Sexuelle Störung durch Fluoxetin 20 mg

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tanja1980

Sexuelle Störung durch Fluoxetin 20 mg

Beitrag von tanja1980 »

Hallo, ich hätte mal eine Frage an euch. Habt ihr seit ihr ein AD nehmt auch Probleme mit der Sexualität? Also ich nehme Fluoxetin seit fast 4 Jahren, mit Unterbrechung wegen SS. Seither bekomme ich wenn ich mit meinem Mann schlafe keinen Orgasmus mehr, als ich es eine Weile nicht genommen habe hat es wieder wunderbar funktioniert, also muss es auf jeden Fall an den Medis liegen. Eine gewisse Zeit kann man das ja hinnehmen, wenn es einem mit den Medis dann sonst gut geht, doch nach fast vier Jahren ist es schon sehr belastend, mein mann hat damit auch Probleme, obwohl ich ihm immer wiedersage es liegt nicht an ihm. Ich weiß auch nicht mit wem ich drüber reden kann, bei meinem Arzt trau ich mich nicht dieses Thema anzusprechen, ich weiß gar nicht wie ich das Problem beschreiben soll, es ist mir so unangenehm. Es ist halt so, meine Ärztin meinte, dass ich das Medikament am besten eine lange Zeit weiternehme um stabil zu bleiben. Es belastet unsere Ehe ja auch, wenn wir unsere Sexualität nicht mehr richtig ausleben können. Ansonsten geht es mir wunderbar, ich bin stabil wie lange nicht, und dass obwohl ich ja vor 14 Wochen mein 2 Kind bekommen habe. Nach meiner ersten SS war ich trotz Medis lange nicht so stabil wie jetzt.
Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Hi!

Das ist eine häufige NW von SSRI, leider. Allerdings scheint es auch da präparate zu geben, welche weniger sex. NW haben

Sicher weiß ich nur, dass Bupoprion weniger solche NW haben soll, it aber kein SSRI.

Trotzdem denk ich, dein Psychiater ist der Mensch, mit dem du darüber sprechen solltest, gerade wenn du die Medis noch eine zeitlang nehmen willst, wäre es gut, einen so wichtigen Bereich anzu sprechen und ggfalls das AD zu wechseln.

Lg E
tanja1980

Hallo

Beitrag von tanja1980 »

Danke für die Nachricht. Ich habe es leider noch nie geschafft meine Hemmungen abzulegen und mit meinem Psychiater darüber zu reden. Ich weiß gar nicht wie ich dieses Problem benennen soll, mir ist das so peinlich. Ich hab nur schon mal gelesen, dass es auch Medis gibt bei denen es noch schlimmer ist, also man gar keine Lust mehr hat. Und ich hab gelesen, dass es bei den meisten SSRI´s solche Probleme gibt, das sind halt leider die am besten verträglichsten Medikamente. Ich habe leider auch Probleme mit dem Gewicht, ich hab mal kurz Opipramol genommen, da habe ich gleich 10 Kilo mehr drauf gehabt,bei Fluoxetin ist es zumindest so, dass wenn ich auf meine Ernährung achte das Gewicht nicht all zu sehr nach oben geht. Leider ist das auch eine NW bei vielen AD. Wer hat schon mal mit seinem Psychiater über solche Probleme gesprochen, wie fngt man das Gespräch am besten an.
Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Hi!

Vielleicht hilft es ja, wenn du das hinter einem Fachbegriff versteckst? "Anorgasmie" nennt man das bei den Medizinern. Und ich denke, wenn du einfach sagst, ich hab als NW Anorgasmie, dann ist das ok, oder?

Opipramol is glaub ich ein TZA, stimmt das? Womit ich pers. gute Erfahrungen habe ist Edronax, allerdings hat mir da dann doch der serotonerge Anteil gefeht, das wirkt selektiv aud Noradrenalin. Aber da war der Sex super :-)

Jetzt hab ich ein Kombi präparat (Cymbalta)und es ist auch besser als nur mit SSRI allein.

Vertragen hab ich alle gut und zugenommen auch nicht.

Bupoprion ist ein neues AD, quasi ein atypisches AD.

