Habe Termin gemacht EDIT: So schlau wie vorher :(

Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

Moderator: Moderatoren

Sanni

Habe Termin gemacht EDIT: So schlau wie vorher :(

Beitrag von Sanni »

Hallo,

ich weis das ist ein absoluter Sinnlospost aber ich muss mich mal freuen und bin stolz auf mich.

Bezugnehmend auf meinen Vorstellungspost ( http://www.schatten-und-licht.de/forum2 ... php?t=7290 ) in dem ich schrieb das ich es nicht schaffe, alleine einen Termin beim Facharzt zu vereinbaren (absolut keine Motivation) damit überhaupt etwas diagnostiziert und behandelt werden kann, hab ich mich heute morgen aufgerafft. Gestern Abend habe ich den Zettel mit der Nummer neben das Telefon auf den Tisch gelegt damit ich auch ja keine Ausflüchte habe.

Am 18.1. hab' ich den Termin und ich bin gespannt was auf mich zukommen wird. Ich glaube da hat mein Mann dienstfrei, wenn nicht, kommt die Kleine solang zu meiner Mutter, das ich den
Kopf frei habe, wenn ich bei ihm drin sitze.

Danke fürs "Zulesen" :wink:

Liebe Grüsse, Sanni
Zuletzt geändert von Sanni am 21:01:2010 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
bambam

Beitrag von bambam »

Hey Sanni!

Deine Geschichte kann ich sowas von gut nachvollziehen...! Und da ich Deine Geschichte hier und jetzt erst lese geb ich hier und jetzt erst mal meinen Senf dazu:

Ich dachte früher auch immer wenn ich eine Mutter mit Kind gesehen hab, was für ein wundervolles Leben diese Frau doch haben muss! Zuhause und dann auch noch mit einem eigenen Kind! Wunderbar! Bis ich mein Kind bekommen habe...

Alles war anders als ich es immer gedacht habe, wie es einmal sein würde. Mein Kind war wach und ich wünschte, es würde schlafen. Schlief es dann hatte ich Angst, das sie nicht mehr atmen konnte. Oder auch das schreien mit dem Tür schliessen kenne ich sehr gut! Wobei dann gleich wieder das schlechte Gewissen der schlechten Mutter hochkam...

Also eines ist sicher: das Bild, das wir beide von der perfekten Mutter und dem Super-Mama-Dasein hatten bleibt eins: ein Bild! :wink:

Mir gehen diese Super-Duper-Über-Mamis, wie Du sie beschreibst, auch sowas auf den Keks! Bei denen meint man, das sie IMMER Nerven wie Drahtseile haben, NIE gereizt oder mal am Ende ihrer Kräfte sind, STÄNDIG um ihre Kinder rumwuseln und sie fördern, mit ihnen spielen, in sämtliche PEKIP-oder-was-weiß-ich-für-Fördergruppen gehen, den Brei selber kochen und den Leinsamen selber schroten - das hat mich immer so gelangweilt - und das langweilt mich noch! Aber glaub mir eines: auch bei diesen Mamas gehts mal drunter und drüber und auch dort ist nicht immer alles so PEKIP-Toll wie es den Anschein hat!

Soviel dazu und: wir sind alle "normale" Mütter! Du liebst Dein Kind

Ich weiß nicht, aber hast Du mittlerweile mal mit Deinem Mann über Deine Probleme gesprochen? Würde ich Dir sehr ans Herz legen! Wirst sehen, es hilft ungemein, wenn man sich "vorab" schon mal auskotzen kann!

Aber jetzt gibts erstmal "Anschiss": sowas wie Sinnlospost gibt es hier nicht, klaro?! :wink:

Ich finde es super, dass Du Dich um Dich selber kümmerst und Dir einen Termin beim Arzt verschafft hast! Da fühlt man sich doch gleich besser, oder nicht? Ich verstand das früher auch immer net wenn die Mädels hier zu mir sagten dass dies der erste richtige Schritt in die richtige Richtung sei - es ist so!

Und dass Du Dich freust und auf Dich stolz bist ist doch was!!!!


Ganz liebe Grüße,
Bambam
Dobby

Beitrag von Dobby »

--
Zuletzt geändert von Dobby am 04:05:2010 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
Ylaina

Beitrag von Ylaina »

Super Sanni, das freut mich für Dich!!
Sowas sind große Schritte, wenn man so gezögert hat, freut mich wirklich für Dich. machst das richtige!
Drücke Dir die Daumen, dass der termin selbst für Dich sich gut anfühlen wird. Man ist davor nervös, ist ganz normal übrigens. :wink: Aber im Nachinein tut es gut, zumindest kenne ich es bisher nur so, auch von anderen Frauen hier.

