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Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 8:29
von SaraGossa
Ihr Lieben,
Ich bin jetzt 7 Monate Postpartum, war konplett symotomfrei die komplette Zeit und hab alles wirklich SEHR genossen...jetzt bin ich ganz ganz verunsichert weil folgendes:
Der Fall Clancy, weiss nicht ob ihr es mitbekommen habt...ich hab das ein oder 2 Tage recht intensiv verfolgt und mir auch nix dabei gedacht, dann SBÄM vob heute auf morgen reagiert mein Körper und Geist ganz krass darauf...mit ganz starker Unruhe, Angst, Durchfall, also wirklich SCHLIMM heute hatte ich sogar wieder ein Morgentief. Leute wie geht das so schnell? Jetzt hab ich so dermassen Angst dass es wieder losgeht, vor 2 Tagen ging es mir doch noch prima 😭😭😭😭😭 hatte mir meine Blumenpresse gebaut und wollte schön Blumen sammeln gehen, jetzt könnt ich einfach nur weinen

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 8:31
von SaraGossa
Mich verwirrt folgendes am meisten: ich bin doch nicht erst seit ein paar Wochen oder Monaten symptomfrei, sondern seit JAHREN jetzt.....das dürfte mich doch nicht so ins Schleudern bringen?

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 10:38
von Zaubernuss
Hallo liebe sara
Ich denke nicht, dass alles von vorn beginnt. Dieser fall bereitet mir auch Angst, also ich denke es ist gerade nur eine extreme Angstreaktion bei dir. Als ich das erste mal von dem fall gehört habe, hatte ich auch große angst vor kontrollverlust. Außerdem ist es noch nicht abschließend geklärt, ob sie tatsächlich die Tat begangen hat.
Ich hoffe, dass dein körper sich in ein paar Tagen beruhigt. Ich habe mir vorgenommen, diesen fall nicht mehr zu verfolgen. Vielleicht hilft dir das auch.
Lg Zaubernuss

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 11:34
von Sarash
Hallo Sara,

ich kann dich so gut verstehen. Mir ging es auch wochenlang gut ohne Angst oder depressiven Gedanken, ich war im Urlaub und habe mein bestes Leben gelebt bis ich den Fall von Lindsay Clancy gefunden habe und mich leider zu intensiv belesen habe und bääm, die Angst schlägt zu, aber auch die ganzen Erinnerungen an die schwere Zeit, meine Gedanken damals.. ich habe dazu hier auch schon einen Thread geöffnet.

Ich glaube auch, dass es eine starke Angstreaktion ist und das dadurch auch wieder alte Gefühle und Gedankenbahnen reaktiviert werden. Gleichzeitig bist du ja auch noch relativ frisch postpartum und in der Zeit ist man einfach emotional sensibler und Sachen nehmen einen mehr mit. Hast du noch einen Therapeuten oder eine Therapeutin, wo du einen Termin vereinbaren kann? Meine Therapeutin hat das ganze für mich eingeordnet und mir auch geholfen, dass ganze nicht auf mich zu beziehen und es hat mir sehr geholfen. Die Angst wird von Tag zu Tag wieder weniger und ich schaffe es zwischendurch auch mal wieder an etwas anderes zu denken.

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 11:46
von SaraGossa
Ihr Lieben, danle für die Antworten
Glaub der Fall nimmt viele Mamas ganz schön mit, ich hab mie fest vorgenommen gar nix mehr drüber zu lesen und hoffe es flacht somit alles wieder ab
Meine Therapeutin zu kontaktieren hab ich mir auch überlegt, ich gebe mir noch jetzt 1 bis 2 Tage und dann schaue ich

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 11:54
von Sarash
Das hört soch nach einer klugen Entscheidung an. Ich finde es wirklich schwierig nichts darüber zu lesen, weil der Fall ständig überall hochploppt. Ich habe sogar die Facebook und Instagram App für ein paar Tage löschen müssen, um das Thema ganz weg zu bekommen.

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 12:20
von SaraGossa
Oder??? Ich öffne Insta nur ganz kurz zum Beantworten von Kunden Anfragen Blobb dann seh ich schon irgendwas

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 13:33
von Marika
Ich auch noch kurz: das ist der Grund warum ich Instagram und Co komplett von meinem Handy gelöscht habe. Seither ist viel mehr Ruhe bei mir eingekehrt, ich merke deutlich dass ich süchtig war. Diese Plattformen sind ständig auf Eskalation aus und da mache ich nicht mehr mit. Und Seriosität sucht man vergeblich. ❤️

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 14:29
von SaraGossa
Find ich super, Marika♡
Was sagst sonst zu meiner Situation??

