Ist es bei jemandem ähnlich? und vielen Dank nochmal MARIKA!

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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green2011

Ist es bei jemandem ähnlich? und vielen Dank nochmal MARIKA!

Beitrag von green2011 »

Hatte das eigentlich noch jemand so, dass die negativen Gedanken wie ein Vulkanausbruch ins Leben schossen... also ganz ganz viele "Angstbilder" nacheinander und vor allem auch so eine Mischform aus allen schlimmen Dingen, die man sich nur Vorstellen kann? die ersten Tage in den ersten zwei Wochen meines PPD-einbruch waren die absolute Hölle! Ich hatte so eine riesen Angst jetzt völlig den Verstand zu verlieren, so eine Angst vor den schrecklichen Bildern, in meinem Kopf. Mir war nur noch schlecht, von dem was mir meine Phantasie da aufZWANG! In meinem Vorstellungsbericht habe ich ja relativ nüchtern aufgeführt wie die Reihenfolge der Geschehenisse der letzten 3 Wochen waren. Dort habe ich ja bereits beschrieben, dass ich bereits alles mir Mögliche getan habe, um mir weitesgehend selbst zu helfen. Jetzt ist es so, dass ich ganz schlecht einschätzen kann wo ich stehe. Der Knackpunkt war bei mir schon, als ich mir bewusst gemacht habe, dass ich die Gedanken "ziehen lassen" muss und mir nichts vorzuwerfen habe das ganze lesen zu dem thema und vor allem die tollen Antworten hier von Marika z.B. haben mich schlagartig fünf schritte weiter gebracht - habe mir sogar teilweise als Mutmacher Zitate von Marika rauskopiert, wie z.B. dieses:

"...Eines darf ich dir aber versichern:Diese Gedanken hast NICHT, weil du sie auch ausführen willst oder dir sowas wünschst - nein, hinter den ZG steckt die riesige Angst um das eigene Kind. Diese Gedanken bedeuten auch NICHT, dass du so bist wie die Menschen, die wirklich solche Dinge tun - im Gegenteil, solche Bestien haben KEINE ZG - das ist absolut medizinisch durch sämtliche Forschungen abgesichert. Jeder Mensch hat hin und wieder komische Gedanken, mit brutalem Inhalt. Nur bei uns bleiben sie "hängen" durch eine Überfunktion des Gehirnareals hinter der Stirn - es heißt "orbitofronatler Kortex". Ihm hast du es zu verdanken, dass du diese Gedanken bewußt wahrnimmst, anstatt er sie einfach ausflitert wie bei Gesunden..."

Die Tage sind jetzt schon immer besser/ oder wenigstens gleichbleibend gut, und ich frag mich immer, krieg ich den Rest jetzt auch noch allein und ohne Medis hin?
Und andererseits ist das Thema ja noch ständig in meinem Kopf... selbst wenn ich dauernd denke "ach, mir gehts ja gerade besser als..." denk ich dann ja gleichzeitig schon wieder daran. Und dann mache ich zwischenzeitlich so einen Quatsch, wie mich selber testen - nach dem Motto, denk ich noch so schlimme Sachen?! Und ZACK schießen mir schlimme Sachen in den Kopf :shock:
Dementsprechend versuche ich also den lieben langen Tag nur an schöne und möglichst Oberflächliche Dinge zu denken und so lässt sich die Zeit schon ganz gut todschlagen- das war ja Anfangs gar nicht möglich... es ist mehr die Angst davor, dass es wieder schlimmer wird... der tief sitzende Schock über den durchgemachten Kontrollverlusst meiner Psyche bereitet mir doch noch ständig ein mulmiges Gefühl... ich weiß nicht wie schlimm es ist, denn auch wenn mich zwischendurch noch häßliche Gedanken piesacken, kann ich Sie durch mein Umgehen damit ganz gut kitten - hab dann halt nur ständig ein leicht bedrücktes Gefühl- Andererseit kann ich schöne Momente aber auch schon wieder genießen. Ich fühl mich, als wärs nix halbes und nix ganzes. Ich weiß überhauptnicht wie ich es der Therapeutin rüberbringen soll was in mir vorgeht! Hat jemand das hier auch ohne AD`s in den Griff bekommen? Und die, die es geschafft haben - erlebt man nicht immer wieder kleine Rückfälle, allein, weil man ja jetzt weiß, dass es "DAS" gibt??
oh man... wieder so lang geworden, hoffe das ließt überhaupt wer...