Lg E
mici

Beitrag von mici »

Moin Tanja,

kann gut verstehen, dass Du Probleme hast, darüber zu sprechen. Du hast von Lisi ja schon viele gute Tipps bekommen, ich wollte nur noch ergänzen, dass ein Psychiater quasi darauf wartet, dass man ihm von NW des AD berichtet. Deswegen geht man ja meist regelmäßig hin, um zu besprechen, ob man mit dem Präparat gut zurecht kommt. Sex. Probs sind ja ganz häufige NW von AD, deswegen "wartet" der Arzt auch quasi drauf, dass Du ihm davon berichtest. Das hat er 100 %ig schon mal gehört und vielleicht hat er wirklich noch einen guten Tipp, was man da machen kann! Wär doch toll!

LG, MICI
tanja1980

Hallo Mici

Beitrag von tanja1980 »

Ja, ich weiß schon, es steht ja auch im Beipackzettel, dass es hauptsächlich zu Orgasmusstörungen kommen kann, man hat aber einfach Hemmungen darüber zu reden. Ich hab auch irgendwie Angst davor, dass die Ärztin dann mehr ins Deteil geht bzw. unangenehme Fragen stellt, das macht es mir auch so schwer darüber zu reden. :oops:
Im April habe ich meinen nächsten Termin und ich werde mir wie schon so oft vornehmen darüber zu sprechen, mal sehen ob ich es nächstes Mal schaffe, ich hoffe ich bringe den Mut dazu auf. Ich mache seit über einem Jahr auch eine Psychotherapie, zu dieser Therapeutin habe ich inzwischen ein gutes Verhältnis, vielleicht spreche ich auch zuerst mal mit ihr darüber, sie hat das ja bestimmt auch schon öfters gehört, dass es solche Probleme unter der Einnahme von AD gibt, vielleicht hat sie mir einen Tipp. Diese Therapie hat mir auch geholfen meine zweite SS gut zu überstehen, trotz großer Ängste.
Deria

Beitrag von Deria »

Hallo Tanja,

ich glaube, das ist auch absolut schwierig, darüber zu reden.
Aber, ich glaube auch, das ÄrztInnen nichts fremd ist.
Wie würde ich das sagen?
"Ich habe ein Problem mit dem AD, nicht, das es mir nicht hilft, mir
geht es wunderbar, aber, ich würde auch gerne meine Sexualität wieder
genießen können und das geht nicht. Das wäre so das Tüpfelchen auf dem i..."
So oder ähnlich.


Liebe Grüße
Deria
Feebie

Beitrag von Feebie »

Hallo Tanja,

ich kenne das Problem und habe auch noch keine Lösung dafür.
Bei mir ist aber sogar die Sexlust gebremst. Also an Orgasmen gar nicht zu denken, weil ich schon gar eine Lust habe "anzufangen", geschweige denn dran zu denken... :?
Ich spreche neuerdings mit meiner Psychologin drüber (keine Ahnung wie das kam, ich glaube sie ahnte etwas). Jedenfalls hatte ich auch Probleme es beim "Namen" zu nennen, und so sprechen wir von "Libido".
Ich finde das klingt am wenigsten "peinlich", vermutlich weil man es sonst eher nicht verwendet. Jedenfalls könnte ich mir vorstellen das du deinem Arzt vielleicht sagen magst, das du als NW Probleme mit der Libido hast.
Sicher wird dann gezielt nachgefragt, aber das Gute ist, das diese Nachfragen sehr sachlich kommen und wenn du mal keine Antwort weißt, oder geben magst, weil du nicht weißt wie du es sagen sollst, dann geben sie Hilfestellungen.
Laß´ es also ruhig raus, du wirst sehen für die ist das so sehr Alltag, als hättest du ihnen gesagt, das du als NW Kopfschmerzen hast.

Alles Gute,
Feebie
tanja1980

Danke Deria und Feebie

Beitrag von tanja1980 »

Ja, ich denke ich muss einfach mal darüber sprechen, obwohl bei mir der Begriff Libido nicht wirklich stimmt, ich habe schon noch Lust komme aber nicht zum Orgasmus. Ich werde wahrscheinlich erstmal in meiner Psychotherapie mit meiner Psychologin reden, da muss ich nächste Woche hin, zu ihr hab ich ein besseres Verhältnis und ich denke wenn ich mit ihr darüber sprechen kann klappts auch mit meiner Ärztin.
Red-headed-woman

Beitrag von Red-headed-woman »

Liebe Liebenden...*lach*...

mal ein sehr direkte Frage...wie ist es wenn ihr euch selbstbefriedigt? Ist dann für euch ein Höhepunkt möglich?

