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Mutter entreißt mir mein Baby! Achtung, Roman!

Verfasst: 19:12:2007 0:00
von Jule2006
Dadurch, daß ich einige Zeit krank war, half mir meine Mutter mit dem Kind (14 Monate), anfangs wegen Kaiserschnitt und vorzeitiger Flucht aus Horrorkrankenhaus. Ich bin zeitweise froh über jegliche Hilfe, mein Freund macht ja eine superschwere Ausbildung und hatte noch eine schwere OP, macht aber einen auf "alles ist okay", daher schone ich ihn noch (aber abwaschen geht) :D . Jedenfalls fragt meine Mutter immer wieder, ob sie mir helfen kann. Oft bin ich dankbar, aber in letzter Zeit wünschte ich, sie würde mal nicht fragen. Manchmal brauche ich einfach ihre Hilfe und muß wenigstens alle 10 Tage mal richtig schlafen. Wie kann man denn um Hilfe bitten und gleichzeitig will man gerne alles selber machen? Ich denke einfach, ich bin eine Rabenmutter, wenn ich nicht alles für das Baby selber mache. Ich bin über die Hilfe dankbar, weil ich oft aus der Haut fahre, wenn ich das Kind per Löffel füttern muß. Wenn sie dann mit beiden Händen den vollen Löffel an die Wand flitscht und dann wieder und wieder und immer wieder. Naja, das Löffeln ist das kleinere Problem, aber daß ich keine Hilfe annehmen kann, das finde ich schon komisch. Oder ist das normal? Habe das letztens in einem Film gesehen, wo sich eine Frau überfahren fühlte, weil sie ihre Mutter zur Hilfe holen sollte. Ich kann das doch allein! motzte sie. Als wäre ich das. Ist das normal? Als ich die Hilfe meiner Mutter angenommen hatte, fühlte ich mich wirklich wie eine Rabenmutter. Ich kann dann teilweise noch nicht einmal länger schlafen. Zum anderen Teil kommt meine Mutter motzend morgens ins Schlafzimmer gerannt und macht mich an, weil das Kind durchnässt aufgewacht ist. (Der Rand des Bodies war etwas feucht). Ich hä äh, was? Meine Mutter wollte schon immer alles besser machen, nun will sie an meinem Kind alles besser machen. Wir sind keine Familie, die sich die Meinung sagt oder sich kritisiert, wir schlucken runter. Sagt mir bitte nicht, wir sollen das ändern. Meine Mutter ist viel zu sensibel und mittlerweiile auch zu alt, um sich noch zu ändern. Ich könnte meiner Mutter nie sagen, daß sie mein Kind nicht auffressen soll. Es könnte sich hier hauen und dort und wenn der Body ein Tröpfchen nass ist, ist sie klitschenass und alles ist so übertrieben und davor hat meine Ex-Schwägerin mich gewarnt, daß meine Mutter das Kind an sich reißen wird. Und wie zuckersüß sie zu ihr ist. Dazu bin ich selten fähig. Und sie ist es immer! Ist man als Mutter immer jippiih drauf und ist immer zuckersüß zum Kind? Ist es schlimm, wenn ich das Kind mal in einem lauteren Ton anspreche(ohne zu schreien), wenn sie rummault, obwohl nichts ist? Ich blicke überhaupt nicht mehr durch. Und ich glaube, das ist schlecht!
Was soll ich bloß mit meiner Mutter machen? Mach ich mir zuviel Gedanken und kann bloß nicht ausspannen? Obwohl ich ja vorgewarnt wurde! Sie hat meiner Tochter auch noch angewöhnt, nicht allein einzuschlafen. Immer Mamas Finger in der Hand!
Ich hatte noch nie so ein schlechtes Verhältnis zu ihr. Seit das Kind da ist, ist es mit meiner Mutter aus. Mein Freund meint, sie traut es mir nicht zu das Kind zu erziehen und will es an meiner Stelle tun. Die beiden hetzen oft übereinander, aber ich muß es mir anhören, obwohl ich schon gesagt habe, daß ich das nicht hören will. Meine Mutter hat uns - meinen älteren Bruder und mich so erzogen, daß wir immer an ihr hängen. Wenn etwas ist, konnten wir uns bei ihr ausheulen. Ich glaube, sie kommt nicht damit zurecht, daß ich jetzt meine eigene Familie habe, obwohl ich alleine lebe mit dem Kind. Der Papa lebt 5 Gehminuten entfernt. Sie ist so herzensgut und trotzdem grauenhaft! Gemein, das zu schreiben, ich weiß! Und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
So, jetzt beende ich besser den Roman
Würde mich über Gleichgesinnte oder Ratschläge sehr sehr freuen.
Susanne

Re: Mutter entreißt mir mein Baby! Achtung, Roman!