Super!!
Sanni

Beitrag von Sanni »

Hallo ihr Lieben,

Bambam, ich bin froh das ich nicht alleine mit den Gedanken bin 'Normalo-Mütter gehn mir auf den Zeiger!'. Den Anschiss hab' ich mir zu Herzen genommen
:wink:

Dobby und Ylaina, auf dem Wohngeländer der LKN leben wir :P Super schön da oben.

Mein Mann weis das ich den Termin gemacht habe, er hat nur gefragt, ach so, jetzt doch? Dann sagte ich zu ihm, ob er wüsse, was das für eine Überwindung war da anzurufen und dann hinzugehn. Ich glaub er weis gar nicht wie es in mir aussieht, auf jeden Fall werd ich ihm danach sagen, was für eine Diagnose gestellt wurde. Denn ich glaub nur mit Diagnosen weis er wo der Hase läuft :roll:

LIebe Grüsse, Sanni
Athene

Beitrag von Athene »

Oh je, ich habe deinen Beitrag erst grad gelesen. Ich kann dich so gut verstehen. Zwar habe ich gestillt und mein Kind (fast 4 Jahre alt) schläft noch bei uns, aber mich kotzt diese Konkurrenz auch total an und man wird immer so schnell als Rabenmutter abgestempelt. Ich habe auch immer schnell schlechtes Gewissen, weil ich denke, ich sei zu schnell sauer zu meinem Sohn und auch zu schnell genervt. Immer sieht man überall lächelnde Mütter (in Werbungen), die ALLES für ihr Kind tun würden und immer sooo geduldig sind. Da komme ich mir oft so schlecht vor. Heute war ich so mies drauf und war ausgerechnet heute fast den ganzen Tag mit meinem Sohn alleine. Uff, das war nicht einfach für mich. Ich möchte dir nur sagen, dass ich dich so gut verstehen kann. Manchmal kommt bei mir auch so ne innere Blockade und ich kann nix mehr.
Auch ich habe mich endlich aufgerafft und einen Termin beim Psychiaterin bekommen am 15.1. (habe nämlich 2 mal in letzter Minute abgesagt, diesmal kann ich nicht mehr absagen).
Ich wünsche dir alles Gute
Julia
Sanni

Beitrag von Sanni »

Hallo liebe Julia,
Athene hat geschrieben: Immer sieht man überall lächelnde Mütter (in Werbungen), die ALLES für ihr Kind tun würden und immer sooo geduldig sind. Da komme ich mir oft so schlecht vor.
Und sie sind immer super gestylt und sehen aus wie 20 ... jüngst sagte eine Bekannte zu mir, der ich sehr viel erzähle, das sie dieses propagierte Mutterbild für sehr gefährlich hält. An uns sieht man, ja auch, das es in die Hose gehn kann :?

Ich glaube zwar nicht, das ich den Termin absagen werde, aber ich werd Dich nochmal drauf ansprechen :wink:

Lg, Sanni
Athene

Beitrag von Athene »

Genau, und ihre Babybäuche sehen so "schön" aus, Mutter schön schlank, Bauch schön rund und vor allem NULL Streifen zu sehen. Keine dunkle Augenrinde und müdes Gesichtsausdruck...
Ja, es lohnt sich nicht abzusagen, weil man eh sowieso irgendwann hingehen wird, daher besser gleich sofort beim ersten Termin :wink:
AmoebeMS

Beitrag von AmoebeMS »

Hallo zusammen,

ich muss mal in die Tasten hauen und ggf. etwas Provozierendes von mir geben, doch zunächst möchte auch ich, dich Sanni hier Willkommen heißen und dich vor allem zu dem Schritt beglückwünschen, zum Telefon gegriffen zu haben! Du hast einen ganz wichtigen Schritt getan und wir alle werden sicher verfolgen, ob du ihn auch wahrnimmst. Grins!

Aber eine Sache missfällt mir etwas, denn eigentlich sind wir alle hier „Normalo-Mütter“, oder? Jede Mutter hat in ihrem Leben Probleme zu bewältigen, die zwar nicht gleich in einer Depression gleich welcher Art ausufern müssen, die ihr aber dennoch seelische Probleme bereiten. Das perfekte Mutterbild ist nur ein Bild in unseren Köpfen. Niemand ist perfekt. Dieses perfekte Mutterbild gibt es meiner Ansicht nach überhaupt nicht! Jede von uns hat für sich selbst ein perfektes Mutterbild im Kopf und wenn sie an einer an sich selbst gestellten Aufgabe davon „scheitert“, soll sie nicht mehr normal sein? Auch an PPD oder Depression erkrankte Frauen und Mütter sind normal. Sie sind nur erkrankt.

