Es ist nicht leicht drüber zu reden...

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Moderator: Moderatoren

Feebie

Es ist nicht leicht drüber zu reden...

Beitrag von Feebie »

...ihr alle kennt das sicher aus euren akkuten Phasen.

Ich bin "Feebie" (was leider nicht mein richtiger Name ist, aber ich möchte zu diesem Zeitpunkt einfach erstmal "Feebie" sein.)
Ich bin 36 Jahre alt und mein Sohn ist jetzt 16 Monate alt.

Ich habe von der 8. bis zur 16. Schwangerschaftswoche unter Schwangerschaftsdepressionen gelitten, die erst in der 14. Woche diagnostiziert wurden (nach dem ich wöchentlich meine Heulattacken bei meinem Hausarzt hatte), und dann ja 2 Wochen späterauch schon abgeklungen waren. Mir wurde damals eh´ nichts verschrieben und somit habe ich es einfach ausgesessen.
Danach verlief die Schwangerschaft relativ (bis auf kleinere Ereignisse) reibungslos. Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam, aber ich hatte dann die Information, das ich dadurch gefährdeter war, auch eine PPD zu bekommen. So war ich noch nicht völlig aus der Bahn geworfen, als nach den ersten paar Tagen nach der Geburt, die Heultage nicht einfach verschwanden, sondern noch wochenlang anhielten. Meine Hebamme für die Nachsorge wußte es, meine Hausarzt wußte es, aber niemand hat das Thema näher mit mir besprochen, so das ich einfach davon ausging, das ich es auch wieder nur "aussitzen" muss.
Meine Hebamme aus dem Rückbildungskurs hat mich wohl eingehender beobachtet und da bin ich zum ersten Mal mit dem Flyer von Schatten & Licht" in "Berührung" gekommen, den sie mir am Ende des Kurses gab. Allerdings gab es dann auch wieder längere Hochphasen, und da alle es vorher "nicht so ernst nahmen", habe ich es dann auch einfach verdrängt. So äußerten sich alle Symptome nur noch in 4 bis 6-wöchigen Stimmungstiefs und das zog sich dann gut 1 Jahr hin.
Im Januar diesen Jahres geriet ich dann aber an meinen absoluten Tiefpunkt. Ich war gefangen in einem nicht abreißen wollenden Dauertief bis hin zu dem allerschwärzesten Tag in meinem bisherigen Leben. (Ich bin noch nicht bereit über meine Gedankengänge an diesem Tag zu reden, denn wenn ich drüber rede, dann fange ich sofort wieder an zu weinen.)
Jedenfalls war ich noch "wach" genug, so das alle meine Alarmglocken angingen und ich mich wieder hier auf die Seite begab´ Schon am nächsten Tag habe ich mir bei meinem Hausarzt Tabletten verschreiben lassen (gegen deren Einnahme ich mich bisher gesträubt hatte). Seit ca. 3 Wochen nehme ich nun Opipramol 50 (2-3x am Tag) und bin seit 2 Sitzungen in therapeutischer Behandlung. Nachdem ich Ende Januar keine Aussicht auf einen Therapieplatz hatte und viele andere Hilfswege gesucht habe, die aber alle scheiterten, habe ich dann 2 Wochen später nochmal die gelben Seiten abtelefoniert und offener über mich und PPD gesprochen und siehe da, innerhalb von einer Woche hatte ich einen Termin. Es geht dann also doch!

So, aber nun habe ich euch ganz schön zugetextet und ich danke schon mal denjenigen, die sich die Mühe gemacht haben, dies alles hier zu lesen.
Ich werde mich nun erstmal ein wenig im Forum umsehen um euch besser kennen zu lernen.

