Die letzten Tage waren eigentlich alle ok, bis auf kleinere Aussetzer.
Ich wollte gestern Abend ins Yoga, dann war mir am Nachmittag so heiss und ich habe Fieber gemessen: 37,4, da bekam ich grad schon wieder Schübe, "Hilfe ich werde nie gesund." (Hatte Pfeiffrisches Drüsenfieber). Ich habe dann mal wieder gegooglt. Mein Mann hat gesagt, wenn ich mich gut fühle, solle ich gehen, schliesslich kann die Körpertemperatur ansteigen, 37,4 sei noch nicht mal erhöhte Temperatur.
Also bin ich ins Yoga (und habe den Fiebermesser mitgenommen un d12 x gemessen auf dem Weg...), dass ging nicht ganz so gut. Erstens bin ich noch total schlapp und zweitens sind mir auch viele Gedanken durch den Kopf.
1. Meine Psychiaterin ist ganz jung, vielleicht brauche ich jemanden Erfahrenen. Im Augenblick sehe ich da den Weg noch nicht, war aber auch erst 2x dort.
2. Ich hatte tierisch Hunger beim Yoga auf Currywurst, bin dann an den Goldbrunnenplatz und habe mir eine mit Pommes reingepfiffen, war froh da endlich mal Hunger und jetzt rebelliert mein Magen.
3. Ich konnte die ganze Zeit nur daran denken, ob ich wieder krank werde und ob das richtig ist, dass ich im Yoga bin.
4. Ich kann kein TV mehr schauen, dass macht mich nervös, aber ich kann mich im Internet beschäftigen
5. VERÄNDERUNG: Selbst die kleinen Dinge machen mich schon ganz fertig. Wie wird es, wenn die Kinder wieder da sind (Sind bei meinen Eltern)? Schaffe ich das? Ich muss wieder essen kochen (Waren diese Woche nur auswärts), bin fremdgesteuert, kriege ich das hin? Was ist, wenn ich zusammenbreche?
6. VERÄNDERUNG: Wenn wir zu meinen Eltern fahren, schaffe ich die Autofahrt (7h), wie ist es wenn ich dort bin, was ist wenn ich nicht schlafen kann, was mache ich dort? Ich habe auch kein Internet wo ich mich dann beschäftigen kann.
7. Mein Vater schläft schon seit einiger Zeit auf der Couch, weil der Hund nicht mehr gescheit aufstehen kann und der dem nachts helfen muss, sonst bellt er. Meine Schwester ist wieder zurück in ihr altes Zimmer gezogen und mein Vater hat im Gästezimmer sein Büro eingerichtet, nachdem er mal wieder Insolvent war. Also sollen wir bei meinen Eltern im Schlafzimmer schlafen und meine Stiefmutter ginge ebenfalls auf die Couch - das ist mir unangenehm und peinlich. (das die Stifmutter auf die Couch geht und das wir im Elternbett schlafen, auch wenn die woanders pennt, im Elternbett finde ich komisch)
7. VERÄNDERUNG: Schaffe ich es wieder ins Büro zu gehen? Ich muss nächste Woche den neuen Mitarbeiter briefen und dann irgendwann ein normales Leben anfangen...
8. VERÄNDERUNG: Ferien, ich habe auch Panik vor den Ferien. Was soll ich da den ganzen Tag machen. Wenn ich nicht körperlich fit bin, dann geht kein surfen, kein Yoga und dann? 5 Wochen Bali? Jetzt mache ich ja noch ab und zu ein wenig Arbeit, aber dann habe ich nichts mehr zu tun. Auch kein Internet dort.
9. Ich vermisste die Kinder nicht. Ich weiss ja auch, dass sie Spass haben. Ich bin auch meinem Mann nicht so unglaublich nah und nun habe ich Angst, dass es mir mit ihnen ebenfalls so geht. Was ich weiss ist, dass ich mich immer wieder neu daran gewöhnen musste, wenn wir zB ein paar Tage weg waren, war das immer wieder komisch sie wieder zu sehen, Freude, aber auch ein klein wenig fremd. Vielleicht muss man sich erst etwas gewöhnen.
10. VERÄNDERUNG: Die Hauptsaison im Job ist bald vorbei, der Herbst/Winter kommt, dann die Reduzierung bei der Arbeit - ich habe die Wochenende wieder und unter der Woche mehr frei - was soll ich denn da tun?
