Wochenbettpsychose

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Anna2006

Wochenbettpsychose

Beitrag von Anna2006 »

Hallo,

könnte nur noch heulen.
Ich habe ca. 5 Tage nach der Geburt eine Psychose entwickelt.
Ich bin nachts aufgeschreckt und hörte innere Stimmen, dass ich bestimmt mir etwas antun muss.
Oder meiner Familie.
Ist das Schizophrenie?
Es ist schrecklich, wollte schon in die Klinik.
Doch da war alles überbelegt.Nun hilft meine Mutter zuhause.
Mal ging es mir einen Tag wieder besser, dann kam alles wieder.
Auch die Zwangsgedanken.
Aber auch "innere Stimmen".
Mein Gott, ich weiß, dass das alles Blödsinn ist, aber es quält mich.
Und dann die Berichte von durchgedrehten Müttern, die etwas schlimmes tun.
Ich war eben bei meiner Hausärztin.
Sie hat für mich einen Termin bei einer Diplompsychologin gemacht.
Was kann ich tun?
Kann man es bei bestehender Krankheitseinsicht und mit Medikamenten auch ambulant schaffen oder MUSS ich jetzt in die Klinik?

Anne:-((
bellami1983

Beitrag von bellami1983 »

Liebe Anna,

hat dir jemand die Diagnose "Wochenbettpsychose" gestellt?

Es muss sich nicht um eine Psychose handeln, denn auch ich kenne genau das, was du gerade geschildert hast.
Diese "inneren Stimmen" hörst du innerlich oder hast du das Gefühl, dass sie äußerlich auftreten?

Was meiner Meinung geschehen muss ist, dass du diesen Termin bei der Psychologin wahrnimmst. Sie wird dir sagen können, was du nun tatsächlich hast. Aber das weißt du sicher.

Als ich dies damals so akut hatte und noch nicht wusste, was überhaupt mit mir los ist, bin ich freiwillig in eine Klinik gegangen. Heute sehe ich das alles etwas anders und möchte behaupten, dass es mir so ging wie dir jetzt und auch heute noch teilweise so geht.
Damit bist du nicht allein und ich kann dir sagen, dass es definitiv besser werden wird. Da ich noch nicht gesund bin, aber schon mehrere Monate wenn man es zusammenrechnet hatte, in denen ich topfit war, weiß ich auch, dass es besser wird.

Du weißt dass du krank bist, dies ist eine wichtige Erkenntnis und sicherlich kann man dies ambulant schaffen. Wichtig ist, dass du zu einem Psychologen/Psychiater gehst und ihm/ihr dein Befinden schilderst.

Nimmst du Medikamente?

Bei Schizophrenie fehlt eigentlich die Krankheitseinsicht. Ich kenne zwei schizophrene Menschen in meinem Umfeld und dort ist dies jedenfalls so, dass alle anderen "verrückt" sind, nur diese beiden nicht. Verallgemeinern kann man dies sicherlich nicht, aber es hört sich für mich wie eine starke Angst an die du hast, Angst verrückt zu werden vielleicht, die Kontrolle zu verlieren?

Liebe Anna, es wird besser!!! Wichtig ist eine gute Behandlung und der Termin bei der Psych ist super.
Wann ist dieser?

Fühle dich lieb umarmt,

Isabell
Zora

Beitrag von Zora »

Liebe Anna!

Wochenbettpsychosen sind im Gegensatz zu "normalen Psychosen" oft Mischformen aus Depression und Psychose. Es kann z.B. sein dass du eine starke Depression mit wahnhaften Momenten hast.
Wichtig ist, dass du ganz schnell ein Medi bekommst, gerade wenn es in Richtung Psychose geht. Es gibt viele gute Neuroleptika die dir da helfen können. Am besten gehst du direkt morgen (länger würde ich nicht warten!) zu einem Arzt, der sich wirklich mit Psychopharmaka auskennt, und dir etwas verschreiben kann. Du kannst auch für die ganz schlimmen Augenblicke ein Beruhigungsmittel (z.B. Tavor nehmen). Du brauchst auch keine Angst haben, abhängig zu werden, ich habe es monatelang genommen und konnte es nachher sehr gut absetzen. Wichtig ist nur, dass du dir jede Hilfe holst, die du bekommen kannst.
Wenn du gut unterstützt wirst (medikamentös, psychologisch und im Alltag) kannst du es auch ohne Klinikaufenthalt schaffen.
Bitte melde dich doch wieder, und habe keine Angst, es wird vorbeigehen (ich hatte auch eine Psychose), ganz ganz sicher!

Alles Liebe...
Lina191106

Hallo Anna ...

Beitrag von Lina191106 »

Wie meine Vorrednerin kann ich Dir auch nur empfehlen, den Psychologen-Termin wahrzunehmen. Er entscheidet letztendlich, wie es weitergeht. Bei meiner Freundin war es ähnlich wie bei Dir. Sie konnte ambulant bleiben, wurde begleitend psychologisch/psychiatrisch behandelt. Sie ist wieder gesund.
Gut finde ich, dass Deine Mutti Dich unterstützt. Da ist Dir zumindest schon einmal eine Last von den Schultern genommen. Vielleicht läßt es sich sogar einrichten, dass immer jemand bei Dir ist. Nicht als Aufpasser sondern als seelische Untrstützung. Und sprich über Deine Gedanken mit Personen, denen Du vertraust.
Liebe Grüße - Babette
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