Reduktionsschritte sertralin

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engelchen2012
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Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von engelchen2012 » 20:02:2016 23:02

Hallo ihr lieben!

Ich nehme jetzt seit fast 1,5 jahren wieder 100mg sertralin und es geht mir gut damit. Ich bin durchgehend stabil, dieses mal auch nach dem abstillen! In 4 wochen habe ich meinen nächsten kontrolltermin beim psychiater, da wollen wir dann eine reduzierung besprechen.
Vor 2 jahren haben wir die dosis immer um 50mg gesenkt, was ich vorallem beim letzten schritt sehr deutlich gespürt habe. Daher überlege ich, ob es nicht besser wäre, noch einen zwischenschritt einzubauen, also erst mal auf 75mg zu reduzieren. Hat jemand von euch damit erfahrung?
Mein ziel ist dieses mal nicht, das AD komplett abzusetzen (was natürlich schon irgendwann schön wäre), sondern erst mal nur zu reduzieren und damit gut zurecht zu kommen.

Würde mich freuen, wenn ihr eure erfahrungen mit mir teilen würdet!

Lg, engelchen
seit 25.12.2013 kein mirtazapin mehr
seit 16.02.2014 nur noch 100mg sertralin
seit Mitte April 2014 nur noch 50mg sertralin
Seit 12.06. ohne AD!
aktuell wieder schwanger, ET 03.04.2015
Beginn 50mg sertralin am 14.08.2014, aktuell 100mg
Geburt 2. tochter am 13.03.15, weiterhin 100mg sertralin
Seit 11.03.2016 75mg sertralin
Seit 15.07.2016 50mg sertralin
Seit 08.10.2017 25mg sertralin
Seit 05/2018 12,5mg sertralin
Ab 13.06.2018 ohne AD; Beginn Sertralin 28.12.18 50mg, 31.12.18 75mg, 14.01.19 100mg

Graureiherin
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Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von Graureiherin » 22:02:2016 21:49

Hallo Du,

ich habe keine Erfahrung mit Sertralin, bin aber der Meinung, dass ein langsames Reduzieren sinnvoll ist. Vor allem wenn man sich unsicher ist.
Ich reduziere gerade Escitalopram und gehe es auch langsamer an als vor zwei Jahren. So hat man weniger Druck und wir haben ja die Zeit. Dein Arzt wird sicher auch noch seine Meinung dazu äußern.

liebe Grüße an Dich
die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
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Marika
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Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von Marika » 23:02:2016 9:42

Hallo,

meine Erfahrung war: je langsamer und je kleinere Schritte um so besser ging es. Ist auch logisch, denn ein Reduzieren bedeutet für den Köper schließlich "Stress" und Stress ist für unser Psyche wieder um sehr schlecht.

Ich habe in Minischritten reduziert und mir immer 4-5 Monate (!!!) zwischen den einzelnen Schritten Zeit gelassen. Klar ist auch, je näher du dem "Ende" kommst, umso eher können NW mehr werden. Im höheren Dosisbereich geht Reduzieren viel leichter, weil da eben noch genug Wirkstoff ankommt. Je geringer die Dosis dann wird, umso eher kann man das negativ merken - daher: langsam runter gehen und genug Zeit zwischen den Schritten verstreichen lassen.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

The Secret

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von The Secret » 26:05:2016 15:30