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 15:09
von alibo79
Hey ihr,
Ich musste mir jetzt erstmal vorhin angucken, worum es bei diesem Fall überhaupt geht. Das ist komplett an mir vorbei gegangen. Ich habe es mir einen Artikel durchgelesen und ich muss sagen, es löst bei mir eigentlich gar keine Gefühle aus. Denn solche Geschichten und traurige einzelschicksale hat es immer wieder gegeben. Was ist genau an diesem Fall so besonders, dass es bei euch so viele negative Gefühle macht?
Ich will damit nicht eure Angst klein machen oder euch nicht ernst nehmen. Denn wenn ich genauer darüber nachdenke, kann ich verstehen, was vielleicht dahinter steckt. Es hat mit Sicherheit viel mit der Angst zu tun. Vor Kontrollverlust und natürlich die immer wieder Präsente Angst davor ganz tief abzustürzen. Das ist wiederum etwas, was ich natürlich auch kenne.
Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Kinder schon größer sind. Vielleicht wäre es etwas anders, wenn ich kleine Kinder hätte. Bei dir Sara ist es ja noch nicht lange her, dass du ein zweites Kind bekommen hast. Und findest dich unter Umständen ein wenig in dieser Situation wieder, wie sie die Medien aktuell beschreiben. Da du nach der ersten Entbindung ja auch in einem ganz tiefen Loch gewesen bist. Das verknüpft, dein Gehirn mit dem aktuellen Fall und es werden altbewährte nervenbahnen angeknipst.
Damit meine ich das dein Gehirn daraus gleich so ein Automatismus entwickelt. Es liest in den Medien psychisch kranke Frau kleine Kinder und ausweglose Situation. Das sind drei Punkte, die dein Gehirn von früher her kennt und dann eine Verbindung herstellt. Ich hatte das in anderen Situationen auch. Wenn ich darüber logisch nachgedacht habe, machte es gar keinen Sinn, aber es wurde in meinem Körper gleich ein Automatismus ausgelöst und dadurch dann die Angst. Und dann natürlich die ganzen klassischen Symptome. Wie Unruhe , morgen tief , durchfälle kenne ich genauso und auch schlechte Stimmung.
Wichtig war für mich, dass erstmal zu erkennen. Damit konnte ich es zwar nicht wegbekommen, aber ich habe dann immer meine sicherheitsroutinen im Alltag verstärkt eingebaut, was dann im nachgang meinen nervensystem wieder beruhigt hat.
Und noch mal zu dem Fall. So wie ich das verstanden habe, hatte die Frau eine Psychose was wirklich selten vorkommt.
Tatsächlich kenne ich eine Mutter, die auch nach zwei Kindern eine Psychose entwickelt hat. Und da war es so, dass deswegen eine Beratung zu Hause gewesen ist, um zu schauen, wie sicher das Umfeld für die Kinder ist. Das ist ein ganz normaler Vorgang, so wurde mir es jedenfalls erklärt. Das ist also ein ganz anderes krankheitsbild als z.b eine Depression oder zwangsgedanken oder eine Angst Erkrankung.
Den Kontakt zum Therapeuten herzustellen, ist mit Sicherheit sehr hilfreich, um das genauer einzuordnen. Ich mache mir aber tatsächlich bei euch beiden sarahs 😉😉 gar keine sorgen, dass es was ernstes zu bedeuten hat, sondern ich sehe es als Trigger der euch ein wenig angepikst hat. Und noch mal richtig Schön in die angstspirale geschubst hat. Wenn ich hier anders Forum denke, habe ich es immer wieder erlebt, dass Frauen, wenn sie lange stabil waren und wieder Kontakt mit einem ganz speziellen Thema hatten das dann tatsächlich die ganz typischen Symptome einer psychischen Erkrankung für einen kurzen Moment auftreten können, weil das Gehirn wirklich da genau bekannte Muster abspult. In der Regel war es dann so, das nach ganz kurzer Zeit alles wieder normal war und die Stabilität weiterhin vorhanden gewesen ist.

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 15:29
von Marika
Mir ist es genau gleich gegangen wie Alibo, an mir ist der Fall auch vorbei gezogen. Musste mich vor 2 Tagen dann auch erst einlesen.