Verfasst: 19:12:2007 11:17
von sonrisa2
hallo jule,

puh... in vielem, was du schreibst, finde ich mich absolut wieder...

die schwangerschaft und das 1. lebensjahrmeiner tochter verbrachten wir im selben haus, aber mit getrennten wohnungen, mit meinen eltern. wir teilten den keller und den garten. weil keine der beiden wohnungen abschließbare haustüren hat, konnte ich jederzeit bei ihr im wohnzimmer stehen u umgekehrt. anfangs hatte sie großen respekt, sie rief sogar an, bevor sie rauf kam. aber als meine tochter ein paar wochen alt war, stand sie mehrfach morgens bei mir im schlafzimmer, weckte mich auf, weil sie zu meiner schlafenden tochter noch tschüss sagen wollte vor der arbeit.

ich glaube auch, dass meine mutter bei meiner tochter nun alles besser machen möchte. uns war sie keine gute mutter, meine tochter ist nun ihre "2. chance".

ich habe in der zeit der räumlichen nähe sehr viel geschluckt. einerseits hatte ich neben meiner ptbs überhaupt nicht die kraft, mich mit jem. auseinander zu setzen, andererseits war ich auch dankbar, dass wir dort wohnen konnten, bis unsere wohnung fertig war. ich habe mich genauso fremdbestimmt gefühlt wie früher: jeder, der auch nur minimal von ihrer meinung abweicht, ist gleich en schlechter mensch.
miene mutter weiß bis heute nichts von meiner "krankheit" - ich würde es ihr auch nie sagen. es war sehr anstrengend, das geheim zu halten... eine große zusätzliche belastung.
als wir ausgezogen waren, brach das erstmal aus mir heraus. ich brauchte sehr viel distanz. ich konnte nicht mal mehr ans telefon gehen, wenn sie anrief (kamen ja eh immer nur vorwürfe). durch die therapie ist mir auch vieles klar geworden, was meine mutter betrifft. wie deine mutter hat sie uns zur abhängigkeit und schuldgefühlen erzogen - aber beide ihre kinder haben sich irgendwann völlig von ihr losgesagt. mein bruder shcon mit 18. ich halt erst durch meine tochter... die geschichte mit deiner mutter und dem body liest sich für mich als außenstehender so, als würde sie sich beinahe drüher freuen, dir sagen zu können, dass etwas nicht stimmt. meiner mutter macht es auch "spaß", wenn sie mir sagen kann, dass ich etwas falsch gemacht habe. bei meiner ist es echt so, dass sie sich in regelmäßigen abständen über mich stellen muss - sie braucht das für ihr selbstwertgefühl, dass sie ZUMINDEST besser asl ich bin, denn ich bin ja das allerletzte... (so sehe ich das heute, NACH vielen gesprächen mit meiner therapeutin - denn die fassade meiner mutter predigt unentwegt davon, wie stolz sie auf mich ist, wie sehr sie mich liebt... aber sie verwechelt liebe mit abhängigkeit...)
Jule2006 hat geschrieben: Wie kann man denn um Hilfe bitten und gleichzeitig will man gerne alles selber machen?
:-D das kenn ich...

>Ich denke einfach, ich bin eine Rabenmutter, wenn ich nicht alles für das Baby selber mache.

NUR in unserem kulturkreis ziehen die mütter die kinder ganz alleine groß (oder haben diesen anspruch an sich). überall sost ist das anders.

