Seite 2 von 2
Verfasst: 06:01:2010 16:28
von Feebie
Hallo mici,
jetzt weiß ich eher was du meinst. Danke für deine ausführliche Darlegung.
Weißt du, ich glaube in Freundschaften und Beziehungen ist es oft so, das einer immer etwas stärker ist als der andere. In diesem Fall warst du vermutlich immer die Stärkere von euch beiden. Sie konnte sich bei dir ausweinen, auslachen, auskotzen etc. Du warst immer für sie da. Jahrelang! Und nun kam es einmal vor, das du die "schwächere" warst und dringend ihre Hilfe benötigt hättest, ihr das sogar deutlich gesagt hast, und sie zieht sich zurück...
Ich kann mir vorstellen, wie sich das angefühlt hat. Du fühlst dich sicher auch etwas ausgenutzt und bestimmt um deine Freundschaft betrogen, von der du dir ein ganz eigenes Bild gemacht hattest.
Ich will deine Freundin nicht verteidigen, denn ich kenne ihre Beweggründe nicht. Aber ich weiß, das man sich manchmal erschreckt wenn eine Person, die man für unerschütterlich gehalten hat, plötzlich "am Boden liegt und um Hilfe ruft". Das ist jetzt krass ausgedrückt, aber vielleicht konnte und wollte sie dich einfach nicht so leiden sehen.
Aber egal wie wir es drehen und wenden, du wirst dich vermutlich damit auseinander setzen müssen, das du dir eine andere Freundschaft "ausgemalt" hast, als die die wirklich besteht. Das heißt ja aber nicht, das sie nicht trotzdem deine beste Freundin sein kann. Du mußt nur für dich entscheiden, ob du sie als den Menschen akzeptieren kannst, der sich dir nun darstellt?!
Und ein Gespräch mit ihr, fände ich nochmal ganz ganz wichtig.
Ich weiß wie schwer das ist, über den eigenen Schatten zu springen und den ersten Schritt zu machen, obwohl man sicher ist, das der andere es tun sollte. Ich habe das bei besagter Freundin damals ein paar Jahre vorher schon einmal gemacht, und sie ist mir bis heute dankbar, das ich die Courage hatte über meinen Schatten zu sprinegn. Sie sagt mir heute noch, das sie es nicht geschafft hätte. Und trotz allen Unwegbarkeiten und sämtlicher Freundschaftsneuordnung, ist sie noch immer meine beste Freundin und das seit inzwischen 27 Jahren.
Horch mal tief in dein Herz, was du möchtest und ob du ihr die Enttäuschung verzeihen kannst.
LG,
Feebie
Verfasst: 07:01:2010 8:26
von AmoebeMS
mici hat geschrieben:Ich will schlicht und einfach meine Freundin zurück und muss vielleicht gerade einsehen, dass es diese Freundin, so wie ich sie mir ausgemalt hatte, gar nie gegeben hat!
Liebe Mici,
den ersten Teil der Aussage fand ich sehr bewegend und er traf wohl auch genau das, was du eigentlich die ganze Zeit möchtest, oder? Zum zweiten der Aussage hat dir Feebie schon geantwortet und ich möchte mich dem eigentlich nur anschließen. Wir alle kennen deine Freundin nicht; du kannst sie eigentlich am besten einschätzen.
Du magst zur Zeit sehr enttäuscht über sie sein, und auch zu Recht und ich würde ebenfalls irgendwann eine Aussprache befürworten, aber trotzdem solltest du dich darauf vorbereiten, dass - egal welche Gründe (oder eben keine Gründe) ihrerseits vorliegen - sich in Zukunkft nicht viel ändern wird. Dass das Thema dich beschäftigt, bekommen wir alle natürlich mit. Vielleicht ergibt sich ja tatsächlich bald eine Möglichkeit ihr deine Gedanken & Gefühle mitzuteilen, so dass du für dich am Ende vor dem Spiegel stehst und dir sagst: "Ich habe jetzt wirklich alles versucht!". Mag sein, dass das jetzt schon der Fall ist, ich weiß es nicht. Das weißt nur du.
LG AmoebeMS
Verfasst: 07:01:2010 21:02
von Elisabeth11
Liebe Mici!
Leider komme ich erst jetzt dazu, dir zu antworten. Es sind ja sehr viele sehr fleißig eingesprungen und haben auch schon sehr viel Wichtiges gesagt.