Hallo

ich hab da mal eine spontane Frage, die mir heute in den Sinn kam. Es passiert öfter mal, dass ich das Sertralin vergesse einzunehmen. Und zwar nur in so fern, dass ich es 1 Tag mal vergesse und den zweiten definitiv nie, weil ich dann Angst habe, dass ich ja Absetzerscheinungen kriegen könnte...daher vergesse ich es den darauffolgenden Tag NIE. Machmal passiert es dass ich dann am 3. Tag wieder eine vergesse und am 4. Tag wieder nehme und dann regelmäßig wieder für paar Tage und dann wieder wie beschrieben vergesse, ABER ohne irgendwie Symptome zu verspüren. Nun zu meiner Frage: Was wäre denn wenn ich regelmäßig bewusst nur alle 2 Tage 50 mg nehmen würde...? (werde dies natürlich noch meine Ärztin fragen). Was denkt ihr? Hatte eigentlich überlegt im Herbst rum mit einer Reduktion zu beginnen. Dann dachte ich heute, ob ich nicht automatisch und unbewusst teilweise schon eine Art Reduktion durchführe, in dem ich meinem Körper öfter mal durchs vergessen alle 2 Tage nur 50 mg zuführe ohne etwas an Symptomen zu haben. Auf der anderen Seite denk ich mir, dass es natürlich ganz anders aussehen kann, wenn ich diese Herangehensweise konsequent gezielt alle 2 Tage beibehalte und nicht zwischendurch mal jeden Tag .

Bin gespannt auf eure Antorten....Achso...noch eine Info. Eigentlich hatte ich mich schon dazu entschlossen bei der niedrien Dosis von 50mg für immer zu bleiben, weil es mir damit gut geht und ich mich nicht beklagen kann. Bin froh das AD zu haben. Der Gedanke mit dem Ausschleichen im Herbst gibt es lediglich NUR deswegen, weil meine Beziehung unter dem starken Libidoverlust seit dem Sertralin leidet und ich bisher weder mit Macapulver noch mit anderen Helferlein eine zufriedenstellende steigerne Wirkung der Libido feststellen konnte.

Graureiherin
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Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von Graureiherin » 27:05:2016 14:32

Hallo Du,

ich kenne zwei Aussagen. Eine Heilpraktikerin meinte einmal, dass man (zumindest früher) das AD in der Art ausgeschlichen hat, eben einen Tag nehmen, den andern nicht usw.

Meine Neurologin rät wiederum dazu, dosisweise zu reduzieren. Also täglich die Tabletteneinnahme.

Ich glaube Marika hat sich auch einmal in dieser Richtung geäußert.

Liebe Grüße Dir

die Graureiherin
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Marika
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Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von Marika » 29:05:2016 9:45

Hallo,

auch mein Psychiater rät eindeutig dazu, dass AD Schrittweise zu reduzieren und jeden Tag zu nehmen. Dieses 1 Tag AD, ein Tag nicht hat man früher tatsächlich gemacht, aber nach aktuellem Stand der Wissenschaft wird der Körper durch regelmäßige, tägliche Einnahme mehr geschont.
Liebe Grüße von
Marika

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The Secret

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von The Secret » 29:05:2016 10:11

ok. Danke!

The Secret

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von The Secret » 13:06:2016 9:09

Hi!
Ich bin heute bei Tag 3 mit 25mg Sertralin. Nahm vorher 50mg. Das möchte ich, solang es mir dabei gut geht, auch mehrere Wochen so lassen. Um den August rum Vllt dann noch am reduzieren, wenn die Ärztin mir die Sertralin Tropfen dann verschreibt. Wenn nicht würde ich mich den Schritt von 25mg auf 0 glaub garnicht trauen. Das ist einfach Zuviel Entzug auf einmal.

The Secret

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von The Secret » 02:07:2016 0:07

Hallo

Ich habe zwischenzeitlich mit meiner Ärtin Rücksprache gehalten. Sie meinte da ich die Reduktion bislang gut vertragen habe, könnte ich gerne auch bald weitermachen. Tropfen gäbe es nicht sagte sie. Sie empfiehlt mir aber als nächsten Schritt für 2-3 Wochen die 25mg 2 Tage zu nehmen, dann 1 Tage Pause, 2 Tage nehmen, 1 Tag Pause und so weiter. Und wenn das gut läuft kann ich 2-3 Wochen lang anschließend alle 2 Tage 25 mg nehmen. Und danach quasi aufhören. Hm
Mm dachte ich mir. Das soll ja laut marikas Wissensstand nicht so gut sein und ich bin auch etwas skeptisch ob das so gut sein soll. Aber wenn meine Ärztin das so sagt, dann sollte ich drauf vertrauen dürfen oder was denkt ihr?

