Citalopram, Kindheit, Kurztherapie, Massage & weitere Fr

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

Moderator: Moderatoren

Qwerty

Citalopram, Kindheit, Kurztherapie, Massage & weitere Fr

Beitrag von Qwerty »

Hallo liebe Mitkämpferinnen,

als ich mich hier angemeldet habe und meine Geschichte aufgeschrieben hatte, haben mich einige oder besser gesagt alle geraten, mir eine zweite Meinung einzuholen (da mein damaliger Psychiater der Meinung war, dass ich "gesund" sei). Über die S&L Liste habe ich eine neue Ärztin gefunden, die mir bestätigte, dass ich noch nicht auf dem Damm bin. Sie hat mir Citalopram verschrieben. Das nehme ich jetzt seit einiger Zeit und ich meine, dass ich eine leicht Verbesserung merke, aber noch nicht so doll. Ich bin jetzt seit 2 oder 3 Wochen bei der momentanen Zieldosierung von 20 mg.
Meint ihr, ich muss noch länger warten auf eine wirkliche Verbesserung oder würdet ihr raten, dass ich mit der Ärztin über eine Erhöhung der Dosierung spreche??
Die Ärztin hat mir außerdem eine Therapeutin empfohlen. Ich war dort 2 Mal und sie ist ganz ok. Wir haben über meine Kindheit / Jugend gesprochen und sie ist der Meinung, dass ich eine ganz normale Kindheit hatte, ohne Besonderheiten. Was übrigens auch stimmt. Das einzige, was ihrer Meinung nach EVENTUELL (sie hat sich bewusst sehr vorsichtig ausgedruckt) eine Rolle spielen könnte, ist die Tatsache, dass ich als sehr junges Kind wegen Entfernung der Mandeln mal einige Zeit im Krankenhaus war. Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht an diese Operation und an den Krankenhausaufenthalt erinnern, aber sie meinte, dass so etwas für manchen Menschen eine traumatische Erfahrung sein könnte. Sie hat aber betont, dass das bei mir nicht sein muss. Dazu müsste sie noch länger mit mir arbeiten. Meint ihr, dass so etwas sein kann bzw. gibt es bei euch so ähnliche Gründe oder Mitgründe für eure PPD?
Aufgrund der bisherigen Eindrücke meiner Therapeutin (bzw. aufgrund der Tatsache, dass ich eine stinknormale Kindheit hatte) schlägt sie eine Kurztherapie vor... Was muss ich mich darunter vorstellen?
Die Therapeutin hat mir ausserdem eine Meridian Massage empfohlen. Hat einer von euch das schon mal gemacht? Bringt das was? Muss man daran glauben damit es wirkt??
Im Internet habe ich mir das Buch "Wer dem Glück hinterher rennt, läuft daran vorbei" gekauft. Ich habe noch nicht viel gelesen, aber der Ansatz spricht mich an. Das Buch basiert auf ACT (Akzeptanz- und Commitment Therapie). Hat das jemand schon gelesen?
Viele Fragen...
Würde mich über Antworten freuen!!!

LG
Qwerty
Leuchtkäfer

Beitrag von Leuchtkäfer »

Hallo Querty,

es ist gut, daß du jetzt etwas gegen die Depression tun kannst. Also, dem Medikament mußt Du tatsächlich ca. 4-6 Wochen nach jeder Erhöhung geben, damit sich alles einpendelt. Da mußt du also noch etwas Geduld haben.

Eine Kurzzeittherapie geht über 25 Stunden, das ist also auch erstmal schon was. Man kann da eine Menge besprechen.

Es gibt meiner Meinung nach nicht DEN Auslöser für eine PPD. Auch Frauen, die nie etwas traumatisches erlebt haben, können daran erkranken. Es ist gut, wenn man gewisse Muster in seiner Vergangenheit erkennt, die möglicherweise noch jetzt in bestimmten Situationen Probleme machen. Aber wichtig ist, jetzt mit allem klar zu kommen. Dafür ist eine Therapie auch da, es geht nicht nur um Wälzen der Vergangenheit.

