Hallo zusammen!
Direkt nach der Geburt meines Sohnes breiteten sich Ängste in mir aus.
Mein Sohn ist jetzt mittlerweile 14 Monate alt, und es geht mir momentan sehr schwankend...mal besser mal schlechter. Der Tag fängt merkwürdig an, schleppend und irgendwie bin ich morgens nie ausgeschlafen obwohl mein Kleiner toll durchschläft.
Tagsüber bin ich ganz gut ausgelastet und beschäftigt und kann meine Ängste einigermassen verdrängen, aber sowie es Abend wird (liegt es an der Dunkelheit-ich weiß es nicht) gehts los: Meine Gedanken kreisen um sterben und Tod...ich höre nur noch von toten Menschen, Krankheiten, Unfällen und soweiter-ich sauge das richtig in mich rein, steigere mich darein, rechne nach, wie lange ich wohl noch zu leben habe (kommt mir extrem kurz vor, bin fast 38).
Ich habe fast täglich Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und fühl mich oft total erschöpft-gerade abends.
Dann liege ich im Bett und bekomme regelmäßig eine Panikattacke vor Angst vor dem Tod- male mir aus was meinem Sohn alles passieren könnte, würde ihn am liebsten sein Leben lang nur zuhause in der Wohnung "einsperren" bzw. in Sicherheit bringen (übertrieben dargestellt, aber so empfinde ich es nun mal).
Ängste habe ich schon seit ich denken kann, bin auch so erzogen worden, alles ist gefährlich und bei Kopfschmerzen kann man ja einen Gehirntumor haben-sagte mein Vater immer.
Ich bin auch damals schon oft in Therapie gewesen, habe auch jetzt seit 1 Jahr eine sehr gute Therapeutin, seitdem geht es mir auch etwas besser.
Leider habe ich aber immer noch keinen Weg gefunden, mit dieser Angst vor Tod und Krankheit usw. umzugehen so dass ich mein Leben wieder mehr geniessen kann ohne täglich von diesen negativen Gedanken befallen zu werden!
Medikamente möchte ich irgendwie auf keinen Fall nehmen-ich denke immer dass es doch auch ohne gehen muss!? Werde ich diese Ängste nie mehr los?
Ich würde mich freuen, wenn mir jemand ein bischen von seinen Erfahrungen erzählen kann, der vielleicht ähnliches erlebt hat!
Viele Grüße!
Bin neu hier-Ängste seit der Geburt
Moderator: Moderatoren
Hallo!
Herzlich Willkommen hier bei uns und vielen Dank für deine Geschichte.
Ich kenne diese Ängste absolut so, wie du sie schilderst. Auch bei mir kommt einiges davon aus der Kindheit. Nach der Geburt meines Sohnes ist dann alle komplett wie bei einem Vulkan ausgebrochen. Ich hatte nur noch Angst-und Panikattacken sowie Zwangsgedanken. Meine 2 3/4 jährige Therapie hat mich aber davon befreien können und heute habe ich eine Lebensqualität, die vorher gar nicht gekannt habe!!!
Ich nahm allerdings auch ein Medikament, da ich durch die Ängste und Panik eine ganz starke Depression entwickelt hatte.
Da du eh schon in Therapie bist, hast du bereits den richtigen Weg eingeschlagen. Ich habe damals eine Kombi aus Verhaltenstherpie und klassischer Psychotherapie gemacht. Gerade bei so Ängsten ist die Verhaltenshterapie sehr wirksam, da man dort lernt sich seinen Ängsten zu stellen. Die Psychotherapie (bzw. Analyse) wiederrum zeigt dir, warum und woher die Ängste kommen - auch sehr hilfreich!!!
Ich denke, du brauchst wohl noch Geduld - ein Jahr Therapie ist hört sich zwar lange an, ist aber wenn man unter starken Ängsten leidet - noch nicht lange genug. Du kannst es sicher auch ohne AD schaffen - es geht dann halt länger bzw. der Leidensdruck ist u.U. ein größerer. Ein AD ist allerdings dann ratsam bzw. unumgänglich, wenn man durch die Angst in eine extreme Depression verfällt, was leider häufig vorkommt. Da du allerdings bereits eine tolle Therapeutin hast, sehe ich diese Gefahr bei dir nicht.