Vielleicht ist die Angst und Sorge in eurem Unterbewusstein so sehr verankert, dass ihr euch nicht fallen lassen und daher keine Lust empfinden könnt.

Vielleicht probiert ihr mal etwas "Neues" aus oder stellt besondere Wünsche an euren Partner.

Sex ist in jeder Lebenslange ein brisantes Thema und vielen Menschen fällt es sehr schwer frei und offen darüber zu reden.

Als ich vor 4 Jahren Cymbalta bekam, lief die ersten 4 Wochen rein gar nix....dann hatte ich totale Libido-Probs.....zum Einen hatte ich auch oftmals null Bock auf Liebelei....

Ich habe damals begonnen - wie in der Pubertät - meinen Körper erneut zu erkunden, zu horchen, was ihm gefällt, was mir Lust bereitet.

Vielleicht solltet ihr euch mal einen heißen Film anschauen oder sexy Unterwäsche tragen.....eine liebevolle Rückenmassage kann die Einleitung eines schönen Liebesaktes sein....streichelt euch gegenseitig intensiv...lass Bilder in deinem Geist frei...

Und... - ganz wichtig - es wird sich alles zum Positiven ändern! Sicher!!!!

Grüsslies
tanja1980

Hallo Red-headed-woman

Beitrag von tanja1980 »

Ja, das ist schon eine sehr direkte Frage, vor dieser Frage hätte ich auch richtig bammel wenn mein Arzt mich das fragen würde, ich würde vor Scham im Boden versinken. :oops:
Beim Sex mit meinem Mann hab ich unter Medikamenten keinen einzigen Orgasmus mehr gehabt. Als ich wegen 2 Kind abgesetzt habe gings plötzlich wieder ich war total erstaunt, damit hatte ich nicht gerechnet.
Naja jetzt zum Thema Selbstbefriedigung, es ist Schwerstarbeit einen Orgasmus zu bekommen, früher hat es 5 Minuten gadauert, heute brauche ich eine Stunde, Orgasmus ist noch möglich aber sehhhr schwierig zu erreichen. Ich muss auch gestehen, dass ich mir mal ein Hilfsmittel zugelegt habe also einen V......., peinlich, ich weiß, damit kann ich noch einen Höhepunkt erreichen, aber es dauert ewig, mit der blosen Hand geht es gar nicht mehr, da ist die Reizschwelle zu niedrig ist genauso wie beim Sex mit meinem Mann. Jetzt soll mir nur mal einer sagen wie ich das meinem Arzt erklären soll, das könnte ich noch nicht mal mit meiner besten Freundin reden oder mit meinem Mann. Aber nach fast 4 Jahren in diesem Zustand reicht es mir ich bin so unglücklich, meinen Mann belastet es auch sehr stark, er hat oft schon gar keine Lust mehr weil er weiß, das sich nicht zum Orgasmus komme egal was er macht. Das mit den erotischen Filmen oder sexy Unterwäsche haben wir schon alles probiert, leider hat es nichts gebracht. Meine größte Sorge ist halt, dass das über Jahre so bleibt und ich möchte meine Sexualität einfach wieder genießen können. Ich hab echt ngst vor dem Gespräch mit dem Arzt aber es muss einfach mal raus, die Belastung wird immer schlimmer seit ich weiß ich muss das Medikament noch lange nehmen.
mici

Beitrag von mici »

Nach S. Freud bestehen wir zu einem Drittel unseres Wesens aus Trieben, zu denen auch die Sexualität gehört! Es ist kein Wunder, dass es Dich sehr belastet! Auch der Psychiater "besteht" wenn man so will, zu einem Drittel aus diesen Trieben! Er wird wissen, was es bedeutet, wenn ein Drittel "ausfällt"!

