Die Depression nimmt ihren LaufHallo an alle Zuhörer (Leser/
Verfasst: 03:03:2009 23:55
Hallo an alle Zuhörer (Leser/Leserinnen),
ich tippe heute Abend wie eine Wilde – ich weiß, aber es tut mir einfach gut. Sorry, dass Ihr meine Gedanken jetzt ertragen müsst/wollt/sollt.
Noch vor kurzer Zeit ertrug ich das Alleinsein mit den Kindern zu Hause nicht. Ich bin wach, sie schlafen und ich bin das Elternstück, welches in Notsituationen für sie da sein muss. Diese Verantwortung war zuviel. Mein Mann ist ein- bis zweimal die Woche abends bzw. über Nacht nicht bei uns. Früher: kein Problem. Hurra. Mann nicht da, ich kann tun und lassen was ich will, bis in die Nacht hinein, kann den Fernseher laufen lassen, kann mir meine Arbeit einteilen, kann wirklich machen, was und wann ich will. Endlich Zeit für mich.
Dann kamen die Ängste und die Panik. Die Angst, mir könnte etwas passieren und ich bin allein. Folglich: ich will nicht allein sein! Ehemann, wo bist du? Sind die Nachbarn da? Ist jemand im Haus, der sich um unsere Kinder kümmern kann? Was machen unsere Kinder, wenn ihre Mutter am Boden liegt und sich nicht mehr rührt? Besitzen sie schon so viel Verstand in ihrem zarten Alter mit der Situation umzugehen? Schei… Gedanken, ich weiß, aber sie waren nun mal da.
Sie hinderten mich daran eine zeitlang das Haus zu verlassen. Ich verließ es sozusagen, um die wirklich notwenigen Dinge zu erledigen. Der Winter kam und er tat mir gut. Kalte Jahreszeit, Kinder sind erkältet, warum dann herausgehen? Muss ja nicht sein. Sich zu Hause mit den Kindern zu beschäftigen war aber auch nicht leicht. Ich habe Angst und Panik, wenn ich allein bin mit den Buben, Hilfe, ich will mich nur noch ins Bett legen und meine „Schmerzen“ verarbeiten, da kann ich doch kein Kindergeschrei gebrauchen! Sie sollen sich allein beschäftigen können. Warum soll eine Mutter immer dabei sein? Sie sind doch 3 und 4 Jahre alt. Gerade in einem Alter, indem Geschwister doch zusammen super spielen können. Sie können es auch! Mittlerweile geht es besser. Ich nehme AD, mache eine Therapie und mache Fortschritte.
Ja, mein erster Fortschritt ist,…
ich vermisse meinen Mann nicht mehr. Hups, das meine ich nicht so, wie es klingt, nein, ich genieße seit Monaten wieder den Tag, an dem er nicht zu Hause ist und ich wieder das machen kann, was ich gerne möchte. Auch das klingt nicht gut. Mensch, ich meine, ich fühle mich mal nicht allein!!!!!!!!! Das ist es, was ich sagen will. Ich ängstigte mich vor dem Alleinsein. Immer. Ich habe meinen Mann in der Zeit ein einziges Mal nach Hause geholt, weil ich nicht mehr weiter wusste. Er kam um 23 Uhr und fuhr wieder um 5 Uhr. Aber es half mir, auch wenn es für ihn wahrscheinlich die Hölle war. Heute sehe ich Licht. Ich bin allein. Zwei Kinder schlafen, die Vermieter sind im Urlaub und ich habe zum ersten Mal nicht aus dem Fenster gesehen und erspäht, ob die Autos der bekannten Nachbarn vor der Tür stehen und ob Licht brennt. Wenn es jemanden interessiert, warum nicht, dann kann ich nur schreiben,… weil Ihr da seid. So einfach ist das. Dieses Forum ist da. Hier lesen Menschen meinen Text und hören mir zu. Der beste Fall ist, wenn mir jemand antwortet und ich in meinem Postfach lese, DASS mir jemand geantwortet hat.