Ich glaube dass gerade diese Plattformen (Instagram usw.) durch das ständige Berichten, spekulieren und eskalieren diese Trigger enorm verstärkt. Die fehlende Seriosität in der Berichterstattung, ein Skandalisieren und das in Dauerschleife geht natürlich enorm rein in unser Bewusstsein aber auch Unterbewusstsein, das triggert sicher extrem. Und jedesmal wenn ihr auch nur kurz Instagram öffnet, bringt der Algorithmus natürlich sofort wieder diesen Fall. Ich könnte mir vorstellen dass das euch 2 Sarahs wirklich voll getroffen hat.

Mich selber hat es tatsächlich null getriggert, ich habe wie gesagt mich sogar erst einlesen müssen. Die Frau hatte wohl eine Psychose und das hat überhaupt nichts mit eurer Situation zu tun. ❤️

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 15:52
von alibo79
Marika, ich habe zwar noch Instagram auf dem Handy, schaue aber bewusst rein oder auch eben nicht. Denn ich habe auch gemerkt, dass manche Sachen mir nicht gut tun. Tatsächlich ist es inzwischen so, dass der Algorithmus mir negative Sachen gar nicht anzeigt, die mich irgendwie tangieren könnten. Vielleicht liegt es daran, dass ich, wenn nur Sachen anschaue, die positiv sind und unverfänglich.
Gerade negative Schlagzeilen schaue ich mir überhaupt nicht an, weil es einfach schon so viel schlechte Nachrichten in den Medien gibt.
Und bei mir war es auch so, dass ich schon Zeiten hatte, wo ich soziale Medien komplett gemieden habe. Und youtube z.b nur genutzt habe, um mir workouts zum Training rauszusuchen. Gerade auf Instagram finde ich es total nervig Leute zu anzuschauen. Die gewisse Themen extrem aufbauschen und auch diese krasse Präsentation der Themen haben. Ich habe neulich tatsächlich von einer influencerin einen Podcast gehört, in dem sie kritisiert wurde, dass sie auf Instagram nur wohlfühl content macht. Sie sagte, sie macht das aber bewusst, dass ihr Kanal nur weich sein soll und warm und herzlich, das hat mir sehr gut gefallen. Und solche Kanäle gucke ich mir an und dann bekomme ich auch immer wieder solche Kanäle vorgeschlagen. Im Prinzip ist das ja ein bisschen wie das positive Tagebuch führen, indem man den Blick auf schöne Dinge und gute Dinge im Leben lenkt.

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 20:51
von Margarita_1989!
Ich finde es auch schlimm mit der Hayden Penettiere, da wird auch gleich auf die postpartale Depression geschoben... Das kann ich mir auch nicht anhören.

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 21:08:2026 22:23
von Sarash
Hallo ihr alle,

Ich finde es hilfreich eure Gedanken zum Thema zu lesen und schön zu hören, dass auch solche Nachrichten euch eigentlich gar nicht mehr triggern. Mit Sicherheit fühlt es sich auch anders an, wenn man selbst noch kleine Kinder hat und sowas liest.

Alibo, du hattest gefragt, was an diesem Fall so besonders triggert. Dieser Fall ist irgendwie so besonders für mich, weil es nicht feststeht, ob es „nur“ eine postpartale Depression war oder eine Psychose. Die Fachleute um sie herum hatten es bis dahin als Angst, Zwangsgedanken und Depression eingestuft. Außerdem wurde sie im Nachhinein als bipolar 1 diagnostiziert worden sein, auch bei mir steht noch bipolar 2 als Differentialdiagnose im Raum - im Nachhinein kann mir das keiner so richtig sagen. Auch Lindsay Clancy hat verzweifelt nach Hilfe gebettelt, eine Situation die mich leider sehr an meine eigene Situation erinnerte - ich hab ja auch lange keikenhilfe für meine PPD bekommen, obwohl ich gebettelt habe. Sie hat außerdem 13 verschiedene Medikamente in 4 Monaten bekommen und viele nicht gut vertragen, was eventuell zu der Tat geführt hat. Auch ich habe unter eine Dosiserhöhung von Sertralin einmal schlimmste Verschlechterungen durchmischen müssen, inkl starken Suizidgedanken. Der Fall erinnert mich an mich selbst, nur das meine größte Angst wirklich eingetroffen ist.

Re: Nach über 3 Jahren ein Tief

Verfasst: 22:08:2026 6:17
von SaraGossa
Darf ich fragen, wieso bei dir bipolar 2 als diagnose im raum steht?