Hallo, Dobby!
Bei uns in der Unter-3-Jährigen-Gruppe gibt es höchstens zehn Kinder mit 3 Betreuern und meist noch einer Praktikantin, also ein sehr guter Betreuungsschlüssel, der in den meisten Einrichtungen so nicht vorhanden ist.
Meistens waren es sogar weniger als zehn Kinder, und es wurde auch immer darauf geachtet, dass nur wenige sehr Kleine (also Babys) dabei sind, da diese nochmal eine besondere Pflege benötigen.
Während der Eingewöhnungszeit (mind. 1 Monat) waren die Eltern jeden Tag mit im KiGa und es war immer nur eine bestimmte Betreuerin, die sich intensiv um das Kind gekümmert hat, damit es erstmal zu einer konkreten Person Vertrauen aufbauen kann. Später dann, baut das Kind auch zu den anderen Erziehern Vertrauen auf, aber es ist wohl wichtig, dass es erstmal nur eine Person ist.
Das Bindungsverhalten ist sicher von Kind zu Kind unterschiedlich: Manche brauchen nur eine Woche und gehen ganz selbstverständlich ohne Mama in den KiGa, andere brauchen vielleicht acht Wochen, um sich daran zu gewöhnen.
das Resultat sollte jedoch immer das gleiche sein: Dass die Kinder GERNE in den Kindergarten gehen und VERTRAUEN zu den Erziehern haben.
Wenn dies einmal erreicht ist, glaube ich kaum, dass eine Mutter eine "Rabenmutter" ist, wenn sie ihr Kind in einen Kindergarten gibt. Im Gegenteil, das Kind kann nur davon profititeren und viel lernen.
Unsere Tochter ist bspw. sehr sozial geworden durch den Kindergarten und kann sehr gut auf andere Kinder eingehen. Aber auch ihre Meinung sagen, wenn ihr etwas nicht passt.
Ich denke auch nicht, dass bis 2,5 Jahre nur die Mutter das Kind erziehen muss. Das ist so ein komisches Mutterbild, was in Deutschland noch vorherrscht.
In Frankreich ist es z.B. ganz normal, dass die Mutter nach der Geburt eines Kindes sofort wieder arbeiten geht und das Kind zur Betreuung abgibt. Da würde keiner "Rabenmutter" sagen, und in Frankreich gibt es auch nicht mehr gestörte Kinder als in Deutschland...
Es ist sicher auch nicht schädlich, wenn das Kind die ersten Jahre bei der Mutter bleibt, aber andererseits ist es bestimmt auch gut, wenn das Kind schon früh andere Bezugspersonen hat und vor allem auch gleichaltrige Kinder, die es regelmäßig sieht.
Letztendlich ist es wahrscheinlich eine Bauchentscheidung, die man fällt.
Die ersten 3 Jahre nur bei meinem Kind zu sein, wäre für mich unsinnig gewesen. Für andere mag es das Richtige sein.
Ich bin jedenfalls froh, meine Tochter in einer guten Einrichtung zu wissen und habe es noch keinen Tag bereut.
Ich hoffe, ich konnte deine Fragen beantworten?
Alles Liebe!