Du bist also anscheinend auf dem richtigen Weg, gibg Dir Zeit und Geduld, das wird bestimmt.
Grüße von Leuchtkäfer
mici

Beitrag von mici »

Hallo Qwerty,

Leuchti hat das Wesentliche schon gesagt.
Ich würde zudem behaupten, dass Deine heutigen Probleme nichts mit Deiner Kindheit zu tun haben. Im gewissen Sinne kann das nie stimmen, denn schließlich begleitet uns unsere eigene Vergangenheit ja Zeit unseres Lebens und egal wie - sie geht niemals spurlos an uns vorbei, sondern macht uns zu dem, was wir heute denken und fühlen.
Ich habe auch geglaubt, dass meine Vergangenheit nichts mit meinen heutigen Depressionen zu tun hat, doch dann bin ich in der Therapie auf wesentliche Problematiken innerhalb der familiären Strukturen gestoßen. Das muss bei Dir natürlich nicht so sein, aber es könnte sein und man kann das, denke ich, nicht schon nach zwei Sitzungen beurteilen.
Die Sache mit den Mandeln halte ich eher für unwahrscheinlich, dass es da einen Zusammenhang zu Deiner heutigen PPD gibt.

Grundsätzlich zu unterscheiden wären zum Einen die Gesprächstherapie, bei der man sich in der Regel gegenüber sitzt und über das Alltagsgeschehen, Gedanken, Gefühle, Ängste etc. ins Gespräch kommt und zum Anderen eine psychotherapeutische Verhaltenstherapie. Auch hier sitzt man sich in der Regel gegenüber, aber man erarbeitet konkrete Verhaltensänderungen, die einem in konkreten Alltagssituation eine Hilfestellung sein können, diese besser zu meistern. Welcher Fachrichtung gehört Deine Therapeutin an?
Ganz wichtig ist, dass Du Dich bei ihr wohl und verstanden fühlst. Der Rest ist zweitrangig.

Lieben Gruß, MICI
Elisabeth11

Beitrag von Elisabeth11 »

Hallo!

Ich hatte selbst eine ganz normale Kindheit, wie du es sagst und hab mich ganz lang gewehrt, irgendwie auch dort die Gründe zu suchen. Nach langer Zeit erst ist mir der Knoten aufgegangen, dass auch in einer eigentlich normalen Erziehung essentielle Dinge eventuell nicht in dem Maße befriedigt werden, wie man es bräuchte.
Es waren bei mir dann "Kleinigkeiten", aber zusammengenommen ergibt sich ein Muster, das durchaus ausschlaggebend für meinen Umgang mit Krisensituationen etc, sein kann.
Daher denke ich, es lohnt sich immer, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, auch wenn man gottseidank weder geschlagen noch missbraucht wurde, denn ich dachte immer, nur nach solchen Dingen sucht man in der Kindheit :oops:

Lg E
Birdee

Beitrag von Birdee »

....moin....

meine "Wohlfühldosis" bei Citalopram lag bei 60mg!

Zur Zeit sind´s noch 50mg.....

Das ist auch abhängig vom Gewicht etc.

20 mg ist sehr niedrig dosiert...allerdings braucht ein AD durchaus mehrere Wochen ,bis die Wirkung eintritt...

