.......ich hoffe es antwortet jemand...........

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Nickolakala

.......ich hoffe es antwortet jemand...........

Beitrag von Nickolakala »

Hallo,

ich hab seit Tagen wieder so ein komisches Gefühl -VORMITTAGS-
Ich kann es ganz schlecht beschreiben, so unwirklich, hektisch irgendwie !!
Aber ab ca. 15 Uhr ist das wie weggeblasen !!
Ich nehem abends 50 mg opipramol und morgens nochmal 25-50 mg je nachdem..........eigentlich war das die ganze Zeit auch recht gut so.
Ich merke ja, dass mir Abwechslung und mal ne Plauderei in der Nachbarschaft gut tun. Ich gehe auch 1x die Woche bis 14 Uhr arbeiten.
Das tut auch gut. Aber ich kann doch nicht jeden Tag arbeiten rennen, habe zwei Kinder zu versorgen, denen ich auch immer frisch kochen will und wir haben ein grosses Haus. Also: an Arbeit mangelt es nicht.
Auch jogge ich seit 2 Monaten 3x die Woche 45 min.
Was ist das Problem? Und warum wird das gegen nachmittag so viel besser???
Danke
N.
lotte

Beitrag von lotte »

Hi Du,
das mit dem Vormittag kenne ich. Und es ist ein Symptom, das so gar nicht weichen will. Nehme übrigens die gleiche Menge opri wie Du, habe allerdings in letzter Zeit das Gefühl, es "kracht" nicht mehr so.

Bei mir ist es eine Erwartungsangst: schaffe ich den Tag, geht alles gut usw. Sicher brauchst Du nicht mehr an Arbeit, vielleicht ist es eher das Gegenteil und Du kannst Dich (wie ich mich auch) schlecht locker machen? Mir geht es auch gegen Nachmittag viel besser, weil ich dann weiss, es kann nicht mehr so viel passieren, oder ich muss nicht mehr so viel machen. Ich meine, unsere Tage sind ja schon sehr von den Bedürfnissen der Kids bestimmt, ich finde, das zehrt auch auf Dauer.

Das "Problem" sind nicht die äußeren Sachen. Sondern es ist irgendwie in uns drin, diese Hektik. Ich habe auch bemerkt, wenn ich es nicht so sehr bewerte, wie ich mich fühle, wird es besser.

Hoffe, es war was für Dich dabei und warum glaubst Du, es antworten wenig? Das ist auch son Ding, was einen runterziehen kann, dieses "vielleicht bin ich nicht wichtig genug".

Liebe Grüße
Lotte
Nickolakala

Danke

Beitrag von Nickolakala »

Liebe Lotte,

danke erstmal für Deine Antwort.

MMhhhh an dieser Erwartungsangst, wie Du schreibst, könnte schon was dran sein. ich versuche auch ziemlich viel am vormittag zu erledigen, damit ich mittags nicht noch die Kids überall mit hinschleppen muss. Ausserdem sind oft Gastkinder bei uns, oder die Kids sind einfach im Garten, da muss ich ja auch hier sein.

Irgendwie weiss ich für mich glaub ich gar nicht wirklich was ich alles "leiste". Für mich ist es irgendwie immernoch zu wenig !!! Wobei mich andere sehr oft darin bestätigen, WAS ich alles an einem Tag tue.
ich koche jeden Tag frisch, mache den Garten, streiche die Fenster, guck dass meine Kinder immer draussen sind.........ich schmeisse hier schon den Laden, ohne Zweifel !! Und trotzdem SEHE ich es nicht, weil ich denke ist doch alles normal, was ich tue !

Aber mir persl. fehlt wirklich auch oft hier die Ansprache. Alle freundinnen und Nachbarn sind arbeiten. Das finde ich schade !

Ja und locker machen??? Das geht GAR NICHT !!!! Ganz schwer !!!!
Ich bin auch dauernd dabei mir pro Tag alles voll zu planen...........Ich hasse Tage, an denen "nix los ist". Auch die Sonntage sind nicht schön für mich.

Du meinst also das ist ein Stresssymptom?? Und keine Ängste???

Naja irgendwie krieg ich nie sooo viele Antworten hier ! Schade eigentlich.
ubure

Beitrag von ubure »

Hallo,

also mir geht's da ganz genauso wie lotte, wobei es bei mir schon auch einen Grund dafür gibt (ich hatte sehr lange große finanzielle Probleme wegen meiner Selbstständigkeit und da hatte ich schonmal jeden Tag Angst, was alles in der Post ist, wenn das Telefon klingelte, ob es unangenehmen Besuch geben würde usw.). Das hat sich bei mir unendlich eingeschliffen und deshalb kenne ich das Gefühl gut. Bei mir ist es aus demselben Grund wie bei lotte nachmittags dann besser - es kann gar nicht mehr soviel daherkommen.

Ich denke aber schon auch, dass es bei Dir in etwa in die gleiche Richtung geht: die viele Arbeit ist ja auch Stress und natürlich hat man im Hinterkopf, ob heute wieder alles glatt geht, nicht was Unvorhergesehenes mit den Kindern ist, keiner krank wird etc., und je mehr sich der Tag neigt, umso unwahrscheinlicher ist es, dass noch was passiert und außerdem ist dann endlich Feierabend.
Sicherlich lockert ein wenig Ansprache hier und da den Tag etwas auf, man wird ein wenig aus seinem Tunnelblick herausgerissen, und das tut gut. Halt doch öfter ein Schwätzchen über den Gartenzaun!

LG,
Inez
Nickolakala

Danke

Beitrag von Nickolakala »

Liebe ubure,

auch Dir ein Danke für Deine Antwort.

