Bin damit überfordert...

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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scaramouch

Bin damit überfordert...

Beitrag von scaramouch »

Hallo Mädels

ich bin wieder zu hause angekommen nach der Woche bei Mama in Köln.

Und kaum hatte ich die ganze Post geöffnet, war ich schon völlig überfordert.
Die PPD Klinik hat sich gemeldet um mir zu sagen das die Gruppentherapie am 16. diesen Monat startet. Eigentlich ein Grund zur Freude, aber jetzt weiss ich gar nicht mehr was ich machen soll.

Ich verbringe so viel Zeit bei mittlerweile 3 verschiedenen Fachpersonen und langsam wird das echt zu viel. Ist doch auch irgendwie kontraproduktiv wenn sich der komplette Alltag nur noch um Arztbesuche oder Therapiesitzungen dreht oder?

Ich gehe alle 2-4 Wochen zum Psychiater, der bei mir für die Medikamente zuständig ist.
1 mal in der Woche zum Psychologen für die Verhaltenstherapie bzw. Psychotherapie.
Und wie schon gesagt ab dem 16. dann auch noch jeden Montag (bis Ende November) in die Gruppentherapie.

Ich fühl mich damit total überfordert, weiss auch nicht, auf was davon ich am ehesten verzichten könnte oder sollte.

In der Gruppe lerne ich natürlich Frauen in der gleichen oder ähnlichen Situation kennen. Kann vielleicht sogar Kontakte knüpfen, da ich hier ja niemanden kenne.

Mensch was soll ich denn bloss machen?

Der Haken an der Gruppentherapie ist, dass ich jedes mal mit Bus und Bahn hin muss, zusammen mit beiden Kindern.
Hab jetzt schon den Angstschweiss auf der Stirn.

Dort bieten sie dann Kinderbetreuung an für die Dauer der Therapie.

Sagt mal was haltet ihr von dem ganzem?

Eure Meinungen sind mir sehr wichtig.

Lg
scara
mici

Beitrag von mici »

Hi Scara,

ich denke, die Gruppentherapie solltest Duunbedingt wahrnehmen! Das ist super, dass sie dort Kinderbetreuung anbieten und wirklich nicht überall der Fall! Insofern nutze die Chance! Die Fahrt mit Bus und Bahn wird Dir nach zwei, drei Sitzungen zur Gewohnheit werden.
Ich weiß genau, was Du meinst, dass man nur noch von einem Arzt zum nächsten rennt und man selber das Gefühl kriegt, "auf der Strecke zu bleiben". Das muss ja auch nicht so bleiben. Aber es ist, denke ich, auch noch nicht an der Zeit, dass Du schon wieder Termine links liegen lässt. Das kannst Du immer noch und jederzeit machen.
Wie sieht denn Deine Medi-Einstellung zur Zeit aus? Ich finde es ja sehr löblich, dass sich Dein Psychiater so viel Zeit nimmt, aber bei diesen Terminen würde ich mich am ehesten fragen, ob sie wirklich notwendig sind. Ich z.B. muss mich max. einmal im Quartal bei meinem Psychiater blicken lassen und zur Not geht es auch mal übers Telefon. Also er will wissen, ob die Medis gut wirken, ob ich mich damit noch gut fühle, ob ich neue Rezepte brauche, aber mehr fragt er mich eigentlich nicht. Das kann man wirklich auch gut am Tel. klären. Nur so als Idee. Und die VT würde ich auf jeden Fall erstmal weitermachen, wie gesagt, Du merkst nach einer Weile, wann Du eine Therapie nicht mehr "brauchst", dann kannst Du sie sein lassen, aber nur weil es Dir zu viele Termine sind, würde ich noch nicht davon zurücktreten!