Kopf hoch....
Qwerty

Beitrag von Qwerty »

Hallo Mädels,

danke für die Antworten! Ich hatte heute wieder eine Therapiestunde und es war irgendwie... wie soll ich sagen... verwirrend. Die Therapeutin, dass sie irgendwie wenig Anknüpfungspunkte hätte. Wenn sie nach Gefühlen fragen würde, würde ich ihr meine Gedanken mitteilen. Mir war nicht so ganz klar, was sie meinte. Ich habe gesagt, dass mir der Unterschied zwischen Gedanken und Gefühlen eigentlich nicht so klar ist. Sie meint, dass ich beim Thema Gefühle unbewusst zu machen oder ausweichen würde... Ich dachte aber, dass ich für meine Begriffe sehr offen war und konnte manche Fragen gar nicht richtig beantworten. Wenn sie z.B. fragt, wie ich mich in einer bestimmten Situation fühle, ist mir manchmal wirklich nichts eingefallen. Ich habe ihr gesagt, dass ich wohl nicht genau weiss, wo ich die Antworten auf diese Fragen, sprich wo ich bestimmte Gefühle abrufen kann.
Ich war noch nie ein Gefühlsmensch, eher "Typ Kühlschrank". Das ist meiner Meinung nach aber eher ein Charakterzug als ein bewusstes unterdrücken von Gefühlen. Wenn man mir eine Frage stellt, versuche ich zu antworten aber es ist nicht so, dass es dann alles aus mich raussprudelt.
Die Therapeutin fragte mich, was ich von der Therapie erwarte... Wiederum hatte ich keine Antwort. Sie meinte, dass sie sich an meiner Stelle wohl fragen würde, ob das etwas bringt.
Dann hat sie mich etwas "gelöchert" um zu versuchen, doch etwas mehr aus mich raus zu kriegen. Das schein ich wohl nötig zu haben ;-) Das Interessante war, dass ich dabei natürlich etwas unter Druck geraten bin und mein Kind angefangen hat zu weinen. Alsob es gespürt hat, dass ich aufgewühlt und verwirrt bin. Ich konnte mein Kind kaum beruhigen. Es wurde erst besser, als die Stunde zu Ende war und ich angefangen habe, unsere Sachen zu packen.
Die richtige Therapieform haben wir noch nicht gefunden. Die Therapeutin meinte, dass es nicht sein muss, dass eine Gesprächstherapie für mich sinnvoll bzw. das Richtige ist. Sie würde bei mir bislang noch keine Neugier auf mich selbst auf meinem Innenleben spüren. Das sollte ich aber wertfrei sehen, das sei nicht gut oder schlecht, einfach nur eine Beobachtung.
Ich bin jetzt wirklich verwirrt. Wie glatt sollte eine Therapie denn laufen? Ist es normal, dass es solche Startschwierigkeiten gibt bzw. dass es etwas Zeit braucht, bis ich meine Betriebstemperatur erreicht habe??? Ist das ein Zeichen, dass es zwischen der Therapeutin und mir nicht läuft, oder ist das ein Zeichen dafür, dass ich noch mehr aus mich raus kommen soll oder das es etwas dauert, bis ich genug Vertrauen zur Therapeutin aufgebaut habe?
Wenn es eine Möglichkeit gäbe, die PPD selbst in Griff zu bekommen wäre mir das lieber... Bedeutet das, dass ich mich innerlich gegen eine Therapie wehre?
Fragen über Fragen....
Wahrscheinlich war das Absicht von der Therapeutin... Food for thought, so zu sagen. :roll:
LG
Qwerty
Qwerty

Noch eine Frage zu Citalopram

Beitrag von Qwerty »

Fast vergessen...
wie ist das denn mit dem AD. Was macht das genau? Ich meine, ist das nur die Bekämpfung der Symptome oder wird dadurch etwas "repariert"? Was passiert, wenn man sich gut fühlt und das Medikament absetzt, vor allem wenn man keine bzw. keine geeignete Therapie gemacht hat? Nicht falsch verstehen, ich will nicht nur auf AD setzen. Ich mache "gerne" (na ja... :roll:) eine Therapie, wenn mir das weiterhilft und weil ich gelesen und gelernt habe, dass es ohne nicht geht.
LG
Qwerty
bambam

Beitrag von bambam »

Hey Du!

Das mit den Medis hat mir ein Arzt mal so erklärt:

Stell dir eine Brücke in deinem Kopf vor (ist seltsam, ich weiß :wink: ). Bei gesunden Menschen ist diese Brücke intakt. Bei uns fehlt da ein Stück und deswegen geht es uns nicht gut.

