Tiefste Hoffnungslosigkeit

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Zaubernuss
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Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo ihr lieben
Ich brauche einfach hoffnung. Ich bin so hoffnungslos
Bitte berichtet mir von euren positiven wendungen im leben. Ich weiss nicht mehr weiter. Ich habe den glauben an alles verloren. An medikamente, an jemals wieder gesund werden, an stabilität im leben… wart ihr auch mal an so einem punkt im leben, wo alles plötzlich trotz medikation und vorheriger guter Phasen zusammenbrach? Dass ihr so tief gefallen seid … und es dann doch besser wurde? Ich habe ja duloxetin und sulpirid genommen, mir ging es damit einen monat relativ gut, aber von heute auf morgen überkam mich das gefühl der Hoffnungslosigkeit. Es ist kein normales tief sondern ein versagen des Medikamentes oder vielleicht hat es von anfang an nicht geholfen? Und ich habe mir die wirkung eingebildet? Kann das sein? Bitte helft mir und lasst mich an die Medikamenten wirkung glauben 😢😢😢ich werde jetzt auf sertralin und sulpirid eingestell.
also ich muss wissen, ob medikamente wirklich helfen?denn gerade denke ich, dass es bei mir nur placebo war…ich habe angst dass ich irgendwann keinen ausweg sehe
SaraGossa
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von SaraGossa »

Hallo Zaubernuss♡
Hier...ich🖐 gebe dir gern eine Portion Hoffnung
Deine Gedanken waren genau diesselben wie meine 2021 in meiner schlimmen PPD. Es tut mir so leid für dich, aber lass dir eines gesagt sein: Es wird wieder besser und du wirst wieder gesund. Diese Krankheit ist einfach ganz ganz böse, redet einem ein man ist ein hoffnungsloser Fall, die einzige die nie gesund wird...die Medikamente wirken auch bei allen anderen, nur bei einem selber nicht...blabla, alles Blödsinn.
Diese starke Hoffnungslosigkeit war für mich auch mit das schlimmste...wenn jemand mit mir geredet, hab ich oft regelrecht gedacht: "Hilf mir doch!!! Siehst du nicht wie ich leide??"
Es ist so gemein und rückblickend sieht man es sosososo klar, nur wenn man drinnen ist eben gar nicht.
Ich bin heute kerngesund und das, obwohl ich vor sieben Wochen erneut Mama geworden bin. Das ist sogar für mich selbst teils noch unvorstellbar😁
Gib dich niemals auf, die richtige Medikamenteneinstellung in Kombination mit der richtigen Therapie wird zu 100% wirken
Sehr traumatische Geburt meines 1. Sohnes Nov. 2021
Januar 2022 PPD/PTBS
Anfangs Mirtazapin, inzwischen abgesetzt
Vortioxetin abgesetzt
Duloxetin 60mg> runter auf 30
Carbolithium 150mg abgesetzt

Januar 26 kam mein 2.Kind, bisher immernoch stabil und gesund♡
Zaubernuss
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo sara
Glückwunsch zum 2. baby❤️ das freut mich sehr zu hören! Ich hoffe und wünsche dir vom herzen dass es bei dir weiterhin so bleibt!

Bei mir handelt es sich nicht um eine PPD, sondern um eine depression nicht im Zusammenhang mit dem wochenbett… ich bin wirklich überzeugt dass ich ein hoffnungsloser und einzigartiger fall bin… meine Gedanken machen mich krank. Ich sehe nur schwarz. Selbst wenn das sertralin jetzt helfen sollte, denke ich schon an die nächste enttäuschung und ich weiss nicht ob ich das überlebe würde

War es bei dir auch so, dass du bei deinen medikamenten wie zb vortioxetin, duloxetin gute wochen hattest? Oder war es bei dir permanent schlecht? Ich verstehe nicht, wie ich gute wochen haben konnte teilweise sogar sehr gute tage und es jetzt zu diesem ganz schlimmen hoffnungslosen tief kommen konnte
SaraGossa
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von SaraGossa »