> Naja, das Löffeln ist das kleinere Problem, aber daß ich keine Hilfe annehmen kann, das finde ich schon komisch. Oder ist das normal?

ich weiß nicht... ich war auch immer so hin und her gerissen... aber ich hab mir dann oft vorgesagt, dass das blödsinn ist, dass ich auch mal auftanken muss, um wieder voll für mein kind da sein zu können. mir war klar, dass ich mich entscheiden muss: entweder 24 std. halbe kraft oder 22 std. volle kraft und 2 std. zeit für mich...

vielleicht hilft es, estmal diesen unangemeldeten, ungefragten zugang deiner mutter zu deinem kind abzustellen? wenn du auf ihr kommen vorbereitet bist, passieren solche geschichten wie mit dem body nicht mehr. außerdem hilft das deiner mutter, die rollen wieder so zu verteilen, wie sie hingehören...

> Ist man als Mutter immer jippiih drauf und ist immer zuckersüß zum Kind?

nein. man ist die meiste zeit "normal", einen teil "jippie" und eine teil schimpft man dann auch. das kind ist ja auch nicht immer zuckersüß zu mir. ;)

> Mach ich mir zuviel Gedanken und kann bloß nicht ausspannen?

glaub ich nciht. ich musste mich aus einer ähnlichen situation befreien. anders wärs nicth gegangen. trotzdem ist es mir ein anliegen, dass mein konflikt mit meiner mutter nicht auf dem rücken meiner tochter ausgetragen wird. sie soll regelmäßigen kontakt mit ihrer oma haben, sie soll auch ihre eigene meinung über ihre oma haben dürfen.

> Sie hat meiner Tochter auch noch angewöhnt, nicht allein einzuschlafen. Immer Mamas Finger in der Hand!

offenbar braucht sie es dringend, dass jemand abhängig von ihr ist. du bist nun groß, da holt sie sich ihren lebenssinn vielleicht von deinem kind? keine ahnung...
aber das hätte nicht passieren können, wenn der zugang zum kind über dich läuft... denn von einmal wöchentlich mit oma einschlafen kann man solche verhaltensänderungen nicht formen...

>Ich hatte noch nie so ein schlechtes Verhältnis zu ihr. Seit das Kind da ist, ist es mit meiner Mutter aus.

ja! genau!! wie bei mir.

ich weiß nicht, ob mein beitrag nun hilfreich war oder nicht. ich schick ihn mal weg. ;)

lg s.

Alles nicht so einfach

Verfasst: 19:12:2007 14:47
von Jule2006
Hi, danke für deine schnelle Antwort, du hast mir sehr geholfen. Erst mal muß ich fragen, was ptbs heißt. Daß meine Mutter Liebe mit Abhängigkeit verwechseln könnte, darauf bin ich noch garnicht gekommen und werde das mal bei meinem Therapeuten ansprechen. Aber für Therapeuten sind übrigens alles die Eltern schuld. Man sollte nicht alles glauben, was die sagen. Weil meine Cousine (Pädagogin) einmal sagte, daß es so ist, daß Eltern immer schuld sind bei denen. Mein Therapeut würde am liebsten nur über meine Eltern reden, ich lenke dann aber einfach ab, wenn es mir zu viel wird. Dann kommen Fragen, wo ich mich erinnern soll, was vor 35 Jahren passierte, als ich 4 war. Hallo??? Bissi beknackt! Ich lasse ihn reden und mache mir meine Gedanken. Er hat mir schon sehr viel geholfen, wie man so schön sagt, auf die Sprünge geholfen. Aber wenn er erzählt, dann suche ich mir raus was passt und der Rest Abfalltonne.
Ich habe schon mal von jemandem gehört, daß meine Mutter es an meinem Kind besser machen will, all das, was sie bei mir verpatzt hat. Allerdings, wenn ich zB von der Horrorschule erzähle, gibt sie völlig aufgelöst zu, daß diese Schule ein großer Fehler war. Sie ist schon sensibel, reißt sich beide Beine aus für Jedermann. Sollte vielleicht aus diesem Grunde selber mal zum Psycho. gehen. Für meine Mutter sind meißtens Männer schlechte Menschen, zumindest die, die ich kenne und das sind nur mein Vater und mein Freund. Nicht schlecht, aber machen alles falsch und sie weiß es besser. Ich habe es schon versucht – es scheint wohl auch das einfachste zu sein – sie anzumeckern. Das zieht aber nicht und wenn ich mich zurückziehe und kaum ein Wort rede, heißt es wieder: Die Arme, hat Depris, ich mach besser alles für sie. Anfangs habe ich es ja auch angenommen, aber mittlerweile lehne ich alles ab, was sie mir abnehmen will, außer den Spül, dann ist sie abgelenkt und lässt alles andere in Ruhe. Vielleicht solltest du deiner Mutter auch eine Beschäftigung geben. Mein Freund macht das auch so, er lässt eine gewisse Menge zum spülen und waschen da, dann ist Muttern wieder beschäftigt und hat garkeine Zeit an dir rumzumakeln.
Du hast geschrieben, daß man einen Teil auch mal schimpft. Als ich gestern mit ihr schimpfte, da kam zufällig mein Freund rein und machte mich total zur Sau, wie ich denn mit dem Kind so schimpfen könnte, es ist doch soooo süß! Er ist ja immer nur für 1-2 Stunden hier.

