Schwächen, Schwachpunkte und der Alltag...?
Verfasst: 03:03:2009 17:13
Hallo ihr Lieben,
jetzt kann ich wieder mal schreiben. Also es ging mir ja einige Zeit echt sehr gut. Im moment leider nicht so...
Ich denke meine Befürchtung, dass das ganze sich noch lange hinziehen wird, bestätigt sich... Ich habe immer wieder gute auch lange Etappen, aber doch zieht es mich trotz AD auch immer wieder nach unten...
Mit diesem Eintrag wollte ich mal ein paar Alltagstipps von Euch bekommen und wissen ob manche Dinge bei Euch nach der PPD auch so sind...
Wäre tröstend, wenn jemand sagt, "kenne ich"....
Also, PPD trat bei mir nach der Geburt meines Sohnes im März, langsam aber nach 6 Wochen war sie dann voll da. Sie ging auch ganz langsam weg, es hat bestimmt 1 Jahr gedauert bis ich erste Fortschritte spühren konnte.
Ich habe aber die Befürchtung, dass es immer eine Zeit besser gehen wird und dann kommen wieder schlechte Phasen. Und das ich in 5 Jahren auch noch hier sein werde und sich die Depressionen als fester Bestandteil der immer wieder mal kommt manifestiert....
Okay irgendwie rechne ich schon damit und akzeptier das auch. Gibt es jemand unter Euch der sagt, okay ich habe das eben in mein Leben integriert. ADs, Therapie... etc.
Ich meine es ist kein Vergleich, ich hatte in der PPD so schlimme Zwangsgedanken und Ängste, unvorstellbar.
Das habe ich jetzt natürlich nicht mehr so. Wahrscheinlich durch die ADs.
Mein Problem sind zur Zeit die totalen Erschöpfungszustände:
- Ich habe enorme Kopfschmerzen (oft mehrere Tage hintereinander)
- Mir fällt das Reden so schwer und es ist so anstrengend, am liebsten würde ich gar nichts sagen.
- Ich kann mich nicht konzentrieren
- Fühle mich unsicher und total ausgestresst.
- Mir tut mein Herz weh (zumindest fühlt es sich so an)
- Panickattacken beginnen schon wieder langsam....
Aus irgendeinen Grund ist der Alltag total anstrengend für mich. Ich kann aber nicht rausfinden warum... Ist es weil ich alles perfekt machen will, mir keinen Fehler verzeihen kann, nicht einfach loslassen kann?
Wahrscheinlich ja.
Ich arbeite 35h die Woche. Der Job ist ja doch schon fordernd. Aber in München braucht man das Geld. Bei Mietpreisen von ca 800- 1100 für 2-3 Zimmer Wohnungen kann man sich einen Alleinverdiener kaum leisten. Ausserdem verdiene ich ein gutes Stück mehr wie mein Mann... ist halt so...
Ich habe ein Fernstudium begonnen, noch bevor ich Schwanger wurde und bin gut voran gekommen bis zur Geburt. Jetzt Ende März schreibe ich die letzte Prüfung und deren letzte Chance zum Vordiplom und dann lass ich es einfach... und vielleicht mach ich irgendwann weiter.... vielelicht
Nebenbei Haushalt, kochen, Kind.... Es ist einfach alles so viel.
Andererseits kann ich nicht abschalten und ruhen. Es geht einfach nicht.
Merke ich, dass ich wieder kraft habe, schufte und leiste und beschäftige ich mich, bis ich wieder total erschöpft bin. Ich finde einfach keinen Mittelweg. Habt ihr eine Idee...?
Ich weiß es ist vielleicht ein bischen viel verlangt alles zu schaffen, das weiß ich ja. Aber ich weiß nicht wie ich das ändern kann. Habt ihr einen guten Tipp.
Wenn ich meine letzte Prüfung geschrieben habe, will ich erst mal 1x in der Woche ein, zwei Stunden für mich. Irgendeinen Sport machen, ganz alleine, das habe ich mir schon vorgenommen.
Ich glaube ich habe es mal ne Zeit geschafft, etwas zu entspannen, aber irgendwie klappt es im moment nicht mehr....
Mein Tag sieht so aus im moment:
06:30 Aufstehen - fertigmachen, danach Kind fertig machen, danach in die Krippe fahren, dann in die Arbeit.