Noch nehme ich jeden Tag die 25 mg. Hatte vorgestern seit langem mal wieder eine Mittelstrecke Panikattacke. Das kann an vielen Dingen erlegen haben. Nicht nur Reduktion. War einiges los.

Lg

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Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von Marika » 02:07:2016 8:12

Hey du,

auch unter Ärzten gibt es verschiedene Meinungen - mein Arzt sagt was anderes - das heißt aber nicht, dass nur das Gültigkeit hat. :wink:

Es ist natürlich blöd, dass sich da sogar die Ärzte uneinig sind, es ist aber nicht ungewöhnlich. Du hast Vertrauen in deine Ärztin, ihr seid ein Team - wenn du unsicher bist dann sprich sie einfach an.

Ein "Wissensstand" ist immer auch eine Momentaufnahme der sich ändern kann, egal auf welcher Seite. :wink:
Liebe Grüße von
Marika

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The Secret

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von The Secret » 02:07:2016 10:07

Eigentlich sollte ich Vertrauen in sie haben. Eigentlich :)
Damals als ich mit dem AD anfangen sollte, wusste ich schon was beim einschleichen alles passieren kann (aus dem Internet). Trotzdem fragte ich sie. Sie aber sagte mir, dass es sehr gut verträglich sei und ich nicht viel Nebenwirkungen zu erwarten hätte. Nun gut dachte ich mir und hatte dann die zwei bis drei schlimmsten Wochen mit krassen Nebenwirkungen. Hatte ihr das dann auch gesagt und sie meinte, dass ich dann eine Ausnahme bin. Irgendwie fühlte ich mich total schlecht und dachte mir sie weiß doch 100% wie heftig das wirkt. Seit dem vertraue ich ihr nicht zu 100%.

Nach meinem Termin letztes Mal, hat sie mich schon etwas neugierig gemacht, ob ich tatsächlich schon mit den weiteren Schritten beginnen sollte. Aber mein Körper sagt mir, ich soll erstmal eine gute Zeit lang bei 25mg bleiben. Nur, wenn es dann mal soweit ist die weiteren Schritte einzuleiten....bleibt mir ja nix anderes übrig als es so zu machen wie die Ärztin es sagte, denn Tropfen fallen ja weg und ein abruptes absetzen von 25 auf 0 auch. Dann lieber doch die Variante 1 Tag ja ein tag aussetzten.

Ich hab vorgestern oder wann das war vergessen die 25mg einzunehmen. Hatte am nächsten Tag eine PA, aber wie schon erwähnt war das jetzt nicht zwingend dadrauf zu beziehen. Hatte parallel einen Mammut Stress wegen jemandem, was nicht zu erwarten war. Heute fühle ich leicht ein paar Nervenbahnen im Kopf warm, so wie damals als es akut war. Das sagt mir also dass wieder was im Gange ist und ich DEFINITIV erstmal auf den 25mg bleibe. Mir ging es damit ja 2-3 Wochen recht gut ohne Symptome.

Katharina21021980

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von Katharina21021980 » 09:07:2016 1:38

Huhu
Ich hab sertralin ausgeschlichen vor 3 Monaten.
Hab 1 1/2 Jahre 100 mg genommen. Dann alle 4 Wochen 25mg weniger.
Von 25mg auf null ging es mir anfangs sehr schlecht. Hab echt überlegt wieder 25mg zu nehmen.
Ich hab mir immer vor Augen gehalten das der Körper sich erst wieder einstellen muss ohne sertralin klar zu kommen. Nach 1 Woche ging es mir dann gut.