Das AD ist sozusagen das Teil, das die Brücke wieder repariert und das fehlende Stück ersetzt... Verstanden?!

Ich dachte auch anfangs: oh Gott, da wirste ruhig gestellt und deine Persönlichkeit wird "verfremdet"... Ist aber quatsch!

Warte mal ab, viele Mädels hier im Forum werden dir das bestimmt noch genauer erklären!


Liebe Grüße,
Bambam
Dana

Beitrag von Dana »

Hey qwerty,

die Medikamente helfen dir die Symptome zu lindern (die Medis sorgen für ein ausgeglichernes Verhältnis der Stoffe im Gehirn ) und dadurch wird es ein wenig einfacher gezielt an den für dich belastenden Situationen zu basteln. Angst wird erträglicher, Sorgen ein wenig leichter (auch neutraler zu beurteilen) und der Mut kommt langsam zurück.Reparieren können sie nichts, das können nur wir selbst in dem wir an uns arbeiten. Durch das Verändern und Annehmen unseres Umfeldes und die damit verbundene Verbesserung unserer Lebensituation und -qualität wird das Gleichgewicht im Kopf ebenso langsam wieder hergestellt. Mittels Therapie kommst du schneller an die Ursachen deine Probleme heran. Oft kommen neue Sichtweisen zum Vorschein, die man durch bisherige Verhaltens- und Denkmuster gar nicht beachtet hatte. Ich selbst habe sehr viel Nützliches aus meiner Therapie mitgenommen und würde jedem Menschen dazu raten.

Wenn du wieder richtig stabil bist, solltest du dein Medi noch für mind. 6 Monate weiternehmen um die Rückfallquote zu reduzieren. Wichtiger aber, dass es dir wieder richtig gut geht. Du wirst den Zeitpunkt spüren, dann nämlich, wenn das Bauchgefühl dem Kopf den Sieg vor der Nase wegschnappt ;-)

Alles Liebe für dich !!

Dana
Birdee

Beitrag von Birdee »

...Marika erklärt so etwas immer total klasse....
Qwerty

Beitrag von Qwerty »

Danke für die Antworten!

Dann muss ich mit dem AD wohl noch ein bisschen Geduld haben. Es kann also sein, dass ich momentan noch keinen richtigen Unterschied merke und dass das noch kommt? Ich habe heute nochmal nachgerechnet, ich müsste jetzt schon fast 4 Wochen bei 20 mg sein. Das bedeutet, dass es schon noch 2 Wochen dauern kann. Sollte der Unterschied den richtig merkbar, eine echte Verbesserung sein? Wie stark können / sollen AD wirken?

Zum Thema Meridian Massage habe ich noch keine Antworten bekommen. Ich gehe mal davon aus, dass es eher nicht zur Standardtherapie gehört. Ich bin etwas skeptisch, aber ich würde es schon probieren. Kann nicht schaden, denke ich mal...

Was die Kindheit / Jugend angeht, bin ich immer noch der Meinung, dass dies nichts mit der PPD zu tun hat. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, welche Erfahrungen oder Erlebnisse die PPD mit-verursacht haben könnten. Oder bin ich unbewusst nicht bereit, da tiefer rein zu gehen? Ich wehre mich zumindest nicht bewusst dagegen.

@Mici
Du hast nach der Fachrichtung der Therapeutin gefragt. Im Internet steht ganz allgemein "Psychologische Psychotherapie (Psychotherapeut / Psychotherapeutin)". Dort steht dass sie "Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Analytische Psychotherapie" macht. Ich fühle mich schon wohl dort aber ich weiss in Moment nicht, ob sie mich versteht oder mich nur löchert um zu versuchen mehr aus mir raus zu bekommen. Ich vermute Letzteres. Das werde ich in den nächsten Sitzungen wohl merken.