09:00 spätestens in der Arbeit sein, arbeiten, auch andere dinge Nebenbei organisieren, Schwigis beim Wohnungskauf beratten, Snowboardurlaub planen.... etc. weil wenn ich es nicht mache, macht es keiner... Die meisten stellen sich doof. Echt ohne Schmarrn... Wenn ich es nicht mache organisiert keiner, es passiert ncihts. Oder sie machen es falsch, oder die zeit verstreicht und nichts geht zusammen.
okay spätestens um 16:30 ab in die Krippe, Sohn bis spätestens 17:00 abholen.
Heimfahren um ca. 18:00 bin ich daheim. Die erste Frage meines Mannes : Was machen wir denn zum Essen (Das heisst was kochst "Du"uns. Er kann ja nicht kochen)
Kind will auto spielen. Ich sehe wie sich in der Küche das Geschirr türmt. Kind will mitspielen. Mann macht den Fernseher an. - spielt ein bischen mit Kind. Im wohnzimmer schaut es aus wie am Schlachtfeld und die Windel von gestern abend liegt rum...
Die Waschmaschine ist gerade fertig, aber ich muss noch den Trockner ausräumen, sonst kann ich nichts reintun.
Oh gott der Wäschekorb ist schon wieder voll...
19:00 ich habe was zum essen gemacht. Will eigentlich nur noch Ruhe und das keiner redet. Mein sohn spielt mit dem Essen, ist aber nichts, will zu mir auf den Schoss, immer noch nichts essen....
Ich räume den tisch wieder ab. Mein Mann macht meinen Sohn Bettfertig... Der rennt halb nackt durch die Gegend und denkt nicht mal dran. Mein Mann ruft, ich muss ihm beim Zähneputzen helfen.
Ich räume den Tisch ab und das Geschirr stapelt sich weiter. Also räume ich die Maschine ein... Mein Sohn will halbnackt miträumen. Bin schon echt wie ferngesteuert. Nur noch mein Kopf funktioniert, der Rest hängt an den Fäden vom Marionettenspieler Kopf.
Mein Mann liegt mit meinem Sohn vor dem Fernseher und schaltet kontinuierlich von 1-40 durch und mein Sohn liegt da trinkt seine Milch. Und blödelt bis halb 9 durch die Gegend.
Ich versuche im Nebenzimmer für die Scheissprüfung zu lernen, bei der ich schon 2x durchgefallen bin, die aber eigentlich ein Pipifax ist....
Okay ich schaffe es mich eine Stunde zu konzentrieren.
Dann will ich nur noch ins Schlafzimmer gegen die Decke schauen... Kleinere Panikattacken melden sich schon an...
Ich habe nicht mehr die Kraft mit meinem Mann fernseh zu schauen oder was zu reden...
wisst ihr wir waren mal für alle ein Vorbild von Partnerschaft.
Ich sag ein mal wir waren wie Pech und Schwefel...
Im moment bin ich so oft generft, auf Anschlag, fix und fertig.... und habe einfach keine Kraft. Meine letzte Kraft geht drauf meinem Sohn eine gute Mutter zu sein. Mein Mann kommt da echt zu kurz. Unsere Beziehung kommt zu kurz... Ich finde alles ist so viel und wenn ich einmal ruhe habe, schaffe ich es nicht sie mit meinem Mann zu genießen, sondern schaue was ich noch erledigen muss kann. Es ist als ob ich dann seine Nähe kaum aushalten kann. Und oft macht mich das traurig, denn wir konnten früher Stundenlang knutschen, kuscheln etc. Ich finde es belastet mich auch sehr...
Vielleicht klingt das wie "die hat ja Probleme"... aber echt ich leide darunter. Das ich nur leiste und total Erschöpft bin und aber nicht aufhören kann zu leisten. Jede schöne Beschäftigung wird zur Leistung und macht dann natürlich keinen Spass mehr.
Ich kann einfach nicht loslassen, habe Angst das die wohnung verdreckt, ich im Chaos versinke, faul werde, was andere denken uns sagen.
Ich denke genau solche Gefühle haben die PPD ausgelöst und deshalb möchte ich das ändern....- PPD oder normale Depression, .... ist doch egal....
Liebe Mädels habt ihr einen Tipp, wie ihr das so macht. Wie ihr das so seht... Ich bin gerade so durcheinenander, ich seh gerade kein Licht und vesuche nur irgendwie den Tag durchzufunktionieren....
.... Aber ich sehne mich vielleicht schon viel länger als durch die PPD nach einfach Spaß am Leben. Es zu spühren, nicht immer Sorgen zu haben. Die Dinge Positiv zu sehen. Ich will endlich mal genießen was ich habe....
Aber das ist genau mein Problem. Es ist wie ein schöner Kuchen, der unter einer Glashaube versteckt ist und ich nicht rankomme.... Traurig oder?
