ZG`s auf einmal wieder so stark...

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

Moderator: Moderatoren

bambam

Beitrag von bambam »

Guten Morgen!

Also: hab das heute Nacht mal so gemacht... Den ZG als solchen entlarvt und ihn benannt. Mich dann ganz bewußt auf eine andere Tätigkeit konzentriert - wenn es auch schwer viel und ich dabei 1000mal wieder zu dem ZG zurück kam... Richtig soweit? Ne Ersatzhandlung hab ich ehrlichgesagt noch nicht gefunden... Nachts ist das etwas schwierig... :wink:

Bin auch total durcheinander. Ich weiß gar nicht, ob mich momentan mehr die ZG`s quälen oder eher die Angst davor. Beispiel: heute Nacht kam der Kleine weil er ja hunger hatte. Sah ihn wieder an und peng (so wie neulich, als du mir, liebe Marika, schon so super geholfen hast!) bekam ich Angst. Kann gar nicht sagen, ob es Angst vor nem ZG war oder was weiß ich - mein Hirn drehte sich jedenfalls. Eher die Angst, die ich wieder in Verbindung mit dem Kleinen brachte...furchtbar!
Das ist wohl die nette Spirale, die du ansprachst... ZG, Angst, depressive Verstimmung. Jedenfalls sagte ich mir: nein, ich füttere jetzt mein Kind, das ist nur ein dummer Gedanke und gut ist`s. Ich sah den Kleinen an und freute mich an ihm. Dieses schlechte Gefühl in Verbindung zu bringen mit dem Kleinen ist einfach da... (ich wiederhole mich, ich weiß...) Es ging dann auch etwas und ich merke, dass das hohe Tief wieder an Stärke verliert - zum Glück!

Es ist einfach momentan ziemlich viel, dass auf mich einprasselt. Ich muss das sortieren und einen Weg für MICH finden... Vor allem, weil bei mir scheinbar IMMER etwas anderes im Vordergrund steht: ZG, dann die Angst, dann die depressiven Gedanken...

Mit meinem Mann ist das so ne Sache: er meinte neulich, das er stolz sei, dass ich das bis jetzt so super hinbekäme und es mir dabei so gut ginge. Ich war (oder bin - je nachdem) eigentlich immer die starke Frau... Nun sah er mich gestern heulend dabei, wie ich den Kleinen fütterte...
Er ist auch der Meinung, ich bräuchte keine Therapie... Er denkt, dass das Problem ein anderes ist: das nicht-akzeptieren meinerseits, das nicht immer alles Eitel-Sonnenschein ist, mein momentaner Streß und Schlafmangel usw.
Er ist der Meinung, dass ich definitiv kein psychisches Problem habe... Und da ich lange auf der Suche nach der richtigen Therapeutin bzw. dem richtigen Psychiater war und teilweise immer noch Suche, weil ich mich dieses Mal einfach 100%ig wohlfühlen will, mache ihm langsam Angst meinte er... Er meint, ich lenke meine Energien komplett in die falsche Richtung: hier in dem Forum, in meine Gedanken, in die Therapie und in die Ärztesuche. Seiner Meinung nach hindere mich das Ganze am gesund sein! Weiß nicht, wie ich das erklären soll - verstehe ihn ja manchmal selber nicht. Dann versuche ich wieder, ihn anhand von Beispielen zu verdeutlichen, wie sehr ich darunter leide und das meine ganzen Bemühungen nur deshalb so stark sind, weil ich nichts mehr möchte, als wieder gesund zu werden...

Er sieht mich nicht als krank - ich eigentlich auch nicht... Aber ich weiß, dass irgendetwas nicht richtig läuft - überhaupt nicht richtig! Und das will ich wieder ändern! Erzwingen würde ich etwas wollen meint er, was es nicht zu erzwingen gibt...