„offenbar braucht sie es dringend, dass jemand abhängig von ihr ist. du bist nun groß, da holt sie sich ihren lebenssinn vielleicht von deinem kind? keine ahnung...“

Das ist ein gutes Argument. Sie versucht ja es allen Leuten recht zu machen, fühlt, daß sie bei mir versagt hat, ich habe halt keinen Superjob (sondern keinen), kein Haus und keinen Supermann an meiner Seite (sondern einen ganz normalen in meinen Augen). Sie wirft vor allem meiner Exschwägerin vor, daß sie die Kinder von sich abhängig macht, sie ist alleinerziehend, Probleme mit der Einsamkeit, da macht man sowas scheinbar, aber teilweise ist das größere Kind völlig verstört. Schüchtern ohne Ende. Ist die Mutter länger weg, taut sie auf. Aber meine Mutter macht es genauso, nur daß ich mich nicht mehr verstecke hinter meinen Gefühlen, ich sage ihr die Meinung. Manchmal vielleicht zu heftig. Am liebsten würde ich mit meiner Tochter verreisen, irgendwohin, wo nur wir beide sind, damit wir wieder zueinander finden, obwohl wir von ihr ausgesehen, garnicht auseinander gegangen sind

Alles nicht so einfach

Verfasst: 19:12:2007 14:48
von Jule2006
Hi, danke für deine schnelle Antwort, du hast mir sehr geholfen. Erst mal muß ich fragen, was ptbs heißt. Daß meine Mutter Liebe mit Abhängigkeit verwechseln könnte, darauf bin ich noch garnicht gekommen und werde das mal bei meinem Therapeuten ansprechen. Aber für Therapeuten sind übrigens alles die Eltern schuld. Man sollte nicht alles glauben, was die sagen. Weil meine Cousine (Pädagogin) einmal sagte, daß es so ist, daß Eltern immer schuld sind bei denen. Mein Therapeut würde am liebsten nur über meine Eltern reden, ich lenke dann aber einfach ab, wenn es mir zu viel wird. Dann kommen Fragen, wo ich mich erinnern soll, was vor 35 Jahren passierte, als ich 4 war. Hallo??? Bissi beknackt! Ich lasse ihn reden und mache mir meine Gedanken. Er hat mir schon sehr viel geholfen, wie man so schön sagt, auf die Sprünge geholfen. Aber wenn er erzählt, dann suche ich mir raus was passt und der Rest Abfalltonne.
Ich habe schon mal von jemandem gehört, daß meine Mutter es an meinem Kind besser machen will, all das, was sie bei mir verpatzt hat. Allerdings, wenn ich zB von der Horrorschule erzähle, gibt sie völlig aufgelöst zu, daß diese Schule ein großer Fehler war. Sie ist schon sensibel, reißt sich beide Beine aus für Jedermann. Sollte vielleicht aus diesem Grunde selber mal zum Psycho. gehen. Für meine Mutter sind meißtens Männer schlechte Menschen, zumindest die, die ich kenne und das sind nur mein Vater und mein Freund. Nicht schlecht, aber machen alles falsch und sie weiß es besser. Ich habe es schon versucht – es scheint wohl auch das einfachste zu sein – sie anzumeckern. Das zieht aber nicht und wenn ich mich zurückziehe und kaum ein Wort rede, heißt es wieder: Die Arme, hat Depris, ich mach besser alles für sie. Anfangs habe ich es ja auch angenommen, aber mittlerweile lehne ich alles ab, was sie mir abnehmen will, außer den Spül, dann ist sie abgelenkt und lässt alles andere in Ruhe. Vielleicht solltest du deiner Mutter auch eine Beschäftigung geben. Mein Freund macht das auch so, er lässt eine gewisse Menge zum spülen und waschen da, dann ist Muttern wieder beschäftigt und hat garkeine Zeit an dir rumzumakeln.
Du hast geschrieben, daß man einen Teil auch mal schimpft. Als ich gestern mit ihr schimpfte, da kam zufällig mein Freund rein und machte mich total zur Sau, wie ich denn mit dem Kind so schimpfen könnte, es ist doch soooo süß! Er ist ja immer nur für 1-2 Stunden hier.