Liebe Mädels, ich freue mich schon auf Eure Antworten....
Alles Liebe
Wally
jetzt kann ich wieder mal schreiben. Also es ging mir ja einige Zeit echt sehr gut. Im moment leider nicht so...
Ich denke meine Befürchtung, dass das ganze sich noch lange hinziehen wird, bestätigt sich... Ich habe immer wieder gute auch lange Etappen, aber doch zieht es mich trotz AD auch immer wieder nach unten...
Mit diesem Eintrag wollte ich mal ein paar Alltagstipps von Euch bekommen und wissen ob manche Dinge bei Euch nach der PPD auch so sind...
Wäre tröstend, wenn jemand sagt, "kenne ich"....
Also, PPD trat bei mir nach der Geburt meines Sohnes im März, langsam aber nach 6 Wochen war sie dann voll da. Sie ging auch ganz langsam weg, es hat bestimmt 1 Jahr gedauert bis ich erste Fortschritte spühren konnte.
Ich habe aber die Befürchtung, dass es immer eine Zeit besser gehen wird und dann kommen wieder schlechte Phasen. Und das ich in 5 Jahren auch noch hier sein werde und sich die Depressionen als fester Bestandteil der immer wieder mal kommt manifestiert....
Okay irgendwie rechne ich schon damit und akzeptier das auch. Gibt es jemand unter Euch der sagt, okay ich habe das eben in mein Leben integriert. ADs, Therapie... etc.
Ich meine es ist kein Vergleich, ich hatte in der PPD so schlimme Zwangsgedanken und Ängste, unvorstellbar.
Das habe ich jetzt natürlich nicht mehr so. Wahrscheinlich durch die ADs.
Mein Problem sind zur Zeit die totalen Erschöpfungszustände:
- Ich habe enorme Kopfschmerzen (oft mehrere Tage hintereinander)
- Mir fällt das Reden so schwer und es ist so anstrengend, am liebsten würde ich gar nichts sagen.
- Ich kann mich nicht konzentrieren
- Fühle mich unsicher und total ausgestresst.
- Mir tut mein Herz weh (zumindest fühlt es sich so an)
- Panickattacken beginnen schon wieder langsam....
Aus irgendeinen Grund ist der Alltag total anstrengend für mich. Ich kann aber nicht rausfinden warum... Ist es weil ich alles perfekt machen will, mir keinen Fehler verzeihen kann, nicht einfach loslassen kann?
Wahrscheinlich ja.
Ich arbeite 35h die Woche. Der Job ist ja doch schon fordernd. Aber in München braucht man das Geld. Bei Mietpreisen von ca 800- 1100 für 2-3 Zimmer Wohnungen kann man sich einen Alleinverdiener kaum leisten. Ausserdem verdiene ich ein gutes Stück mehr wie mein Mann... ist halt so...
Ich habe ein Fernstudium begonnen, noch bevor ich Schwanger wurde und bin gut voran gekommen bis zur Geburt. Jetzt Ende März schreibe ich die letzte Prüfung und deren letzte Chance zum Vordiplom und dann lass ich es einfach... und vielleicht mach ich irgendwann weiter.... vielelicht
Nebenbei Haushalt, kochen, Kind.... Es ist einfach alles so viel.
Andererseits kann ich nicht abschalten und ruhen. Es geht einfach nicht.
Merke ich, dass ich wieder kraft habe, schufte und leiste und beschäftige ich mich, bis ich wieder total erschöpft bin. Ich finde einfach keinen Mittelweg. Habt ihr eine Idee...?
Ich weiß es ist vielleicht ein bischen viel verlangt alles zu schaffen, das weiß ich ja. Aber ich weiß nicht wie ich das ändern kann. Habt ihr einen guten Tipp.
Wenn ich meine letzte Prüfung geschrieben habe, will ich erst mal 1x in der Woche ein, zwei Stunden für mich. Irgendeinen Sport machen, ganz alleine, das habe ich mir schon vorgenommen.
Ich glaube ich habe es mal ne Zeit geschafft, etwas zu entspannen, aber irgendwie klappt es im moment nicht mehr....
Mein Tag sieht so aus im moment:
06:30 Aufstehen - fertigmachen, danach Kind fertig machen, danach in die Krippe fahren, dann in die Arbeit.
09:00 spätestens in der Arbeit sein, arbeiten, auch andere dinge Nebenbei organisieren, Schwigis beim Wohnungskauf beratten, Snowboardurlaub planen.... etc. weil wenn ich es nicht mache, macht es keiner... Die meisten stellen sich doof. Echt ohne Schmarrn... Wenn ich es nicht mache organisiert keiner, es passiert ncihts. Oder sie machen es falsch, oder die zeit verstreicht und nichts geht zusammen.
okay spätestens um 16:30 ab in die Krippe, Sohn bis spätestens 17:00 abholen.