Es ist so wie du sagst, Marika, es raubt mir zu der Kraft, die mir diese ZGs und Ängste schon klauen, noch mehr... Vor allem wenn er meint, was mir das hier alles brächte? Nichts, denn das sehe ich ja anhand der langen Zeit, in der ich hier schon im Forum sei, in der ich schon in Behandlung war, in der ich schon von Arzt zu Arzt laufe (er meint, langsam hätte ich alle durch in der Stadt - und da hat er bald recht...) und in der ich schon Medikamente nahm... Wenn das nicht demotivierend ist, dann weiß ich auch nicht! Frag ich ihn dann, was ich seiner Meinung nach tun solle dann meint er nur: die Zeit alles heilen lassen, eben akzeptieren, dass nicht alles so "flutscht", wie man das gerne hätte usw.
Wenn ich darauf sage, wieviel Zeit ich denn noch investieren soll nach den mittlerweile fast 7 Jahren meint er dann wieder, dass ich gar nicht gesund werden könne, denn ich setze mich schon wieder unter Druck...
Sehe ich dann aber, wie er Tag für Tag seine Antiallergikum-Pillen einschmeißt und ihm dann sage, er solle es machen wie er mir rät nämlich seinem Körper Zeit lassen, mit der Allergie umzugehen und irgendwann gesund zu werden (was Schmarrn ist, weiß ich! Ich will ihm nur verdeutlichen, dass manche Sachen einfach nicht nur so gut werden...) dann schüttelt er nur den Kopf und meint, ich würde ihn einfach nicht verstehen - was ich, ganz ehrlich, auch nicht tue!

Er würde nicht mitgehen zu meinem Arzt, zu meiner Therapeutin geschweige denn sich hier mal reinzulesen. Das weiß ich, denn daraufhin hab ich ihn schon angesprochen... Wie gesagt kein Wunder, denn er denkt ja, ich bräuchte das alles nicht und das alles wäre ja gerade der Grund, warum ich NICHT gesund werde... Mein Leben genießen, die Kinder genießen, genießen, dass ich eigentlich keine Probleme hätte - das solle ich tun...

Früher hätte ich das auch jedem gesagt, das die Zeit alle Wunden heilt... Früher - da konnte ich mir im Himmel nicht vorstellen, wie jemanden sowas aus der Bahn hauen kann...

Gehts mir gut denk ich mir: vielleicht hat er ja doch recht - sobald ich aber wieder kämpfe wie jetzt könnt ich nur heulen!

Marika, was würdest du mir denn als Expertin für Bachblüten raten, welche Mischung ich bräuchte? Hast du nen Tipp? Man soll ja max. 7 Blüten mischen - laut der Liste bräuchte ich fast alle... :roll:

So, muss heute mit meinen beiden Kindern zum Kinderarzt - juhuuu! Und das, wo meine Große eine Spritzenphobie vom Feinsten hat. Und jetzt ratet mal, was heute auf sie wartet? Genau, die Auffrischimfpung! Ich freu mich!

Danke nochmal dir Marika und auch allen anderen hier!


Liebe Grüße,
Bambam
mici

Beitrag von mici »

