nun bin ich auch hier!

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sammy0509

nun bin ich auch hier!

Beitrag von sammy0509 »

hallo hallo!
bin jetzt auch neu hier und bin etwas unsicher, wie ich am besten anfange! habe viele eurer beiträge gelesen und bei manch einem frage ich micht, geht es mir wirklich so schlecht? andere hat es noch viel schlimmer erwischt!
ich erzähl einfach mal ein bißchen!
ich bin 38 jahre alt und habe eine mittlerweile 20 monate alte tochter. seit 2003 bin ich wegen depressionen in behandlung und nehme seitdem 20 mg citalopram. nach der geburt (ich war von anfang an alleinerziehend) ist es teilweise noch schlimmer geworden. ich bin traurig, genervt, agressiv und voller selbstzweifel. bin ich eine gute mutter? warum bin ich immer so schnell ungeduldig? warum ist mein kind so maulig? warum krieg ich keine beziehung auf die reihe? warum, warum, warum????
seit januar ist meine therapie zu ende, 100 stunden hatte ich bereits und ich bekomme die nächsten zwei jahre keine mehr. ich kann sie natürlich selbst bezahlen, wozu ich aber das geld nicht habe.
seit 6wochen bin ich nun schon krank geschrieben, weil ich das gefühl habe, bei der arbeit nur noch unkonzentriert, totmüde und "neben der spur" rumzulaufen!
meine tochter geht tagsüber in die krippe, wobei ich natürlich auch schon wieder das gefühl habe eine rabenmutter zu sein.
obwohl ich den ganzen tag zu hause bin, bringe ich sie morgens dorthin, ich habe angst vor dem wochenende und vor allem angst vor den drei wochen im juli, wo die krippe zu hat.
ich möchte so gerne eine "gute" mutter sein, habe aber das gefühl immer nur zu versagen.
sammy0509

Beitrag von sammy0509 »

hallo nina!
vielen dank für deine schnelle nachricht.
die therapie hat mir schon etwas gebracht. zwar nicht soviel wie ich mir erhofft habe, aber ein bißchen verstehe ich nun, was mit mir los ist, ich habe nicht mehr solche panik davor, dass irgendjemand mitbekommt das ich psychische probleme habe und ein kleines bißchen selbstbewusster bin ich auch.
der nachteil daran ist, dass ich das gefühl habe, um mich herum sind lauter offene fässer (themen), ohne deckel. manche sind halb voll, manche kurz vorm überlaufen und nach und nach werden alle wieder ziemlich voll.
die therapie war mein alleiniger geschützter raum. da konnte ich ich sein und musste nicht schauspielern.
gerade habe ich es wieder erlebt: psychische probleme gibt es doch gar nicht; du stellst dich doch nur an; du bist alt genug, zieh dich da allein raus; was willst du denn, dir geht es doch gut, du hast ein tolles kind, einen job, viele andere müssen das auch alleine schaffen.....
wenn man einen fehlenden arm hat, oder ein bein, dann ist das was, aber probleme mit der psyche???
ich habe es so satt diese meinung!
citalopram nehme ich noch. freiwillig werde ich das auch nicht absetzen.
ich bilde mir ein, ohne geht es gar nicht.
neulich habe ich darüber nachgedacht meine tochter zur adoption freizugeben. dieser gedanke ist total fies, aber manchmal denke ich, das wäre besser für sie. und ich kann mich endlich feige aus dem staub machen.
ich liebe sie über alles, sie ist bisher die einzige längerfristige beziehung, die ich auf die reihe bekommen habe, aber bin ich gut für sie?
ich habe eine gute freundin, die selber psychische probleme (borderline) hat und die mich und meine manchmal verqueren gedanken versteht. von meiner familie fühle ich mich manchmal eher im stich gelassen.
ich möchte so gerne eine mutter/kind kur machen, habe aber schon wieder totale panik vor dem ganzen schriftkram u.s.w, weil ich mich für total blöd halte.
glg, anja
mici

Beitrag von mici »