Heimfahren um ca. 18:00 bin ich daheim. Die erste Frage meines Mannes : Was machen wir denn zum Essen (Das heisst was kochst "Du"uns. Er kann ja nicht kochen)
Kind will auto spielen. Ich sehe wie sich in der Küche das Geschirr türmt. Kind will mitspielen. Mann macht den Fernseher an. - spielt ein bischen mit Kind. Im wohnzimmer schaut es aus wie am Schlachtfeld und die Windel von gestern abend liegt rum...
Die Waschmaschine ist gerade fertig, aber ich muss noch den Trockner ausräumen, sonst kann ich nichts reintun.
Oh gott der Wäschekorb ist schon wieder voll...
19:00 ich habe was zum essen gemacht. Will eigentlich nur noch Ruhe und das keiner redet. Mein sohn spielt mit dem Essen, ist aber nichts, will zu mir auf den Schoss, immer noch nichts essen....
Ich räume den tisch wieder ab. Mein Mann macht meinen Sohn Bettfertig... Der rennt halb nackt durch die Gegend und denkt nicht mal dran. Mein Mann ruft, ich muss ihm beim Zähneputzen helfen.
Ich räume den Tisch ab und das Geschirr stapelt sich weiter. Also räume ich die Maschine ein... Mein Sohn will halbnackt miträumen. Bin schon echt wie ferngesteuert. Nur noch mein Kopf funktioniert, der Rest hängt an den Fäden vom Marionettenspieler Kopf.
Mein Mann liegt mit meinem Sohn vor dem Fernseher und schaltet kontinuierlich von 1-40 durch und mein Sohn liegt da trinkt seine Milch. Und blödelt bis halb 9 durch die Gegend.
Ich versuche im Nebenzimmer für die Scheissprüfung zu lernen, bei der ich schon 2x durchgefallen bin, die aber eigentlich ein Pipifax ist....
Okay ich schaffe es mich eine Stunde zu konzentrieren.
Dann will ich nur noch ins Schlafzimmer gegen die Decke schauen... Kleinere Panikattacken melden sich schon an...
Ich habe nicht mehr die Kraft mit meinem Mann fernseh zu schauen oder was zu reden...
wisst ihr wir waren mal für alle ein Vorbild von Partnerschaft.
Ich sag ein mal wir waren wie Pech und Schwefel...
Im moment bin ich so oft generft, auf Anschlag, fix und fertig.... und habe einfach keine Kraft. Meine letzte Kraft geht drauf meinem Sohn eine gute Mutter zu sein. Mein Mann kommt da echt zu kurz. Unsere Beziehung kommt zu kurz... Ich finde alles ist so viel und wenn ich einmal ruhe habe, schaffe ich es nicht sie mit meinem Mann zu genießen, sondern schaue was ich noch erledigen muss kann. Es ist als ob ich dann seine Nähe kaum aushalten kann. Und oft macht mich das traurig, denn wir konnten früher Stundenlang knutschen, kuscheln etc. Ich finde es belastet mich auch sehr...
Vielleicht klingt das wie "die hat ja Probleme"... aber echt ich leide darunter. Das ich nur leiste und total Erschöpft bin und aber nicht aufhören kann zu leisten. Jede schöne Beschäftigung wird zur Leistung und macht dann natürlich keinen Spass mehr.
Ich kann einfach nicht loslassen, habe Angst das die wohnung verdreckt, ich im Chaos versinke, faul werde, was andere denken uns sagen.
Ich denke genau solche Gefühle haben die PPD ausgelöst und deshalb möchte ich das ändern....- PPD oder normale Depression, .... ist doch egal....
Liebe Mädels habt ihr einen Tipp, wie ihr das so macht. Wie ihr das so seht... Ich bin gerade so durcheinenander, ich seh gerade kein Licht und vesuche nur irgendwie den Tag durchzufunktionieren....
.... Aber ich sehne mich vielleicht schon viel länger als durch die PPD nach einfach Spaß am Leben. Es zu spühren, nicht immer Sorgen zu haben. Die Dinge Positiv zu sehen. Ich will endlich mal genießen was ich habe....
Aber das ist genau mein Problem. Es ist wie ein schöner Kuchen, der unter einer Glashaube versteckt ist und ich nicht rankomme.... Traurig oder?
Liebe Mädels, ich freue mich schon auf Eure Antworten....
Alles Liebe
Wally