ganz liebe Grüße
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallöchen - hier bin ich wieder - hab dir gerade noch auf deine Vorstellung geantwortet!!!

ich freue mich sehr, dass ich dir helfen konnte!!!! Du machst das aber auch extrem vorbildlich wie du an den ZG arbeitest und wie du dir schon Hílfe geholt hast. Dass du jetzt noch einen Therapeuten suchst, ist auch total richtig und wichtig. Denn alleine ist es oft ganz schön schwer an den ZG zu arbeiten und in der Therapie bekommst du auch noch mehr Übungen, die ZG wieder zu verlernen.

Diese "Angst" ob man jetzt immer mal von Zeit zu Zeit Rückfälle bekommt, kenne ich. Aber es ist bei heute ganz anders. Ich habe zwar schon etwas gebraucht, bis ich die ZG gezähmt hatte, aber ich bin sie heute los!!!!! :D Ich habe heute nur noch ab und an komische Gedanken, wie eben jeder Mensch, aber verschwinden dann auch gleich wieder und ich vergesse sie - so wie es eben sein sollte. Die Gedanken an sich sind ja nicht die Krankheit, sondern das ZWANGHAFTE DENKEN ist das, was man therapieren muss und auch kann.

Bei mir ist es überdies so, dass ich mein AD wohl für immer brauche. Ich habe vor fast 6 Jahren nach der Geburt meines Sohnes die PPD mit ZG bekommen. Dann 2,5 Jahre Therapie gemacht, AD genommen und dann langsam abgesetzt. Ich war dann ein 3/4 Jahr ohne AD, habe dann aber einen Rückfall in die Depression bekommen, wobei ZG hier kaum eine Rolle gespielt haben. So habe ich mein AD wieder angefangen und damit gehts mir so hervorragend, als wäre nie was gewesen. Mein Botenstoffwechsel im Gehirn läuft ohne AD auf längere Sicht einfach nicht reibungslos - es scheint, als hätte halt die Natur bei mir einen "Fehler" gemacht und das bedeutet ziemlich sicher, dass ich das AD für immer braucher um gesund zu sein. Mit AD habe ich aber KEINE RÜCKFÄLLE, ich fühle mich einfach nur ganz normal gesund, vergesse die meiste Zeit, dass eine psych. Erkrankung habe und ein AD nehme. :wink:

Das ist jetzt aber nur meine Geschichte, es gibt Menschen, die ohne AD die Zwänge besiegt haben, oder die die eine zeitlang ein AD brauchen und dann nicht mehr - es ist immer individuell. Die Option eines AD´s steht dir ja auch immer noch offen, falls der Leidensdruck schlimmer wird. Selektive Serotonin Wiederaufnehmehemmer haben sich als sehr wirkungsvoll bei Zwängen erwiesen - sie bewirken, dass der Botenstoff Serotonin im Gehirn in ausreichender Menge vorhanden ist. Ein Mange davon führt zu Depressionen, Ängsten, ZG und Panik. Mir gehts damit (Cipralex) wie erwähnt, super gut! Die Therapie hat mir insofern geholfen, dass ich nicht mehr die ursprünglich hohe Dosis meines AD´s brauche, sondern nur noch eine viel kleinere. Nur ganz ohne, scheint es bei mir dann doch nicht zu gehen. Aber was solls - das Leben ist zu kurz, um zu leiden - ich habe alles getan um gesund zu werden und darauf bin ich mächtig stolz!!!!! :D

UND DAS KANNST DU AUCH: MÄCHTIG STOLZ AUF DICH SEIN!!! Weiter so und wenn du noch Fragen hast- nur zu!!!