Tja mit dem Schwätzchen über den Gartenzaun ist schwierig, wie schon gesagt, die sind alle arbeiten. Und überhaupt irgendwie ist doch jeder mit sich selbst beschäftigt.............

Ich denke halt auch jeden Tag, es könnte irgendwas schlimmes passieren, echt es ist so heftig, dass ich wirklich auf einen "schlimmen Anruf" warte, dass jemand erkrankt ist oder gar gestorbenl oh je, meine Gedanken sind echt die Hölle ! Kein Wunder dass es mir so bescheiden geht...........kein Mensch denkt so wie ich !!!!

LG N.
ubure

Beitrag von ubure »

Nein, ich denke nicht, dass Du die einzige bist, die so denkt. Sogar gesunde Menschen hoffen doch auch, dass ihnen und ihren Lieben nichts zustößt. Das sind doch ganz tiefsitzende menschliche Gedanken und Ängste.

Hast Du mal in der Therapie gelernt, wie Du solches Denken in positivere Bahnen lenken kannst? ich weiß, das geht nicht immer sofort, aber mit etwas Disziplin (und die hast Du ja offensichtlich), könntest Du Dir das wieder antrainieren und so zu Deiner Entlastung anwenden.

LG,
Inez
Nickolakala

hallo

Beitrag von Nickolakala »

MMhhh nein in meinen Therapien habe ich NIE gelernt, wie ich mit diesen Gedanken umgehen könnte...........und ich habe wirklich einige Therapien hinter mir...........
Hast Du vielleicht eine Idee, wie ich meine Gedanken in die richtigen Bahnen leiten könnte???

Also ehrlich gesagt, denke ich nicht, dass sehr viele Menschen morgens daran denken, was so alles passieren könnte ! Nein, himmel, da wird man doch völlig verrückt. Und ich finde, man darf das auch nicht jeden Tag denken !!!! Nur wie komme ich da raus???

Danke
N.
ubure

Beitrag von ubure »

Hallo nochmal,

na, aber das ist doch Hauptgegenstand der kognitiven und Verhaltenstherapie!?

Du, es gibt wirklich sehr gute Bücher zu dem Thema, Selbsthilfebücher. Ich kenne leider nur englische, aber wenn Du das gut kannst, könnte ich Dir Titel nennen.

LG,
Inez
lotte

Beitrag von lotte »

Es sind M.M. nach Ängste, die durch den Stress begünstigt werden. Versuche mal, Dich selber mehr zu loben, was Du alles so schaffst etc. Wie Du ja schreibst, machst Du eine Menge. Nur sind das auch immer Dinge, die NUR für Dich gut sind? Ich lese da viel raus, dass Du Dich - was ja auch richtig und wichtig ist - sehr um deine family kümmerst. Vergiss Dich dabei aber nicht ganz.

Bücher: Dr. Hans Morschitzky: "Die zehn Gesichter der Angst".
Boris Bandelow:" Das Angstbuch"
Doris Wolff: "Ängste verstehen und überwinden"
Simone Straub: da hab ich leider den Titel vergessen. "Ängste verstehen und bewältigen oder so ähnlich".

Schränke Dich auch nicht so ein, von wegen das und das darf man nicht denken. Was meinst Du, wie viele Menschen es mit einer generalisierten Angststörung zu tun haben, die machen sich täglich tausend Sorgen. Viele davon sehr unrealistisch, weil sie den "bösen Film" nicht zu Ende denken, sondern in der Katastrophe hängen bleiben.
Nickolakala

Danke

Beitrag von Nickolakala »

Danke nochmal für all Eure Antworten.

Die Bücher hab ich alle schon durch. Ich beschäftige mich ja schon 10 Jahre mit diesem Thema. Aber irgendwie krieg ich meine "Angst" nicht kkomplett los.....

Trotzdem danke für den Austausch mit Euch.

jLG N.
ubure

Beitrag von ubure »

Hallo nochmal,

hast Du's schonmal mit Yoga und/oder Meditation versucht? Das wäre jetzt mein heißer Tipp für Dich, wenn Dir die Bücher nichts gebracht haben. Dort würdest Du lernen, Deine Konzentration zu bündeln und die Gedanken besser lenken zu können.

Die Wirksamkeit von Meditation bei Depressionen ist übrigens wissenschaftlich belegt.

LG,
Inez
Nickolakala

DANKE

Beitrag von Nickolakala »

DANKE ubure und Lotte....... !!!!

komisch, aber irgendwie geht es mir seit ein paar Tagen besser, weil ich mir Eure Tips hier zu Herzen genommen habe....
ich gebe mir nicht mehr "so viel" Stress, versuche etwas "runterzukommen".
Danke nochmal.

Ja ich weiss dass Yoga sehr gut sein soll. Aber ich wohne hier in einem kl. Dorf und müsst wohl wieder "ewig" fahren, um einen Kurs zu besuchen. Aber ich halte auf alle Fälle Augen u. Ohren auf, ob vll. hier mal ein Kurs angeboten wird !!!

Danke
N.
lotte

Beitrag von lotte »

Schön, dass es besser geht. Sind ja meist eh "nur" Phasen und keine Dauerpanik. Ich habe das auch schon seit circa 10 Jahren und denke, ein Stück weit wird das nie weggehen, gerade auch in Stresszeiten mit 2 Kids, Jobs, Haus, kennst das ja.

Mir hat manchmal geholfen, die alten Bücher doch noch mal ranzunehmen und nur gewisse Stellen nachzulesen. Das war wie son AHA-Effekt. Man soll ja bekanntlich nie aus der Übung kommen ... ;)

Ein schönes WE
Lotte
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