Hallo - guten Morgen!
Dein Plan ist sehr gut, würde ich auch so machen!
Du hab ich dir eigentlich mal die CD geschickt wo nochmal diese Methode erklärt wird, die ich dir aufgeschrieben habe? Da wird auch nochmal genau erklärt, was ZG sind und warum sie kommen und dass sie harmlos sind. Wenn du Intresse hast, ich schick sie dir gerne. "Die 4-Schritte-Methode" heißt sie. Mir hat sie unglaublich geholfen, als ich letztes Jahr plötzlich einen ZG beim autofahren hatte. Auch ich merke dann und wann - meist wenn ich Stress habe - dass ich wieder anfangen würde zwanghaft zu denken. Aber ich steure dann immer gleich gegen und Angst habe ich auch keine mehr dabei. Das ist meine Persönlichkeitsstruktur, dass ich eben zu zwanghaftigkeit neige, das wird auch so bleiben. Kommt mal so ganz klein was auf, erkenne ich es sofort, mache die Übungen und kann das ganze so im Keim ersticken, das gar kein Zwang daraus entsteht. Denn die Gedanken sind ja normal, die werden nicht abtrainiert - das geht nicht, jeder Mensch hat die. Abtrainiert wird die Zwanghaftigkeit, das zwanghafte immer wieder denken!!!!
Ach Bambam, dein Mann meint es sicher gut, will dir helfen... aber er tut leider genau das falsche. Ich weiß ja schon länger, dass er seine eigenen Ansichten über Depressionen und ZG hat - aber er würde dir halt viel besser helfen, wenn er sich richtig informieren würde. Ja - ne Runde Schlaf, wenn es einfach wäre. Du merkst ja selber immer wieder wie er dich verunsichert, das sollte aufhören. Gibts denn gar nichts was deinen Mann dazu bewegen könnte, sich zu informieren - z.B. mal deiner neuen Therapeutin zuzuhören???? Das wäre soooo wichtig für DICH!!!! Denn so kämpfst du nicht nur gegen die ZG sondern auch noch gegen die "Steine" die du von deinem Mann in den Weg gelegt bekommst. Bitte nicht böse sein, dass ich das direkt schreibe, dein Mann tut das ja nicht aus Böswilligkeit, aber er stemmt sich seit Jahren nun ja gegen belegte Tatsachen, medizinische Betreuung in Form eines AD´s und sogar den Austausch hier wegen der ZG. Das alles ist leider so komplett falsch - würdest du das tun oder wir alle hier, dann wäre niemand von uns gesund, ginge es keiner besser, sondern immer schlechter und schlechter. Er meint es gut, sieht aber nicht dass es genau in die verkehrte Richtung geht. Ich meine es ist noch ein riesiger Faktor warum es nicht aufwärts geht bei dir: Dein Mann könnte nämlich mit dem richtigen Verhalten dir gewaltig helfen bei den Übungen mit den ZG. Dieses Verhalten wiederrum könnte ihm deine Therapeutin erklären. Mein Mann ist zwar nie mit zu meinem Doc, hat sich aber alles genau von mir erlären lassen und hat so mit der Zeit kapiert, dass das eine Krankheit ist und nichts mit "nicht wollen oder mehr schlafen" zu tun hat. Er hat mir zugehört und seine Einstellung zu psych. Erkrankungen um 180 Grad gedreht - das war wichtig für mich um gesund zu werden. Denn auch er war wie viele Menschen der Meinung, man muss sich doch nur zusammen reißen und einfach nicht an sowas denken! Den Komplexen Zusammenhang mit den Botenstoffen im Gehirn - davon hatte er keine Ahnung. Und das ist der Grund, warum viele Menschen immer noch solche Uralten Vorurteile bzgl. psych. Erkrankungen haben. Und Angst - das ist auch ein großer Faktor: Viele haben schlicht weg immer noch Angst vor solchen Erkrankungen und den MENSCHEN, die diese haben. Da spuckt immer noch das Wort "Verrückte" im Kopf rum. Traurig aber wahr - genau deswegen bin ich immer noch hier um daran etwas zu ändern.
Ich würde also in deinen tollen Plan noch was mit aufnehmen: Deinen Mann!!!!! Er hat ja das selbe Interesse wie du: Dein Gesund werden!!! Es muss ihm klar werden dass seine Ratschläge leider aber ein Schuß genau nach hinten sind und er dich dadurch massiv behindert - unabsichtlich natürlich. Ich weiß es ist im Moment ganz schwer und du hast bereits alle deine Kräfte auf die ZG zu investieren - aber ich glaube es wäre auch an der Zeit deinen wirklich mal ganz konkret mit deiner Krankheit und DEINEN WÜNSCHEN wie man diese heilen kann, zu konfrontieren. Zu sagen: Lieber Schatz, ich will dass du jetzt mit zu meiner Thera gehst, deine Ansichten sind lieb gemeint, aber komplett veraltet und hindern mich, gesund zu werden. Wenn du mir helfen willst, dann mußt du akzeptieren, dass DU UMDENKEN MUSST!!!"
In wie weit du das machen kannst oder willst, das ist natürlich dann deine ganz persönliche Sache - vielleicht willst du gar nicht so direkt zu ihm sein. Aber meine Meinung ist, er ist und war bisher ein großer Faktor zusammen mit den anderen Dingen, warum du nicht vom Fleck kommst. Denn wenn du mal im Tief bist wie jetzt und jemand kommt und spornt dich an, die Übungen zu machen, durch zu halten, dein AD zu nehmen auch wenn man grad eben im Loch steckt und denkt die Dinger helfen eh nicht (was ich nicht nur einmal gedacht habe!!!), dann HÄLT MAN DURCH, dann geht es leichter. Aber wenn man noch bestärkt wird - "siehst du, hab ich doch gesagt, AD ist Sch....., Forum macht dich noch mehr verrückt und Therapie brauchst du nicht, du mußt halt mehr schlafen" - dann bricht man alles immer vorzeitig ab und ist dann noch verunsichert dazu.
Ich weiß nicht, wie du das alles siehst. Vielleicht solltest du dich in dem Bereich ein bissl von deinem Mann empanzipieren

und klare Vorderungen und Wünsche was deine Behandlung angeht, auf den Tisch legen. Wenn ihr an einem Strang zieht, geht es schneller in die richtige Richtung, sonst fällst du das Stück, dass du immer schaffst wieder zurück.
P.S: Einges an Forum - Zeit könntest du in Gespräche mit deinem Mann investieren (wenn er kritisierst, du seist zu oft hier - was ich aber nicht so sehe), aber dazu müßte er jetzt endlich merken, dass er auf dem falschen Weg ist. Er kann ja gar kein Ansprechpartner sein, er verunsichert sich meistens, wie du scheibst. Beides wäre so wertvoll: Gespräche mit deinem Mann UND der Austausch mit Betroffenen in der Selbsthilfegruppe, auch wenn sie "nur" virtuell ist. Jeder schwer Erkrankte - egal was man hat - profitiert nachweislich von solchen Gruppengesprächen.
Freue mich, wieder von dir zu hören!
Liebe Grüße von