Liebe Grüße und schon mal ein Dankeschön,
Feebie
kathyw

Beitrag von kathyw »

Liebe Feebie,....
herzlich willkommen....Auch ich bin erst kurz hier im Forum, und in der 26ssw.
Aktuell geht es mir sehr schlecht, allerdings hilft mir das Schreiben hier ein klein wenig.
Im übrigen sind wir "fast" Nachbarn denn ich wohne bei Hameln.
Bad Oeynhausen gehört zu meinem Arbeitsgebiet, ich bin im Pharmaaussendienst tätig(momentan natürlich nicht) und kenne auch die Neurologen/Psychiater in Bad Oeynhausen.
Wenn Du diesbezüglich Rat braucht, kann ich Dir eine SEHR gute Ärztin in Minden empfehlen.

Lg Kathy
hannahsmama

Beitrag von hannahsmama »

von mir auch ein herzliches Willkommen hier.Ich bin auch erst seit ein paar Tagen hier.
Bei mir kam man jetzt auch erst auf die Idee, dass ich eine PPD habe.
Als ich deinen Beitrag gelsen habe, fiel mir dazu ein, dass ich auch soviel geheult habe in der Schwangerschaft und dass es auch ziemlich turbolent zuging.
Nun geht es mir auch nicht gut.
Machst du sonst noch Therapien?
Ich wünsche dir alles Gute,dass es dir bald besser geht!

GLG Anne
AmoebeMS

Beitrag von AmoebeMS »

Liebe Feebie,

auch von mir ein herzliches „Hallo“ und „Willkommen“.

Ich ziehe meinen Hut vor dir, dass du so energisch gewesen bist und dir trotz der langen Wartezeit, des Auf und Ab, des Aussitzens, Hilfe gesucht hast. Ist doch super!!! Wenn man mal „laut aufschreit“ und/oder einfach am Ball bleibt, dann hilft einem meistens jemand. Deine Hebamme mit ihren Flyer hat mich auch beeindruckt. Das Forum ist Gold wert. Wirklich.

Du hast die ersten Schritte zur Genesung getan. Jetzt solltest du dich in der Therapie weiter öffnen und von deinem aller schwärzesten Tag im Leben berichten. Gib dir einen Ruck. Man sollte es verarbeiten. Das Verdrängen ist kein Ausweg. Und es ist schon gar keine Schande!!! Man MUSS es verarbeiten lernen, sonst holen sie einen immer wieder ein und das ist viel schlimmer. Die Zeit kann man nicht mehr zurückdrehen, aber man kann lernen damit umzugehen und offen darüber zu reden. Nochmals Willkommen im Forum.

LG Amoebe MS (wenn du denkst, dass sei mein richtiger Name?!!! Nö! Grins)
Pappaschlumpf

Halli Hallo

Beitrag von Pappaschlumpf »

Auch von mir ein ganz dolles Herzlich Willkommen....

Ich bin hier der Hahn im Korb....jedenfalls zur Zeit der aktivste Hahn...denke ich jedenfalls :)



Schön das Du den Weg hier her gefunden hast und dich traust damit ein wenig offener umzugehen. Reden bzw schreiben, öffnen und es angehen sind die besten wege zur Besserung.....und so ein Forum ist wirklich mit keinem Geld der Welt zu bezahlen....


Vor allem bist du nicht mehr allein!! also auf zu neuen Taten....


Liebe Grüße

Tom
Astrid

Beitrag von Astrid »

Hallo Feebie,

auch von mir ein herzliches Willkommen. Es ist erschreckend zu hören, dass so viele eigentlich nach deiner Schwangerschaft ahnten, dass dir eine PPD drohen könnte und doch keiner direkt reagiert hat. Toll das deine Rückbildungshebamme so aufmerksam war. Noch toller, dass Du diese Kraft aufgebracht hast, Dich trotz der Depression so durchzukämpfen.

Wir wollen Dich so gut bei deiner weitern Zeit unterstützen wie es geht.

Und dein allerschwärzester Tag kann uns vermutlich nicht so sehr erschrecken, wie du meinst. Auch wir hatten diese furchtbaren Tage, und manchmal nicht nur einen....