Jede Schwangere hat nun mal einen dicken Bauch und Streifen, Wasser in den Beinen, die ihre Füße aussehen lassen wie Nilpferdtreter, oder einen Busen, den Dolly Buster gerne hätte, und wie 20 sieht in der SS nicht mal eine 20Jährige aus; dunkle Augenringe hat jede Mutter, jede muss schließlich nachts raus; wer hat eigentlich keine wunden Brustwarzen mal gehabt oder keine Brustentzündung; wer hatte anfangs keine Stillprobleme; wer ist nicht übermüdet. Nur ein paar Beispiele meinerseits. Das sind aber nicht Symptome einer PPD! Das hat jeder, meine Lieben.


Auch wenn ich in diesem Forum tätig bin, so beneide ich die Neumamis nicht, bei denen alles für ihre Verhältnisse „gut“ verläuft. Im Gegenteil: ich freue mich mit ihnen. Aber ich gebe zu, dass ich bisher ganz ganz selten Damen in meinem Umfeld begegnet bin, die tatsächlich mit allem um die SS zufrieden waren und nicht geklagt haben und nicht unter Problemen (aller möglichen Art) litten. Mal ganz ehrlich: wer kennt eine solche Mutter???

Wie gesagt, ich empfinde unendliche Freude, wenn in meinem Bekanntenkreis Mütter Kinder zur Welt bringen (ich gehörte ja auch dazu), die nicht unter PPD litten. Warum auch nicht? Ich wünsche niemandem eine PPD und auch keine Depression. Aber Probleme hat jeder Mensch, oder?

Es geht doch eigentlich darum, wie einer Mutter, die an einer PPD erkrankt ist, so rasch wie möglich geholfen werden kann. Dir, Sanni, wurden Dinge auch im Vorstellungsthread nahegelegt, die ich für extrem wichtig halte. Dein erster Schritt ist getan und du hast dich überwunden, dir Hilfe zu suchen, in dem du einen Termin gemacht hast. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Du wirst sehen, dass du dir einige Dinge von der Seele reden kannst und die nötige Unterstützung in einem der ersten Schritte zur Genesung bekommst. Ganz wichtig! Nicht verdrängen und alleine schaffen, sondern die Hilfe suchen (von wo auch immer) und gemeinsam diesen schweren Weg gehen. Es lohnt sich.

LG AmoebeMS
Sanni

Beitrag von Sanni »

Hallo,

so, am MOntag war der erste Termin und ich bin allerdings so schlau wie vorher.

Ich habe den Vorstellungspost von mir (nur von mir, nicht den ganzen Thread :wink: ) ausgedruckt und ihm mitgenommen, schriftlich kann ich mich besser mitteilen als wenn ich was sagen muss.

Er hat nun eine tiefenpsychiologische Therapie für 25 Stunden beantragt, er mache nicht die Kleine als Ursache aus, da würde mehr dahinterstecken meint er, sie wäre nur der Auslöser gewesen und natürlich macht er meine "vermurkste" Kindheit dafür verantwortlich und ich weis nicht, wie ich damit umgehn soll, denn der Draht zu meinen Eltern ist doch super. Was mich ankotzt, hab ich schon öfter wie einmal zu ihnen gesagt. Aber das ist vorbei und nicht mehr rückgängig zu machen.

Naja, am ersten April muss ich wieder hin.

So und nun muss ich meiner Kleinen wieder die Socken anziehen (ihr Papa hat ihr mal gezeigt wie man sie auszieht :evil: )

Lg, Sanni
Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Hi!

Wo warst du denn nun? Bei einem Therapeuten oder bei einem Psychiater?

Und zu der Geschichte mit deinen Eltern: ich hab mich auch sehr dagegen gewehrt, den Grund für die PPD in der Kindheit zu suchen, dachte auch, das Verh. au meinen Eltern ist doch toll, was soll das dann alles?

Dachte mir, ich bin weder missbraucht noch geschlagen worden, meine Eltern sind sogar noch verheiratet, wie toll muss denn eine Kindheit sein, damit man keinen Schaden nimmt?