Ja, das mit dem wechsel zwischen stabilen Zeiten und Tiefs ist ganz klassisch für den Genesungsverlauf. Heilung ist leider nichts, das linear verläuft. Und genau diese Tiefs reissen einem ja jedes Mal wieder komplett den Boden unter den Füßen weg. Die guten Zeiten werden dann langsam immer länger ind die schlechten kürzer und weniger...bist du in Therapie? Das war für mich nämlich mindestens gleich wichtig wie das richtige Medikament. Um neue Denkmuster zu lernen
Sehr traumatische Geburt meines 1. Sohnes Nov. 2021
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Marika
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Marika »

Liebe Zaubernuss!

Ich habe nochmal deine Beiträge ein bisschen gelesen und ich bin mir einfach nicht sicher, dass das Sertralin seine Wirkung verloren haben soll. Du warst lange bei 75 mg, eine kleine Dosis. Dann auf 100 mg gesteigert und 2 Wochen genommen, dann 3 Tage 150 mg... als dann keine Besserung da war wurde gewechselt. Aus der Erfahrung hier im Verein und auch meine eigene mit AD Erhöhungen, ist das eine kurze Zeitspanne. Und die Höchstdosis von 200 mg wurde nicht versucht. Das traue ich mich klar zu sagen.

Meine Erhöhungen haben nie gleich angeschlagen, das hat immer zwischen 2 bis 4 Wochen gedauert, dann wurde es meist langsam leichter und besser. Trotzd AD hatte dazwischen oft heftige Tiefs, die dann eben eine Erhöhung nötig gemacht haben. Mein Arzt hat aber immer gesagt, wenn es bei einer Dosis gute Phasen gibt, wird er trotz Tiefs keinen AD Wechsel machen, sondern bis zur Höchstdosis gehen, bei mir ja sogar darüber damals. Wichtig war ihm immer, dass man der Dosis Erhöhung genug Zeit gibt. Das heißt mehrere Wochen. Das war bei deinem Sertralin nicht der Fall.

Ich habe auch das Gefühl, dass du mit 75 mg Sertralin nie richtig stabil warst, so jedenfalls habe ich es nachgelesen und trotzdem sogar mal auf 50 reduzieren wolltest. Möglicherweise warst du lange zu niedrig dosiert und dann wurde mit dem Erhöhen zu schnell eine Besserung erwartet. Zusätzlich kann beim Erhöhen zuerst eine Erstverschlimmerung eintreten, die aber eben nicht bleibt und leider oft als "das Medikament passt oder wirkt nicht" eingestuft wird. Daher sollte man einer Erhöhung eben mehr Zeit geben und kann zusätzlich ein Notfsllmedikament einsetzen um diese Wochen zu überbrücken (z.b. Sertralin und Promethazin nach ärztlicher Absprache).

Du bekommst jetzt nochmal Sertralin, oder? Nimmst du es schon, wieviel davon? An den Medikamenten brauchst du nicht zweifeln, aber das Präparat, Änderung, Dosierung usw. darf und muss jederzeit bewertet und ggf. angepasst werden. Die Medikamente sind ein Segen, es kommt nur darauf an, das Richtige in der passenden Dosis zu finden. Die Medikamente können nichts dafür, oft ist es ein zu schnelles Absetzen oder Wechseln, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt. Dem Zugrunde liegt dann wieder um oft eine falsche Erwartungshaltung.

Ich hatte sehr lange und schlimme Tiefs. Sehr oft habe ich kein Licht mehr gesehen und dachte, diese Qualen werde ich nicht überleben. Mein erstes Jahr verlief so mit diesen Auf und Abs. Dann kam ich in die Höchstdosis und sogar darüber und ab da habe ich richtig gemerkt, jetzt geht da was vorwärts, das braucht mein System um stabil zu werden. Und ich wurde stabil nach einem weiteren Jahr. Nach 2,5 Jahren konnte ich die Therapie beenden und laaaaaaaangsam runter dosieren. Von 30 mg Escitalopram auf 10 mg. Ganz Absetzen ging nicht, da hatte ich einen Rückfall. Aber mit 10 mg bin ich heute stabil und gesund.