Zum Schluss etwas positives: auch wenn meine Gedanken auch hin und wieder abschweifen und ich mir die Frage stelle, ob ich eine gute Mutter bin und meinen Kindern alles geben kann, was in meiner Macht steht, dann schaue ich kurz auf meinen heutigen Tag: ich habe mir die Kinder geschnappt, sie angezogen und bin auf den Spielplatz gegangen. Hä, wird sich da die eine oder andere fragen, aber es ist so, mir fiel es schwer in der letzten Zeit vor die Tür zu treten, weil ich dachte, ich falle gleich tot um und was würde dann mit meinen Kindern werden? Folglich, ging ich kaum vor die Tür. Warum auch? Ich konnte den Winter und das schlechte Wetter vorschieben. Heute ging ich aber. Mit Kopfschmerzen und vielen Ängsten, aber wir drei (die Jungs und ich) gingen! Und: ich lebe immer noch, sonst könnte ich das nicht mehr tippen. Die Ängste traten auf, ja, aber ich habe sie „weggeatmet“. Buchtipp und es hat funktioniert. Ich habe viel ausprobiert in den letzten Tagen und ich hoffe inständig, dass das Positive überlebt. Ich habe so viel durch dieses Forum in den letzten Wochen gelernt wie noch nie und ich werde kommende Woche meiner Therapeutin erst mal etwas „husten“, weil sie so viel verpasst hat durch die Überbrückungszeit und wo ich in diesem Forum so aufgefangen wurde.
Ihr könnt es wahrscheinlich gar nicht richtig wahrnehmen: aber durch die Gewissheit, dass sich nur ein paar Menschen meiner Sache annehmen, meine Geschichte durchlesen und mir (was das Größte ist: antworten) helfen, fühle ich mich plötzlich nicht mehr allein, was heute Abend der Fall ist. Ehemann nicht da, Vermieter nicht da, Kinder und ich allein im Haus, …. trotzdem sind meine Ängste nicht so da, wie vorher. Und das ist der Erfolg des Forums und jedes einzelnen, der meine Zeilen liest und antwortet.
Falls jemand meiner Meinung sein sollte, ähnliche Erfahrungen gemacht hat, bitte nicht zögern und antworten.
Es dankt
AmoebeMS
ich tippe heute Abend wie eine Wilde – ich weiß, aber es tut mir einfach gut. Sorry, dass Ihr meine Gedanken jetzt ertragen müsst/wollt/sollt.
Noch vor kurzer Zeit ertrug ich das Alleinsein mit den Kindern zu Hause nicht. Ich bin wach, sie schlafen und ich bin das Elternstück, welches in Notsituationen für sie da sein muss. Diese Verantwortung war zuviel. Mein Mann ist ein- bis zweimal die Woche abends bzw. über Nacht nicht bei uns. Früher: kein Problem. Hurra. Mann nicht da, ich kann tun und lassen was ich will, bis in die Nacht hinein, kann den Fernseher laufen lassen, kann mir meine Arbeit einteilen, kann wirklich machen, was und wann ich will. Endlich Zeit für mich.
Dann kamen die Ängste und die Panik. Die Angst, mir könnte etwas passieren und ich bin allein. Folglich: ich will nicht allein sein! Ehemann, wo bist du? Sind die Nachbarn da? Ist jemand im Haus, der sich um unsere Kinder kümmern kann? Was machen unsere Kinder, wenn ihre Mutter am Boden liegt und sich nicht mehr rührt? Besitzen sie schon so viel Verstand in ihrem zarten Alter mit der Situation umzugehen? Schei… Gedanken, ich weiß, aber sie waren nun mal da.
Sie hinderten mich daran eine zeitlang das Haus zu verlassen. Ich verließ es sozusagen, um die wirklich notwenigen Dinge zu erledigen. Der Winter kam und er tat mir gut. Kalte Jahreszeit, Kinder sind erkältet, warum dann herausgehen? Muss ja nicht sein. Sich zu Hause mit den Kindern zu beschäftigen war aber auch nicht leicht. Ich habe Angst und Panik, wenn ich allein bin mit den Buben, Hilfe, ich will mich nur noch ins Bett legen und meine „Schmerzen“ verarbeiten, da kann ich doch kein Kindergeschrei gebrauchen! Sie sollen sich allein beschäftigen können. Warum soll eine Mutter immer dabei sein? Sie sind doch 3 und 4 Jahre alt. Gerade in einem Alter, indem Geschwister doch zusammen super spielen können. Sie können es auch! Mittlerweile geht es besser. Ich nehme AD, mache eine Therapie und mache Fortschritte.