Liebe Grüße Katharina

The Secret

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von The Secret » 09:07:2016 14:25

Das macht mir Mut. Ich habe ohne Absicht die letzten 3 Tage vergessen das Sertralin (25mg) einzunehmen, da es hier hektisch zu ging. Dann fragte ich mich am 4. Tag, ob ich nicht den Absetzversuch dann gleich machen soll, wenn ich schon 3 tage vergessen habe und nicht dramatisches passiert ist, ausser dass die Müdigkeit zunahm. Aber mir is bewusst dass Sertralin eine lange Halbwertszeit hat. Am 4. Tag dann als ich es mit Absicht nicht nehmen wollte, war dann auch etwas Schwindel dazu gekommen und allgemein hat der Antrieb sehr abgenommen, so dass ich dann am nachmittag direkt wieder die 25mg hinterhergeschluckt habe. Heute Tag 5 habe ich sie auch wieder genommen. Ich denke ich werde aber nun so weitermachen, dass ich das alle 2 Tage nehme.

Wie genau ging es dir in der einen Woche? Welche Symptome? Wie war dein seelischer Zustand?

Liebe Grüße

engelchen2012
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Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von engelchen2012 » 16:07:2016 21:59

So, ich habe einen weiteren schritt gewagt. War donnerstag bei meinem arzt und wir haben beschlossen, nochmal um 25mg auf 50mg zu reduzieren. Es geht mir sehr gut und wenn nicht jetzt, wann dann? Habe jetzt 4 monate 75mg genommen und wenn es mit den 50mg klappt, bleibe ich erstmal dabei! Werde im herbst wieder anfangen, zu arbeiten und im winter werde ich nicht reduzieren. Habe also seit gestern auf 50mg reduziert, drückt mir bitte die daumen!!

Lg, euer engelchen
seit 25.12.2013 kein mirtazapin mehr
seit 16.02.2014 nur noch 100mg sertralin
seit Mitte April 2014 nur noch 50mg sertralin
Seit 12.06. ohne AD!
aktuell wieder schwanger, ET 03.04.2015
Beginn 50mg sertralin am 14.08.2014, aktuell 100mg
Geburt 2. tochter am 13.03.15, weiterhin 100mg sertralin
Seit 11.03.2016 75mg sertralin
Seit 15.07.2016 50mg sertralin
Seit 08.10.2017 25mg sertralin
Seit 05/2018 12,5mg sertralin
Ab 13.06.2018 ohne AD; Beginn Sertralin 28.12.18 50mg, 31.12.18 75mg, 14.01.19 100mg

The Secret

Re: Reduktionsschritte sertralin

Beitrag von The Secret » 26:07:2016 12:40

Hallo Engelchen

Hoffe es geht dir soweit gut mit den 50 mg. Ich habe die letzten Wochen enorm Stress gehabt und merke die Auswirkungen davon Stück für Stück. Heute besonders. Nein Kopf fühlt sich komisch an, mein Darm spinnt rum und ich bin einfach leicht depressiv verstimmt. Mit den 25 mg bin ich eine Zeit lang gut gefahren. Habe sie aber hin und wieder vergessen zu nehmen. Halte mich jetzt aber wieder ganz streng daran die täglich zu nehmen. Ich möchte erstmal nicht wider erhöhen, sondern das tun was ich in der Therapie so gelernt habe und dazu gehört auch Achtsamkeit und viel für mich zu tun. Das habe ich stark unterlassen leider. Und meine therapeutin ist im Urlaub.
Dann is auch noch der große bald zu Hause weil die Kita ja Ferien hat. Mit dem kleinsten geh ät es etwas besser. Es ist aufjedenfall Fall wieder eine ätzende Phase und ich bete dass ich nicht wieder in das ganz tiefe Loch Fälle mit Zwangsgedanken bzgl Suizid. Ich brauche etwas Zuspruch von euch :(

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