicht immer glücklich sein, Du mußt auch nicht so tun und es gibt viele, viele Mütter, die genauso denken wie Du und es auch sagen. Ich habe die ERfahrung gemacht, daß viele in Krabbelgruppen oder Babyschwimmen oder so ganz erleichtert reagiert haben, wenn ich gesagt habe: Oh Mann, mein Kleiner nervt mich so. Er will krabbeln und kann noch nicht, er ist nur am Meckern. Viele haben dann auch gesagt, wie erleichtert sie sind, daß nicht nur ihnen das so geht.

Frag hier ruhig alles, was Du willst, jede noch so kleine Frage, ich antworte gerne.

Grüße von Leuchtkäfer
Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Hallo!

Das was Leuchti gesagt hat, das hab ich auch so erlebt - wenn man sich traut, die Vorreiterin zu sein und einfach zu sagen, wie es einem geht, bekommt man ganz viel in der gleichen Art zurück...

Erst letztens hab ich drüber nachgedacht, wie ich es bloß geschafft hab, dass die Große all ihre Milchzähne bekommen hat und ich krieg auch noch ein 2. Kind??? :-)
Wahnsinn, das waren schreckliche Zeiten mit der... Und das waren sicher zeiten, wo ich nicht depressiv, aber ziemlich nicht-glücklich (unglücklich klingt schon wieder zu sehr nach Depri) war.

Lg E
Ylaina

Beitrag von Ylaina »

Bin inzwischen auch wieder glücklicher. Weil mein Kind es ist... :wink:

Ja, man kann es auch nicht so verallgemeinern. Habe auch shocn gedacht es liegt zum Teil wohl auch daran, wie die Kinder selber sind. Es gibt nunmal ruhigere und weniger ruhigere. Die ien und selbe Mama kann ja zwei völlig verschiedene Kinder haben.

Und mein hase gehört schon wohl zu den eher fordernden. Und ich bin so über...ruhig...selbstkritisch usw. Vielleicht brauchen wir auch ein wenig mehr Zeit als andere und weniger als wieder andere, um uns aneinander zu gewöhnen.

Und es bleibt letztlich auch das Abenteuer, von dem Mici sprach. Und dabei gewinnt man an einem Tag, am anderen verliert man.

Aber ebenso bleibt meine Hoffnung bestehen, dass wenn ich mich austauschen kann über die Verlierertage, wenn ich es einfach mal sagen darf, dann wachsen sie sich nicht aus zum Gefühl des Komplettversagens und zur Depression.

Und Ihr helft mirdabei nach wie vor.
Mein Mann war aber auch heute toll. Muss ich dazu sagen. Und es hat mir geholfen mit ihm heut Abend auch nochmal über meinen Tag heute zu reden.

Und dann hatte ich wieder ein schönes Erlebnis mit meinem hasen heut Abend, bei dem ich sehen konnte nicht nur meine Milch beruhigt ihn, sondern eindeutig entsteht Kommunikation, Vertrauen zwischen uns.
Wunderschön.

Danke Euch für's Lesen und Gedankenaustauschen.
Werd jetzt wieder schlafen, um das Defizit so klein wie möglich zu halten. Schlaf ist soooo wichtig für mich........

:wink:
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