Gute Tage - schlechte Tage und immer wieder Zweifel...

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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stonehaven

Gute Tage - schlechte Tage und immer wieder Zweifel...

Beitrag von stonehaven »

Hallo Zusammen,

ich habe mich vor einiger Zeit in der Vorstellungsrunde vorgestellt (Zwangsgedanken).

Leider geht es mir mittlerweile immernoch nicht so gut wie ich das gerne hätte.
Ich nehme jetzt seit 4 Woche Citalopram und habe nach wie vor immer 2-3 gute Tage und dann wieder viele schlechte. Ich möchte endlich stabil werden.
Kann ich meinen Therapeuten darum bitten mir Cipraplex zu geben oder muss er das entscheiden.

Ich habe ständig den Zweifel tatsächlich eine Zwangserkrankung zu haben und denke stattdessen einfach das ich wirklich ein Monster bin. Wenn ich wenigstens "nur" gegen die Zwangsstörung ankämpfen müsste. Aber so ist es immer wieder ein Kraftakt mich davon zu überzeugen, dass ich nicht pädophil bin.

Ich würde so gerne wieder normal leben können...


stonehaven
green2011

...

Beitrag von green2011 »

hey du,
du bist eigentlich schon zwei schritte weiter als ich, weil du schon in therapie bist und schon ein ad nimmst - ich habe morgen erst meine erste sprechstunde. aber ich erlaube mir trotzdem mal was dazu zu schreiben:
ich kann gut nachempfinden was du meinst - diese hochs, die einen hoffen lassen und dann leider immer wieder die tiefs. und wenn man gerade ein hoch hat denkt man sich, guck mal, geht doch und dann wieder ein tief und die große enttäuschung und man versucht sich wieder permanent selber zu beruhigen. - ich habe auch immer das gefühl, dass meine psyche mich ärgern will - und man über fünf ecken denkt - man fragt sich andauernd, warum denk ich sowas, wie fing das an? logisch betrachtet, denkt man - eine möglichkeit wäre ja, dass man das gut findet - ABER DEM IST JA NICHT SO - aber wenn man diese dinge jetzt einfach wirklich mal als gemeinen und abgezockten schlauen kobold betrachtet, der weiß, das schlimmste wäre für sie, die vorstellung, dass sie das wirklich gut fänd, was sie da denkt... dann versuch ich ihr das mal einzureden - diese grausamen, teilweise hochgradig perversen gedanken, die einem da in den kopf schießen, sind ja im endeffekt immer das schlimmste, was man sich gerade vorstellen kann - und immer wieder ein stich ins herz... bei mir variiert es zwischen sexuellen und/oder gewalttätigen, oder einfach nur sätzen, die mir in den kopf schießen - ich les halt gerade das kobold im kopf buch - zig berichte von verschiedensten frauen hier - schreib gleich weiter... mami wird verlangt...
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallo,

du brauchst noch etwas Geduld, Süße, leider. 4 Wochen AD sind noch nicht wirklich lange und dann ist auch die Dosis ganz entscheidend: Wieviel mg nimmst du aktuell? Alles was unter 20 mg Citralpram liegt, ist bei ZG echt sehr, sehr wenig!

Und leider mußt du ja auch in der Therapie an den ZG arbeiten, das geht nicht so schnell, auch wenn ich dir nichts mehr als das wünschen würde.

Wichtig also: wie hoch ist deine Dosis aktuell? Wenn ich das weiß, kann ich dir weitere Tipps bzw. Ratschläge geben!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
green2011

da bin ich wieder...

Beitrag von green2011 »

hab da ein schreibfehler oben reingebracht - ich meine manchmal sind es bei mir diese grausamen gedanken und dann wieder schlimme sätze die sich mir aufzwingen...also was ich sagen will, ist - es ist meine theorie, dass man immer genau das denkt, was man gerade am schlimmsten fänd ! ich hab hier schon einige beiträge gelesen, wo frauen genau das selbe beschreiben wie du ich finde es hilft immer sehr hier zwischendurch zu lesen, dass andere quasi haargenau die selben gedankengänge haben!!! wir sind keine monster, im gegenteil, wir sind äußerst besorgte, liebende Mütter mit einer eigentlich harmlosen krankheit, die die lebensqualität aber leider auf eine harte probe stellt!
und ich denke ich werde morgen auch direkt fragen, ob ich vll cipralex nehmen sollte...
ich wünsche dir weiterhin viel kraft und eine gute besserung!!!
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Marika
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Beitrag von Marika »

@green: Das hast du sehr, sehr gut erklärt - genau so ist es. ZG sind immer das, was für einen persönlich am allerschlimmsten wäre und hat rein gar nichts mit den eigentlichen Wünschen, Tun oder Vorlieben zu tun. Aber oft denkt man eben wegen der ZG: Wenn ich sowas denke, könnte ich das dann nicht wirklich wollen? Das ist das gemeine an den Zwängen, man "verliert" oft das Wissen, dass dem eben NICHT SO IST!!!