@Elisabeth
Was für ein Muster hat sich denn bei Dir ergeben in der Umgang mit Krisensituationen? Kannst Du eventuell Beispiele nennen der Kleinigkeiten die zusammen genommen zu diesem Muster führten. Nur wenn Du willst natürlich!

@Birdee
Wie hat sich die Wohlfühldosis denn angefühlt? Wie groß ist der Unterschied zwischen vor dem AD und jetzt? Wann hast Du eine Veränderung gemerkt und wie hat sich das angefühlt?

@Bambam
Das mit der Brücke finde ich eigentlich verständlich und nachvollziehbar. Man hört ja immer dass ADs nicht abhängig machen, was aus meiner Sicht dafür spricht, dass schon eine gewisse "Reparatur" stattfinden muss.

@Dana
Was für eine Therapie hast Du gemacht und was waren bei Dir die Gründe Deiner Depression?
Gut zu hören, dass ich den Zeitpunkt spüren werde. Schön gesagt: wenn das Bauchgefühl dem Kopf den Sieg vor der Nase wegschnappt...
Ich frage mich ja oft, ob ich eigentlich schon etwas merke. Und ob und was ich bis wann merken sollte etc.

ACT kennt keiner von euch, oder?

Auf die Antworten von Marika bin ich schon gespannt... :wink:

LG
Qwerty
Dana

Beitrag von Dana »

Hey du,

nachdem sich jeder Mensch in unterschiedlichen Lebenssituationen befindet, unterschiedlich an Problemen und sich arbeitet,und jeder ein anderes Umfeld hat, denke ich kann man nie genau sagen, wann ein Medi seine volle Wirksamkeit erreichen wird. Wichtig ist, dass du dir da selbst ein wenig Druck weg nimmst, sprich nicht nachrechnen wann es soweit ist, sondern eher darauf konzentrieren, was kann ich ändern, was tut mir gut, was verletzt mich, was kann ich überhaupt nicht ab , was kann ich tun, damit ich mich wohler fühle ?....usw.

Eine Depression ist sicher nichts, wo man mit Druck dagegen ankommen kann. Es ist Teil der inneren Werte, Norme, Vorstellungen, Ängste uvm

Diese Grundsätze, Meinungen und Gefühle werden in dem Aufwachsen geprägt - es muss alsno nicht sein, dass man geschlagen oder mißbraucht wird, alles von dem Elternhaus ausgeht oder ähnliches.Psychische Mißstände die nicht gleich immer meßbar und sichtbar sind, die aus dem sozialen Umfeld her rühren, führen ebenso zu innerlichen Konflikten... Demnach ist die Richtung der Analyse sicher für diejenigen die den Dingen auf den Grund gehen möchten eine gute Sache. Vorallem um zu verstehen warum man in versch. Situationen reagiert und empfindet wie man es tut. Meiner Meinung nach ein wichtiger Schritt, auf den man mit Verhaltenstherapie aufbauen kann. Wichtig ist seine Lebenssituation dahin gehend zu verändern, dass man nicht ins Wanken kommt, sondern mit dem alltägl. Wahnsinn umgehen lernt und dabei fähig ist die Dinge mit gesundem Abstand wahrzunehmen.

Ich hatte Psychoanalyse (Vergangenheitsbewältigung) , dannach wurde in der Therapie die gegenwärtige Situation besprochen (ui die Fachausdrücke ..denke Verhaltensmodifikation?? )

