Was würdet ihr tun?

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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BB77

Was würdet ihr tun?

Beitrag von BB77 »

Ich habe mal eine Frage, bei der ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll.
Ich bin mit meinem Kleinen beim Pekip. Und dabei kann man ja auch schön die Beziehungen der anderen Mütter zu ihren Kindern beobachten.
Die meisten gehen auf ihre Kinder ein, allerdings gibt es eine Mutter, bei der ich mir so meine Gedanken mache. Sie spricht kaum mit ihrem Kind, lächelt es kaum an und wirkt allgemein sehr genervt von ihm. Als er sich an sie kuschelte, fragte sie ihn, was das jetzt solle. :shock: Sie sieht nur die Dinge, die er im Vergleich zu den anderen nicht kann. Sie ist froh, dass sie ihn bald in die Tagesbetreuung geben kann (er ist 9Monate) und fährt demnächst ohne ihn in Urlaub. :!:
Als mein Kleiner in einer Stunde die ganze Zeit geplappert hat, fragte sie mich, ob er immer so ein Mitteilungsbedürfnis hätte. :!: :!:
Und um die Sache komplett zu machen, ist sie nun auch wieder schwanger.
Wenn ich sie mir so anschaue, habe ich das Gefühl, dass sie vielleicht auch eine nicht entdeckte PPD hat?
Unsere Kursleiterin ist Sozialpädagogin und wohl auch dafür zuständig, sich die Mütter, bei denen die Hebammen das Gefühl haben, ihre Frauen könnten eine PPD haben, noch einmal zu besuchen und zu schauen, ob es noch ohne Klinik geht.
Ich habe jetzt überlegt, ob ich mal mit der Kursleiterin spreche, ob ihr das schon aufgefallen ist und ob sie vielleicht mal mit ihr redet. Was meint ihr?
Geli
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Beitrag von Geli »

Hallo

ja, rede mit der Kursleiterin und teil ihr deine Beobachtungen mit - dass du dir Sorgen machst und dass du über S+L schon so viel über die PPD-Gefühle und auch -Gestiken, -Mimiken weißt.

Kennt die Kursleiterin S+L? Hast du Flyer vom Verein? Ich schicke dir auch gerne welche zu.

Es ist auch besser, du redest erst einmal mit ihr, als dass du die Mutter direkt ansprichst. Es wird dir selbst dann auch besser gehen, als wenn du die ganze Zeit so ein mulmiges Gefühl hast.
Vielleicht öffnet sie sich und erzählt selbst, wie es ihr geht, wenn die Kursleiterin sie darauf anspricht.
Lieben Gruß von mir

* Auszeit als Ausgleich - fühlen, was tut mir gut *
Irisches Segenswort:
"Mögen gute Tage deinen Weg begleiten, freundliche Menschen dir begegnen, und die Sehnsucht führe dich zum Ziel."
-----------------------
PPD: 2001
Schilddrüsen-Hormon (nie die Präparatfirmen wechseln!)
Gesprächstherapie
Mutter-Vater-Kind-Kur
_________
2014: Depression, Medikament Opipramol, seit 07/15: Escitalopram
angi2010

Beitrag von angi2010 »

Liebe Geli.
meines Erachtens nach, solltest du die Kursleiterin darauf ansprechen. Vielleicht tut es der betroffenen Mami gut wenn die Kursleiterin aif sie zugeht und sie sensibel auf diese Sache anspricht und ihn vielleicht auch Hilfe anbietet! Toll, wie du das beobachtet hast und ihr damit womöglich weiterhilfst :!: Nur Mut :-)
mici

Beitrag von mici »

Hallo BB77,

ich finde auch, dass Du die Kursleiterin ansprechen solltest. Es ist gut, wenn immer mehr Menschen sensibilisiert werden für PPD.
Vielleicht kommst Du auch unverbindlich mit der betroffenen Mutter ins Gespräch. Ich würde aber auch nicht mit der Tür ins Haus fallen. Dafür kennt Ihr Euch nicht gut genug. Außerdem ist das Thema ja ein sehr sensibles, wo man mit einer schlichten Nachfrage auch schnell größeren Schaden anrichten kann.
Insg. glaube ich, würde Dir die Mutter dankbar sein, wenn sie merkt, dass Ihr vielleicht via Kursleiterin eine Brücke gebaut wird, über ihre Probleme ins Gespräch zu kommen und Hilfe angeboten bekommt.

Lieben Gruß,

MICI
BB77

Beitrag von BB77 »

Gestern war wieder Pekip. Die Mama war nicht da (im Urlaub), aber der Kleine mit seiner Oma. So ausgelassen und fröhlich habe ich ihn noch nie gesehen. Das hat mich immens gefreut, da der Kleine somit einen Anlaufpunkt hat.
Ich habe mit einer befreundeten Mutter aus dem Pekip darüber gesprochen (die meine Situation kennt) und der die gleichen Dinge aufgefallen sind. Die Idee mit der Kursleiterin haben wir verworfen, da diese manchmal sehr undiplomatisch sein kann. Allerdings kennen wir die Hebamme, zu der sie wahrscheinlich auch beim 2. Kind gehen wird. Meine Freundin wird bei Gelegenheit mal mit dieser sprechen und sie für die Situation sensibilisieren. Der Kontakt zwischen den beiden war wohl damals recht gut, diese kommt dann bestimmt besser an sie ran als eine relativ unbekannte Kursleiterin.

Geli: Ich habe mal im Geburtshaus geschaut und keine Flyer gefunden. Soll ich mal fragen, ob sie welche auslegen wollen?
mici

Beitrag von mici »

Hallo BB77,

wie ist die Geschichte weitergegangen?
BB77

Beitrag von BB77 »

Hallo mici,
unsere Vermutung mit der Hebamme war wohl richtig. Bei Gelegenheit wird meine Freundin dann mal mit der Hebamme sprechen und unsere Befürchtungen mitteilen.
Beim letzten Pekip war der Kontakt zwischen Mutter und Kind schon etwas herzlicher, sodass ich etwas beruhigt war.
Danke der Nachfrage.
mici

Beitrag von mici »

Mit dem gewissen Hintergrundwissen zur PPD wird man irgendwie sensibel für das Thema, nicht wahr? Mir geht es jedenfalls so, dass ich viel aufmerksamer gegenüber jungen Müttern bin und mich auch zuerst immer nach dem Befinden der MÜtter erkundige und dann nach dem Baby guck. Nach den MÜttern fragt sonst immer keiner, obwohl man doch die Hauptlast trägt. Insofern finde ich es total gut, dass Du da sensibel reagiert hast.

Gruß, MICI
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