Und liebe green, deine Theorie stimmt haargenau mit allen Forschungs-und Studienergebnissen überein!!!! :D

Erzähl dann von deinern Therapie, ja!!!!
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
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stonehaven

Danke euch

Beitrag von stonehaven »

Danke für die schnellen und lieben Antworten.

Es ist wirklich zum verrückt werden, nicht wahr?

Ich nehme 20mg seit drei Wochen (hab mich vertan, es sind noch nicht vier). In Therapie bin ich schon seit fast einem Jahr.

Ich habe mir gestern auch das Buch Kobold im Kopf geholt und es nochmal genau durchgelesen. (Hatte es vor langem schon mal durchgeschaut). Dort steht ja auch, dass man die Medis erst nach 10 Wochen bewerten soll. Da muss ich mich echt noch gedulden. :-(

Die Zwangsgedanken sind bei mir gar nicht so sehr schlimm. Eher die Impulse. Ich habe immer das Gefühl gleich irgendwohin langen zu müssen (also bei meiner Tochter) um mir selbst zu beweisen, dass ich das nicht gut finden würde. Aber ich will auch nicht zur Kontrolle hinlangen. Und wenn ich sie dann hochnehme und an ihre Brust oder ihren Po fasse, denke ich, jetzt hast du ja doch hingelangt, dann nehme ich die Hand weg - dann denke ich, ja aber es ist ok wenn du da hinlangst weil du sie ja nur tragen willst, also will ich die Hand wieder hin tun - aber das wäre ja schon wieder absichtliches hinlangen um es zu testen und ich will ja nicht testen. Oh ... wie verworren.
Also eigentlich will ich nur sagen ich weiß nicht so der normale Umgang mit meiner Tochter aufhört und das testen anfängt. Weil ich keinesfalls testen will.

Es ist mir nach der Lektüre vom Kobold auch aufgefallen, dass mein Therapeut mich meine Gedanken nicht hat aufschreiben lassen oder sonst wie damit konfrontiert hat. Dabei ist doch das lt. Buch die effektivste Methode.

Im Buch wird auch gesagt, dass man sich absichtlich in Situationen mit Kinder bringen soll und es dadurch besser wird. Aber ich bin doch immer mit meinem Kind zusammen und stelle mich allen Situationen, ich wickle, bade, kuschle und gebe küsschen. Trotzdem ist es nicht besser.

Auch verunsichert mich das es bisher nur zwei dokumentierte Fälle von Müttern mit pädophilen Zwangsgedanken gegenüber ihren eigenen Kindern gibt. Also kann ich mich nicht so gut mit dem Buch identifizieren wie vielleicht eine Mutter mit gewalttätigen Gedanken. Und da setzt der Zwang wieder an: Dann bist du doch anders. Du bist nicht zwangskrank sonder krank krank.....Versteht ihr?

Ich werde heute oder morgen anfangen, wie im Buch empfohlen, meine schlimmsten Gedanken, Impulse und Befürchtungen aufzuschreiben und mich regelmäßig damit konfrontieren. Meint ihr es ist besser per Hand zu schreiben weil es mehr Gefühl verleiht oder ist PC besser?

Ich möchte alles unternehmen was geht um diesen Qual loszuwerden.

Noch eine Frage. Hab ich jetzt eine PPD weil ich vor der Geburt noch nie irgendwelche Zwangssymptome hatte oder habe ich eine Zwangsstörung die sich jetzt entwickelt hat. Weil die PPD ja fast 100% wieder vergeht aber Zwangsstörungen meist nie richtig symptonfrei werden.

Puh.

stonehaven
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallo meine Liebe,

ja - 2 Fälle sind im Buch, aber glaub mir da draußen gibts 1000ende von Menschen - Frauen und Männer mit sex. ZG - ich hatte sie auch. Und es waren die bisher größten Qualen, dich ich je in meinem Leben erdulden mußte. Die meisten schämen sich natürlich für ihre ZG - ins besondere wenn es um sex. Inhalte geht - das zuzugeben, zu sagen ist fast unmöglich für die Betroffene, ich konnte es auch nie aussprechen meinem Therapeuten gegenüber, mußte ich auch nicht, andeuten reichte völlig aus.