P.S: Der Thera kannst du einfach sagen: "Ich bin bei ihnen, weil ich ZG habe - ich habe mich schon informiert und weiß ein bissl Bescheid. Ich möchte die ZG verlernen und hoffe, sie können mir dabei helfen." So in etwa habe ich das gesagt - ein guter Therapeut weiß dann auch gleich was Sache ist. Ich mußte übrigens nicht über den vollen Inhalt der ZG reden - ich konnte das einach nicht. Es hat gereicht, dass ich ihm sagte, dass ich eben ZG gegen mein Kind habe und da grausige, abartige und schreckliche 100.000 Möglichkeiten ständig in meinem Kopf kreisen. Erst nach und nach konnte ich eher über den Inhalt der ZG reden - ein guter Therapeut weiß auch wie schwer das ist und wird dich nicht dazu drängen!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
green2011

mrs.monk

Beitrag von green2011 »

also erstmal, bitte nicht wundern, ich hab mir irgendwann aus bequemlichkeit angewöhnt alles klein zu schreiben und werd das fortan auch wieder so tun... ich brech mir sonst echt einen ab mit meiner 2-finger-schreibtechnik :roll: ich finds sehr witzig, dass du monk erwähnst - ich bin halb engländerin und habe erst vor einem jahr erfahren, dass meine oma mit nachnamen monk hieß, bevor sie heiratete. hab mir gerade vorgenommen mich in naher zukunft mal durch die gesamten staffeln zu schauen ;) ! also zu der aufschreib-übung: muss gestehen, dass es auch nur bei dem einen mal aufschreiben geblieben ist... mir fiel das auch so irre schwer und ich hab auch gedacht es gibt ja 100.000 möglichkeiten und dachte, die übung führt eher dazu, dass mir immer mehr einfällt, was ich denken könnte und dann hat es mich sogar belastet, dass die schlimmen dinge quasi auf meinem computer manifestiert waren und ich musste es dann am nächsten tag vorm schlafen noch löschen und so ein quatsch... und dann wollt ich das nicht mehr machen... eine recht sture haltung nach dem motto ich will jetzt einfach, dass es aufhört und dann hab ich gelernt die gedanken besser "vorbeiziehen" zu lassen - ich denk immer, wenn ich sie aufschreibe - pflichte ich ihnen mehr aufmerksamkeit bei als ich möchte - ich versuch ja die ganze zeit im gegenteil - sie nicht mehr so nah an mich ranzulassen. tagsüber gelingt mir das ganz gut, aber abends ist es dann wieder schwieriger. es fühlt sich so an wie ein monster, dass ständig auf der lauer liegt. wie schon gesagt, ist mein schatz ja auch selbstständig und arbeitet halt auch immer abends. und wenn er dann spät wieder kommt, komm ich erstmal zur ruhe. klar empfinde ich das leben auch als zu kurz, um unglücklich zu sein - vor allem weil ich GERADE ERST das gefühl hatte glücklicher denn je zu sein - und dann sowas... einen vll wichtigen punkt hab ich übrigens noch gar nicht erwähnt - ich hatte vor ein paar jahren schonmal ne angststörung - da war ich kurzzeitig single, hab damals immer total panik gehabt abends allein in meiner wohnung zu sein... hab dann herzrasen bekommen quasi hyperventiliert... und es schlich sich über sehr lange zeit eine relativ abgefahrene sozialphobie bei mir ein die "erythrophobie" das hat sich alles irgendwann total hochgeschaukelt, dass ich mein ganzes leben danach gerichtet habe - hab selber nur noch nachts/abends gearbeitet (in einer disco/ bei konzerten) hab viele dinge vermieden oder sogar alkohol getrunken um gewisse situationen zu überstehen und bin natürlich irgendwann depressiv geworden, weil meine lebensqualität tierisch nachgelassen hatte. lange rede kurzer sinn- ich war damals dann eine zeit lang stationär in behandlung und habe auch ein AD genommen (fluoxetin) ach ja, schlimme zeit und seither hat sich alles immer mehr zum positiven gewendet... und jetzt SOWAS?! nun, ich weiß noch, dass es total fatal war als ich damals mal während ich das AD noch nahm aus war und "was getrunken hab" ...ich war völlig weg, das war damals total schlimm - heißt das - du z.b. kannst nie mal was trinken? bitte nicht falsch verstehen- mir ist schon klar, das ist jetzt nicht das wichtigste auf der welt - zumal wir mamis ja eh nicht mehr wirklich viele möglichkeiten haben mal auszugehen etc... es interessiert mich einfach - und ich hab seither auch einen riesen respekt vor ADs... aber die sind ja wohl auch alle unterschiedlich und egtl will ich einfach nur, dass es mir wieder richtig gut geht! hab einen termin am 01.05 bei der therpeutin bekommen.