11. VERÄNDERUNG: Mein Mann muss einen Job suchen, was wenn er keine 60 oder 80% findet und 100% arbeiten muss?
Ich weiss, ich bin fragile und dünnhäutig, sollte nicht in der Zukunft rumdenken, sondern Tag für Tag nehmen. Ich probiere mein Bestes, trotzdem überkommt es mich manchmal. Natürlich wird der Tag wieder kommen an dem ich langsam anfange wieder normal und Genussvolll zu essen. Sicher werde ich meine Wochenende geniessen, die Kinder, meinen Mann und die Zeit die ich mehr für mich.
Aber es fühlt sich grade nicht so an und das ist echt hart. Ich habe noch Angst, dass ich nicht wieder richtig fit werde, oder das es noch extrem lange dauert und ich so nicht gegen die Depression ankämpfen kann, weil ich schlapp bin. Vielleicht bin ich aber auch wegen der Depri schlapp...Meine Stief- und meine Schwiegermutter würden jetzt sagen: Du musst an dein inneres Kind ran und dich den Urängsten stellen vom Verlassen werden deiner Mutter. Also erstmal keine Ahnung wie man das macht und zweitens wischt das ja auch nicht alles weg. Ich weiss warum das so ist, aber ich muss ja hier und jetzt damit umgehen und das ist immer wieder ein Kraftakt.
Oh, Mann...
Angst - mal was ganz Neues ;-)
Moderator: Moderatoren
-
Birdee
-
Mamba
Hallo Birdee,
Vielen Dank für deine Antwort. Ich denke, dass ich einer Klinik erst recht durchdrehen würde. Ich habe Panik vor Krankenhäusern und dann habe ich ja auch zwei Kinder die versorgt werden müssen. Klar komme ich einigermaßen, habe soziale Kontakte und bin kein Härtefall. Aber vielleicht sehe ich das auch falsch, wenn ich meine nur Härtefälle gehören in die Klink.
Liebe Grüße, M
Vielen Dank für deine Antwort. Ich denke, dass ich einer Klinik erst recht durchdrehen würde. Ich habe Panik vor Krankenhäusern und dann habe ich ja auch zwei Kinder die versorgt werden müssen. Klar komme ich einigermaßen, habe soziale Kontakte und bin kein Härtefall. Aber vielleicht sehe ich das auch falsch, wenn ich meine nur Härtefälle gehören in die Klink.
Liebe Grüße, M
-
Birdee
Ich war in einer offen geführten Psychiatrie und hatte alle Freiheiten.
Meine Kinder waren gut versorgt , den Kleinen hätte ich sogar mitnehmen dürfen.
Eine solche Klinik ist sicher nicht nur etwas für "Härtefälle"...bei mir wurde eine mittelgradige Depression diagnostiziert....
....mir hat es seeeehr geholfen , aber das muss jeder selber entscheiden.
Du solltest dir auf jeden Fall Hilfe organisieren ,angefangen bei einer Ärztin deines VERTRAUENS.
Wie wäre es zusätzlich zur Entlastung mit einer Haushaltshilfe...
Meine Kinder waren gut versorgt , den Kleinen hätte ich sogar mitnehmen dürfen.
Eine solche Klinik ist sicher nicht nur etwas für "Härtefälle"...bei mir wurde eine mittelgradige Depression diagnostiziert....
....mir hat es seeeehr geholfen , aber das muss jeder selber entscheiden.
Du solltest dir auf jeden Fall Hilfe organisieren ,angefangen bei einer Ärztin deines VERTRAUENS.
Wie wäre es zusätzlich zur Entlastung mit einer Haushaltshilfe...
-
Mamba
Hi Birdee,
Ich habe Angst vor der Angst, bekomme es aber sicher hin. Habe eine Therapie angefangen und jetzt seit 2 Tagen auf 10mg Cipralex. Ich habe 1x die Woche Therapie, aber ich weiß noch nicht, ob die Person richtig ist. Wie lange warst du in der Klinik und was habt ihr da gemacht. Ich lebe in der Schweiz.
Gruß, M
Ich habe Angst vor der Angst, bekomme es aber sicher hin. Habe eine Therapie angefangen und jetzt seit 2 Tagen auf 10mg Cipralex. Ich habe 1x die Woche Therapie, aber ich weiß noch nicht, ob die Person richtig ist. Wie lange warst du in der Klinik und was habt ihr da gemacht. Ich lebe in der Schweiz.
Gruß, M
-
Leuchtkäfer
Hallo Mamba,
was Du hast, nennt man Gedankenkreisen. Man kommt vom Hundertsten ins Tuasendstel und alles dreht sich. Es hilft dann auch nicht, sich zu sagen, daß man im Moment leben soll, denn das scheint unmöglich.