„offenbar braucht sie es dringend, dass jemand abhängig von ihr ist. du bist nun groß, da holt sie sich ihren lebenssinn vielleicht von deinem kind? keine ahnung...“

Das ist ein gutes Argument. Sie versucht ja es allen Leuten recht zu machen, fühlt, daß sie bei mir versagt hat, ich habe halt keinen Superjob (sondern keinen), kein Haus und keinen Supermann an meiner Seite (sondern einen ganz normalen in meinen Augen). Sie wirft vor allem meiner Exschwägerin vor, daß sie die Kinder von sich abhängig macht, sie ist alleinerziehend, Probleme mit der Einsamkeit, da macht man sowas scheinbar, aber teilweise ist das größere Kind völlig verstört. Schüchtern ohne Ende. Ist die Mutter länger weg, taut sie auf. Aber meine Mutter macht es genauso, nur daß ich mich nicht mehr verstecke hinter meinen Gefühlen, ich sage ihr die Meinung. Manchmal vielleicht zu heftig. Am liebsten würde ich mit meiner Tochter verreisen, irgendwohin, wo nur wir beide sind, damit wir wieder zueinander finden, obwohl wir von ihr ausgesehen, garnicht auseinander gegangen sind

Re: Alles nicht so einfach

Verfasst: 19:12:2007 15:18
von sonrisa2
hallo jule,

> du hast mir sehr geholfen. Erst mal muß ich fragen, was ptbs heißt.

das freut mich.
ptbs = posttraumatische belastungsstörung, kopier das mal hier rein (quelle icd-10 katalog): Posttraumatische Belastungsstörung
Diese entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. ... Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung (F62.0) über.
zitat ende.

> Aber für Therapeuten sind übrigens alles die Eltern schuld.

najaaa, "schuld" ist schon ein starkes wort. das hört sich so an, als hätten die das absichtlich gemacht... ich würde sagen, für viele therapeuten liegt die ursache für alles mögliche in der kindheit - und die wurde eben zum großteil von den eltern geprägt, aber das ist noch keine schuld (sofern keine menschenrechtsverletzungen von den eltern begangen wurden ;-) ).

> Aber wenn er erzählt, dann suche ich mir raus was passt und der Rest Abfalltonne.

gesunde einstellung zur therapie... ich nehm leider viel zu vieles viel zu ernst...

>Ich habe schon mal von jemandem gehört, daß meine Mutter es an meinem Kind besser machen will, all das, was sie bei mir verpatzt hat.

für mien mutter-exemplar stimmt das 100%.

>Sie ist schon sensibel, reißt sich beide Beine aus für Jedermann.

meine auch. aber es ist das PROBLEM meiner mutter, dass sie nicht nein sagen kann.

ich versuche ihr schon ewig klar zu machen, worans hängt:
-jeder mensch hat nur ein ziel: steigerung der selbstachtung. meine mutter steigert sich ihre selbstachtugn auf merkwürdige weise, wie ich finde: sie delegiert es MIR. sobald ICH nicht bis ins detail um sie rumdackel und ihr selbstbestätigung verabreiche, fühlt sie sich schlecht. und da dran bin dann ich schuld! sie ist ein lob-junkie.
-liebe ist, dass man dem anderen das gefühl gibt: genau so, wie du bist, bist du richtig. und das macht meine mutter eben überhaupt nicht: ich bin für sie nur dazu da, um ihre kritik an mir aufzufangen, damit sie sich besser fühlt. meine mutter hat inzw mein vollstes mitleid, denn sie hat leider nicht die fähigkeit von gott geschenkt bekommen, ihre kinder zu LIEBEN. in zusammenhang mit ihren kindern scheint sie alle möglcihen gefühle zu haben: sehnsucht, eifersucht, such dir was aus, aber jedenfalls keine liebe. sie braucht mich auf irgendeine abstruse weise, aber geliebt fühle ich mich nicht.