Wichtig ist: SICH SEINEN ÄNGSTEN ZU STELLEN, IHNEN INS AUGE ZU SCHAUEN. Nur so verlieren sie mit der Zeit ihren Stellenwert und versiegen. Man nennt das KONFRONTATIONS- bzw. EXPOSITIONSÜBUNGEN - hast du vielleicht schon mal in deiner Therapie gehört.
Ansonsten empfehle ich dir noch, vielleicht mal ein bissl nach Büchern über das Thema "Angst" zu stöbern. Mir hat das Lesen und sich befassen mit der Thematik sehr geholfen, zu verstehen warum und wie Ängste zustande kommen und was ich zusätzlich noch tun kann, um wieder "ins Lot" zu kommen.
Ich bin auch ein großer Fan von der Naturheilkunde! Bachblüten waren und sind noch heute ein ganz großer kleiner Helfer für mich und mein Hobby geworden. Auch die Homöopathie kann dir sehr gute Dienste leisten. Vielleicht ist das ja eine Alternative für dich - gibts evlt. einen/eine gute Naturheilpraktiker/erin bei dir?
Es gibt viele Ansätze, die man neben bzw. anstatt eines Medikamentes versuchen kann - ich habe folgendes gemacht:
- Verhaltens-/Psychotherapie bei meinem Psychiater
- Medikament (Antidepressiva)
- Bachblüten
- Kinesiologie
- TCM (traditionelle chinesische Medizin) - meine KS-Narbe wurde durch diese Methode "entstört"
- Therapiestunden zum Thema "Verarbeiten der traumatischen Geburt" in einer Hebammenpraxis
- Bücher lesen zum Thema: PPD, Angst, Zwangsgedanken, Hormone und Schilddrüse (sie spielen eine gravierende Rolle bei Ängsten usw. nach der Geburt - solltest du mal untersuchen lassen) und Naturheilkunde
- Sport
- gesunde Ernährung, Vitamine (Magnesium und Vitaminpräparat)
- Schatten und Licht - ein ganz massgeblicher Faktor meiner Gesundung
Ich hoffe, ich konnte dir ein bissl helfen. Wenn du noch Fragen hast - auch zu den Bachblüten - ich bin gerne für dich da!!!!
Liebe Grüße von
Herzlich Willkommen hier bei uns und vielen Dank für deine Geschichte.
Ich kenne diese Ängste absolut so, wie du sie schilderst. Auch bei mir kommt einiges davon aus der Kindheit. Nach der Geburt meines Sohnes ist dann alle komplett wie bei einem Vulkan ausgebrochen. Ich hatte nur noch Angst-und Panikattacken sowie Zwangsgedanken. Meine 2 3/4 jährige Therapie hat mich aber davon befreien können und heute habe ich eine Lebensqualität, die vorher gar nicht gekannt habe!!!
Da du eh schon in Therapie bist, hast du bereits den richtigen Weg eingeschlagen. Ich habe damals eine Kombi aus Verhaltenstherpie und klassischer Psychotherapie gemacht. Gerade bei so Ängsten ist die Verhaltenshterapie sehr wirksam, da man dort lernt sich seinen Ängsten zu stellen. Die Psychotherapie (bzw. Analyse) wiederrum zeigt dir, warum und woher die Ängste kommen - auch sehr hilfreich!!!
Ich denke, du brauchst wohl noch Geduld - ein Jahr Therapie ist hört sich zwar lange an, ist aber wenn man unter starken Ängsten leidet - noch nicht lange genug. Du kannst es sicher auch ohne AD schaffen - es geht dann halt länger bzw. der Leidensdruck ist u.U. ein größerer. Ein AD ist allerdings dann ratsam bzw. unumgänglich, wenn man durch die Angst in eine extreme Depression verfällt, was leider häufig vorkommt. Da du allerdings bereits eine tolle Therapeutin hast, sehe ich diese Gefahr bei dir nicht.