Ja, mein erster Fortschritt ist,…
ich vermisse meinen Mann nicht mehr. Hups, das meine ich nicht so, wie es klingt, nein, ich genieße seit Monaten wieder den Tag, an dem er nicht zu Hause ist und ich wieder das machen kann, was ich gerne möchte. Auch das klingt nicht gut. Mensch, ich meine, ich fühle mich mal nicht allein!!!!!!!!! Das ist es, was ich sagen will. Ich ängstigte mich vor dem Alleinsein. Immer. Ich habe meinen Mann in der Zeit ein einziges Mal nach Hause geholt, weil ich nicht mehr weiter wusste. Er kam um 23 Uhr und fuhr wieder um 5 Uhr. Aber es half mir, auch wenn es für ihn wahrscheinlich die Hölle war. Heute sehe ich Licht. Ich bin allein. Zwei Kinder schlafen, die Vermieter sind im Urlaub und ich habe zum ersten Mal nicht aus dem Fenster gesehen und erspäht, ob die Autos der bekannten Nachbarn vor der Tür stehen und ob Licht brennt. Wenn es jemanden interessiert, warum nicht, dann kann ich nur schreiben,… weil Ihr da seid. So einfach ist das. Dieses Forum ist da. Hier lesen Menschen meinen Text und hören mir zu. Der beste Fall ist, wenn mir jemand antwortet und ich in meinem Postfach lese, DASS mir jemand geantwortet hat.
Zum Schluss etwas positives: auch wenn meine Gedanken auch hin und wieder abschweifen und ich mir die Frage stelle, ob ich eine gute Mutter bin und meinen Kindern alles geben kann, was in meiner Macht steht, dann schaue ich kurz auf meinen heutigen Tag: ich habe mir die Kinder geschnappt, sie angezogen und bin auf den Spielplatz gegangen. Hä, wird sich da die eine oder andere fragen, aber es ist so, mir fiel es schwer in der letzten Zeit vor die Tür zu treten, weil ich dachte, ich falle gleich tot um und was würde dann mit meinen Kindern werden? Folglich, ging ich kaum vor die Tür. Warum auch? Ich konnte den Winter und das schlechte Wetter vorschieben. Heute ging ich aber. Mit Kopfschmerzen und vielen Ängsten, aber wir drei (die Jungs und ich) gingen! Und: ich lebe immer noch, sonst könnte ich das nicht mehr tippen. Die Ängste traten auf, ja, aber ich habe sie „weggeatmet“. Buchtipp und es hat funktioniert. Ich habe viel ausprobiert in den letzten Tagen und ich hoffe inständig, dass das Positive überlebt. Ich habe so viel durch dieses Forum in den letzten Wochen gelernt wie noch nie und ich werde kommende Woche meiner Therapeutin erst mal etwas „husten“, weil sie so viel verpasst hat durch die Überbrückungszeit und wo ich in diesem Forum so aufgefangen wurde.
Ihr könnt es wahrscheinlich gar nicht richtig wahrnehmen: aber durch die Gewissheit, dass sich nur ein paar Menschen meiner Sache annehmen, meine Geschichte durchlesen und mir (was das Größte ist: antworten) helfen, fühle ich mich plötzlich nicht mehr allein, was heute Abend der Fall ist. Ehemann nicht da, Vermieter nicht da, Kinder und ich allein im Haus, …. trotzdem sind meine Ängste nicht so da, wie vorher. Und das ist der Erfolg des Forums und jedes einzelnen, der meine Zeilen liest und antwortet.
Falls jemand meiner Meinung sein sollte, ähnliche Erfahrungen gemacht hat, bitte nicht zögern und antworten.
Es dankt
AmoebeMS