Die Gründe meiner Depression sind so komplex dass ich mir richtig schwer tu, es in Worte zu fassen. Es waren teils familiäre Umstände die mich dazu gebracht haben Werte und Norme ordentlich verdreht wahrzunehmen und Gefühle nicht an mich ran kommen zu lassen.Ich hatte Sorgen immer mit mir selbst ausmachen müssen und kam deshlab auch nie auf die Idee mich jemandem anzuvertrauen. Ich hab immer alles alleine gepackt. Umso schlimmer für mich, als ich dann Thera gemacvht habe und auf Medis angewiesen war. ich hatte zuvor doch Panikattacken und Magersucht ganz alleine wieder wegbekommen...;-)
Ich habe mich versucht für andere zu ändern, meine Meßlatte war viel zu hoch. Perfektion und das Streben nach Anerkennung war mir immer wichtiger als ich selbst..jo und irgendwann hat mir mein Körper gesagt.STOPP! Und ich bin dankbar dafür. Die Geschichte meiner Krankheit bezeichne ich auch gern als "Aufwachen". Die Scheuklappen abnehmen und den Mut haben mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Der härteste Teil dabei war aber vielmehr die Selbstkritik die ich an mir ausüben musste...
Ich habe gute 4 jahre gebraucht um wieder da zu sein wo ich jetzt bin. Es war mit Verlaub gesagt Scheiße, meine persönliche Hölle, nicht mal meinem ärgsten Feind hätte ich das zumuten wollen, was ich durchlebt habe. Aber..ich bin raus...vor allem mit dem Wissen das das Leben kein Zuckerschlecken ist, aber wenn man achtsam ist, kommen die kleinen absolut lebenswerten und wundervollen Dinge wieder zum Vorschein die unter dem großen Mist vergraben waren...

Irgendwie schreib ich glaub ich kreuz und quer durch meine Gedanken ;-) Hoffe das konnte dir ein wenig weiter helfen.

Alles Liebe
Leuchtkäfer

Beitrag von Leuchtkäfer »

Hallo Quwerty,

das mit der Therapie ist immer schwer, für einen Außenstehenden zu beantworten. Ich finde die Frage der Therapeutin, warum Du denn eine Therapie machen möchtest, gar nicht so doof. Frag Dich doch mal in einer ruhigen Minute, was Du damit erreichen willst.

Mir ging es nach meiner Akut-Therapie, in der es wirklich darum ging, den Tag zu überstehen, recht gut. In der angeschlossenen Kurzzeittherapie war es mir wichtig, ein bißchen hinter die Kulissen zu schauen und zu begreifen, warum ich auf dieses Lebensereignis Geburt mit einer Depression reagiert habe. Bei mir war es wie bei Elisabeht nicht DER Auslöser, sondern ein Zusammenspiel von Begebenheiten. Ich habe dann auch erkannt, daß einige Muster, wie ich erzogen worden bin und die heute noch in mir stecken, mir einfach nicht gut tun.

Dann haben wir Dinge erarbeitet, die in einer nächsten Krisensituation helfen können, daß es mir nicht wieder so schlecht geht.

Es ist noch einiges ungesagt und ich habe immer noch Baustellen in mir, sowohl aus der Vergangenheit, als auch im Jetzt. Ich habe noch zwei Therapiestunden, dann ist es erstmal vorbei. Ich werde vorerst nicht weiter machen, sondern mal ausprobieren, wie es ohne ist.

Es kann gut sien, daß ich aber später nochmal eine Therapie mache, je nachdem, was das Leben noch so für mich bereit hält.

zu dem AD. Ich habe bei Cipralex nach ca. sechs Wochen gemerkt, daß ich ruhiger wurde und Dinge des Alltags wieder bewältigen konnte. Ich habe mich bei 15 mg (entspricht 30 mg Citalopram) richtig gut gefühlt. Wir haben dann nach einer schwierigen Zeit nochmal auf 20 mg erhöht, damit ich eine Art "Polster" habe.

Also macht es Sinn, noch etwas zu warten, es ist aber auch o.k. zu Erhöhen. Ich finde, Du solltest das ansprechen bei Deiner Ärztin.