Hi Bambam,

die Worte Deine Mannes hätten auch von meinem Vater sein können! Der hat mich in der dunkelsten Zeit meiner Depression gefragt: Wo ist eigentlich das Problem? Du hast doch alles, was Du brauchst! Einen lieben Mann, eine gesunde Tochter, genug Geld, .... Schau Dir die Blumen an, wie schön bunt sie bühen.... usw.
Aber man sieht das Bunte eben nicht, wenn man Depressionen und Angst hat und das können sich manche Menschen, die diese Erfahrungen nicht gemacht haben, nicht vorstellen!
Du schreibst, dass Du schon seit 7 Jahren gegen die Depressionen ankämpfst, ich könnte mir vorstellen, dass Dein Mann evtl. inzwischen versucht, eine neue Strategie zu fahren, indem er versucht, Deine Energie "umzulenken". Ich meine, hat er denn jemals anders reagiert? Hat er es zwischenzeitlich auch schon mal für richtig erachtet, dass Du Therapien machst, Ads nimmst, Dich im Forum tummelst? Oder war er einfach immer nur strikt dagegen und hat Dir eingeredet, Du würdest Dich anstellen? Vielleicht denkt er einfach, dass der Zeitpunkt gekommen ist, dass Du anders als bisher versuchen sollst, Deine Probleme in den Griff zu kriegen, indem Du Dich mehr ablenkst und Dir immer wieder bewusst machst, welches Glück Du mit den Kindern hast etc. Das kann halt einfach auch eine neue Strategie von ihm sein, die nichts damit zu tun hat, dass er Dir nicht glaubt, dass es Dir schlecht geht, sondern die einfach nur einen anderen Versuch darstellt, Dir helfen zu wollen. Wenn Du allerdings ausschließlich Unverständnis für Deine Situation erntest, dann ist das natürlich ein zusätzlicher Belastungsfaktor!
Ich kenne das Gefühl jedenfalls auch sehr gut, dass man den ganzen Tag spürt, dass nicht alles in Ordnung ist, obwohl man nicht benennen kann, was genau einem fehlt. Das ist auch für den Partner manchmal sehr zermürbend, weil ihm dadurch jegliche Ansatzpunkte genommen sind, Dir helfen zu können. Vielleicht wäre es das Beste, wenn Du ihn aus Deinen konkreten Überlegungen etwas mehr versuchst herauszuhalten. Du kannst ja hier im Forum oder bei der Deiner Thera versuchen herauszufinden, welcher Weg der beste für Dich ist, was Du ja eh schon tust. Aber vielleicht ist es vorläufig besser, wenn Du Deinem Mann nicht jede neue Therapieidee erzählst. Mein Mann hat mal zu mir gesagt, er bitte darum, nur noch einmal in der Woche darüber informiert zu werden, was ich mir als nächstest für mich ausgeacht habe :roll:
Das mit den Bachblüten würde ich ihm z.B. erstmal vorenthalten, sonst bekommst Du von Marika eine Mischung empfohlen, die Du gerne nehmen würdest und Dein Mann sagt: Alles Quatsch! Das bringt Dich wieder durcheinander. Deswegen meine ich, dass es vielleicht gut sein könnte, wenn Du ihn vielleicht nur noch darüber informiert, was Du als nächstes für Dich ausprobierst, aber nicht mehr mit ihm abwägst, ob das eine gute Idee ist. Denn es gibt zu allen Therapieansätzen verschiedenen Meinungen und so, wie ich Dich hier im Forum bislang "kennengelernt" habe, wirkst Du so, als wärst Du sehr leicht von etwas zu überzeugen, aber auch genauso leicht wieder davon abzubringen.
Eine Depression ist halt auch eine sehr einsame Erkrankung, weil man selbst als einzige wahrnehmen kann, wie schlecht es einem geht und das oftmals nicht vermittelt bekommt. Deswegen ist es auch ein Stück weit normal, wenn man mit seinen Gedanken raus aus der Depression ebenso alleine ist, weil man letztlich selbst derjenige sein muss, der als einziger sagen kann, welcher Weg der richtige ist. Dabei können einem die anderen nur bedingt helfen.
Mein Mann ist es inzwischen etwas leid, dass ich an dieser Stelle so viel mit mir beschäftigt bin und ich kann das auch ein bisschen verstehen, denn er kann eben nicht in mich hineingucken und deswegen hat sein Mitgefühl eine natürlich Grenze. Die Grenze ist da, wo seine Vorstellungskraft für meine Gefühle und Gedanken aufhört. Da kann aber keiner von uns etwas dafür, es macht nur sehr deutlich, wie einsam man doch bei dieser Erkrankung ist.

Lieben Gruß,

MICI
zwaengler79

hallo bambam

Beitrag von zwaengler79 »

du bist nicht allein mit diesen gedanken, glaube mir. ich kann so gut nachvollziehen wie du dich fühlst. ich weiß zwar nicht genau in welche richtung deine zg gehen, aber bei mir sind sie ausschließlich aggressiver natur gegen meine tochter oder sogar gegen andere menschen die ich kenne. meine zg drehen sich hauptsächlich immer um das thema m...d (ich will es gar nicht aussprechen vor lauter angst, ihr denkt ich bin nicht mehr normal). das denke ich ja selbst oft. wenn du über deine zg sprechen willst oder dir sonst was auf der seele liegt, auch ich bin gerne für dich da. wir kennen uns zwar noch nicht aber das kann man ja ändern. lass dich nicht unterkriegen, auch wenn man das gefühl hat dass es nicht mehr weiter geht. irgendwie geht es immer. ich hoffe nur, dass das leben auch irgendwann mal schöne seiten für mich bereit hält. nicht nur für mich, sondern für euch alle die ihr so leidet
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallo,

die Übung war richtig, toll gemacht. Weiter so - unbedingt!!! Ich weiß, der ZG drängt trotzdem ins Bewußtsein, aber mit der Zeit wird das weniger, wenn du konsequent dran bleibst.