und - ich bin ja eh so ein fan von dir - und finde natürlich auch, dass du mega-stolz auf dich seien kannst...dass du dich selber aus dem schwarzen loch geholt hast..., und dass du so vielen frauen hoffnung gibst und gegeben hast- ich finde das so ehrenwert! am liebsten würd ich durch den computer springen und dich dafür ganz feste drücken :-)
lg
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Marika
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Beitrag von Marika »

Guten Morgen! :D

Mit Interesse habe ich deine Vorgeschichte gelesen - ich mußte beim Nachnamen deiner Oma auch schmunzeln. :lol:

Ich kann deinen Respekt vor AD´s verstehen, zumal du nicht so tolle Erfahrungen gemacht hast. Gott sei Dank ist das bei mir gar nicht so - ich kann ohne irgendwelche Probleme auch Alkohol trinken, das hat mir mein Psychiater ausdrücklich erlaubt!!!!! :D Es kann sein, dass Fuanxol einfach nicht das wirklich richtige für dich war. Solltest du dich für ein AD entscheiden, dann würde ich auf ein anderes bestehen. Welches für dich das richtige ist, kann dir leider niemand im Vorfeld sagen, aber ich habe mit Cipralex sehr gute Erfahrungen gemacht. Für mich ist es genau das richtige - es ist ein SSRI, allerdings etwas teuer in seiner Herstellung und deshalb wird es nicht von allen Ärzten so gerne verschrieben. Es übersteigt dann ihr Budget.... :x Ich habe aber hier gerade in letzter Zeit einige Frauen betreut, die von einem anderen SSRI auf Cipralex umgestiegen sind und es ihnen dann deutlich besser ging bzw. endlich stabil wurden!!!!! Ob es bei dir auch so wäre, ist natürlich reine Spekulation, aber ein Versuch wäre es wert. Mir hilft es wie gesagt derart gut, dass ich vergesse, je krank gewesen zu sein.

Sehr gut, dass du einen Termin bekommen hast. Bis dahin kannst du ja auch ein paar Übungen aus dem "Der Kobold im Kopf" machen. Und wir sind ja auch noch hier! :D

Übrigens war ich schon immer psychisch labil. Bereits als Teenager haben sich erstmals bei mir ZG entwickelt - nur wußte ich damals nicht was es war und dachte, ich lande sicher in der Hölle, weil ich ein schlechter Mensch bin. Ich habe niemandem davon erzählt und unsäglich gelitten. Irgendwann verschwanden die ZG wieder und kamen mit der Geburt in voller Wucht wieder. Erst da erfuhr ich, dass es ganz typisch ist für ZG-geplagte Menschen, dass sich ihr Leiden schon in der Kindheit herausbildet. Das gilt auch für Angsterkrankungen, was du ja auch schon erlebt hast. Ich war auch immer ein überängstlicher Mensch, konnte nicht über öffentliche Plätze gehen usw.... Erst mit der Therapie wegen der PPD und der ZG, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Ich erkannte erstmals, WAS ich da für Brocken mit mir rumschleppte und warum ich so geworden bin, wie ich nunmal bin. Ich habe in der Therapie gelernt MICH SO ANZUNEHMEN UND MICH ZU LIEBEN, DASS ICH SO SEIN DARF, WIE ICH BIN!!! Gleichzeitig habe ich ganz viele krankmachende Verhaltensmuster ablegen können und die ZG abtrainiert. Ich habe ganz viel Selbstvertrauen entwickelt und bin heute ein viel sicherer und positiverer Mensch als die ganzen über 30 Jahre vorher!!!!

Das wünsche ich dir auch von Herzen in deiner Therapie - hälst du uns auf dem Laufenden?
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
green2011

...