Sei ganz lieb umarmt

Astrid
Stefanie H.

Beitrag von Stefanie H. »

Hallo Feebie,

auch von mir herzlich willkommen. Bin zwar auch noch nicht so lange hier wie manch andere aber kann nur sagen das alle hier liebe Menschen sind une einem auch beistehen wenn es jemandem schlecht geht oder er einfach nur Rat braucht.
Finde es allerdings auch schade das so viele nach deiner Schwangerschaft eine PPD geahnt haben aber keiner reagiert hat. Dagegen ist es schön zu hören das es auch noch einfühlsame Menschen gibt die es direkt merken und auch Hilfe anbieten.

Fühl dich gedrückt. :)

LG
Steffi
smaugerl

Beitrag von smaugerl »

Liebe Feebie,

herzlich willkommen bei uns im Forum - du wirst sehen, hier findest du sicher Rat und Hilfe :D

lg
smaugerl
Feebie

Beitrag von Feebie »

Hallo ihr Lieben,

erst einmal vielen lieben Dank für eure netten Willkommensheißungen.
Es tut schon gut zu lesen, das man mal irgendwo mit seiner Problematik "willkommen" ist.
Mich bedrückt es sehr, dass ich einfach nicht hinaus gehen kann und sagen kann: So ist es und ich brauche Unterstützung.
Das wäre gut, aber viele von euch kennen das sicher auch, dieses Versteckspiel innerhalb der Familie und manchmal auch Freunde.

Ich muss dazu sagen, das ich damals aus Liebe hierher gezogen bin und somit keine Freunde, geschweige denn meine Familie hier vor Ort habe.
Es gibt hier nur die Familie meines Mannes (mein Mann weiß natürlich von der PPD, unterstützt mich auch, weiß aber selbst keinen Rat und wirkt etwas hilflos wenn wir drüber reden). Und das meiste sind dann seine Freunde. Natürlich kenne ich die alle, aber zu niemanden habe ich einen stärkeren Zugang gefunden, so das ich mich hier niemanden anvertrauen mag.
Ich habe mal meiner Schwiegermutter erzählt, das ich auf der Suche nach einer Psychotherapeutin bin, worauf hin sie versuchte so unbeteilig wie möglich auszusehen und sagte: Ach, gibt es hier welche in Oeynhausen, bei uns in der Familie hat ja noch nie jemand einen gebraucht.
Tja, und das war dann die einzige Person, die ich überhaupt neben meinem Mann ins Vertrauen gezogen hätte, aber jetzt natürlich nicht mehr. Das ist nun schon weit über ein halbes Jahr her und ich hatte daraufhin meinen Versuch einen Therapieplatz zu bekommen, mal wieder an den Nagel gehängt.

Trotzdem möchte ich am liebsten einfach auf die Strasse laufen und es hinaus schreien. Es ist doch wirklich grotesk, das es in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist und das es schon gar nicht als Krankheit akzeptiert wird. Dadurch bin auch ich ganz verunsichert und denke oft, das ich gar nicht krank bin, sonden einfach nur Schuld an dieser Misere und dem ganzen Durcheinander, aber das kennt ihr sicherlich auch alle.
Schuldgefühle sind ja wohl dabei auch das A und O. :(

So, ich schweife schon wieder ab, oder?
Jedenfalls könnte ich ewig weiterschreiben. Ich bin so voll mit Gedanken und Worten, das ich schreiben und schreiben und schreiben könnte. Liegt wohl daran das ich einfach zu viel alleine bin. :-)

Ich freue mich auf euch alle und bin froh, euch gefunden zu haben.
Liebe (((Umärmelung))) an alle,
Feebie
AmoebeMS

Beitrag von AmoebeMS »

Hallo Feebie,

tja, die gute alte Familie und ihre Hilfe. Kommt mir bekannt vor.