Hallo Sammy0509,

ich kann Nina nur voll zustimmen! Du bist mit Sicherheit eine gute Mutter für Deine Tochter, denn Du bist ihre einzige! Kinder lieben den Menschen bedingslos, der sich am meisten um sie kümmert, insbesondere wenn dies die Mutter ist. Ich finde es super, dass Du Deine Tochter in die Krippe gibst; meine Tochter ist erst 8 Monate und sie wird auch demnächst in eine Krippe gehen. Man kann dem Spiel- und Förderbedarf dieser Kleinkinder eigentlich gar nicht so gut nachkommen, wie viele Krippen und Kitas das können. Dein Kind braucht auch soziale Kontakte, die findet es in der Krippe ebenso und wenn Du momentan nicht so gut in der Lage bist, Dein Kind fröhlich anzusprechen und zu bespaßen, dann zeigst Du gerade darin, dass Du Deine Tochter in die Krippe gibst, dass Du eine gute Mutter bist. Alles andere wäre doch egoistisch. Du kannst im Moment einfach nicht munterer und fröhlicher für Deine Tochter sein und deswegen ist es sehr gut und richtig, dass sie tagsüber von anderen Menschen betreut wird!
In Hildesheim gibt es doch sicher Elternschulen, Müttertreffs oder ähnliches?!! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es es sich lohnt, solche Einrichtungen aufzusuchen und sich über das laufenden Programm zu informieren. Es gibt sicher Veranstaltungen für Alleinerziehende und Du könntest Mütter kennenlernen, die Deine Sitution aus der eigenen Erfarhungen kennen. Ich würde mich da wirklich mal im Internet schlau machen, was Hildesheim zu bieten hat. Solche Veranstaltungen aufzusuchen ist auch gar nicht bürokratisch.
Oftmals bieten auch Kirchen seelsorgerische Gespräche mit Kinderbetreuung an. Bei einem Antrag für eine Mutter-Kind-Kur kann Dir auch der Hausarzt / Kinderarzt helfen oder Du wendest Dich an die Krankenkasse. Wenn es gar nicht mehr geht, rufst Du den sozialpsychiatrischen Notdienst an. Dort bekommst Du immer einen Ansprechpartner, auch wenn Du Deine 100 Stunden schon wahrgenommen hast. Es gibt in manchen Städten auch Tageskliniken für Mütter und Kinder, das wäre vielleicht auch noch eine Überlegung wert.
Ansonsten hat Nina auch völlig recht damit, dass Du Dich fern von fiesen Leuten halten solltest. Und wenn es Dir wieder besser geht hast Du immer noch Zeit genug Dich darüber aufzuregen, dass Menschen mit Depressionen oftmals nicht ernstgenommen werden. Aber im Moment solltest Du darein keine Kraft verschwenden. Es ist zwar sehr traurig, dass man insbesonderen in solchen Krisenzeiten nicht auf seine ansonsten liebenswerten Mitmenschen setzen kann, aber es kristallisieren sich auch Beziehungen heraus, bei denen man solch ein Verständnis nie erwartet hätte.
Vielleicht solltest Du das Citalopram erhöhen; sprich darüber am besten mit einem Psyichater, der sicher auch ansonsten ein offenes Ohr für Dich hat.


Herzlichst,

MICI
sammy0509

Beitrag von sammy0509 »

hallo ihr lieben!
vielen dank für die tollen tips und aufmunternden worte.
ich finde es wirklich bemerkenswert, wie hier jeder für jeden da ist und versucht zu helfen. selbst, wenn es demjenigen grad selber nicht gut geht!
ich bin jetzt schon ungefähr 7 wochen krank geschrieben.
eigentlich müsste ich total ausgeruht und erholt sein. bin ich aber nicht. ich bin den ganzen tag total müde, kann mich nicht aufraffen und genau das macht mich dann noch unzufriedener, weil ich nichts auf die reihe bekomme.
hat jemand einen guten tip, wenn man nicht richtig schlafen kann?
ich schlafe abends nach langer zeit ein, wache aber immer wieder auf und liege wieder lange wach. morgens habe ich das gefühl, mich hat ein panzer überrollt.
ab und zu, wenn es gar nicht mehr geht, nehme ich abends eine zolpidem, aber das will ich nicht so oft machen, weil ich angst habe, meine tochter nicht zu hören, wenn sie nachts aufwacht und irgendwann ohne die dinger gar nicht mehr schlafen zu können.
das mit den alleinerziehenden gruppen ist ein guter tip. ich war auch schon ein paarmal soweit. habe mir infomaterial angefordert, sogar schonmal angerufen, aber wenn es dann darum geht dahin zu gehen kneife ich, weil ich immer denke: ich bin bestimmt die einzige dort, die mit ihrem kind nicht fertig wird, psychische probleme hat, sich über jeden "pups" gedanken macht, doof ist, dick ist und sowieso von keinem gemocht wird (einschließlich von mir selbst).
ich bin gar nicht so super-traurig im moment, aber einfach immer lustlos, am grübeln, kaputt und ohne ein kleines bißchen selbstbewusstsein.
selbst den rechner anzumachen ist mir manchmal zuviel.
das einzige was geht, sind jede menge süßigkeiten abends auf dem sofa!!! :P und das in dann der nächste teufelskreis! :( das hüftgold wächst und wächst und wächst!
das ist das stichwort. werde mich jetzt auf die suche nach der leckeren schoki in der lila verpackung machen!!!
gute nacht ihr lieben.
anja
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