Meiner Erfahrung nach sind es schon auch die Kinder, die Freundschaften verändern, nicht nur die PPD; so wie sich Freundschaften oftmals im Laufe der Ausbildung und des Berufslebens verändern. Ich habe meine beste Freundin seit mittlerweile 25 (!) Jahren und wir hatten auch schon unsere Höhen und Tiefen - ein Tiefpunkt war sicher der, als meine Große auf die Welt kam und sie sich einfach zurückgesetzt vorkam, die Treffen richteten sich nach den Schlafenszeiten meines Kindes, man kann nicht in Ruhe telefonieren, zusammen Shoppen gehen ist auf 1,5 Std beschränkt, man kann sich nur in kinderfreundlichen Lokalen treffen....na, ihr kennt das ja. Mittlerweile hat sie auch ein Kind und ist zum 2. Mal schwanger. Sie hat sich sogar bei mir entschuldigt für ihre Ungehaltenheit, als sie dann wusste, wie es mit Kind ist.
Von daher, eine Freundschaft ist doch immer auch einer gewissen Dynamik unterworfen und das ist ok so, das braucht keinen starren Rahmen.
Dass du enttäuscht bist, kann ich gut verstehen, das war ich auch oft, wenn ich das Gefühl hatte, jemand geht wegen meiner Kinder auf Abstand, und ich glaube, es ist zu einem gewissen Teil auch deshalb so, weil das in irgendeiner Art und Weise auch ein "Angriff" auf unser Kind ist - und das verletzt uns dann doppelt. Ist halt meine Theorie.
Aber was ich eigentlich unbedingt anbringen wollte, ist folgende Geschichte:
als ich nach der Geburt ganz am Boden war, hatte der Mann meiner besten Freundin zeitgleich eine Infektion im Gehirn, von der man damals dachte, es wär ein Schlaganfall - er war damals grade 30. Er konnte nicht reden, nicht essen, nicht gehen, hat gekotzt und Sensibilitätsstörungen gehabt. Meine Freundin war mit ihrem einjährigen Sohn allein daheim die ganze Zeit, während er im Spital war. Sie hat mich angerufen, ich bin gekommen. Aber als ich sie dann so gesehen hab und sie so verzweifelt war und ich zu meinen Depressionen auch noch die ganze Sorgenlast von ihr tragen sollte, da hab ich es nicht mehr gepackt. Es ist mir so mies gegangen und ich hab nur gedacht, Gott, was bin ich für eine schlechte Freundin, ich kann ihr gar nicht helfen. Ich hab dann allerdings meinen Mut zusammengenommen und ihr gesagt, dass mich das derartig belastet, dass ich immer tiefer in ein Loch rutsche...und sie hat es verstanden, hat mich zwar auf dem Laufenden gehalten, sich aber bei anderen ausgeweint. Das hab ich ihr hoch angerechnet.
Ich denke nur, wenn deine Freundin auch schon seit Jahren mit depris zu tun hatte, vielleicht schaffte sie es einfach auch deshalb nicht, dich zu unterstützen, weil sie sich selbst dadurch dem schwarzen Loch wieder so nahe fühlte?
Ist nur eine Theorie, aber vielleicht kannst du ja was anfangen damit. Und nochwas: unsere Kinder sind unsere Kinder! Wir können von den anderen nicht verlangen, sie genauso zu lieben und genausogern mit ihnen zusammen zu sein, wie wir das tun. Vielleicht braucht ihr beiden einfach ein wenig Zeit ohne die Kleine???
Lg E
Verfasst: 12:01:2010 14:42
von mici
Ihr Lieben,
ich melde mich mal wieder, weil das Thema immer noch nicht an seiner Brisanz eingebüßt hat.
Zuerst möchte ich aber mal meinen Dank loswerden, an alle, die sich hier so Mühe machen, mir zu helfen, wie ich endlich ein normales Verhältnis zu meinen Freunden finden kann.