Das Wichtigste aber zuerst: eine PPD ist eine Krankheit. Und sie ist anerkannt. Punkt.

Es gehört nur sehr viel – ich will mal sagen – „Glück“ dazu, sie zu erkennen und sie richtig zu behandeln. Stecke nicht den Kopf in den Sand, nur wenn dir deine SchwiMa sagt, dass sie so etwas nicht kennt und niemand so etwas hat. So was zieht einen zuerst runter, ich weiß. Aber sie ist nun mal einfach weder betroffen und auch gar nicht informiert. Wenn dir das etwas bedeutet, musst du sie genauer informieren und wenn du ihr etwas bedeutest, dann wird sie sich damit auseinandersetzen. Zwangsläufig. Grins.

Und noch etwas: du nimmst erst seit kurzem Medis, gehst erst seit kurzem zu einer Therapie. Das alles ist neu für dich und du bist auf dem richtigen Weg. Glaube mir. Ich hoffe, dass du in der Therapie lernst, dass du nicht schuld bist an deinem Zustand. Das ist enorm wichtig. DU bist NICHT Schuld. Ich weiß, es ist schwer dies zu akzeptieren und schon so lange zu kämpfen, sich allein zu fühlen, zu meinen, man hat null Unterstützung, wieso ich, etc.

Lese dir im Forum mal ein paar „Lebenserfahrungen“ durch. Du wirst sehen, du bist nicht allein. Und schreie ruhig laut auf! Das tut guuuuuuuuuuuut.

LG AmoebeMS
Astrid

Beitrag von Astrid »

Hallo Feebie,

auch ich bin der Liebe wegen hierher gezogen und hatte meine Freunde und meine Familie weit weg. Ich vermute, dass das auch Faktoren sind, die eine PPD unterstützen. Ein soziales Auffangnetz ist sicher von Vorteil. Trotzdem bin ich mit meiner Krankheit hier sehr offen umgegangen. Wir leben hier auf dem Land und jeder kennt jeden... . Es wird eh geredet, und da können sie wenigstens die Wahrheit wissen. Ich schäme mich nicht. Eine Krebserkrankung kann man auch nicht beeinflussen. Und PPD ist nicht ansteckend, oder??? Ich habe eigentlich durchweg positive Erfahrungen mit der Offenheit darüber gemacht. Außer beim "Fachpersonal", wie Hebammen und Frauenärzten, denen vermutlich einfach unangenehm war ihre Unwissenheit oder Unfähigkeit einzugestehen.
Meine Familie war sehr froh, endlich zu wissen was mit mir los ist, und das alles wieder in Ordnung kommt. Das PPD heilbar ist. Das ich wieder wie vorher werde. Sie hatten viel Angst um mich. Und viele kennen PPD wirklich einfach nicht, weil niemand darüber sprechen will. Daher wundert es mich nicht, dass deine Schwiegermutter keine Ahnung davon hat. In "ihrer" Familie hat es das bisher nicht gegeben und in deiner auch nicht, oder? Nur dich hat es eben erwischt, warum auch immer. Aber Du bist nicht schuld daran. Ein Gehirn ist auch nur ein Organ, und wenn bestimmte Faktoren zusammen kommen bricht halt die Erkrankung aus. Du wärest auch froh, wenn sie dich nicht erwischt hätte. Aber mach es dir leichter und gehe mit der PPD offen um. Es ist eine Last weniger nicht mehr so tun zu müssen als ob.... Die PPD ist alleine für sich schon schwer genug!!