Was Bände spricht - du schreibst: "Er sieht mich nicht als krank, ich ja eigentlich auch nicht!" :idea: :idea: :idea: Auch hier liegt eine Hürde, auch hier wäre ein möglicher Grund warum dir bisher nichts geholfen hat - weil du es nicht lange genug gemacht hast - weil du "nicht krank bist". Nur ein Denkanstoß von mir, denn genau das hast du bereits vor 4 Jahren zum ersten Mal geschrieben.... :idea: :idea: Mit der Einstellung läuft man Gefahr gegen eine psych. Erkrankung rein mit den eingenen Gedanken angehen zu wollen (positives Denken) - aber das funktioniert eben nicht. Du schreibst auch, wenn du anfängst zu kämpfen geht es dir schlechter - ist das für dich ein Beweis, dass du nicht kämpfen sollst, dass du nicht krank bist? Bist du dann eher überzeugt, dass das kämpfen, dass wir dir anraten falsch ist? Da stecken ganz viele Widersprüche drinnen.... :?: Denn schlechter gehts dir natürlich deshalb, weil du dich konfrontierst, da gehts jedem am Anfang schlechter. Du bist nur bisher nie über diese Hürde raus gekommen, hast nie lange genug durchgehalten, um eine langfristige Verbesserung auch zu erreichen. Das fällt mir so ein, wenn ich die letzten 4 Jahre, in denen du hier bist anschaue. Das ist jetzt wirklich in keinster Weise ein Vorwurf Süße, es ist nur ein Versuch dir durch diesen Gedankenstrudel ein wenig durch zu helfen.

Mögliche gute Bachblüten Essenzen wären:

- Aspen (Zitterpappel): gegen diffuse Ängste oder
- Mimulus (gefleckte Gauklerblume): gegen konkrete Ängste - entscheide hier selber welche für dich eher in Betracht kommt, beide zusammen wären zu viel, habe ich schon öfter gelesen, theoretisch kann man aber schon beide zusammen nehmen.
- Gorse (Stechginster): gegen das Gefühl der Hoffnungslosigkeit ("was soll mir denn noch helfen" usw.)
- Larch (Lerche): für SELBSTVERTRAUEN - eine ganz wichtige Blüte bei ZG
- Mustard (Ackersenf): gegen die klassischen depressiven Gefühle
- Withe Chestnut (Rosskastanie): klassische Blüte bei ZG
- Wild Rose (Heckenröschen): gibt Lebensfreude
evlt. noch
- Rock Water (Quellwasser): bei Perfektionnismus, den ZG-Geplagte oft haben.

Enscheide du spontan, was du mischen möchtest. Das wären so meine heißesten Empfehlungen!

Liebe Grüße von
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
bambam

Beitrag von bambam »

Hallo!

Habe heute brav meine Übungen weiter gemacht und merke, wie die Anspannung der letzten Tage von mir abfällt...

@Mici: ja, genauso wie dein Vater das mit den Blumen sieht - das könnte auch von meinem Mann sein. Ist ja auch verständlich irgendwie - hätte das bis von ein paar Jahren genauso gesehen...

Ich denke das es mit Sicherheit daran liegt dass er so reagiert, weil er nicht weiß, was er tun soll - und es einfach nicht versteht...
Habe schon mal vorgehabt, ihn rauszuhalten - brauche aber einfach eine Bezugsperson - gerade weil die Verunsicherung in diesen schlechten Zeiten bei mir so groß ist und ich manchmal einfach nicht mehr weiter weiß... Wie Marika das völlig korrekt beschrieben hat: ich bin leicht für etwas zu begeistern - aber genauso leicht wieder davon abzubringen... :roll:
Heute meinte er z. B.: na, heut gehts dir aber besser, das merk ich schon! Da hat er auch recht - aber denkt, damit ist es getan, es waren mal 4 oder 5 schlechte Tage und gut ists wieder. Er meinte auch, dass JEDER mal schlechte Tage hat - was auch wieder stimmt... Nur nicht so wie wir hier...