> außer den Spül, dann ist sie abgelenkt und lässt alles andere in Ruhe.

das hört sich insgesamt nach einer sehr angespannten stimmung an. vielleich tmuss auch deine mutter mal lernen, in deiner gegenwart zur ruhe zu kommen?

>Vielleicht solltest du deiner Mutter auch eine Beschäftigung geben.

für mich ist es undenkbar, mit meiner mutter allein in einem zimmer zu sein ohne z.b. meinem mann. für mich war das lange überahupt nur mit beruhigungsmitteln möglich. noch weniger würde ich meine mutter acuh nur eine minute in meiner wohnung allein lassen oder den rücken zudrehen.

>Du hast geschrieben, daß man einen Teil auch mal schimpft. Als ich gestern mit ihr schimpfte, da kam zufällig mein Freund rein und machte mich total zur Sau, wie ich denn mit dem Kind so schimpfen könnte, es ist doch soooo süß! Er ist ja immer nur für 1-2 Stunden hier.

nach der aussage deines mannes könnte man meinen, er sieht sein kind nicht als kind, sondern als stoffpüppchen... kinder sollte man schon wie kinder behandeln: überschwänglich loben für alles, was sie gut gemacht haben, aber auch mal korrigieren (auf eine angemessene weise); erziehung heißt das, oder? ;) anders kann man den alltag wohl nicht meistern, gewisse regeln fürs zusammenleben müssen sein.
süß ist meine auch, das ist nicht der punkt. aber bestimmte sachen gehen einfach nicht. man kann nict andere kinder hauen, man kann nicht vorsätzliche sacchbeschädigung begehen, man darf niht ohne schauen über die straße laufen etc. es kommt auch drauf an, wie man schimpft und das wievielte mal man dieselbe sache wiederholt. beim 1.x gibt es bei mir auch nur ganz normales erklären. in echten notsituationen können die kinder ruhig merken, dass jetzt ende gelände is, solche emotionen will ich vor meiner tochter nicht verheimlichen!

>fühlt, daß sie bei mir versagt hat, ich habe halt keinen Superjob (sondern keinen), kein Haus und keinen Supermann an meiner Seite (sondern einen ganz normalen in meinen Augen).

und ein ganz normales leben an der seite eines ganz normalen mannes ist etwa nichts??? da kriegt man das versagerimage umgehängt für GUTE dinge...
jaaaa, meine mutter brauch auch mich, um ihren eigenen ehrgeiz zu befriedigen. ich hab aber andere ziele als sie - und nur weil ich nicht ihre ziele verfolge, bin ich noch lang kein shclechter mensch.

>Am liebsten würde ich mit meiner Tochter verreisen, irgendwohin, wo nur wir beide sind, damit wir wieder zueinander finden.

ich glaube, dass du einen teil dieser sehnsucht auch im alltag umsetzen kannst. es ist halt ein bissi arbeit (v.a. beziehungsarbeit mit deiner mutter, wie es aussieht)...

viel erfolg!!!!
s.