Ich fang mal bei Elisabeth an: Du schriebst, Freundschaften seien gewissen Dynamiken unterworfen und bräuchten keinen starren Rahmen, was auch ok so sei. Da gebe Dir gewissermaßen recht. Aber dennoch erlebe ich jede Veränderung, in der sich der andere "umorientiert", "zurückzieht" etc. als Ablehnung meiner Person. Ich weiß, dass das oftmals gar nicht stimmt. Und ich weiß auch, dass ich oftmals selber aktiv und bewusst dazubeitrage, dass sich der Kontakt etwas ausdünnt, man sich selterner trifft. Manchmal bin ich also selber auch gar nich so sehr hinter der Freundschaft her, wie ich es umgekehrt erwarte. Dennoch, wenn es mir passiert, dass jemand sich etwas zurückzieht oder ich nicht mehr erste Geige spiele, dann taucht bei mir die nicht zu unterdrückende Frage auf, wie der andere zu mir steht! Ich will damit sagen, dass ich also gar nicht unbedingt Dauerkontakt brauche, dass ich aber das Gefühl brauche, dass das Verhältnis zu meinen Freunden in Ordnung ist, also rein und ungetrübt. Doch wann immer sich jemand etwas zurückzieht, taucht das Gefühl auf, ich könnte etwas falsch gemacht haben, oder der andere ziehe sich zurück, weil er zu mir Abstand braucht,.... Dass das oftmals gar nicht der Grund ist, weiß ich im Prinzip auch, aber ich werde sofort ganz verunsichert, traurig und grüblerisch, wenn es mir mal wieder passiert, wie eben zuletzt mit meiner besagten Freundin / Trauzeugin. Es hat also gar nicht so sehr mit meiner Tochter zu tun, dass ich über das Verhalten meiner Freundin so enttäuscht bin, sondern sie trifft mich damit einfach an meinem wundesten Punkt, der zur Zeit der PPD ganz besonders wund war.
Zu Deiner Geschichte: Ich fand es total schön zu lesen, dass Du den Mut aufgebracht hast, und Deiner Freundin sagen konntest, dass Du überfordert bist. Genau damit könnte ich auch was anfangen! Wenn meine Trauzeugin nur das Gespräch suchen würde und mir SAGEN würde, warum sie sich zurückzieht. Dann würde ich nicht spekulieren müssen. Wenn ich wohlwollend bin, dann interpretiere ich ihr Verhalten als genau die (allzu menschliche) Schwäche, sich meiner nicht annehmen zu können. Wenn ich aggressiv bin, dann interpretiere ich ihr Verhalten als eine Ablehnung meiner Person. Ich weiß nicht, was stimmt und das macht mich rasend!
@ Feebie: Dein Beitrag geht etwas in die Richtung von Elisabeth. Ich glaube auch, dass sich meine Freundin erschreckt hat, als sie mich so am Boden gesehen hat. Deswegen hat sie auch die Augen davor verschlossen. Ich glaube auch tatsächlich, dass Frauen, die keine Kinder haben, uns Frauen, die mit einer PPD zu tun haben / hatten, nicht wirklich helfen können. Ob das nun Psychologen sind, die das vielleicht noch etwas besser verbergen können (dass sie uns nicht helfen können), oder ob das Freunde sind.
@ Leuchtkäfer: Das, was Du unter wünschenswerter Reaktion meiner Freundin schreibst, trifft genau den Kern der Sache. Ich wünsche mir in der einer Beziehung IMMER Aufrichtigkeit und Offenheit. Ich erlebe aber oft, dass ich das nicht erwarten kann. Viele trauen sich einfach nicht so offen mit mir umzugehen, wie ich es mir für mich / für uns wünschen würde. Und weil die Menschen wissen, dass ich eigentlich nur dann eine Freundschaft pflegen kann, wenn Offenheit herrscht, ziehen sie sich lieber zurück. WEnn ich meinerseits Dinge anspreche, die in der Beziehung irgendwie "schief" laufen, dann wird mir oft angelastet, dass ich immer was zu meckern und an dem anderen auszusetzen hätte. Dabei verbalisiere ich nur die Beobachtungen, die der andere auch gemacht hat, aber alleine die Tatsache, dass ich es laut ausspreche, verursacht bei den anderen den Eindruck, dass ich mit der Freundschaft hart ins Gericht gehe und an der Freudin kein gutes Haar lasse. Ich denke, ich bin dann oft auch nicht konziliant genug im Ton. Meine Mutter sagt immer, ich sei sehr spitz in meinen Formulierung, ich würde zu Übertreibungen neigen und wäre sehr hart in meinen Urteilen. Und mein Therapeut damals meinte, ich sei überhaupt viel zu sehr mit den anderen beschäftigt, als mit mir.
Ja, eine Freundschaft offen zu führen, das ist auch meine Vorstellung. Dazu gehört aber, finde ich, dass man sich manchmal auch unbequeme Dinge zu sagen hat. Und das meine ich nicht nur als hohle Phrase, denn als solche verstanden würde mir sogar meine Trauzeugin recht geben.
MICI
Verfasst: 12:01:2010 21:21
von Leuchtkäfer
Hallo MICI,
wie ist denn der Stand der Dinge mit Deiner Freundin? Hat die Aussprache etwas für Euch ergeben?
Ich finde das Thema auch gerade sehr schwierig. Was ist überhaupt ein Freund/Freundin. Jemand, mit dem man viele Dinge gemeinsam hat, gemeinsame ERlebnisse, dem man"alles" erzählt? Wo hört Bekanntschaft auf, wo fäng Freundschaft an?