Liebe Zaubernuss, wie sieht denn jetzt die Medikation aus? ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
alibo79
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von alibo79 »

Liebe zaubernuss
Ich möchte dir auch Hoffnung schenken. Ich habe voll das Vertrauen darin, dass du wieder gesund wirst. Ich vertraue auch auf deine medikamentenkombination. Denn wie Marika es schon geschrieben hat, wurde das Sertralin bei dir ja nicht wirklich ausgereizt und sehr früh gewechselt. Vielleicht startest du da wirklich erstmal wieder mit dem, was schon mal gut geholfen hat und es muss unter Umständen nur die Dosis angepasst werden.
Und ja, diese Tiefe hoffnungslosigkeit und verzweifelung kenne ich auch aus meinen beiden Episoden. Ich bin zweimal sehr schwer und sehr lange erkrankt und kann trotzdem wieder ein gutes Leben führen. Das ist auf jeden Fall möglich. Du siehst es an den vielen Frauen hier die alle wieder geneßen sind. Ja, es ist manchmal ein harter steiniger Weg, der sehr sehr lang sein kann. Wenn ich hier auf die alten Hasen gucke, die hier reinschreiben, zu denen ich natürlich auch gehöre. Dann sehe ich viele Frauen, die ich kennenlernen durften, die in einem wirklich schlechten düsteren Zustand waren. Höchstgradig verzweifelt am Ende ihrer Kräfte und völlig hoffnungslos und ich habe bei so vielen erlebt, wie sie langsam wieder ins Leben zurückgefunden haben. Das wirst auch du, das weiß ich.
Du bist stark, du wirst das schaffen und auch dieses tief wird vorbeigehen.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Zaubernuss
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Zaubernuss »

Marika hat geschrieben: 15:03:2026 10:58 Liebe Zaubernuss!

Ich habe nochmal deine Beiträge ein bisschen gelesen und ich bin mir einfach nicht sicher, dass das Sertralin seine Wirkung verloren haben soll. Du warst lange bei 75 mg, eine kleine Dosis. Dann auf 100 mg gesteigert und 2 Wochen genommen, dann 3 Tage 150 mg... als dann keine Besserung da war wurde gewechselt. Aus der Erfahrung hier im Verein und auch meine eigene mit AD Erhöhungen, ist das eine kurze Zeitspanne. Und die Höchstdosis von 200 mg wurde nicht versucht. Das traue ich mich klar zu sagen.

Meine Erhöhungen haben nie gleich angeschlagen, das hat immer zwischen 2 bis 4 Wochen gedauert, dann wurde es meist langsam leichter und besser. Trotzd AD hatte dazwischen oft heftige Tiefs, die dann eben eine Erhöhung nötig gemacht haben. Mein Arzt hat aber immer gesagt, wenn es bei einer Dosis gute Phasen gibt, wird er trotz Tiefs keinen AD Wechsel machen, sondern bis zur Höchstdosis gehen, bei mir ja sogar darüber damals. Wichtig war ihm immer, dass man der Dosis Erhöhung genug Zeit gibt. Das heißt mehrere Wochen. Das war bei deinem Sertralin nicht der Fall.

Ich habe auch das Gefühl, dass du mit 75 mg Sertralin nie richtig stabil warst, so jedenfalls habe ich es nachgelesen und trotzdem sogar mal auf 50 reduzieren wolltest. Möglicherweise warst du lange zu niedrig dosiert und dann wurde mit dem Erhöhen zu schnell eine Besserung erwartet. Zusätzlich kann beim Erhöhen zuerst eine Erstverschlimmerung eintreten, die aber eben nicht bleibt und leider oft als "das Medikament passt oder wirkt nicht" eingestuft wird. Daher sollte man einer Erhöhung eben mehr Zeit geben und kann zusätzlich ein Notfsllmedikament einsetzen um diese Wochen zu überbrücken (z.b. Sertralin und Promethazin nach ärztlicher Absprache).

