Als erstes möchte ich mich schon mal ganz herzlich bei Siggi bedanken, für den netten E-Mail Kontakt, DANKE!
Immer schwierig einen Anfang zu finden, ich lege einfach mal los.
Habe hier schon ein bisschen Zeit verbracht und konnte mich ein wenig einlesen, es ist schön zu wissen das man nicht alleine ist!
Okay, dann gehts los: Unsere Tochter ist jetzt 15 Wochen alt, ich bin 28., da mir beim Anmelden kein anderer Nickname eingefallen ist kam ich auf den Namen Kätzin, höre aber auch gerne auf Tina
Es war so heftig das ich meinen Mann an diesem Freitag dann gebeten habe nicht zur Arbeit zu fahren.
Mein Mann und ich sind 7 Jahren zusammen, davon 5 glücklich verheiratet. Trotz allem...
Ich muss ein wenig ausholen, da mir die Fremdheit eben nicht ganz fremd ist. Ich hatte vor knapp 5 Jahren das erste mal eine Panikattacke, bin einfach aus dem Schlaf hochgeschreckt, war panisch, musste mich übergeben wusste nicht wo mir der Kopf steht.
Ich bin am nä. Tag auch gleich zu meinem HA weil ich wusste, da stimmt was ganz und gar nicht. Also alles körperliche wurde dann auch ausgeschlossen, ich bekam Antidepresiva verschrieben und eine Überweisung zum Psychiater.
Es ging wieder stetig bergauf, auch wenn es harte Wochen waren, und ich die Tabletten auch noch bis in den 5. Schwangerschaftsmonat genommen habe.
Ich war gerade dabei sie endlich auszuschleiche, dann kam die Diagnose, dass mein Schwiegerpapa letztes Jahr im August an Leberkrebs erkannt ist, im September ist er dann verstorben.
Und bei mir gings wieder richtig bergab. Wieder öfter bei meinem Psychiater gesessen, Tabletten wieder erhöht.
Dann kam der positive Schwangerschaftstest. Ich konnte mich erst nicht so richtig freuen, dachte: Jetzt bekommt mein Baby eine depri Mama... aber da wir eben auf Grund der Antidepresiva eine Schwangerschaft immer weiter "verschieben" mussten/wollten(es geht ja auch mit Antidepr.), war es alles in allem eine definitiv gewollte Schwangerschaft. Zu diesem Zeitpunkt gings mir halt einfach wieder schlechter.
Ich hab dann auch Ende Februar einen ganz lieben und tollen Therapeuten gefunden. Durch ihn konnte ich auch endlich die Schwangerschaft anfangen geniessen, er stand und steht mir immer hilfreich zur Seite, dass beruhigt immer ein wenig. Ich kann es auch wirklich jedem nur empfehlen, es zumindest zu versuchen, einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen. Klar ist es bestimmt nicht für jeden was...aber manchmal kann es auch schon helfen, einfach nur verstanden zu werden.
Jedenfalls bin ich seit dieser besagten Panikattacke wieder richtig am Boden, ich habe Angst mit der Maus alleine zu sein, würde sie meinem Mann am liebsten sofort in die Arme drücken wenn er nach Hause kommt...sie ist mir so fremd...und doch habe ich Momente wo ich diese Liebe für sie spüre...dann aber wieder denke ich: NEIN, ich mag jetzt nicht schon wieder nur lachend durch die Gegend laufen, Windel wechseln, alleine wenn ich schon merke das sie wach wird, befällt mich Panik. Wenn ich höre das mein Mann, wenn er sie nimmt und sagt: Schatz leg dich bisschen hin ruhe dich aus, wieder mit ihr rüber kommt weil sie hunger hat und gestillt werden möchte, zieht sich mir der Magen zusammen...das tut so verdammt weh. Ich weiss das ich das nicht möchte, und kann doch nichts dagegen tun. Ich schaffe auch jeden Tag mit ihr, aber im Moment merke ich wie es immer schlimmer wird. Und ich will die Tage nicht schaffen, ich will sie geniessen können und Freude daran haben. Ich habe auch kein Schreikind oder sonstiges...sie ist wahrhaftig ein Engel, dass weiss ich auch.
Mein Therapeut meint, wir müssen rausfinden wo dieses Angst konkret herkommt und diese Fremdheit. Wir gehen auch schon ein paar Spuren nach, aber es ist so verdammt hart! Ich muss JETZT für meine Tochter da sein und nicht dann wenn ich grade mal wieder ne gute Phase habe...habe hier auch schon gelesen von diesen schrecklichen Gedanken, seinem Kind gegenüber, auch davon kann ich ein Lied singen... :-( auch wenn ich es nie könnte, es macht einem solch eine Angst, dass man nur noch davon laufen möchte.
Momentan stehe ich unter Dauer-Angst...nur Angst, Angst, Angst...es ist so lähmend und doch funktioniere ich noch.
Werde auch morgen zu meinem Psychiater gehen, vielleicht ist es doch an der Zeit sich wieder medikamentös unterstützen zu lassen, denn so ist das nur ein Kampf. Habe nur ein schlechtes Gewissen da ich voll stille, aber auch gelesen das es da auch Möglichkeiten gibt?!
Ohje das ist alles ganz schön durcheinander, würde mich dennoch über eine Antwort freuen und wenn noch was unklar ist, bitte einfach fragen.
Eine verzweifelte Tina alias Kätzin