Ich habe auch im Rahmen der PPD für mich entschieden, daß ich mich meinen Freunden so zeigen möchte, wie ich bin und wie es mir geht. Das gelingt mir noch nicht so gut, aber es macht mich ruhiger und auch freier, die Erfahrung zu machen, daß trozdem (ich meine trotz der ganzen emotionalen Defizite, die ich bei mir bemerke) Menschen zu mir halten.
Sind diese Menschen dann automatisch Freunde?
Mensch MICI, Du machst mich ganz wuschig mit Deinem Thread, jetzt stelle ich auch schon alles in Frage.
Das ist übrigens ausdrücklich kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Es ist o.k. darüber nachzudenken und sich Fragen zu stellen.
Jetzt gibt's Essen, bis dann,
Leuchtkäfer
Verfasst: 13:01:2010 12:28
von mici
Moin, Leuchtkäfer,
ich dachte in "guten Zeiten" immer, dass es gar nicht so wichtig ist, sich genau zu fragen, wer mein Freund ist, und wer nicht. Man hatte einfach "so ein Gefühl" für die Menschen, die einem wichtig waren und es war mir nicht wichtig, sie in bestimmte Kategorien einzuordnen. Ich hab mich mit ihnen gerne umgeben, mit den einen lieber, als mit anderen. Manchmal hab ich mich komischerweise öfter mit denen umgeben, mit denen ich mich gar nicht soooo gerne umgeben habe, als mit denen, die ich stattdessen lieber gesehen hätte. Dafür waren dann die Treffen nicht so "intensiv", nicht so "nachhaltig", wie mit denen, die ich zwar seltener, aber lieber gesehen habe
Jetzt und in der akuten Zeit der PPD hat sich die Frage, wer "mein Freund" ist (auf den ich zählen kann) wieder neu in den Vordergrund gedrängt. Von Freunden erwarte ich, dass sie in Krisenzeiten zu einem halten oder mindestens sagen können, dass sie sich nicht in der Lage sind, meine Krise mit aufzufangen, weil sie sich dazu zu schwach fühlen (So, wie Elisabeth das getan hat). Das hat meine Freundin aber nicht getan.
Wir hatten jetzt zwar nicht direkt eine Aussprache, weil ich eigentlich der Meinung bin, alles gesagt zu haben, aber wir konnten relativ problemlos zur Tagesordnung übergehen, haben uns am vergangenen WE gesehen und abends zu dritt (mit meinem Mann) lange geklönt. Das war ok für mich, aber ich merke eben auch, wie ich ganz viele Dinge zu unserem Verhältnis und zu meinem Zustand zurückhalten muss, weil ich nicht will, dass es wieder eskaliert. Sie weiß z.B. gar nicht, dass ich wieder mit einer Therapie angefangen habe, sie weiß auch nicht, dass ich gerade Dipl.-Arbeit schreibe, geschweige denn über welches Thema. Sie hat selber nicht studiert und manchmal hab ich das Gefühl, das Studium trennt uns genau so voneinander, wie Kinder das offensichtlich tun.
Sie fühlt sich von mir angegriffen, denke ich mal, wenn ich an ihrem Verhalten Kritik übe und sie macht es sich auch in gewissem Sinne etwas einfach, weil sie oftmals auf Kritik antwortet, dass sie eben nicht besser könne. Da denke ich dann manchmal, ich habe es mit einer 80 jährigen alten Frau zu tun, die nicht mehr in der Lage ist, ihr Verhalten zu reflektieren und ggfs anzupassen. Im Prinzip verlangt meine Freundin immer, dass ich sie so nehme, wie sie eben ist und das finde ich einerseits gut, andererseits bin ich fest davon überzeugt, dass niemand einfach nur "irgendwie ist". Es gibt immer Veränderungs- und Verbesserungspotenzial und insbesondere dann, wenn man merkt, dass das eigene Verhalten die Freundin verletzt, dann überlegt man sich doch, ob man für sich Möglichkeiten sieht, wie man aus diesem gewohnheitsmäßigen Verhalten einen Ausweg findet, um sich besser auf die Freundin einzustellen. Aber wahrscheinlich ist es auch ein bisschen so, wie Feebie schon sagte, dass ich immer die Stärke war in der Freundschaft und sie einfach damit überfordert war, selber die starke Rolle zu übernehmen.