Verfasst: 05:01:2008 22:05
von Jule2006
Meine Antwort kommt spät, aber ich hatte so einige Problemchen, die aber eher in ein anderes Forum gehören, aber das ist jetzt hoffentlich auch gegessen. Du hast mir mal wieder in einigen Dingen die Augen geöffnet. Das mit dem ppdd oder wie das hieß werde ich mal bei meinem Psycho ansprechen, ich wußte, daß es sowas in der Art geben muß, bzw einen Namen dafür geben muß. Meine Schulzeit war nämlich der absolute Horror und habe bis zum heutigen Tage Alpträume davon. Ich habe denen auch vor ein paar Jahren gesagt, aus welchen Gründen ich nicht zu ihren Klassentreffen käme, weil sie mich nie zu sich gehören ließen, (sie=die ganze Klasse), ich tat es damals nicht und will es heute auch nicht tun. Einmal war ich zwar auf einem Klassentreffen und ich war so hocherfreut, daß die ganzen Jungs jetzt Glatzen haben, viele geschieden sind usw.
Und das mit deiner Mutter, vielleicht liebt sie dich, sie kann es nur nicht zeigen, denn sie wurden selber von einer Generation erzogen, die es nicht zeigen konnte, weil sie in der Kriegszeit noch lebten. So erzählte es mir mein Psycho. Meine Mutter kann es absolut nicht zeigen, keinerlei Gefühle, außer Überheblichkeit gegenüber meinem Vater und seit Julia, meine Tochter da ist, mir auch etwas.
LG
Susanne

Verfasst: 06:01:2008 10:57
von sonrisa2
hallo jule,

freut mich, wenn du mit der sache weiter gekommen bist.

zur ptbs wollte ich noch sagen, dass man sie üblicherweise von naturkatastrophen, unfällen/großschadensereignissen/katastrophen bekommen, bei denen man selbst in lebensgefahr ist oder andere menschen sterben sieht, oder von folter oder missbrauch.
aber dauerhaftes mobbing ist auch eine schlimme sache für ein kind... :-( es hat bestimmt auswirkungen aufs selbstwertgefühl fürs ganze restliche leben... :cry:

> Einmal war ich zwar auf einem Klassentreffen und ich war so hocherfreut, daß die ganzen Jungs jetzt Glatzen haben, viele geschieden sind usw.

*pruuust!!!* gibts also doch gerechtigkeit?? :-)

meine mutter kann liebe eigentlich recht gut zeigen. sieh führt eine sehr herzliche beziheung mit meinem vater. ihr problem besteht einfach darin, dass sie sich slebst ein irrsinnig enges korsett an "das gehört sich" umshcnallt und das ALLES von ihren nächsten menschen auch erwartet. un dwenn man was nicht mahct, ist man abschaum.
meine therapeutin fand für meine mutter irgendwann keine worte mehr - auch ihr schien eine trennung (zumindest für den moment) die einzige lösung, die mich "in sicherheit" vor ihren tiraden bringt... :oops:

wünsch dir alles liebe,
s.

Hallo Jule ...

Verfasst: 09:01:2008 23:28
von Lina191106
Falls es Dich beruhigt: ich erkenne mich auch wieder. Meine Mutter war vielleicht noch einen Zacken schärfer. Sie wollte mich nach dem Kaiserschnitt nicht unterstützen, indem sie im Haushalt geholfen hätte, sondern wollte immer unsere Kleine zu sich holen. Das fand ich ganz schlimm. Das Krönchen hat sie allem mit dem Satz "Ich muss die Kleine ja zu mir holen, damit sie nicht wird wie die Mutter" aufgesetzt. Ich kann nur sagen: schiebe so schnell wie möglich einen Riegel vor, sonst entgleitet Dir Dein Kind, schneller als Du denkst. Vom Typ scheinen unsere Mütter ähnlich zu sein (immer alles im Griff, alles easy,...) und auch in unserer Familie wird alles unter den Teppich gekehrt. Das hat bis jetzt funktioniert, weil Du wahrscheinlich immer die brave Tochter warst. Jetzt bist Du Mutti und für ein kleines Wesen verantwortlich. Laß es ruhig mal knallen, Deine Mutter beruhigt sich auch wieder. Das Problem liegt auf ihrer Seite, nicht auf Deiner. Sie muß lernen loszulassen und Dich als Mutti mit eigener Familie akzeptieren. Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Deinen Standpunkt zu vertreten. Wie hätte es ihr gefallen, wenn man es mit ihr so gemacht hätte?
Was mir geholfen hat: Ich habe mir immer vor Augen gehalten, dass meine Kleine das Wichtigste ist. Und sie wird so erzogen, dass sie auf keinen Fall was unter den Teppich kehrt. Und nur am Rande: auch wenn man es nicht hören will, weil man seine Mutti lieb hat, die Papas haben meistens recht.
Liebe Grüße - Babette