Gehör ich hier hin???

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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BiGm@m@

Gehör ich hier hin???

Beitrag von BiGm@m@ »

Immer wieder frage ich mich, ob ich zu den Müttern mit PPD passe oder ob es einfach meine Grunderkrankung ist...
Seit ich denken kann, hab ich Depressionen. Mal mehr, mal weniger, wie es halt so ist. Seit 2008 hab ich auch den Stempel Borderline, mit dem ich mich nicht wirklich identifizieren kann. Meiner Meinung passten einfach die Symptome meiner schweren Depression.

Ich check hier einfach mal ab, und mich würde dann interessieren was ihr dazu meint...

+ Müdigkeit, Erschöpfung, Energiemangel
Mit nun 2 kleinen Kindern (fast 3 + nun 7 Monate) und einem quasi dritten Kind Namens Ehemann nicht außergewöhnlich oder?

+ Traurigkeit, häufiges Weinen
Traurigkeit gehört zu ner Depression. Weinen kann ich nicht mehr richtig...

+ Schuldgefühle
Hab ich eigentlich immer... (mal mehr, mal weniger)

+ Inneres Leeregefühl
auch immer wieder mal...

+ Allgemeines Desinteresse, sexuelle Unlust
Eher immer wieder Interesse, kann aber nicht (antriebslos)
Unlust... nicht so...

+ Zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber
Ich liebe ihn über alles (beide), aber denke dennoch immer wieder es war ein Fehler. Unsere Beziehung ist immer wieder schwierig. Unsere Hochzeitsvorbereitungen haben mich verleitet und zudem hab ich unter der Arbeit gelitten...

+ Konzentrations-, Appetit-, Schlafstörungen
Konzentrationsstörungen laufen bei mir unter Stilldemenz^^
Als es mir ganz schlecht ging, hatte ich keinen Appetit. Grundsätzlich hab ich aber eher ein anderes Essproblem...

+ Kopfschmerzen, Schwindel, Herzbeschwerden, andere psychosomatische Beschwerden
Hatte ich, momentan nicht mehr (Kopfschmerzen und Schwindel)

+ Ängste, extreme Reizbarkeit, Panikattacken, Zwangsgedanken (wiederkehrende destruktive Vorstellungen und Bilder, die nicht in die Tat umgesetzt werden)
Angst: seit der 1. SS, dass meine Kinder auch psychisch krank werden. Beim 2. nun, dass ich ihn nicht richtig anziehe und er krank wird (hat gerade die 2. Bronchitis und schon mehrere Erkältungen)
Reizbarkeit: Ich war in beiden SS eine Furie und jetzt flipp ich auch schnell aus, wenn ich total überfordert bin. (hauptsächlich schreie ich dann)
Unter Zwangsgedanken kann ich mir nichts vorstellen (obwohl... beim Großen hatte ich welche). Seit 4 Jahren gehören Selbstverletzungen und Wünsche zu mir...

+ Suizidgedanken
Wenn es mir ganz schlecht geht...

Im Nachhinein hab ich nun festgestellt, dass ich beim Großen wohl eine PPD hatte, mit vielen Ängsten und auch Zwangsgedanken ihn betreffend. Es hat eine Weile gedauert bis ich die Liebe für ihn spüren konnte und begriff dass ich nun Mutter bin und er mein Sohn ist.
Beim 2. hab ich nach der Geburt vor Freude geweint und ihn von Anfang an über alles geliebt.

Was meint ihr?
clara

Beitrag von clara »

hallo du,

das habe ich mich auch schon oft gefragt.. vielleicht hast du es gelesen, ich war schon einmal hier angemeldet und habe mich dann wieder löschen lassen, weil ich auch denke ich passe nicht 100% hier rein. bei mir vermischt sich auch vieles: grunderkrankung ängste/zwänge, depression, borderline (?!), ppd nach den geburten und/oder einfach der alltägliche wahnsinn und stress mit meinen kleinen, jetzt 22 und 3 monate. dazu fast täglich stress und streit mit meinem mann :-(
für mich ist es auch schwierig zu sagen, was genau es ist, was mir das leben schwer macht, aber ich habe mich hier wieder angemeldet, weil - egal ob ppd oder grunderkrankung - ich mich hier so geben kann, wie ich mich grad fühle.
habe mich in sehr vielem, was du geschrieben hast, widergefunden:

depressive verstimmungen, schuldgefühle, konzentrationsschwierigkeiten, reizbarkeit, essstörung, borderline-anzeichen, wenn es mir sehr schlecht geht, auch die sehnsucht nach einem "einfach-nicht-mehr-da-sein"....
hast du denn auch gute phasen? bei mir kommen diese nach sehr schlechten auch immer wieder... zeiten, in denen ich dann vor energie nur sprühe, pläne mache und mich dann auch sehr verausgabe... woraufhin dann natürlich wieder einbrüche folgen, weil ich mir zu viel zugemutet habe.

