FB? Bedeutet das Feedback? Wahrscheinlich schon, oder?
Das kann ich sehr gut verstehen, dass Du nicht noch mal eine PPD durchmachen möchtest bwz. das Risiko nicht eingehen möchtest...
Überwältigende Mutterliebe... was ist das genau, gibt es das wirklich, "muss" man das haben??

Ich hatte die Frage in einem alteren Beitrag mal gestellt. Selina hatte darauf geantwortet:
"fast genauso hab ich meinem Thera das auch gesagt.Seine Worte wahren:Sie streben nach einem Ideal was es nicht gibt!"
Ich glaube wir erwarten viel zu viel die normale "Mutterliebe" ist für uns nicht genug!"
Und genau das ist es... Ich liebe meine Kinder, ganz klar. Manchmal sind die Gefühle ganz stark, manchmal weniger. Das ist abhängig von der Situation. Wenn mein Sohn sich an mich rankuschelt und sagt, dass ich so lieb bin, dann fühle ich schon eine sehr starke Mutterliebe. "Überwältigend" würde ich das nicht nennen, aber für mich sind diese Gefühle absolut gut und stark genug. Ich habe dann überhaupt nicht das Gefühl, dass ich ihn nicht genug liebe oder das etwas fehlt. Es ist dann gut, so wie es ist. Wenn mein Kind aber trotzig ist, mich anbrüllt und die Wohnung zerlegt

, dann bin ich natürlich mehr genervt als "verliebt". Aber die Gewissheit, dass ich ihn liebe ist trotzdem da.
Ich finde es übrigens viel "leichter" mein großes Kind zu lieben, weil wir richtig miteinander kommunizieren können, er mir auch seine Zuneigung und Liebe zeigen kann und ich merke, dass ich wichtig für ihn bin und er mich braucht.
Babies geben natürlich auch schon etwas zurück, aber im Grunde (krass ausgedrückt) sind es lange Zeit nur schreiende Wesen, die dauernd gefüttert und gewickelt werden müssen und mit denen man nicht bzw. wenig "anfangen" kann. Das mag bei anderen Müttern anders sein, die wollen ihre Babies den ganzen Tag küssen und mit ihnen kuscheln und sind sogar traurig, wenn die Kinder keine Babies mehr sind.
Ich bin aber nicht so. Bei meinem Sohn habe ich deswegen gedacht, dass etwas mit mir nicht stimmt, heute weiss ich das ich einfach ein anderer Typ bin und dass auch das in Ordnung ist. Ich liebe meine Kinder auf meine Art und das ist völlig ausreichend. Es gibt nicht "DIE Mutterliebe".
Komisch eigentlich, dass wir uns darüber solche Gedanken machen. Als ich meinen Mann getroffen und mich in ihn verliebt habe, habe ich nie überlegt, ob ich ihn genug oder richtig liebe. Ich liebe ihn einfach über alles und wir passen und gehören zusammen (übrigens schon seit 17 Jahren). Sind das "überwältigende Liebesgefühle"??? Ich glaube nicht, aber trotzdem bin ich mir 100% sicher, habe keine Zweifel daran, dass es passt so wie es ist. Denn ich bin ich und liebe so wie ich liebe... Auch für meine Eltern empfinde ich keine "überwältigenden Liebesgefühle", aber das bedeutet nicht, dass (mir) etwas fehlen würde.
Ich denke, Du hattest während der Schwangerschaft einen enormen Hormonschub und außerdem (wie viele andere Frauen, auch ich) eine völlig unrealistische Idealvorstellung davon, wie die Zeit mit dem Baby sein würde und dadurch hattest Du vermutlich dieses überwältigendes Gefühl, das dir heute "fehlt". Schwangerschaft ist aber eine komplett andere Situation, nach der Geburt merkt man sofort, was das Leben mit Kind wirklich bedeutet. Man kann/will sich auch noch nicht so wirklich von dem Idealbild verabschieden und das macht die ganze Situation ja schon schwer. Anpassungsstörungen eben... zumindest ist das meine persönliche Diagnose meiner damaligen Verfassung.
Wie fühlst Du dich denn sonst? Hast Du selbst das Gefühl, dass Du im Großen und Ganzen wieder gesund bist und ein zufriedenes Leben führst? Ich sage bewusst nicht: "die Alte bist", denn gerade das kann nicht passieren, da das Leben mit Kind nicht mit dem alten Leben ohne Kind zu vergleichen ist und deswegen kann man nie komplett "die Alte" werden. Das geht nur stundenweise im Büro und deswegen tut es wahrscheinlich auch so gut, wieder arbeiten zu gehen.

Man ist dadurch einfach ausgeglichener. Wenn man immer viel und gerne gearbeitet hat ist es schwer sich von heute auf morgen nur noch auf Mutter sein zu konzentrieren. Das tut auch dem Kind nicht gut, wenn die Mutter unzufrieden und unausgeglichen ist.
Bis Du eigentlich noch in Behandlung oder nimmst Du noch Medikamente?
LG
Q