Alleine hier im Forum könnte ich dir auf einen Schlag 10 Betroffene nennen, die sex. ZG hatten. Du siehst - da sind viel, viel mehr als die dokumentierten Fälle.

Ob du die ZG aufschreiben magst - egal von Hand oder PC - ist wirklich alleine dir überlassen. Du mußt herausfinden, ob dir das hilft - ich konnte es damals nicht, zu groß war der Leidensdruck dabei. Ich habe mich aber dafür wirklich auch wie du immer absichtlich in die Lage gebracht, mit meinem Baby alleine zu bleiben, Stück für Stück immer länger am Tag. Meine Eltern wußten Bescheid und ich so konnten wir gut eine Vereinbarung treffen: Ich blieb z.B. zuerst nur 1 Stunde am Morgen mit dem Kleinen alleine, dann kam meine Mama. Das haben wir dann immer ausgedehnt - die Zeiten wo ich alleine mit Sohnemann war, wurden immer länger. Diese Übung war zwar auch schwer für mich, aber sie gelang mir doch besser und recht gut. So habe ich mich über fast 2 Jahre hinweg von den ZG befreien können.

Die Impulse die du erwähnst gehören auch zu den ZG. Ob du nun einen Zwangsstörung hast - ehrlich, ich kanns nicht beurteilen. Ich hatte schon in der Jugend erstmalig ZG, wußte aber nicht was es war und sie verschwanden auch wieder. Als sie wieder auftragen - diesmal gegen mein eigenes Kind und ich in Therapie kam, wurde mir klar, was ich hatte und ich verstand, dass ich eine typisch zwanghafte Persönlichkeitsstruktur habe. Das scheint bei dir nicht so zu sein, daher sind deine Chancen schon sehr gut, dass die ZG "nur" im Rahmen der PPD aufgetreten sind. Ich werde wohl immer auf mein AD angewiesen sein - ein großer Teil hat die Therapie bewältigen können, aber die restliche zwanghafte Person in mir kann nur mit einem AD dauerhaft symptomfrei sein. Gott sei Dank bin ich das - ich fühle mich so, als wäre ich nie krank gewesen. :D

Eines bleibt aber für alle mit ZG gleich: Wir brauchen Geduld, bis die ZG wieder zu normalen, zufälligen, völlig belanglosen "Gedankenmüll"
werden. Dafür halte ich dir fest die Daumen!!!!
Liebe Grüße von
Marika

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stonehaven

Hallo Marika

Beitrag von stonehaven »

Hallo Marika,

ja es sind tatsächlich sehr große Qualen, nicht?

Kann man deine Geschichte hier auch irgendwo nachlesen? Sie scheint ja sehr facettenreich zu sein.

Ist es ein gutes Zeichen, dass ich nur selten ein Problem damit habe mit ihr alleine zu sein. Nur einmal bat ich meinen Mann daheim zu bleiben.

Ich habe eine sehr perfektionistische und zielstrebige Persönlichkeit. Und lt. meinem Therapeuten bin ich sehr streng zu mir selbst. Ich denke, dass dort auch mein Problem liegt. Ich überprüfe mich so oft selbst, dass genau das geschieht was im Kobold steht - es regt sich tatsächlich was... Das macht mir so riesige Angst das das Gefühl den ganzen Tag bestehen bleibt. Selbst wenn ich nur etwas verbotenes lese, wie z. B. einen Nazi-Gruß (für mich sind Nazis auch das Letzte) kommt dieses Gefühl. Dabei hat das doch wirklich nix mit meinem Zwang zu tun.

Ich war letztens in einer Selbsthilfegruppe für Zwängler. Leider waren das nur Leute mit Wasch- und Kontrollzwängen die mir wenig bis gar nicht helfen konnten. Einer sagte sogar, als ich meine Zwänge mit denen sehr gläubiger Menschen verglich, dass diese vielleicht wirklich tief drinnen gerne fluchen würden. Daraufhin meinte ich das wäre ja schrecklich, dann würde ich tief drinnen ja auch meine Tochter misshandeln wollen.

Ich gehe nicht mehr in diese Gruppe. Habe aber eine andere gefunden, speziell für Mütter mit PPD. Dorthin gehe ich nächste Woche. Ich hoffe dort kann man meine Zwänge besser einordnen.

stonehaven
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallöchen,

na das war dann wohl nicht so das gelbe vom Ei, diese Selbsthilfegruppe. Sehr gut, dass du eine speziell für PPD Mamas gefunden hast.