ist es für dich denn wichtig, genau zu wissen ob nun ppd oder "von allem ein bisschen"? ich gehöre definitiv zu letzteren und werde meine probleme sicher nicht so schnell los wie vielleicht andere, wenn überhaupt. oft denke ich, ich muss mich einfach versuchen damit zu arrangieren, um ein einigermaßen normales leben zu führen. der wunsch, wieder ganz normal zu werden erzeugt nur druck und wieder schuldgefühle (warum schaffe ich es nicht, wie andere?), so dass ich es besser annehmen kann wie es ist, um das beste draus zu machen...

liebe grüße von einer, der es ganz ähnlich geht ;-)
Nicci72

Beitrag von Nicci72 »

Hallo Ihr Beide!
Ich habe das Gefühl ich erkennen mich hier wieder. Was Ihr beiden schildert kommt mir bekannt vor, kann es nur nicht so genau betiteln wir Ihr das könnt.
Diese ewigen Schuldgefühle dieses schlechte Gewissen. Ich hatte immer schon im Leben das Gefühl gehabt nicht gut genug zu sein, alle zu enttäuschen. Wie gehts euch beiden?
Essen vergesse ich einfach, bis mir übel und schwindelig ist. Und ich habe oft beim Auto fahren den Wunsch das Lenkrad los zu lassen damit ruhe ist. :( . Es ist nicht schön, aber beruhigend zu wissen es geht einem nicht alleine so.
Ich denke wie ihr sagt es ist von allem ein bisschen. PPD und vorherige Depressionen vermischen sich zu einem ganzen großen Kneul. Aber was mir hier hilft ist reden zu können, offen. Zu lesen das jemand auf einen reagiert und nicht sagt, oh du nervst nicht schon wieder.
Es ist ein Anfang hier, und es gibt Denkanstöße. Und wie du sagst Clara ich kann so sein wie ich bin. Muss nicht eine Rolle spielen um geliebt zu werden und alle glücklich zu machen ausser mich selbst.
BiGm@m@

Beitrag von BiGm@m@ »

Ja, Ich hatte in meinem Leben auch immer wieder gute Phasen in denen ich Leistungsfähig war. Auch während der jetzigen Phase. Und ja, ich verausgabe mich dann immer wieder. Ich hab dann einiges aufzuholen und weiß es wird in der Regel wieder schlechter. Alos versuche ich so viel wie möglich zu machen!

Nie gut genug sein kenne ich auch. Ich hab mir meine Messlatte schon immer hoch gesetzt. Nun übe und lerne ich gerade auch mit weniger zufrieden zu sein.

Ich suche nicht nach einer Schublade in die ich passe. Ich hab nur hier und in der Klinik den Eindruck, im Gegensatz zu mir sind/waren die anderen psychiatrische Neulinge und das mit denn Ängsten und Zwangsgedanken passt bei ihnen so richtig PPD-typisch. Ich empfinde mich als "bekloppter" und kranker und einfach mal wieder anders als die anderen.
clara

Beitrag von clara »

genau so geht es mir auch, diese typischen zwangsgedanken, um die es hier oft geht, habe ich auch nicht und wenn viele schreiben, sie waren vor der geburt ganz gesund und "normal" fühl ich mich auch viiiiel "bekloppter" wie du schreibst... da ich ja mein päckchen schon viel länger mit mir rum trage und sicher auch ohne meine kinder weiterhin probleme gehabt hätte. ob solche wie jetzt... keine ahnung.... auf jeden fall war ich psychisch schon immer sehr sehr labil.
fühle mich auch oft schlecht und schuldig, hab das gefühl, wie ich etwas auch mache, es ist IMMER falsch. obwohl ich das weiss (also dass ich es mir nie recht machen kann), schaffe ich es nicht, diese gefühle abzustellen :-(

finde es auch beruhigend zu wissen, dass ich nicht alleine bin! ...trotzdem wünsche ich es natürlich keinem! wie geht es euch an diesem wochenende? bei uns ist die stimmung immer nochnim keller nach einem streit am donnerstag, für die kinder versuchen wir uns zusammenzureissen, aber sobald wir alleine sind, kracht es wieder. echt besch.... :-(

hoffe, bei euch ist es besser? bigmama, du bist in einer tagesklinik? wie läuft das ab? oder habe ich das falsch verstanden in einem deiner beiträge? bist du am wochenende zuhause?
BiGm@m@

Beitrag von BiGm@m@ »