Ich kann im Prinzip nur in den sauren Apfel beißen und versuchen, zu akzeptieren, dass sie ist, wie sie ist. Dann muss ich aber gleichzeitig akzeptieren, dass ich die starke Rolle zugewiesen bekomme (auch in schwachen Zeiten). Oder ich muss mir sagen, dass diese Freundschaft für mich nicht länger tragfähig ist, weil ich mich in Krisenzeiten nicht auf sie verlassen kann. Ich müsste den Kontakt abbrechen, was ich auch nicht so recht will, weil ich meine Freundin dann natürlich erst recht vermissen würde. Ein Dilemma. In jedem Fall bleibt die Frage offen: Was ist ein echter Freund und: Kann meine Trauzeugin für mich noch eine echte Freundin sein?!!
MICI
Verfasst: 18:02:2010 21:59
von Juliane
Liebe Mici,
meine beste Freundin ist seit meiner Krankheit auch keine beste Freundin mehr, leider nicht einmal mehr eine Freundin.
Ich bin auch jetzt noch sehr traurig darüber, weil ich sie so gern gehabt habe.
Wir sind beide zur gleichen Zeit schwanger geworden. Unsere Partner waren auch befreundet, es war ein nettes Vierer-Team. Es war schön, wir haben vieles uunternommen.
Meine damalige Freundin und ich - das war ein Team - wir sind durch dick und dünn gegangen.
Mit unseren Babys hatten wir soviele Pläne - geblieben ist nichts.
Nach der Beburt bin ich ja sofort erkrankt und 2 Monate in eine Psychiatrie knapp 60 km von daheim gekommen. Ich habe ja nie verlangt, sie solle mich besuchen oder so...aber sie rief nicht einmal an.
Wenn ich am Wochenende heim kam, besuchten wir sie jedes Mal. Sie kam nie. Das fiel mir damals gar nicht so auf. Wir waren jeden Tag spazieren, aber das war es auch, Oft liefen wir nebeneinander her ohne ein Wort zu wechseln. Damals weinte ich deswegen sehr viel.
Sie fragte nie, wie es mir ging. Unsere Kinder kamen im Sommer 2007 auf die Welt. Im Dez 2007 sagte sie mir, dass sie in die Schweiz ziehen würde. Wohnung war bereits gesucht und der Umzug organisiert. Jeder wusste es, nur ich nicht.
Als sie mir das sagte, weinte ich bitterlich. Sie fragte mich, warum ich denn so heule, ich hätte doch mein Leben nach der Geburt von Emily eh nur noch für mich allein geführt. Wie konnte sie das sagen?!!! Ich hätte sie nie gefragt, wie es ihr so ginge.
Aber ich war doch froh, dass ich jeden besch... Tag irgendwie meistern konnte. Natürlich hatte ich kaum Ohren für ihre Probleme. Abner für mich waren das keine Probleme...nein, es ist nicht schlimm, wenn ein Junge einen orangen Pulli anhat...nein, es ist nicht schlimm, wenn er kleine Pickelchen am Popo hatte...
ABER SIE VERSTAND NICHT: JA; ES ist schlimm, nicht zu wissen, ob man den Tag überlebt oder ob man vollständig verrückt wird...JA, ES IST schlimm, wenn man immer glaubt, seinem Kind keine gute Mutter zu sein...JA, ES IST schlimm, immer nur in Panik, Angst und schierer Verzweiflung zu leben...
Aber das sah sie alles nicht (mehr).
Sie wohnt seit Anfang 2008 in der Schweiz. Ich habe viele Male angerufen. Sie erzählte mir, von ihren Elebnisses und neuen Fraundschaften. Irgendwann zum Ende 2008 fiel mir auf, dass hauptsähclich ich diejenige war, die anrief. Ich rief nicht mehr an...und bekam nie mehr ein Lebneszeichen von ihr..bis zu meinem Geburtstag im Agust 2009. Und ich habe mich wieder so gefreut udn gehofft...aber meine Weihnachtsglückwünsche, die Wünsche zum Neujahr und zu ihrem Geburtstag letzte Woche nahm sie kommentarlos an.
Ich versuche ja neue Freundschaften zu schließen, ich fühle mich manchmal sehr einsam (Obwohl ich einen lieben Partner habe, aber der ersetzt keine Freundin mit der man halt mal so Weibergeschichten bequatschen kann), aber aus irgendeinem Grund klappt das nie.
Das klingt jetzt so blöd, aber ich denke, keiner mag mich oder will mich gerne um sich haben. Und ich weiß nicht, warum. Hab schon so viel Probiert (Krabbelgruppe, Elternkurse, Arbeitskollegen, frühere Freunde,...) und irgendwie schläft das alles nach kurzer Zeit wieder ein. Aber ich versteh auch nicht, warum ich immer derjenige sein soll, der die Initiative ergreift und anruft und trifft und verabredet und wieder anruft ......