Liebe Grüße Astrid
Feebie

Beitrag von Feebie »

Ich konnte meiner Schwiegermutter nicht einmal erzählen, worum es eigentlich geht. Ich fragte sie nur nach evtl. Betreuung meines Sohnes und als sie fragte warum, habe ich ihr gesagt, das ich eine Psychotherapie machen möchte. Daraufhin hat sie den entsprechenden Satz gesagt. Keine Frage warum oder wieso. Einfach nur salopp die Frage, ob es denn überhaupt welche in der Stadt gäbe.
Daher weiß sie nichts davon.
Einige scheinen inzwischen bemerkt zu haben das irgendetwas nicht stimmt. Ich fehle ja häufiger mal auf Familienfesten, weil es mir einfach nicht gut genug geht um dort lächend herum zu stolzieren. Und wenn ich dann doch gehe, dann kann es schon mal sein das ich trotz viel Make-up immernoch verheult aussehe. Mein Schwiegervater hat mich letztes mal bei einem Geburtstagskaffee intensiver in Augenschein genommen, aber weiter nix gesagt. Im nachhinein kam aber heraus das alle eher annahmen, ich wäre wieder schwanger. :?
Klar, für die hat man eine glückliche Mutter zu sein, wenn man sein Wunschkind bekommt. Und Zweie müssen ja auch irgendwie immer sein. Und besser, sie folgen dicht aufeinander, dann läuft alles noch viel besser...
Ich könnte in die Luft gehen. Entweder haben die alles vergessen was bei denen mal schief lief, oder verdrängt. Ich kann nämlich nicht glauben das die alle Supermamis waren, die alles mit links gemeistert haben und bei denen es keine Zweifel gab.*grrr*
Es nervt mich einfach das alle nur ein auf Bilderbuch machen, obwohl die Realität anders aussieht. Dann setzen sie eben einfach ihre Scheuklappen hier auf und übersehen das du mit den Armen ruderst und versuchst um Hilfe zu schreien. :evil:

Oh, wie ihr seht scheine ich heute einen Wut-Tag zu haben. Wut ist auch gut, die heilt manchmal den Schmerz...

Das große Problem das ich mit einem "Coming-out" habe ist, das ich es selbst nicht wirklich erklären kann. Die wenigen die eingeweiht sind fragen sofort was eine PPD ist und wie die entsteht. Ich kann dann nur mit den Achseln zucken, weil ich es trotz reichlich Lesestoff auch nicht mit wenigen verständlichen Worten sagen kann. Es spielen ja auch so viele Faktoren rein... :?

Kann mir vielelicht einer von euch den Schlüssel dafür in die Hand geben?
Hat jemand Erfahrungen damit, wie man PPD am besten "erklärt"?

Ach, ich bin mal wieder so ratlos, weil ich ja auch nicht weiß, ist das alles nur seelisch, oder kommt etwas körperliches auch noch da mit zu?
Wäre dann ja einfacher zu erklären, denn wenn die Hormone o.ä. Mitschuld sind, dann nicken alle wissend (auch wenn sie keine Ahnung haben), aber wenn man sagt, das die Seele leidet, dann sieht man denen schon im Gesicht an, das sie einen für "durchgeschüsselt" halten.
So nach dem Motto, "noch so eine von der Sorte" oder "wer keine Probleme hat, sucht sich welche". Sie sagen es nicht, aber man sieht es fast zu deutlich.

So, ich muss aufhören sonst gerate ich in Rage. :wink:
Liebe Grüße,
Feebie
AmoebeMS

Beitrag von AmoebeMS »

Hallo Feebie,

noch mal: es hält dich niemand für eine Irre!!!!

Das sollte erst mal rein in deinen Kopf. Astrid hat Recht. Man sollte lernen offen zu sprechen, sich mitzuteilen und nicht daran denken, ob die Reaktionen darauf negativ ausfallen könnten. Tun sie das wirklich? Wird das wirklich eintreffen, was du dir da so schön einredest? Wie realistisch ist das? Nur Mut. Frag dich doch mal, was dir vielleicht entgeht, wenn du nicht offen über deine Gedanken sprichst. Könnte nicht vielleicht doch jemand sagen (im besten Fall) „Hey, kenne ich!“. Oder "Oh Süße, lass dich drücken"! Das tut so gut!!!