Beitrag von green2011 »

...hey marika - ich werde euch/dich natürlich auf dem laufenden halten. ich bin ja selber so froh, dass ich immer die möglichkeit habe, mich in dieses forum "zu flüchten".
ich hake gerade einfach nur einen tag nach dem anderen ab!
von wegen carpe diem - ich funktioniere - versuche meiner kleinen die best mögliche mami zu sein...
sie ist so süß, ich finde es so schade, dass ich das momentan nicht einfach unbeschwert genießen kann.
ständig schleichen sich diese höllen-bilder so ganz nebenbei in meinen kopf und ich mach immer schön weiter als wenn nichts wär, dabei kotzt es mich so an und ich möchte schreien ES REICHT JETZT!!! :x
...oder einfach losheulen... und zu allem überfluss, krieg ich jetzt auch noch bevorzugt nachts wieder solche angstzustände und meine gedanken kreisen um den tod und den sinn des lebens und wie wirklich alles wirklich ist :cry: - ich dreh echt durch. hab mir erstmal wieder baldrian besorgt - diesmal die starken für die nacht und mein strohalm - die therapiestunde am freitag - ist ja jetzt auch schon zum greifen nah! ich werde die therapeutin auch denk ich fragen, ob es sinn machen würde cipralex auszuprobieren - wahrscheinlich muss ich dann auch abstillen, nicht wahr? wie wars bei dir? ganz lieben gruß!!!
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallo,

wenn du solche Angstzustände hast, wäre ein Medikament wirklich ratsam. Mit Baldrian wirst du da nicht weit kommen, leider Süße!!!

Ich mußte damals leider abstillen, aber vor allem deshalb, weil ich noch ein anderes Medikament dazu bekam, das absolut nicht stilltauglich war. Wenn du ein AD bekommst, kann sich deine Ärztin auch mit "Embryotox" www.embryotox.de in Verbindung setzen. Sie wissen genau, mit welchem AD man auch stillen kann und wie das mit Cipralex ausschaut!

Ich halte dir für Freitag die Daumen. Und ich würde wirklich ein AD versuchen, du brauchst nicht so zu leiden und die Therapie würde dir auch leichter fallen! Und: du könntest dann endlich auch dein Purzelchen genießen!!!!
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
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green2011

okay...

Beitrag von green2011 »

mal wieder bin ich dir sehr dankbar für deine guten ratschläge!
oh man - das ist ja auch eigentlich schade, dass ich dann jetzt schon abstillen muss... vor allem muss das ja auch langsam passieren, weil sonst wieder der hormonhaushalt leidet - aber du hast natürlich sowas von recht - warum noch so lange leiden :?
ich würd sagen ich melde mich dann nach meiner ersten therapiestunde wieder. <3
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Marika
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Beitrag von Marika »

Ja fein, ich bin schon sehr gespannt!

Wegen dem Abstillen: Ich habe auch von heute auf Morgen meinem Baby keine Muttermilch mehr geben drüfen, aber trotzdem langsam abgestillt, in dem ich die Milch halt abgepumpt und weggeschüttet habe. Dazu habe ich Pfefferminztee getrunken und meine Brüste mit einem speziellen "Abstillöl" eingeschmiert. In diesem Öl war auch Minze und Zitrone drinnen - beides wirkt zusammen ziehend, was ja beim Abstillen erwünscht ist. Es war von "Ingeborg Stadelmann" (eine bekannte ehem. Hebamme und Buchautorin, die sich mit Aromatherpie beschäftigt) und ist meist in Apotheken erhältlich. Aber es geht auch ohne dieses Öl. Nach 2 Wochen abbumpen, war keine Milch mehr da. Auch die Globuli "Phytolaca D1" (Homöopathisch) helfen beim Abstillen - frag einfach in der Apotheke danach.

Beim Abpumpen einfach drauf achten, dass die Brüste recht voll sind und erst dann beginnen. Der Körper lernt so, dass die Nachfrage an Milch immer weniger wird und stellt so die Produktion nach und nach ein.

Auf keinen Fall solltest du Tabletten zum Abstillen nehmen, denn gerade die stehen in Verdacht Depressionen zu begünstigen bzw. diese auszulösen!!!! Also lieber auf die sanfte - langsame Art!!!!