Lieben Gruß,

MICI
selina

Beitrag von selina »

Hey Süsse,

also ganz ehrlich?Ich find es super!Schau mal umso mehr Leute du quasi aufsuchst umso besser und größer ist dein Sicherheitsnetz!Dazu kommt wenn der eine mal nicht da ist kannst du dich an die und die Personen wenden!Bei mir ist es auch so:PPD Klinik,Psychologe,Ther,Jugendamt usw... Ich fühle mich damit sehr gut.Klar ist das viel aber du musst so denken,
der Weg immer überall hin ist für dich schon Konfrontation wegen deiner Angst rauszugehen!Dazu kommt das du jedesmal ein Positives erlebnis hast wenn du wieder daheim bist!Das wichtigste ist ja auch die Gruppentherapie in deinem Fall denn dort lernst du Frauen kennen die dich VERSTEHEN vlt ist eine dabei die dir total sympathisch ist dann kann man gemeinsam den Weg gehen und sich austauschen!Vlt lernen deine Kids neue Kinder kennen?Dann wärst du auch nicht merh so alleine.Evtl könnte es dann wieder eine anlaufstelle geben nämlich eine Freundinn in der nähe mit den selben Probs!Ich bin mir sicher das die Damen alle "freunde" oder gleichgesinnte suchen um endlich der PPD den Kampf anzusagen und es ist so wie es ist :Gemeinsam ist man stärker!

ICh bin immer für dich da :wink: Fühl dich mal gedrückt und versuch es positiv zu sehen.

P.S meistens gibt es auch noch viel Infomaterial und Informationen wo man hingehen könnte wie SHG usw....
scaramouch

Beitrag von scaramouch »

Danke für eure Antworten.

Ich fühl mich einfach nicht in der Lage diese ganzen Termine wahrzunehmen. Bin so schlapp und müde. Aber ich weiss auch das ich nicht einfach irgendwas sausen lassen darf und sollte.

Ich hab mich nur gefragt ob es ok ist, die Krankheit so den Alltag beherrschen zu lassen, wo sie doch mich schon so beherrscht.
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Marika
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Registriert: 04:06:2005 16:05

Beitrag von Marika »

Hallo,

ich finde alle 3 fixen Termine super und sehr wertvoll!

Liebe Grüße von
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
00julchen

Beitrag von 00julchen »

hi,
ganz ehrlich! hör auf dein gefühl! und wenn du das gefühl hast, daß dir die termine zu viel werden (war ich sehr gut verstehen kann, wenn man 2 kids hat und krank ist), dann trete etwas kürzer. d.h. jetzt nicht, daß du einen der termine absagst, aber vielleicht vereinbarst, daß die abstände kürzer werden. du könntest z.b. deine normale therapie nurnoch alle 2 wochen machen, wenn du jetzt eh wöchentlich in die klinik gehst. und den termin beim psychiater könntest du auch alle 8 wochen machen. wieso gehst du da eigentlich hin? nur, um zu überprüfen, ob das medi wirkt? das könnte man bestimmt auch mal telefonisch machen.
mici

Beitrag von mici »

Ich habe den Eindruck, dass Dir Termine nur deshalb zu viel werden, WEIL es Dir nicht gut geht! Wenn es Dir gut ginge, wenn Du also "normal" gesund wärst, wären es auch nicht zu viele Termine! Deswegen halte ich es für sehr wichtig, dass Du vorläufig weiterhin alle drei Termine wahrnimmst, weil Dein Gefühl, es könnten zu viele Termine sein, eigentlich ein Zeichen dafür ist, dass Du sie dringend nötig hast! Denn alle zwei bis vier Wochen zum Psychiater, einmal in der Wo zur VT und einmal in der Wo zur Gruppentherapei - ehrlich, aber das ist nicht wirklich viel. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich so ist, dass es Dir zu viel wird an Terminen, oder ob es nicht doch die Angst ist, Bus und Bahn fahren zu müssen, die Kids mitnehmen zu müssen etc. Gerade dann solltest Du die Termine unbedingt wahrnehmen, um Dich zu konfrontieren und dann vor Ort sofort auf Gleichgesinnte und professionelle Hilfe zu stoßen!
Was ich gut verstehen kann, ist, dass Dich die Depris und die Angst eh schon so dominieren, dass Du ihnen nicht noch mehr Platz in Deinem Leben einräumen willst. Aber ich fürchte, Angst und Depri brauchen gerade noch mehr Platz in Deinem Leben, damit Du sie endgültig verbannen kannst!

lieben Gruß,

MICI
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