Wie du schon gesagt hast: ich werde meinen Weg gehen - ich weiß auch, dass er mir beisteht (zwar nicht so, wie ich mir das wünschen würde - aber er lässt mich auch nicht im Regen stehen)... Auch werde ich ihm nicht mehr über jedes Detail berichten wie z. B. über meine Therapiestunden oder der erste Termin bei meinem Psychiater... Was mir schwer fallen wird - aber dann müsst eben ihr dran glauben... :wink:

@zwaengler79: danke! Werde mich bei dir melden...!

@Marika: Wie schon gesagt: du hast recht... Ich bin leicht für was zu begeistern - und leicht wieder davon abzubringen... Wie auch immer, liegt wohl an meiner Unsicherheit...
Das ich mich nicht als krank sehe liegt einfach nur daran, das diese Krankheit nicht so ist als hätte man ein gebrochenes Bein oder Magenschmerzen, verstehst du? Das mit mir was nicht stimmt und ich behandelt werden muss - das weiß ich sehr wohl!
Nur ist es nicht auch ein "Behandlungsschritt", den negativen Gedanken positive gegenüberzustellen?
Mein Hauptproblem ist das: es geht mir schlecht - und ich will dann ALLES dafür tun, damit das endlich aufhört. Fange an zu kämpfen und dann wird dass alles besser - was völlig normal ist! Mir gehts dann teilweise wieder so gut, dass ich mir denke: ach, wofür denn, haste eben mal schlechte Tage, hat mein Mann doch recht! Wenn es mir gut geht sehe ich diese schlechten Tage aber nicht so schlecht, wie sie eigentlich waren, verstehst du?! Wie soll ich das erklären?! Ich denk mir dann: es sind immer nur ein paar Tage, die überlebste schon - das denk ich aber nur dann, wenn es mir wirklich besser geht. Aber ich WEISS, dass das kein Dauerzustand sein bzw. bleiben kann und deshalb muss ich mir jetzt einfach mal in den Allerwertesten treten - auch wenn ich schon wieder merke, dass es besser wird und ich mir denke: mensch, warum streßt du dich da immer so rein... Was nicht heißen soll, dass es mir momentan super geht - so ist es leider auch ganz und gar nicht...

Danke für die Bachblüten-Empfehlung!!!!! Werd gleich morgen in die Apotheke gehen und mir die Mischung besorgen... War heut früh die ganze Zeit dagesessen - aber ich wusste wie gesagt nicht, was ich brauche und was nicht... :oops:


Liebe Grüße,
Bambam
Leuchtkäfer

Beitrag von Leuchtkäfer »

Hallo bambam,

Du hast es selber in Deinem letzten Beitrag geschrieben: Wenn es Dir schlecht geht, würdest Du alles tun, damit es besser wird, ist es dann besser, hörst Du auf zu kämpfen. Das kann ich verstehen, denn man ist so froh, daß es besser ist, daß man es genießen möchte.

Aber genau da mußt Du dran bleiben: Überleg Dir, was Dir heute leicht gefallen ist und warum. Was hat Dir geholfen, daß es besser wurde. Sag jetzt nicht, "es ist eben einfach so besser geworden". Auch dann hilft es, sich zu merken, was gut getan hat an dem Tag.

Dann wäre es sicher auch gut, Dir zu überlegen, was Dir noch fehlt, damit es Dir besser geht. Versuche, dieses diffuse Gefühl von "es ist nicht gut" näher zu bestimmen. Das gibt Sicherheit, wenn Du weißt, was Dir noch fehlt zum "Glück".

Bambam, Du schaffst das, aber bleib dran. Es ist wie beim Sport: Lieber gleichmäßig ein bißchen, als einmal die Woche hardcore.

Grüße von Leuchtkäfer
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Beitrag von Marika »

Ich sehe es auch so wie Leuchtkäfer!