Du bekommst jetzt nochmal Sertralin, oder? Nimmst du es schon, wieviel davon? An den Medikamenten brauchst du nicht zweifeln, aber das Präparat, Änderung, Dosierung usw. darf und muss jederzeit bewertet und ggf. angepasst werden. Die Medikamente sind ein Segen, es kommt nur darauf an, das Richtige in der passenden Dosis zu finden. Die Medikamente können nichts dafür, oft ist es ein zu schnelles Absetzen oder Wechseln, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt. Dem Zugrunde liegt dann wieder um oft eine falsche Erwartungshaltung.

Ich hatte sehr lange und schlimme Tiefs. Sehr oft habe ich kein Licht mehr gesehen und dachte, diese Qualen werde ich nicht überleben. Mein erstes Jahr verlief so mit diesen Auf und Abs. Dann kam ich in die Höchstdosis und sogar darüber und ab da habe ich richtig gemerkt, jetzt geht da was vorwärts, das braucht mein System um stabil zu werden. Und ich wurde stabil nach einem weiteren Jahr. Nach 2,5 Jahren konnte ich die Therapie beenden und laaaaaaaangsam runter dosieren. Von 30 mg Escitalopram auf 10 mg. Ganz Absetzen ging nicht, da hatte ich einen Rückfall. Aber mit 10 mg bin ich heute stabil und gesund.

Liebe Zaubernuss, wie sieht denn jetzt die Medikation aus? ❤️

Liebe marika
Ich nehme sertralin seit 4 tagen wieder aktuell 50mg. Ich war damit fast 2,5 Jahre stabil, weswegen ich es ausschleichen wollte und bei 75mg ankam. Bis die Panikattacke letzten September auftrat. Dann habe ich, wie du geschrieben hast, erhöht und es wurde dann vielleicht wirklich zu früh abgesetzt. Aber duloxetin und sulpirid habe ich jetzt ausgereizt. Also bin bis in die höchstdosis gegangen für mehrere Monate. Wie kann es sein, dass ich damit jetzt so tief gefallen bin? Niemand kann mir darauf eine Antwort geben und deswegen erdrückt mich diese Hoffnungslosigkeit. Ich kann mein ganzes leben nicht so verbringen. Es ist unerträglich. Selbst wenn ich wieder ne gute phase haben sollte, isr in mir die angst dass ich tiefer als zu vor fallen kann. Ich habe sowas noch nie erlebt. Deswegen macht es mir große angst und lässt mich den glauben an medikamente verlieren. Versteht man, was ich meine 😢 ich habe mich nichtmal so schlecht nach der Panikattacke bzw zu beginn dieser depression gefühlt. Wie kann ich mich unter medikation so auswegslos fühlen … hat das duloxetin garnicht gewirkt? War es nur die zeit? Was wenn es unter sertralin auch so wird? Wie soll ich dann weiterleben? Es ist einfach nur schlimm
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Zaubernuss »

Liebe alibo
Danke für deine aufmunternden worte. Ich hoffe so sehr dass ich zu diesen frauen gehören werde, die es geschafft haben.. aktuell fühlt es sich so exzistenziell an. Selbst wenn besserung eintreten sollte, kann ich dem nicht mehr vertrauen. Weil ich jetzt nach einer stabilen Phase so tief nzw tiefer als vorher gestürzt bin.. ich fühle mich so unsicher und ungeschützt
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Marika
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Marika »

Es ist vielleicht ganz einfach so, dass Duloxetin nicht das passende AD war. Es ist ein SNRI, das Sertralin ein SSRI .... sie wirken verschieden. So einfach kann es möglicher Weise sein. Wenn es nicht das passende AD ist, nützt auch die Höchstdosis nichts.