Wichtig ist: SICH SEINEN ÄNGSTEN ZU STELLEN, IHNEN INS AUGE ZU SCHAUEN. Nur so verlieren sie mit der Zeit ihren Stellenwert und versiegen. Man nennt das KONFRONTATIONS- bzw. EXPOSITIONSÜBUNGEN - hast du vielleicht schon mal in deiner Therapie gehört.
Ansonsten empfehle ich dir noch, vielleicht mal ein bissl nach Büchern über das Thema "Angst" zu stöbern. Mir hat das Lesen und sich befassen mit der Thematik sehr geholfen, zu verstehen warum und wie Ängste zustande kommen und was ich zusätzlich noch tun kann, um wieder "ins Lot" zu kommen.
Ich bin auch ein großer Fan von der Naturheilkunde! Bachblüten waren und sind noch heute ein ganz großer kleiner Helfer für mich und mein Hobby geworden. Auch die Homöopathie kann dir sehr gute Dienste leisten. Vielleicht ist das ja eine Alternative für dich - gibts evlt. einen/eine gute Naturheilpraktiker/erin bei dir?
Es gibt viele Ansätze, die man neben bzw. anstatt eines Medikamentes versuchen kann - ich habe folgendes gemacht:
- Verhaltens-/Psychotherapie bei meinem Psychiater
- Medikament (Antidepressiva)
- Bachblüten
- Kinesiologie
- TCM (traditionelle chinesische Medizin) - meine KS-Narbe wurde durch diese Methode "entstört"
- Therapiestunden zum Thema "Verarbeiten der traumatischen Geburt" in einer Hebammenpraxis
- Bücher lesen zum Thema: PPD, Angst, Zwangsgedanken, Hormone und Schilddrüse (sie spielen eine gravierende Rolle bei Ängsten usw. nach der Geburt - solltest du mal untersuchen lassen) und Naturheilkunde
- Sport
- gesunde Ernährung, Vitamine (Magnesium und Vitaminpräparat)
- Schatten und Licht - ein ganz massgeblicher Faktor meiner Gesundung
Ich hoffe, ich konnte dir ein bissl helfen. Wenn du noch Fragen hast - auch zu den Bachblüten - ich bin gerne für dich da!!!!
Liebe Grüße von
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
-
matalesa
Liebe Dobby, liebe Marika!
Vielen Dank für Eure Antworten! Komme erst jetzt dazu zu schreiben...
An Marika: Herzlichen Dank, dass Du Dir soviel Mühe gemacht hast und mir soviele Tipps gegeben hast! Vieles davon habe ich schon gehört aber noch nicht ausprobiert, wie zum Beispiel die Bachblüten, werd gleich mal im Internet danach surfen
Vielleicht kannst Du mir ja auch näheres zu schreiben?
Ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass es mir auch ohne Medikamente besser gehen könnte, wie gesagt ich bin in Therapie und meine Therapeutin hat bisher noch nie von Medikamenten gesprochen-das würde sie doch ansprechen wenn sie der Meinung wäre dass es für mich notwendig sei, oder?
Irgendwie bin ich nach der Geburt ein ganz anderer Mensch geworden, total schnell auf die Palme zu bringen, ungeduldig, unzufrieden mit mir selbst, körperlich nicht mehr so belastbar wie früher und meine Migräne ist nach der Geburt auch viel schlimmer geworden, während der Schwangerschaft hatte ich nicht einen einzigen Tag Kopfschmerzen! Und jetzt hab ich fast täglich Kopfschmerzen, am schlimmsten sind die Tage wenn ich nachts nicht regelmäßig Schlaf habe, wenn der Kleine Zahnweh hat oder krank ist...
Bist Du denn jetzt vollkommen über den Berg? Ich hab das Gefühl ich werde nie wieder so sein wie vor der Geburt
Freue mich wieder von Dir zu hören! Viele Grüße
Vielen Dank für Eure Antworten! Komme erst jetzt dazu zu schreiben...