Es ist gut, daß Du eine Therapie angefangen hast. Frag Dich am besten, was Du von einer Therapie erwartest. Möchtest Du jemanden, der Dich an der Hand nimmt, ein bißchen bemuttert? Dann ist vielleicht jemand mit Erfahrung besser. Hast Du ganz klare Ziele für die Therapie? Zieht Deine Therapeutin am gleichen Strang? Dann ist es egal, wie alt sie ist.
Ich hatte eine Therapeutin, die jünger war als ich und keine Kinder hatte. Wir sind aber ganz toll zurecht gekommen, ich habe unheimlich viel in der Therapie gelernt.
Ich war auch sechs Wochen in der Psychiatrie, auch auf einer offenen Station. Dort macht man Sport, Ergotherapie, es gab Infos über die Erkrankung, gemeinsame Mahlzeiten, jeden Tag Visite und zweimal EInzeltherapie. Dazu hatte ich Babymassage, weil mein Kleiner dabei war.
Ich hoffe, die Infos helfen etwas,
Grüße von Leuchtkäfer
was Du hast, nennt man Gedankenkreisen. Man kommt vom Hundertsten ins Tuasendstel und alles dreht sich. Es hilft dann auch nicht, sich zu sagen, daß man im Moment leben soll, denn das scheint unmöglich.
Es ist gut, daß Du eine Therapie angefangen hast. Frag Dich am besten, was Du von einer Therapie erwartest. Möchtest Du jemanden, der Dich an der Hand nimmt, ein bißchen bemuttert? Dann ist vielleicht jemand mit Erfahrung besser. Hast Du ganz klare Ziele für die Therapie? Zieht Deine Therapeutin am gleichen Strang? Dann ist es egal, wie alt sie ist.
Ich hatte eine Therapeutin, die jünger war als ich und keine Kinder hatte. Wir sind aber ganz toll zurecht gekommen, ich habe unheimlich viel in der Therapie gelernt.
Ich war auch sechs Wochen in der Psychiatrie, auch auf einer offenen Station. Dort macht man Sport, Ergotherapie, es gab Infos über die Erkrankung, gemeinsame Mahlzeiten, jeden Tag Visite und zweimal EInzeltherapie. Dazu hatte ich Babymassage, weil mein Kleiner dabei war.
Ich hoffe, die Infos helfen etwas,
Grüße von Leuchtkäfer
-
Birdee
Mit Cipralex habe ich auch angefangen ,war und ist für mich das richtige AD (mittlerweile nehme ich aus" Kostengründen" das günstigere Citalopram)
Ich war insgesamt 11 Wochen in der Psychiatrie...verteilt über zwei Jahre.
Die Einzeltherapie hat mir sehr geholfen , aber auch die Gruppengespräche.
Auch dass der Partner einbezogen und zum Profi der Krankheit und im Umgang mit der Erkrankten(mir) gemacht wurde.
Die Psycho-Edukative-Gruppe hat mir unheimlich viel gebracht.
Dort erfährt man alles über die Krankheit ,Ursachen und Wege heraus...
Gespräche mit den Patienten waren auch hilfreich.
Kneippen jeden Morgen...
Sportgruppen....Kunst-und Musiktherapie.....
Das Team ,von dem ich umsorgt wurde war immer kompetent und einfühlsam.
Ich war nie mit Fragen alleine , Unsicherheiten konnte ich sofort klären.
Wäre es nötig , würde ich mich denen jederzeit wieder anvertrauen....
Ich war insgesamt 11 Wochen in der Psychiatrie...verteilt über zwei Jahre.
Die Einzeltherapie hat mir sehr geholfen , aber auch die Gruppengespräche.
Auch dass der Partner einbezogen und zum Profi der Krankheit und im Umgang mit der Erkrankten(mir) gemacht wurde.
Die Psycho-Edukative-Gruppe hat mir unheimlich viel gebracht.
Dort erfährt man alles über die Krankheit ,Ursachen und Wege heraus...
Gespräche mit den Patienten waren auch hilfreich.
Kneippen jeden Morgen...
Sportgruppen....Kunst-und Musiktherapie.....
Das Team ,von dem ich umsorgt wurde war immer kompetent und einfühlsam.
Ich war nie mit Fragen alleine , Unsicherheiten konnte ich sofort klären.
Wäre es nötig , würde ich mich denen jederzeit wieder anvertrauen....