Ich hoffe, ich konnte noch einige Fragen beantworten,

Grüße von Leuchtkäfer
sol

Beitrag von sol »

Ich gebe dir mal eine Antwort auf die Meridian Techniik. Meinst du die Klopftechnik (MET) ansonsten kommt es auch in der Akupressur vor. Beides habe ich schon mal gemacht und es war unterstützend total gut. Wenn deine Therapeutin das kann, würde ich es an deiner Stelle mal in Anspruch nehmen. Manchmal kommt man über das Reden nicht weiter, sondern erst in dem man andere Dinge tut.
LG
mici

Beitrag von mici »

Hallo Qwerty,

dann handelt es sich bei Deiner Therapeutin um eine Psychologin, die also Psychologie (und nicht Medizin mit Fachrichtung Psychiatrie) studiert hat und sich dann zur Psychotherapeutin forgebildet hat und schließlich sogar noch tiefenpsychologische und analytische Therapieformen intensiviert hat.
Wenn sie mit Dir tiefenpsychologisch arbeiten will, dann wird in der Regel ein Fokus auf ein bestimmtes Problemfeld gerichtet, dass sich meist aus der Vergangenheit ergibt und bis in die Gegenwart negative Auswirkungen hat. Das kann z.B. das Verhältnis zu Deiner Mutter sein, Deine Rolle als Mutter heute und wie sich vielleicht dadurch auch das Verhältnis zu Deiner Mutter heute neu gestaltet. Die "Mutter" an sich wäre also der Fokus, wobei das nicht permanent im Raum steht, sondern als Bezugspunkt für Euch dient, woran sich manche Konflikte sehr plastisch deutlich machen lassen. In erster Linie ist das ein Hintergrundgedanken, den die Therapeutin zu berücksichtigen hat. Sie wird Dich zu gegebener Zeit an ihren Gedanken teilhaben lassen. Aber wie gesagt: Die "Mutter" ist nur ein Beispiel, es gibt unendlich viele andere Beispiele (Heimweh, Alleinsein und Einsamkeit, Eifersucht, etc. völlig egal....).
Wenn die Therapeutin psychoanalytisch mit Dir arbeiten will, dann wird sie Dich vermutlich bitten, Dich ganz klassisch auf eine Couch zu legen, so, dass Du sie nicht sehen kannst. In der Regel findet eine psychoanalytische Psychotherapie mehrmals in der Woche statt (ca. 3x).
Mir ist aufgefallen, dass Du der Therapeutin gegenüber sehr stark das Gefühl zu haben scheinst, etwas "Richtiges" bzw. etwas "Falsche" sagen zu können. Dem ist nicht so!!! Ganz wichtig ist, dass Du versuchst, all das zu sagen, was DIR durch den Kopf geht, was DICH beschäftigt. Es ist Aufgabe der Therapeutin, diese Dinge, die Dir total belanglos scheinen können, so zu deuten, dass sie Sinn ergeben. Das braucht manchmal einige Zeit, denn ihr lernt Euch ja gerade erst kennen. Lass Dich nicht durch ihre Fragen verunsichern, es gibt keine richtigen bzw. falschen Antworten auf ihre Fragen. Wenn Sie Dich auffordert, mehr über Gefühle zu sprechen und es Dir nicht gelingt, dann ist das gerade ein Symptom Deiner Erkrankung, dass Du bestimmte Gefühle eben NICHT mehr wahrnehmen kannst und nicht unbedingt ein Zeichen für ein Gemüt wie ein "Kühlschrank". :wink: Vieles in der Psyche findet ja unterbewusst statt und natürlich hast Du auch Gefühle, positive und negative. Nur drängen die sich eben aus bestimmten Gründen vielleicht nicht mehr so in den Vordergrund, worunter schließlich das Freudsche Gleichgewicht zwischen "ES", "ICH" und "ÜBERICH" leidet. Dadurch kann der Mensch Neurosen entwickeln, die ihn im Alltag einschränken. In der Therapie, die Deine Therapeutin anbietet, geht es letztlich darum, die Gründe dafür zu entdecken, warum Du bestimmte Gefühle nicht mehr wahrnehmen kannst! Es ist eine sehr spannende aber langwierige Reise zu sich selbst!
Mir hat das sehr geholfen und hilft mir noch!
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