Aber im Laufe der Therapie hab ich schon einiges gelernt: dass es nicht immer die "krassen" Dinge sein müssen, die einem zu schaffen machen. Dass es auch reicht, wenn die Eltern unbewusst großen (Erwartungs-)Druck ausüben etc.

Von daher finde ich den Ansatz gut. Erstere Frage bezieht sich drauf, ob ev. die Verschreibung eines ADs angezeigt wäre, da müsstest du aber zu einem Psychiater.

Lg E
Sanni

Beitrag von Sanni »

Hallo Elisabeth,

danke für Deine Worte :-)

Ich war gleich bei einem Therapeuten den mir meine Hebamme empfahl, ich dachte eine Therapie muss über einen Psychiater laufen, aber anscheinend doch nicht, wenn er nun die Therapie beantragt hat.

Krasse Dinge? Hmm, ich bin wie meine Mutter, ich stecke alles demütig weg und verbuche es unter "vorbei" und "Erfahrung", von daher kann ich die geschehenen Dinge nicht in ihrer Intensität des Schlimmen einstufen. Ich bin gespannt, was er da so alles ausbuddelt.

Medikamenteneinnahme sieht der Therapeut im Moment nicht als gegeben, bis jetzt bin ich auch so mit klar gekommen, meint er, aber er will abwarten bis zum nächsten/übernächsten Termin.

Hach ja :wink:

Liebe Grüsse, Sanni
ubure

Beitrag von ubure »

Hallo zusammen,

ich muss jetzt mal was zu der Tiefenpsychologie fragen: was passiert, wenn Ihr dann nun endlich wisst, was falsch gelaufen ist in der Kindheit? Ich meine, wie wird das in der Therapie aufgearbeitet und wie geht Ihr aus der Sache raus?

Also, z. B. der Erwartungsdruck: was genau macht Ihr dann, damit dieser Fehler der Eltern ausgemerzt wird in Euch? In der Verhaltenstherapie lernt man, wie man Denkmuster ändert, wie man sein Verhalten ändert - was lernt man in der tiefenpsychologischen Therapie?

LG,
Inez
lotte

Beitrag von lotte »

Meine TP geht jetzt dem Ende zu und sie hat mir viel gebracht.
Kurzer Exkurs: ;)
Man verhält sich ja so und so, reagiert in gewissen Moementen "ganz typisch" für einen selbst, also alte Denk- und Verhaltensmuster treten zutage. Oft kann man sich das nicht erklären, warum man zb dauernd den selben Fehler macht ;) Die TP findet heraus, WARUM das so ist.
Um bei deinem Beispiel mit der Erwartungsangst zu bleiben: Du hast sie (wahrscheinlich auch von deinen Eltern, man lernt ja am Modell sozusagen).
Wenn Du nun weisst, dass es gar nicht dein eigenes Verhalten ist, sondern eher von den Oldies übernommen, kannst du dir "überlegen", ob du das weiterhin "brauchst", oder - und oft ist das so - ob Du eigentlich ganz anders reagieren würdest. Hhm, klingt nu sehr theoretisch.
Fakt ist aber auch, dass du es nicht "ausmerzen" kannst (ist schliesslich auf deiner Festplatte drauf lange Jahre). Wichtig ist, dass du in der TP rausfindest, DEIN eigenes Ding zu machen, egal, wie andere darüber denken. Du hast ein selbstgesteuertes ICH und das ist manchmal überlagert mit vielen Dingen, die wir früher auch unbewusst gelernt haben.

Ich weiss nun zb woher meine Angst vorm Alleinsein kommt. Da habe ich Angst, etwas alleine zu entscheiden, durchzustehen. Und warum? Weil meine Oldies nicht richtig an meine Entscheidungen geglaubt haben, das die richtig sind. Wenn ich das jetzt weiss, brauche ich keine Panik mehr auf der körperlichen Ebene, weil ich ja weiss, woher es kommt.

Ich habe MICH kennengelernt in der TP (und meine ist jetzt rum, daher kann ich das ganz gut beurteilen - vorher nachher quasi.

Weiss nicht, ob das verständlich war. Ansonsten einfach noch mal nachfragen ;)

LG
Lotte
Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Nur kurz: Therapeuten sehen, soweit ich das mitbekommen hab, Medikamente selten als nötig an. Und nur weil du noch lebst, hart ausgedrückt, heißt das ja nicht, dass ein AD deine Lebensqualität nicht verbessern würde. Daher bin ich dafür, zweigleisig zu fahren: Thera UND Psychiater!

Lg E
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