Verfasst: 22:01:2010 23:20
@ ubure: Wollte nur kurz meinen Senf zur tiefenpsychologischen Therapie dazugeben, da ich ja kürzlich wieder eine aufgenommen habe.
Also, man geht davon aus, dass ein Teil Deines Ich neurotisch ist. Diese Neurosen verursachen Deine Symptome (z.B. eine Depression). Die Ursachen für die Neurosen wiederum können in der Kindheit begründet liegen. Der Therapeut übernimmt im Gespräch den gesunden (also nicht neurotischen Teil Deines Ich). Der Therapeut versucht in Dir Gefühle für die kränkenden Ereignisse der Vergangenheit entstehen zu lassen, die "gesund" sind. Er tut dies mittels einer Technik, die man Übertragung nennt. Oftmals vollzieht sich dieser Prozess in Phasen. D.h. zuerst überträgt der Therapeut z.B. Wut auf Dich. Gegenüber kränkenden Ereignissen empfindest Du nicht mehr nur Ohnmacht und Hilflosigkeit, sondern Wut. Diese wirkt sich positiv und konstruktiv auf den weiteren Therapieverlauf aus, weil Du empfänglich für weitere Gefühle bist. Als nächstes überträgt der Therapeut u. U. Mitgefühl auf Dich. Du erlebst Dich plötzlich sehr sensibel, Du tust Dir selber leid, kannst um Dich etc. trauern. Und schließlich überträgt der Therapeut versöhnliche Gefühle auf Dich. Dieser Prozess dauert natürlich sehr unterschiedlich lang, manchmal bis zu einigen Jahren. Es findet über die Zeit eine positive Ich-Stärkung statt, die es einem ermöglicht, die kränkenden Dinge aus der Vergangenheit nicht mehr als kränkend zu empfinden. Damit gelingt es einem, über Probleme hinwegzukommen.
Ich hoffe, das konnte Dir etwas helfen, ich habe diesen Prozess einerseits als große Chance und große Befreiung erlebt, andererseits als eine der größten Herausforderungen meines Lebens, weil man sich natürlich auch sträubt, bestimmte Gefühle, die übertragen werden soll, anzunehmen. Das nennt man dann Widerstände.
Lieben Gruß,
MICI
Also, man geht davon aus, dass ein Teil Deines Ich neurotisch ist. Diese Neurosen verursachen Deine Symptome (z.B. eine Depression). Die Ursachen für die Neurosen wiederum können in der Kindheit begründet liegen. Der Therapeut übernimmt im Gespräch den gesunden (also nicht neurotischen Teil Deines Ich). Der Therapeut versucht in Dir Gefühle für die kränkenden Ereignisse der Vergangenheit entstehen zu lassen, die "gesund" sind. Er tut dies mittels einer Technik, die man Übertragung nennt. Oftmals vollzieht sich dieser Prozess in Phasen. D.h. zuerst überträgt der Therapeut z.B. Wut auf Dich. Gegenüber kränkenden Ereignissen empfindest Du nicht mehr nur Ohnmacht und Hilflosigkeit, sondern Wut. Diese wirkt sich positiv und konstruktiv auf den weiteren Therapieverlauf aus, weil Du empfänglich für weitere Gefühle bist. Als nächstes überträgt der Therapeut u. U. Mitgefühl auf Dich. Du erlebst Dich plötzlich sehr sensibel, Du tust Dir selber leid, kannst um Dich etc. trauern. Und schließlich überträgt der Therapeut versöhnliche Gefühle auf Dich. Dieser Prozess dauert natürlich sehr unterschiedlich lang, manchmal bis zu einigen Jahren. Es findet über die Zeit eine positive Ich-Stärkung statt, die es einem ermöglicht, die kränkenden Dinge aus der Vergangenheit nicht mehr als kränkend zu empfinden. Damit gelingt es einem, über Probleme hinwegzukommen.
Ich hoffe, das konnte Dir etwas helfen, ich habe diesen Prozess einerseits als große Chance und große Befreiung erlebt, andererseits als eine der größten Herausforderungen meines Lebens, weil man sich natürlich auch sträubt, bestimmte Gefühle, die übertragen werden soll, anzunehmen. Das nennt man dann Widerstände.
Lieben Gruß,
MICI