An Marika: Herzlichen Dank, dass Du Dir soviel Mühe gemacht hast und mir soviele Tipps gegeben hast! Vieles davon habe ich schon gehört aber noch nicht ausprobiert, wie zum Beispiel die Bachblüten, werd gleich mal im Internet danach surfen
Ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass es mir auch ohne Medikamente besser gehen könnte, wie gesagt ich bin in Therapie und meine Therapeutin hat bisher noch nie von Medikamenten gesprochen-das würde sie doch ansprechen wenn sie der Meinung wäre dass es für mich notwendig sei, oder?
Irgendwie bin ich nach der Geburt ein ganz anderer Mensch geworden, total schnell auf die Palme zu bringen, ungeduldig, unzufrieden mit mir selbst, körperlich nicht mehr so belastbar wie früher und meine Migräne ist nach der Geburt auch viel schlimmer geworden, während der Schwangerschaft hatte ich nicht einen einzigen Tag Kopfschmerzen! Und jetzt hab ich fast täglich Kopfschmerzen, am schlimmsten sind die Tage wenn ich nachts nicht regelmäßig Schlaf habe, wenn der Kleine Zahnweh hat oder krank ist...
Bist Du denn jetzt vollkommen über den Berg? Ich hab das Gefühl ich werde nie wieder so sein wie vor der Geburt
Freue mich wieder von Dir zu hören! Viele Grüße
-
Dora
Medikamente
Liebe Matalesa,
Dein Beitrag ist zwar schon ein paar Wochen alt, ich möchte aber gerne noch etwas dazu schreiben.
Ich leide seit meiner Teeniezeit an Angstattacken und 2007 brach meine Angsterkrankung so richtig aus. Mir hat damals Fluoxetin sehr gut geholfen. Dieses Medikament wird sehr oft bei Angsterkrankungen eingesetzt. Die Attacken verschwinden zwar nicht komplett mit diesem Medikament, aber du kommst zur Ruhe denkst positiver, das wiederum hat den Vorteil, dass die Panik weniger wird.Und mit dem, was Du dann in den Therapiestunden lernst, oder Dir selber aneignest, kannst Du irgendwann die Kontrolle über Dich wiedergewinnen
)
Vorallem ist an dem Satz, den Marika erwähnt hat, dass sie jetzt eine Lebensqualität besitzt, die sie vorher nicht gekannt hat, ist etwas Wahres dran. Ich kann ihr nur zustimmen. Ich hab aus der Situation gelernt und genieße das Leben jetzt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ich hoffe, Du denkst irgendwann an unsere Worte und kannst uns zustimmen.
Bis dahin sind wir für Dich da um Dich zu begleiten.
Lieben Gruss Dora
Dein Beitrag ist zwar schon ein paar Wochen alt, ich möchte aber gerne noch etwas dazu schreiben.
Ich leide seit meiner Teeniezeit an Angstattacken und 2007 brach meine Angsterkrankung so richtig aus. Mir hat damals Fluoxetin sehr gut geholfen. Dieses Medikament wird sehr oft bei Angsterkrankungen eingesetzt. Die Attacken verschwinden zwar nicht komplett mit diesem Medikament, aber du kommst zur Ruhe denkst positiver, das wiederum hat den Vorteil, dass die Panik weniger wird.Und mit dem, was Du dann in den Therapiestunden lernst, oder Dir selber aneignest, kannst Du irgendwann die Kontrolle über Dich wiedergewinnen
Vorallem ist an dem Satz, den Marika erwähnt hat, dass sie jetzt eine Lebensqualität besitzt, die sie vorher nicht gekannt hat, ist etwas Wahres dran. Ich kann ihr nur zustimmen. Ich hab aus der Situation gelernt und genieße das Leben jetzt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ich hoffe, Du denkst irgendwann an unsere Worte und kannst uns zustimmen.
Bis dahin sind wir für Dich da um Dich zu begleiten.
Lieben Gruss Dora