Meld dich nach der Therapie, ja!!! Viel Glück!!!!
Liebe Grüße von
Marika

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schwere PPD 2005
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green2011

therapie

Beitrag von green2011 »

hallo marika,
die therapeutin war super, leider ist sie mehr auf tiefenpsychologie spezialisiert, aber sie hat mir gesagt, ich solle mich über die "deutsche gesellschaft für zwangserkrankungen" nach fachleuten in meiner umgebung erkundigen. aber sie hat mir erstmal 10mg cipralex verschrieben, mit dem hinweis, dass es in meinem fall wohl auch erst ab 20mg richtig helfen könnte (wie lang sollte ich wohl 10mg nehmen bevor ich erhöhe?). soll erstmal testen, wie ich es vertrage. was ich sehr interessant fand - zu meinen angstzuständen, wenn ich mir teilweise ellenlang über den tod und den sinn des lebens, bis hin zum zweifel an der wirklichkeit meiner selbst mache - meinte die therapeutin, dass zwangsgedanken ja nicht nur sexueller, oder gewalttätiger- sondern durchaus auch philosophischer art seien können...aber meine beste therapie war bisher echt einfach dieses forum!!! ich hatte erstmal angst, dass ich mittlerweile schon zu abgeklärt für sie rüberkomme, weil ich ja seit nem monat in "selbsttherapie" ständig nach antworten, erklärungen und lösungen suche... aber sie hat das glaub ich alles sehr gut einordnen können - sie riet mir auch meinen biorythmus zu ändern - ich weiß, dass der nicht das wahre bei mir ist, aber ich war schon IMMER eine nachteule und warte meist doch irgendwo auf den papa - bis er spät von seinen konzertproduktionen zurückkommt - oft gegen 00.00/01.00uhr...ausgerechnet heute sogar noch später, wegen einer partyreihe, die er organisiert (eventmanager)- außerdem ist ja jetzt spät abends quasi meine einzige "freizeit". heute hab ich dann ein paar tränchen verdrückt, weil ich ich eh gerade so sentimental bin, und es einfach so schade finde, dass ich jetzt schon wieder abstillen muss - aber es MUSS WAS PASSIEREN - so gehts nicht weiter - es fängt auch schon mächtig an zu krieseln zwischen mir und meinem freund, der mir ja eigentlich schon klasse zur seite stand/steht, aber er ist halt selbstständig- unser haupt-streit-thema war schon immer seine wenige zeit, für mich/uns und ich bin dauernd gereizt und zickig, traurig, ängstlich, verwirrt, wieder gut drauf, wieder mies drauf... er wird dann irgendwann introvertiert und distanziert sich... das ist so seine art, wenn er überfordert ist... jetzt hab ich die cipralex zuhause und weiß nicht recht wo ich anfangen soll. ich werd dann weiter anfangsmilch zufüttern und reicht ne handpumpe zum abpumpen? warten bis die brust voll ist...mhm - in welchen abständen wars bei dir so? du meinst nach 2wochen war schon keine milch mehr da... hat dich das nicht hormonell auch nochmal aus der bahn geworfen? okay... ich guck noch ein bischen fern und versuch mich dann jetzt immer etwas früher hinzulegen... :roll:
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallo,

das hört sich ja alles in allem schon mal sehr gut an. Prima auch, dass du jetzt mit Cipralex anfängst.

Mit dem Abstillen: ich hatte auch nur eine Handpumpe und das hat prima geklappt. Ich kann dir keine Zeitangabe geben, wo deine Brust voll ist - das ist individuell. Wenn du merkst. es beginnt zu spannen, dann pumpe ab, aber nicht ganz leer, sondern einfach so, dass es wieder angenehm ist. Die Abstände wo es dann zu "Spannen" anfängt, werden mit der Zeit größer, weil der Körper merkt, dass weniger gebraucht wird (auch durch das nicht ganz leer pumpen - damit simulierst du das weniger trinken des Babys) und stellt sich darauf ein - er produziert immer weniger Milch. Bei mir war echt nach 2 Wochen alles weg. Dazu noch Tee, nicht vergessen. Ich hatte kein Problem seelischer Art beim Abstillen - bei mir scheinen die Hormone da keine große Rolle gespielt zu haben. Wie das bei dir ist, kann ich jetzt nicht sagen, aber sehr oft ist mit der Einnahme eines AD´s auch der Hormonhaushalt viel ausgeglichener. Ich merke das: mit AD habe ich keine PMS - ohne aber schon!!!!