Wir sehen oft hier, dass die Vorgangsweise - "mit allem wieder aufzuhören sobald es ein einem besser geht (AD, Therapie usw.)" - ein Schuß nach hinten ist. Ich denke, wenn du diese Erkrankung als genau gleich wie eben einen Beinbruch sehen würdest, du auch länger dran bleiben könntest.

Das ist eine Krankheit, kein "persönliches Versagen" oder was auch immer - im Gehirn stimmen die Botenstoffe nicht usw. - das ist deffinitiv eine Neurologische Erkrankung. Nur weil es sich hier um Stimmungen handelt, fällt aber genau das zu glauben, so vielen Menschen schwer.

Es ist auf jeden Fall ganz einfach eines unumgänglich um gesund zu werden: Konsequent dran bleiben - egal was man für sich als den richtigen Weg gefunden hat - egal ob Therapie, AD, Bachblüten usw. Von allem ein bisschen solange bis man wieder einen guten Tag hat, das reicht ganz einfach nicht. Bitte denk immer daran, dann kommst du auch weiter.

Ich hoffe jetzt einfachmal dass deine Therapie den Durchbruch bringt, falls du evtl. doch nochmal ein AD nimmst, es dir endlich hilft und natürlich die Bachblüten auch.

Und halt noch mal mein Tipp: Mach die ZG-Übungen immer, wenn einer kommt. Als Ersatzhandlung hat sich ein kurzes Summen eines Liedchens sehr bewährt, weil man es immer und überall machen kann. Auch Nachts - ganz leise, dein Baby wird es sogar vielleicht auch noch genießen ... :wink:

Liebe Grüße von
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Marika

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Beitrag von Gutemine »

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Beitrag von Marika »

Hallo Gutemine,

du beschreibst wunderbar, wie du für dich neben der klassischen VT noch andere wichtige Strategien gefunden hast, die dir geholfen haben. Vor 14 Jahren war die VT noch fast in den Kinderschuhen, heute hat sie sich gerade was ZG anbelangt sehr gut entwickelt und es gibt immer bessere und für jeden Einzelnen sehr gut zugeschnittene Übungen. Wunderbar, wie du beschreibst, die Gedanken ziehen zu lassen, die Nähe beim Baby zu suchen. Auch sich bewußt von den grausigen Bildern weg denken - damit hat man sich auch schon konfrontiert, man sie wahrgenommen, als ZG erkannt und dann bewußt was positives dafür eingesetzt hat. Auch diese Übung kenne ich (auch in schriftlicher Forum) aus meiner VT noch. Hilft auch sehr, ich glaube Bambam ich hab sie dir auch schon mal genau erklärt. Sie ist sehr gut, besonders weil es dir schwerfällt, die Gedanken zu Ende zu denken, was ich vollkommen verstehe - jeder ist anders.

Was ich noch sagen wollte Bambam - dieses positive Entgegensetzen dass du schon erwähnt hast und Gutemine jetzt auch, ist super - mach weiter so. Das ist ebenfalls Übung und Konfrontation, beschreibt auch Lee Baer kurz in seinem Buch, dass er mit bestimmten Menschen mit dieser "softeren" Methode am Anfang besser klar kam.

Und - es stimmt Gutemine - auch gesunde Menschen haben grauslige Gedanken bei dem Anblick der Axt im Penny... nur die lachen über so kurze Gedankeblitze und kehren sofot wieder zum eigentichen Sinn einer Axt zurück. Solche Gedanken habe ich schon oft gehört, von meinem Mann, von anderen Leuten - jeder kennt das und wenn ich dann sage, dass ich eben da ZG hatte, verstehen sie das nicht wirklich gleich. Für Gesunde dauert sowas nur Bruchteile einer Sekunde, einfach - wie eine Art Gedankenspielerei, die weder ernst gemeint ist, noch eine Bedeutung hat. Das ist genau das gleiche wie bei uns, nur wir haben das dann als ZG, weil wir ANGST vor diesen Gedanken haben. Aber diese Angst, die zum zwanghaften Denken führt, kann abtrainiert werden durch eben obige Übungen.

Liebe Grüße von
Zuletzt geändert von Marika am 14:08:2010 8:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Marika

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bambam

Beitrag von bambam »

Hallo Ihr!

Im Ernst: ihr seid mir im Moment eine unheimliche Stütze!!!