Lieben Gruß,

MICI
tanja1980

Hallo Mici

Beitrag von tanja1980 »

Du hast schon recht. Es ist halt in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu über Sexualität zu reden, besonders wenn man Probleme hat, auc bei mir ist das mit großer Scham verbunden. Ich saß schon ein paarmal bei ihr und hab mir vorgenommen es anzusprechen und hab es nicht geschafft, danach hab ich mich so geärgert. Ich hoffe es endlich mal zu schaffen. Während der SS hab ich es nicht so schlimm empfunden aber jetzt danach würde man es doch gerne wieder genießen können. Ich nehme mir ganz fest vor es nächstes mal anzusprechen weil sonst wird sich ja an der Situation nichts ändern.
Deria

Beitrag von Deria »

Ihr Lieben,

da Ihr hier so offen über Eure Sexualität schreibt und dann noch der Satz von S. Freud und "es fehlt was"...mh...
Ich bin ja schon sehr lange verheiratet, mit einem lieben, verständnisvollen Ehemann. Der schon mal Jahre auf Sex verzichtet hat, weil ich einfach, durch Aufarbeitung meiner Traumata, nicht konnte.
Im Laufe der Jahre habe ich mir ein Stück zurückerobert. Ich konnte die Nähe wieder genießen, wenn mein Mann mir nahe war, einen Höhepunkt zu bekommen, ging gar nicht. Hat bei mir ganz viel mit Kontrollverlust zu tun. Ich fange dann eher an zu heulen...aber, ich setzte mich nicht mehr unter Druck. Ich kann da immer noch nicht loslassen und Höhepunkt haben ist mir fremd.
Auch mit Selbstbefriedigung, huch je, nein, geht gar nicht. Ich mag mich nicht anfassen.
Egal.
Das nur so nebenbei.
Mein Mann ist seit einem Jahr impotent. Der Arzt hat ihm bescheinigt, das es eine "Alterssache" wäre und man so nicht dagegen tun kann. Hilfsmittel in Form von Tabletten würde nicht gehen - er hat eine schwere Herz-OP gehabt und das wäre nicht so prickelnd.
Ja, das heißt Verzicht.
Ich werde meinen Mann deswegen nicht verlassen.
Ich liebe ihn nämlich und unsere Ehe ist so viel mehr als das, was eben viele meinen, einfach dazu gehört.
Klar, wenn man leidet, sollte man schauen, das man einen Weg findet.
Ich glaube, wenn man sich zu sehr auf etwas versteift, was unbedingt erreicht werden muss, dann klappt das oft nie.
So wie mit einem dringenden Baby-Wunsch, man übt und übt und macht und tut und nichts geschieht und dann, wenn man losläßt und nicht mehr drüber nachdenkt, dann passiert es plötzlich.

Ich leide nicht. Wobei wir aber echt mal anfangen könnten, uns mal wieder zu umarmen oder mal nebeneinander zu liegen.
Männe bekommt immer das "P" in den Augen, wenn ich ihm nahe komme und sagt dann "Aber, ich kann doch nicht!"
Ne, will ich ja auch nicht.
Aber, ich werde ihn mir schnappen und dann werden wir darüber reden "müssen". Wir haben es über das miteinander reden immer geschafft und vll. ist es gut, wenn man dem Partner einfach mal sagen kann, wir kriegen das hin und es wird wieder gut.

Liebe Grüße
Deria
tanja1980

Hallo Deria

Beitrag von tanja1980 »

Ich find es gut, dass Du und Dein Mann so zueinander steht trotz der Probleme. Ich fühle mich nur noch zu Jung um darauf zu verzichten, ich bin jetzt dreißig, mit meinem Mann bin ich seit 11 Jahren zusammen. Es ist bei uns auch nicht mehr so häufig, dass wir GV haben aber wenn dann wäre es schön es würde auch der Orgasmus klappen, früher war es zwischen uns so wunderschön und heute haben wir dadurch einfach auch frust. Mit 26 habe ich mein 1 Kind bekommen und seither nehme ich AD seither geht es auch nicht mehr. Ich finde, dass das psychische Gleichgewicht auch mit der Sexualität zusammenhängt. Selbstbefriedigung ist die einzige Form, was noch einigermassen befriedigend ist, obwohl es da für mich auch sehr schwierig ist. Ich bin eigentlich ein sehr ofener Mensch wenn es um Sexualität geht, mein Partner weiß auch, dass ich SB mache und er respektiert es. Das Einzige ist halt mit dem Arzt darüber zu sprechen. Hier kann ich offen darüber schreiben, hier bin ich anonym aber wenn mir der Arzt gegenübersitzt, weiß ich vor Scham einfach auch nicht mehr as ich sagen soll. Nun noch zu Dir, wenn Dein Mann impotent ist kann man ja auch immer noch zärtlich miteinander sein und er kann Dich ja ebenso noch mit der Hand verwöhnen ich denke auch dass das kein Grund zur Trennung ist.
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