Tja, was ist eine PPD? Wie erklärt man das? Liebe Feebie, zitiere nicht aus einem Buch. Beschreibe deine Gefühle, deine Ängste und deine Gedanken. Alles was dich in der Vergangenheit beschäftigt hat. Das ist eine PPD (mehr oder weniger). So einfach bzw. schwer kann das sein.

Arbeite daran positiver an eine Sache heranzugehen, nicht immer alles gleich als negativ zu bewerten oder was-wäre-wenn-Fragen zu stellen. Du wirst sehen, was man ernten kann. Ich drücke dir ganz ganz fest die Daumen.

LG Amoebe
Feebie

Beitrag von Feebie »

Ach ja, ich weiß es ja, aber....

ich war schon immer eine "Was-wäre-wenn-Spielerin", einfach als Schutz um so viele Möglichkeiten wie möglich durchzugehen und eine passende Reaktion darauf zu haben. Ich möchte nicht hilflos einer Situation "ausgeliefert" sein. Weder die der Ablehnung, denn dann krieche ich ja tiefer in mein Schneckenhaus, noch des "Mitleids", denn dann brechen sofort Sturzbäche aus. Meine Augen konnten nicht einmal trocken bleiben, als ich nur den Satz von dir las:Komm Süße laß´ dich drücken! Wenn das dann wirklich jemand sagt, bin ich nur noch ein heulendes Elend. Davor habe ich vielleicht sogar noch mehr Angst, als vor einer negativen Reaktion, ...wenn ich so darüber nachdenke.

Und vielleicht halte ich mich auch ein bischen selbst für eine "Irre", denn ich kann es mir ja sogar nur selbst schwer eingestehen und es akzeptieren.

Ich bin auch kein Mensch, der alles rauslassen und loslassen kann. Ich habe die "Dinge" bisher immer mit mir alleine geregelt und regeln können. Da ich leider eine Perfektionistin bin, kann ich auch mein Selbst nur sehr schwer überlisten. Denn ein Perfektionist ist eben nicht krank, kann es sich gar nicht erlauben krank zu sein, denn dann schafft er ja alle seine "Vorhaben" und "Aufgaben" nicht mehr. Oh Gott, das klingt wirklich krank, oder?

Man-o-man, ich glaube fast, da ist noch mehr im argen, als ich bisher angenommen hatte. Irgenwie ein wenig gruselig. Selbstanalyse oder Selbstverstehen ist total schwer für mich, macht mich neugierig, und gleichzeitig flößt es mir Angst ein.

Und wenn ich meine PPD mit meinen Gefühlen beschreiben und erklären soll, dann müßte ich ja allen meine Lebensgeschichte erzählen und wüßte dann aber selbst nicht, wieviel und was davon die PPD ausmacht.
Seelische Erkrankungen sind echt kompliziert! :(

Ach, vielleicht lasse ich das schreiben heute lieber...
Ist vielleicht auch mal wieder nicht mein Tag (da fällt mir ein, wann war eigentlich das letzte mal "mein Tag"), muss ewig her sein...*seufz*
AmoebeMS

Beitrag von AmoebeMS »

Hey Feebie,

ich wollte dich eigentlich aufbauen und nicht „Tränen“ verursachen!!!!! Da sieht man mal, dass lieb gemeinte Worte nicht immer das bewirken, was sie eigentlich sollten. Ich würde dich jetzt trotzdem gerne drücken. Jetzt erst recht. Von Perfektionisten zu Perfektionistin sozusagen. Und ach ja: ich bin eine Perfektionistin und ich bin krank. Das Eine schließt das Andere aber nicht aus.

LG Amoebe

P.S. Jetzt schreib doch bitte noch einer etwas von Euch dazu. Ich will nicht noch mehr „Unsinn“ reden oder für Tränen verantwortlich sein.
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