Meine Geschichte - nun, hier ist sie niergends zu lesen, aber ich hab mal ein Interview für die "Freundin" gegeben, da war "meine Geschichte" drinnen, aber auch nur rund um die PPD. Von den ZG habe ich nur die Spitze des Eisbergs erzählt - wie gesagt, es fällt mir noch heute nicht ganz leicht, über den Inhalt zu sprechen, wobei es nichts im Vergleich zu früher ist.
Mein Sohn ist bereits schon fast 6 Jahre alt und ich habe die PPD Gott sei Dank hinter mir und mit ihr auch die ZG. Aber wie gesagt, das AD ist auch heute noch mein Begleiter, aber es geht mir wirklich unglaublich gut damit! Ich war kurze Zeit (ein 3/4 Jahr) ohne AD - habe aber dann im Sommer 2010 wieder eine depressive Episode erlitten, sodass ich mein AD wieder anfing. Bei mir ist die Depression chronisch und mit ihr auch die ZG. Aber mit AD ist alles super - keine Depression und auch keine ZG!!!!! :D :D :D :D

Auch ich bin eine sehr perfektionistische Persönlichkeit :wink: und viel zu streng mit mir selber - die besten Voraussetzungen für die Entwicklung von Zwängen. :wink: Und - ja, die Qualen sind oft fast unerträglich, wenn man ZG hat - gerade wenn das eigene Kind dabei vorkommt.

Du bist auf dem richtigen Weg, hab Geduld und wenn nötig steigere das AD noch - 60 mg sind bei Citalopram KEIN PROBLEM - es wird sogar bei ZG geraten über die übliche Höchstdosis raus zu gehen!!! Ich nahm damals 30 mg Cipralex - das entspricht 60 mg Citalopram! Heute brauch nich nur meh 10 mg - ist auch ein Erfolg, oder!? :D
Liebe Grüße von
Marika

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Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Nur ganz kurz, ALLES, was du schreibst, ist ganz typisch für eine PPD mit ZG!!!
Du tust genau das Richtige, aber der Weg ins Leben zurück ist verdammt hart und steinig. Aber bitte halte durch, es lohnt sich. 3 Wochen sind einfach echt noch sehr kurz und eigentlich kannst du von Glück sagen, dass du überhauot schon was spürst davon. Das heißt dann wohl, dass du eh drauf ansprichst.
Geduld und durchhalten, wirklich!
ZG sind ein Hund, aber man kann an ihnen arbeiten und ihnen das Furchteinflößende nehmen, du wirst sehen!

Alles Liebe,

E
stonehaven

Danke

Beitrag von stonehaven »

Schade. Mich würde deine Geschichte wirklich interessieren. Du schreibst ja wirklich mit schier unendlicher Ausdauer und hilfst dabei so vielen Frauen auf so vielen Ebenen.

Ich will einfach nicht aufgeben. Obwohl natürlich schon ab und an mal der Gedanke kommt das diese schreckliche Welt mit ihren ganzen Qualen nichts für mich ist. Aber ich habe meine Tochter und alleine dafür lohnt sich das alles.

Ich versuche alles. Therapie, AD, Selbsthilfegruppe. Was hat es eigentlich mit den Bachblüten auf sich. Ist das hilfreich?

Kann ich einfach die Dosis der AD steigern ohne mit dem Therapeuten zu reden? Oder soll ich noch die 10 Wochen abwarten? Und soll ich dann einfach 3 Tabletten morgens nehmen (1 à 20mg)?

Ja, stimmt ein Hund ist der schon....

stonehaven
green2011

...

Beitrag von green2011 »