@clara
Ja ich bin in der TK und jeden Tag zu Hause.
Bei uns beginnt der Tag mit einer Morgenrunde in der jeder erzählt was er noch so gemacht hat am Vortag, wie er geschlafen hat und wie die Stimmung ist. Danach ist Programm. Für uns Mütter grad weniger weil Leute krank sind :-(
2x in der Woche ist Gruppe, die ich wirklich gut und hilfreich finde, und 1x ist Einzelgespräch. Leider haben wir kein Ergo, Kunst- oder Musiktherapie wie die anderen. Bei uns gibt es sonst noch Babymassage, Musik und Bewegung mit Kind, Interaktion mit Kind, Koch und Hauswirtschaftstraining (naja) und seit neuestem Jung trifft Alt, da in die andere TK auf Senioren spezialisiert ist. Ich persönlich würde gerade für gestresste Mütter anderes anbieten, aber wie überall fehlt halt Personal.
Ich bin wieder hin gegangen, weil die Psychologin gut ist, ich von der Gruppe profitiere und von zu Hause raus komme.

Aufgrund unserer Situation mit dem Termin am Dienstag, ist die Stimmung gedrückt bis angespannt und wütend. Schweißt uns aber irgendwie zusammen. Ich hab immer Ansätze zum Aufgeben, Heulen und mich zurückziehen, aber ich muss ja kämpfen!
Zwischen mir und meinem Mann ist es momentan grundsätzlich entspannter, wenn auch noch nicht ideal!

Ich seh grad: Euer Abstand ist ja noch kleiner als unserer. Puh... das ist natürlich Stress pur! Auch für eine Beziehung!
Und du bekommst nur 75mg Venlaflaxin? Bist du erst am Einsteigen? Ansonsten ist das ja quasi gar nichts!
clara

Beitrag von clara »

guten morgen,

unsere kleinen sind knapp 19 monate auseinander und eigentlich geht es zur zeit noch ganz gut... ich denke, richtig anstrengend wird es erst wenn unsere tochter auch mobiler wird. sie wird dienstag erst 3 monate und noch kann ich sie ja zum glück hinlegen und sie bleibt da liegen, während ich meinem sohn hinterherhechte ;-)
trotzdem merke ich natürlich den schlafmangel und auch das stillen zehrt sehr an meinen kräften.
ich weiss, dass ich wahrscheinlich auch mehr oder ein anderes ad nehmen sollte, nur im moment möchte ich das aufgrund des stillens nicht. bin froh, ganz gut damit eingestellt zu sein, wenn ich abgestillt habe (möchte aber schon gerne ein jahr stillen), werde ich mir mal wieder einen termin beim psychiater gaben lassen. im moment schreibt mein hausarzt mir das rezept, so dass ich keine richtige begleitung habe.
nehme aber schon seit fast 12 jahren ein ad und das venlafaxin mit unterbrechung sicher auch schon 6 jahre und komme gut damit klar.
wie es ganz ohne wäre, möchte ich mir gar nicht ausmalen....

schön, dass es mit deinem mann wieder entspannter ist - hoffentlich von dauer!!! bei uns ist es wie gesagt grad mal wieder total angespannt und gereizt. wir sprechen nur das nötigste über die kinder und sind auch dann nkch beidd oft voneinander angenervt... sind glaube ich beide zu stolz um den ersten schritt aufeinander zu zu machen. klingt kindisch, ich weiss, aber mittlerweile hab ich irgendwie auch keine lust und kraft mehr :-(
darf mir so oft beleidigungen anhören, dass ich irgendwie schon abgestumpft bin. außerdem halten die versöhnungen dann auch nie lange an... mir tut es nur sehr leid für die kinder, unser sohn kriegt es sicher schon mit. vielleicht ist er auch deshalb (zusätzlich zur trotzphase) sehr unausgeglichen und anstrengend.

ich war vor jahren auch schon mal stationar, leider hat es mir gar nichts gebracht. für mich waren die beschäftigungen immer nur stumofer zeitvertreib, meine wirklichen problemen wurden dadurch nicht besser.
ich brauche eher etwas was mir im alltag hilft. denke, wenn ich in einer klinik bin und nach wochen wieder rauskommen, stürzt alles über mir zusammen und ich bin wieder da, wo ich vorher war... aber wenn es wieder wirklich schlechter wird, vielleicht geht es dann irgendwann nicht anders?! möchte nur nicht meine kinder alkein lassen.
mein mann ist grad im anfangsstadium der selbständigkeit, also auch sehr gefordert und hat wenig zeit für die familie. daraus resultieren sicher auch einige schwieirigkeiten.
na, wir werden heute den tag wohl wieder getrennt verbringen, uns sozusagen abwechseln mit den kindern :-(

wünsche euch einen angenehmeren sonntag, liebe grüße!
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