Wenn du jetzt mal mit 10 mg anfängst, dann würde ich mal so 3-4 Wochen dabei bleiben. Dann merkst du auch gut, wie du es verträgst und etwaige Nebenwirkungen haben sich bis dan aufgelöst. Danach kannst du problemlos steigern!!! Du scheinst eine kompetente Therapeutin erwischt zu haben, super!!!!

Und ja - ZG können ALLES zum Inhalt haben, auch das zwanghafte Grübeln über Leben und Tod. Es gibt nichts, was der Zwang sich nicht als Inhalt ausdenken könnte - der gemeine Hund! :wink: Daher ist es auch logisch, wenn es heißt: der Inhalt der ZG ist UNWICHTIG, therapieren muss man das ZWANGHAFTE DENKEN, nicht den Inhalt.

Wann beginnst du mit Cipralex?
Liebe Grüße von
Marika

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...

Beitrag von green2011 »

ich werde diese nacht noch durchstillen und morgen früh mit der einnahme und dem abstillen beginnen.
marika, ich bin gerade so verwirrt - diese ewige achterbahn der gefühle macht einen so wahnsinnig... und ich habe auch angst vor der neuen umstellung... ach, ich hör mich nur noch sagen ich habe angst... jetzt ist einfach abzuwarten, wie das ad bei mir anschlägt... ich werde vermutlich alle nase lang davon berichten...hier in meiner persönlichen kirche...
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Beitrag von Marika »

Hallo Liebes,

ich kann dich so gut verstehen - deine Angst kenne ich, mir gings auch so. Ich bin mir aber sicher, dass es gut klappen wird. Bekommt dein Kleiner (es ist ein Junge, oder?) jetzt zum ersten Mal die Flasche oder kennt er sie bereits? Ich mußte meinem Baby auch von heute auf Morgen die Flasche geben und oh Wunder, er hat sie sofort ohne Problem akzeptiert. Mir schien sogar, er kam esser damit zurecht!!!

Es kann sein, dass du am Anfang von Cipralex etwas benommen wirst, leichte Übelkeit verspürst und nicht so viel essen kannst, müde wirst, mühe hast dich zu konzentrieren. Es fühlt sich oft an, als wärst du etwas ausgenockt - ich empfand das aber als Wohltat, nach der langen inneren Anspannung und all den Ängsten. Es wäre gut, dass dein Mann das auch weiß und dass ihr beide euch klar seid, dass das nur VORÜBERGEHENDE NEBENWIRKUNGEN sind. Der Körper braucht einfach ein bissl Zeit um sich auf das AD einzustellen und reagiert so. Nach ca. 2 Wochen ist aber das alles weg und dann fühlst du dich zunehmen besser und besser - einfach ganz normal. Also es nicht so, dass du dann "dauer high" bist, überhaupt nicht, du lebst einfach ganz normal und nach einiger Zeit wirst du deine Erankung dann sogar vergessern (so wie ich :wink: ), weil es dir einfach wieder gut geht und du dich normal fühlst.

Cipralex bewirkt ja nichts anderes, als dein Botenstoff "Serotonin" erhöht wird. Meist ist es dieser, der bei einer psych. Erkrankung (vor allem auch Zwängen!!!!) viel zu niedrig ist. Daher kommen dann all diese "Missempfindungen", Ängste, Panik, ZG.... Stimmt der Anteil des Serotonins wieder, verschwinden auch die Sympome. Das Cipralex stellt also mit einem zwar chemischen und körperfremden Wirkstoff (Escitalopram) einen GANZ NORMALEN, GESUNDEN und WICHTIGEN Zustand der Gehirnchemie her, wie es bei Gesunden ist. Da der Wirkstoff selber also nicht körperidentisch ist, reagiert dieser zuerst auch mal eben mit leichten Nebenwirkungen, bis er sich daran gewöhnt hat. Schön wäre, wenn man reines Serotonin einfach zuführen könnte, aber soweit ist die Forschung leider (noch) nicht - vielleicht in der Zukunft, aber bis dahin können wir auch mit einem AD sehr gut gesund werden.

Ich werde dir auch noch meinen Tel.-Nr. per PN geben, du kannst mich auch gerne anrufen!!!

Wir sind hier und fangen dich auf, keine Angst - es wird alles gut gehen!!!

Erzähl mal - wie gehts denn heute mit Cipralex?
Liebe Grüße von
Marika

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