hey du,
ich hatte überlegt folgendes als private nachricht zu schreiben, aber mir hat es immer so sehr geholfen, die offenen dinge zu lesen, dass ich lieber hier weiter schreibe - bei mir fing das auch so an - mit den sexuellen gedanken - ich hab meine kleine gewickelt und mir schoss der gedanke durch den kopf "...würde ihr das eigentlich schon gefallen, am kitzler berührt zu werden...?" und sofort dachte ich WIE BITTE?! warum fragst du dich denn jetzt sowas?! und dann hatte ich auch so eine art impuls und daraufhin hab ich mich langsam aber sicher in der angst/gedanken-spirale verloren und mir schossen die heftigsten porno-bilder durch den kopf. und dieses kontrollieren macht alles noch schlimmer - ich hab dann auch so kontrolliert - nach dem motto "regt" sich da was bei/in mir, wenn ich an sowas denke, bin ich etwa selber das, was ich am meisten verabscheue, nämlich pädophil - und dann wieder selbstgespräche im kopf - als wenn der kobold mir einreden wollte, dass ich jetzt tatsächlich auf so was stehe - also eigentlich konflikte mit dem kobold - das wiederum fühlte sich an als wenn ich völlig schizo wäre...
ich hab innerhalb des letzten monat sooo viel gelesen - und eine sache war sowas, dass man, sobald man sich z.b. auf seine geschlechtsorgane konzentriert - gerade zu in sie hineinhörcht - sie natürlich auch "spürt". du fragst dich, ob sich "was regt" - und genau deshalb tut es das - und das wird dann wieder falsch von einem selbst interpretiert...diese info hat mir dann auch wieder aus meinem denkfehler geholfen. aber die stelle in dem koboldbuch ist mir auch übel aufgestoßen... von wegen 2 beipiele von frauen, mit pädophilen zwangsgedanken, da dachte ich auch - ja super - aber ich denke manches ist auch ein wenig veraltet und teilweise verharmlost dargestellt - vielleicht auch aus dem selben grund, warum ich mich vorher nicht ins forum getraut habe - damit mancher leser nicht noch zu schlimmeren gedanken inspiriert wird, oder so?!
außerdem überleg mal was für eindrücken wir in dieser welt ständig ausgeliefert sind - porno ohne ende in allen variationen über drei klicks verfügbar, ständig grausame nachrichten (die machen ja keine sendung wo sie die millionen von schönen kleinen ereignissen am auf der welt ausstrahlen... hab ich mir letztens so gedacht) ...wir sehen dann nur wieder die schrecklichen dinge zusammengeschnitten auf 15-30 minuten - input, input, input... ja wo soll das denn alles hin?!
stonehaven

Hallo green

Beitrag von stonehaven »

danke, dass du den Mut hattest das offen zu schreiben, denn genauso läuft es auch in meinem Kopf.

Es tut gut zu hören, dass es bei dir nicht anders war. Und es ist sicher auch gut für Frauen die sich, wie ich, nach anderen Frauen mit den selben Gedanken in die Verzweiflung googeln.

Ich weiß nicht warum ich nicht einfach akzeptieren kann, dass es ZG sind. Warum muss ich mich immer wieder fragen ob ich tatsächlich so bin. Ich habe so Angst, dass wenn ich diese Gedanken zulassen würde, es tatsächlich gut finden würde. Und durch dieses sch*** Gefühl wird der Eindruch auch noch erweckt. Und wenn ich es tatsächlich schaffe einige Gedanken zu neutralisieren, dann denke ich, jetzt hast du ja nicht mal mehr Angst davor, ergo - du willst es....:-(

Danke für deine Hilfe...
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallo,

mir ging es genau wie euch mit den ZG. So ein schrecklicher Leidensdruck wie das ist, kann man sich kaum vorstellen!!!

Weißt du, es ist wiederrum der Zwang, der dich nicht glauben läßt, dass es nur harmlose ZG sind. Er pisakt dich imemr wieder: "... aber was ist wenn doch...." das ist typisch für die Zwangserkrankung und ging mir auch lange so. Aber mit der Zeit wird das besser, es gehört halt leider Geduld, harte Arbeit und Therapie plus evlt. ein AD dazu.

Heute z.B. ist mir völlig sonnenklar, das diese Gedanken gar nichts mit meinem Tun und Wollen zu tun haben, nicht einen Sekunde zweifle ich an meiner absolut gesunden und normalen Einstellung. Ich kann auch heute gar nicht mehr nachvollziehen, wie ich immer in diese ZG Spirale rein kam, weil ich eben gesund (mit AD) bin. Aber wehe ich lasse das AD weg - dann sinkt mein Botenstoffwechsel immer mehr und genau das läßt wieder Ängste, Zweifel und schlußendlich ZG enstehen. Für mich selber ist es trotz all des Wissens rund um ZG und AD immer noch ein Wunder, was so eine kleine Tablette am Tag für Leiden ersparen kann und mich ganz normal und glücklich wie andere gesunde Menschen leben läßt!

Stonehaven, du bist absolut nicht alleine mit deinen ZG - 100.000 Menschen leiden darunter und trauen sich nix sagen, weil sie denken sie seien schlecht - sie seien so wie Täter. Dabei haben gerade Täter nachweislich KEINE ZG!!!! Mit Geduld, Arbeit und guter Begleitung wirst du es schaffen.
Liebe Grüße von
Marika

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