Dramatische Weihnachten
Verfasst: 02:01:2008 13:16
Hallo,
ich hoffe, ihr hattet alle ein besseres Weihnachten als ich. Ich hatte nämlich über Weihnachten meine zweite Fehlgeburt innerhalb von sechs Monaten. Von daher ist Weihnachten für mich ziemlich ausgefallen und ich habe mich noch nicht davon erholt, ich habe eine schreckliche Erkältung, die einfach nicht weggeht und will eigentlich nur meine Ruhe, mag mich nicht mit meiner Tochter beschäftigen und will für mich sein. Zum Glück war mein Mann bis gestern zu Hause und heute ist der Kindergarten wieder losgegangen, so dass ich jetzt tagsüber für mich sein kann. Arbeiten muss ich zum Glück noch nicht. Meine Frauenärztin wird jedenfalls in meinem nächsten Zyklus einen Hormonstatus machen und überprüfen, ob mit meiner Blutgerinnung alles in Ordnung ist.
Allerdings hatte die Fehlgeburt bzw. mein seelischer Zustand danach auch einen therapeutischen Nebeneffekt. Ich habe meinen Eltern endlich mal gesagt, wie es mir geht, dass ich eine Wochenbettdepression hatte, dass ich in Therapie bin - das wussten sie nämlich alles gar nicht, denn wenn ich bei ihnen war, ging es mir ja gut, ich habe ja v.a. dieses Alleinsein mit meiner Tochter nicht ausgehalten. Und dann haben wir darüber gesprochen, dass ich immer noch meine, ihnen nichts über mich erzählen zu können, dass unser Verhältnis nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniert und das wir uns im Grunde gar nicht nah sind. Ich habe gesagt, dass es jahrelang für mich so war, dass ich meinte, funktionieren zu müssen. Ich hätte ja auch in den Zeiten meiner schlimmsten Depression nicht um Hilfe gebeten, das hätte ich mir nie zugestanden, dass habe ich nicht zu verdienen geglaubt. Ich weiß nicht, ob sie das so annehmen konnten. Meine Mutter meinte, ich hätte doch immer am meisten meine Gefühle geäußert. Ja, ich hatte ziemliche Wutausbrüche und kann auch immer noch schnell laut werden - aber im Grunde hat das mit meinen wirklichen Gefühlen hatte das eigentlich nichts zu tun. Ich hatte immer noch das Gefühl, nicht gehört zu werden, egal wie laut ich werde. Es gab ziemlich viele Tränen, wir haben uns dann aber im Guten verabschiedet. Gestern haben wir auch wg. Neujahr telefoniert und sie hat mir noch mal deutlich gesagt, dass sie für mich da ist, dass sie mir unsere Tochter auch gerne mal abnimmt. Und endlich kann ich es spüren, dass sie es ernst meint. Sie hat das schon früher immer wieder gesagt, aber es hat eben mit meiner Wahrnehmung nicht übereingestimmt. Ich habe meine Eltern so lange als problembeladen erlebt, dass ich sie nicht als Ansprechpartner wahrgenommen habe. Meine Mutter sagte, diese Zeit sei doch schon lange vorbei, aber meine Gefühle, keine Hilfe zu bekommen, sind es eben nicht.
Es wird sich sicher nicht alles von jetzt auf gleich ändern, aber hoffentlich ist es ein Neuanfang und meine Eltern wissen zumindest endlich, wie ich mich fühle. Das wird jedenfalls eine interessante nächste Therapiesitzung, da gibt es viel zu erzählen.
Euch noch nachträglich ein gutes neues Jahr!
Viele Grüße
Katrin
ich hoffe, ihr hattet alle ein besseres Weihnachten als ich. Ich hatte nämlich über Weihnachten meine zweite Fehlgeburt innerhalb von sechs Monaten. Von daher ist Weihnachten für mich ziemlich ausgefallen und ich habe mich noch nicht davon erholt, ich habe eine schreckliche Erkältung, die einfach nicht weggeht und will eigentlich nur meine Ruhe, mag mich nicht mit meiner Tochter beschäftigen und will für mich sein. Zum Glück war mein Mann bis gestern zu Hause und heute ist der Kindergarten wieder losgegangen, so dass ich jetzt tagsüber für mich sein kann. Arbeiten muss ich zum Glück noch nicht. Meine Frauenärztin wird jedenfalls in meinem nächsten Zyklus einen Hormonstatus machen und überprüfen, ob mit meiner Blutgerinnung alles in Ordnung ist.
Allerdings hatte die Fehlgeburt bzw. mein seelischer Zustand danach auch einen therapeutischen Nebeneffekt. Ich habe meinen Eltern endlich mal gesagt, wie es mir geht, dass ich eine Wochenbettdepression hatte, dass ich in Therapie bin - das wussten sie nämlich alles gar nicht, denn wenn ich bei ihnen war, ging es mir ja gut, ich habe ja v.a. dieses Alleinsein mit meiner Tochter nicht ausgehalten. Und dann haben wir darüber gesprochen, dass ich immer noch meine, ihnen nichts über mich erzählen zu können, dass unser Verhältnis nur bis zu einem gewissen Punkt funktioniert und das wir uns im Grunde gar nicht nah sind. Ich habe gesagt, dass es jahrelang für mich so war, dass ich meinte, funktionieren zu müssen. Ich hätte ja auch in den Zeiten meiner schlimmsten Depression nicht um Hilfe gebeten, das hätte ich mir nie zugestanden, dass habe ich nicht zu verdienen geglaubt. Ich weiß nicht, ob sie das so annehmen konnten. Meine Mutter meinte, ich hätte doch immer am meisten meine Gefühle geäußert. Ja, ich hatte ziemliche Wutausbrüche und kann auch immer noch schnell laut werden - aber im Grunde hat das mit meinen wirklichen Gefühlen hatte das eigentlich nichts zu tun. Ich hatte immer noch das Gefühl, nicht gehört zu werden, egal wie laut ich werde. Es gab ziemlich viele Tränen, wir haben uns dann aber im Guten verabschiedet. Gestern haben wir auch wg. Neujahr telefoniert und sie hat mir noch mal deutlich gesagt, dass sie für mich da ist, dass sie mir unsere Tochter auch gerne mal abnimmt. Und endlich kann ich es spüren, dass sie es ernst meint. Sie hat das schon früher immer wieder gesagt, aber es hat eben mit meiner Wahrnehmung nicht übereingestimmt. Ich habe meine Eltern so lange als problembeladen erlebt, dass ich sie nicht als Ansprechpartner wahrgenommen habe. Meine Mutter sagte, diese Zeit sei doch schon lange vorbei, aber meine Gefühle, keine Hilfe zu bekommen, sind es eben nicht.
Es wird sich sicher nicht alles von jetzt auf gleich ändern, aber hoffentlich ist es ein Neuanfang und meine Eltern wissen zumindest endlich, wie ich mich fühle. Das wird jedenfalls eine interessante nächste Therapiesitzung, da gibt es viel zu erzählen.
Euch noch nachträglich ein gutes neues Jahr!
Viele Grüße
Katrin