Verfasst: 31:10:2012 14:39
Danke für die lieben Rückmeldungen! Es ist komisch, aber ich finde es auch heute noch beruhigigend zu lesen, dass es anderen genau so geht es wie mir ging. Die Zeit ist auf der einen Seite schon eine ganze Weile her, aber auf der anderen Seite trotzdem immer präsent. Die PPD hat mir klar gemacht, dass man zwar viel planen kann, dass aber die entscheidenden Sachen (Gesundheit und Zufriedenheit) nicht bzw. nicht durch Planung alleine zu erreichen sind. Im besten Fall kann man den bestmöglichen Rahmen schaffen... Ich war ja was Stress / Depressionen angeht ein unbeschriebenes Blatt. Ich hatte eine glückliche Kindheit und im Leben eigentlich keine Probleme. Ich habe vielleicht hin und wieder GEDACHT, dass ich Problemen hatte, aber das waren maximal Hindernisse die es zu überwinden gab. Alles was ich mir im Leben vorgenommen hatte, hatte bis dahin super geklappt und ich habe gedacht, dass liegt daran, dass ich das alles so perfekt geplant und und dann toll umgesetzt hatte. Dann hat aber das geplante Kind länger auf sich warten lassen und dann kam auch noch die PPD... Und damit die bittere Einsicht, dass ich im Grunde NICHTS Entscheidendes in der Hand habe. Ich hatte mich sicherlich in der Vergangenheit an der einen oder anderen Stelle nicht alzu dumm angestellt, aber mein "perfektes Leben" (Sermena
) hatte eigentlich mehr mit Glück als mit Klugheit zu tun. Glück, Gelassenheit, Zufriedenheit, Mutterliebe... alles nicht planbar. Einerseits beängstigend aber andererseits auch beruhigend. Die Einsicht nimmt es auch einen gewissen Druck... d.h. nämlich, dass es nicht an mir liegt, wenn die Situation mal nicht so ist, wie man sie sich gerne wünscht. Es kommt immer anders als man denkt und das muss gar nicht schlecht sein, im Gegenteil, dass kann auch gut sein. Es ist ok, so wie es ist. Man lernt sich, as Umfeld, das Leben anders wahrzunehmen und zu schätzen. Das ist die Parallele zwischen der Krankheit und das Leben mit Kind(er)... Was vorher war, ist heute nicht mehr. Das ist zwar schade, aber es hat auch seine guten Seiten. Das klingt alles so hochtrabend, wenn ich das so lese
Ist aber gar nicht so gemeint.
Sanni, ich habe damals auch Pekip und Babyschwimmen und Müttertreff etc. gemacht. Hauptsache RAUS
Freut mich, dass ich Dir Mut machen konnte. Ich weiss genau, wie es ist, wenn man gerade "drin" steckt und die Tage sich ziehen wie Kaugummi. Ich hoffe, dass die positive Tendenz sich fortsetzt und dass es immer besser wird. Lass Dich aber auch von kleineren Dips nicht aus der Bahn werfen. Das kommt vor, gehört dazu und so geht es - wie immer - auch anderen Müttern hin und wieder. Vielleicht nicht ganz so ausgeprägt bei einer Mutter mit PPD aber von der Tendenz her geht es allen Müttern gleich. Es wird ohne Zweifel Momente geben, wo man die Kleinen auf den Mond schiessen und den Job an den Nagel hängen möchtest. Wenn dan wieder Ruhe eingekehrt ist, relativiert man den Tag oder die Phase und stellt fest, dass man sich doch wacker geschlagen hat und die Kleinen ja auch nichts dafür können.
Nimmst Du eigentlich AD / Johanniskraut?
Sermena, schön, was Du geschrieben hast... könnte von mir sein: "Ich dachte, dass mein ach so perfektes Leben durch ein Kind noch perfekter wird"
Ja, genau so habe ich gedacht! Und dann war das Kind da und ich dachte nur noch: "wo ist der Reset-Knopf, wie bin ich denn auf die Idee gekommen, dass ich ein Kind möchte, es war doch alles toll, so wie es war, kann jemand die Uhr bitte 10 Monate zurück drehen? Das ist gar nicht toll hier, vorher war alles besser!!!"Es dauert eine Weile, zu akzeptieren, dass ALLES aber wirklich ALLES anders ist als vorher. Ich habe mich innerlich / unbewusst sehr lange und intensiv dagegen gesträubt, wollte es einfach nicht wahr haben.
Möchtest Du weitere Kinder?
Schnuti33, danke, lieb von Dir! 
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