Es ist zwar schwer für mich, meinem Mann zur Zeit nicht als - wie soll ich sagen - hilfreich für mich zu sehen... Schließlich ist er die Person, die mir am Nächsten steht - aber ich komme nicht weiter, er versteht es nicht... Versteh ich es selber manchmal nicht... :oops:

Das Ganze als Krankheit zu sehen: es ist wie es ist. Ich weiß, dass in meinem Hirn was nicht richtig läuft und dies behandelt gehört. Für mich ist jetzt völlig wurscht wie man das Ganze nennt: ob Krankheit oder nur Fehlfunktion...

Jedenfalls konzentriere ich mich momentan eben nur auf dies: den ZG erkenne und ihn benennen - dann die Ersatzhandlung (oder den Ersatzgedanken an was Schönes bzw. was positives denken) machen: das mit dem Summen eines Liedes ist eine SUPER Idee!!!!! Danke ihr beiden! :wink: Ich werd mir das jetzt auf Karteikarten schreiben und in jedem Zimmer aufhängen bzw. immer eine bei mir tragen, ein Post it davon an den PC kleben, eins in meinen Geldbeutel legen und in meinem Handy abspeichern... Wenn ihr noch Tipps habt, was ich mir auf diese Kärtchen schreiben könnte: HER DAMIT!!!!!

ABER nochmal: wie seid ihr mit der Angst vor der Angst umgegangen? Habt ihr euch auch gesagt: hey, du bist nur das ERGEBNIS meines ZG`s...? Wie habt ihr es geschafft, ruhiger zu werden?

Sorry für die vielen Fragen - aber im Moment summt es in meinem Hirn manchmal nur so und ich weiß schon gar nicht mehr, was schlimmer ist bzw. was eigentlich das Problem ist: die ZG`s, die Angst, die ZG`s und die Angst? Völlig bekloppt, ich weiß... Da spricht meine Verunsicherung wieder Bände, merkt ihr was?! :roll:

Bin wie gesagt nächste Woche bei meinem neuen Psychiater und ich hoffe sehr, dass er das Ganze wieder nicht abtut so wie die meisten: ach Frau ..., sie sehen doch so "positiv" aus, dass wird schon wieder, so schlimm ist es bei ihnen nicht und flupp fühl ich mich nicht ernst genommen... Mann, muss man denn Augenringe bis zum Arsch haben (sorry, aber das denk ich dem Moment einfach!), muss es sein, dass man morgens nicht mehr aus dem Bett kommt, seinen Haushalt nicht mehr gebacken bekommt und überhaupt, damit man mal ernst genommen wird?!
Sollte er mir raten wieder ein Medi zu nehmen bzw. kommen wir gemeinsam zu dem Schluss, dass es besser ist, dann werd ich das auch wieder tun... Allerdings möchte ich es dann evtl. mal mit einem anderen versuchen, da ich Citalopram in der Höchstdosis genommen habe (50mg) und es mir nicht den Erfolg gebracht hat...

Ach: und das mit dem auf der Lauer liegen stimmt genau! :wink:


Liebe Grüße,
Bambam
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Beitrag von Gutemine »

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Beitrag von Marika »

Hallo,

auch mir hat natürlich das AD die Angstspirale durchbrechen können. Bachblüten können da ebenfalls helfen, aber halt nicht in dem Ausmaß - Mimulus und Aspen wären da richtig, hab ich dir eh oben geschrieben. Bei diffuser Angst ist es Aspen, bei konkreteren Mimulus.

Ich habe auch autogenes Trainig erlernt bei meinem Therapeuten, hat auch gegen die Angst geholfen. Oder einfach eine meditativ geführte CD kaufen, einlegen und hören, man muss nicht mal unbedingt hinliegen und die Augen zu machen. Es reicht auch am Anfang einfach sich zu setzen und die CD zu hören. Mache ich heute noch!

Übrigens ganz Klasse: Post it, Kärtchen usw. beschriften und gut sichtbar aufhängen - hab ich auch gemacht und das hilft einfach sehr, sich das ganze zu merken. Ist wie schriftiches Vokabeln üben, bis es sitzt! :wink:

Liebe Grüße von
Liebe Grüße von
Marika

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