Es gibt keinen Grund an den Medikamenten zu zweifeln. Versuch es jetzt mit Sertralin. Wie hoch sollst du gehen?
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Zaubernuss »

Ich hoffe, dass es einfach so ist. Das wäre meine rettung! Selbst wenn ich ne besserung durch sertralin spüren würde, ist die tiefste angst vor einem erneuten hoffnungslosen einbruch unfassbar groß. Versteht man was ich meine 😕 deswegen bin ich in dieser hoffnungslosigkeit gefangen und sehe schwarz, selbst wenn das sertralin anschlagen sollte.. ich möchte nicht nochmal enttäuscht werden, das halte ich nicht aus.

Ich denke, dass wir schrittweise erhöhen werden. Diese woche habe ich wieder nen termin bei meiner Psychiaterin
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Marika
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Marika »

Ich verstehe deine Verzweiflung sehr gut, liebe Zaubernuss da ich es ja selber erlebt habe wie du weißt. Ich hatte viele Tiefs trotz einem AD das gepasst hat, wie mein Psychiater immer wieder erklärt hat. Oft habe ich es nicht geglaubt. Aber als ich wirklich immer öfter und länger gute Phasen hatte und die Tiefs milder wurde, glaubte ich es plötzlich doch.

Diese Hoffnungslosigkeit ist auch ein Symptom der Erkrankung, die auch in einem Tief wieder aufkommt. Wenn das Sertralin anschlägt, wird das automatisch weniger. Ich weiß schon, dass du das jetzt nicht sehen kannst, aber es wird so kommen.
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Zaubernuss »

Danke liebe Marika 🩷
Ich weiss, dass einbrüche dazu gehören. Das ist auch in Ordnung, aber bei der höchstdosis duloxetin in kombi mit sulpirid sowas zu erleben, hst mich in dieses tiefste loch der Hoffnungslosigkeit gestürzt. Ich hatte in der Vergangenheit mehrere Depressionen, aber sowas habe ich noch nie erlebt. Deswegen verstehe ich das alles nicht..ich möchte mir auch keine falsche Hoffnung mit sertralin einreden
alibo79
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von alibo79 »

Hey,
Ich sehe es auch so, dass diese hoffnungslosigkeit einfach ein Symptom jetzt ist. Und so würde ich das auch betrachten, denn die Situation ist von außen betrachtet überhaupt nicht hoffnungslos. Schau mal, ich musste auch schon zweimal die höchstdosis von meinem Antidepressivum nehmen. Zusätzlich mit einem neuroleptikum um gesund zu werden. Und ich hatte in dieser Zeit Viele viele viele schwere tiefpunkte. Und habe da auch jedes Mal an meinen Medikament gezweifelt. Nur mein Arzt war ganz sicher, dass wir genau so weitermachen. Er hatte mich ja schon einmal durch eine schwere Depression begleitet und hat meinen Verlauf gesehen und wusste, dass es trotzdem wieder gut wurde.
Und natürlich hatte ich nach den Tiefs in der Regel erstmal Angst und überhaupt kein selbstvertrauen. Und keine Sicherheit, weil ich dachte das nächste tief kommt ja eh bald wieder. Und genauso wie du hatte ich auch das Vertrauen in mich selbst und in die Medikamente verloren. Nur habe ich so viele Tiefs durchleben müssen, dass ich irgendwann dieses Muster darin erkannt habe und auch erkannt habe, dass diese Gedanken, die ich dann habe, wirklich aus meiner Krankheit entspringen und nicht der Realität entsprechen. Und das hat bei mir ein ganz großen Unterschied gemacht. In meinen Tiefs oder auch in den milden Tiefs drehten sich die Gedanken, nämlich immer im gleichen Kreis und es waren immer Sorgen um die Zukunft und Sorgen um meine Erkrankung. Deswegen bin ich mir auch bei dir ganz sicher, dass gerade diese extremst negativen Gedanken, die du gerade hast, sich mit dem passenden Medikament sehr schnell auflösen werden.
Und wenn du dann merkst, dass diese Gedanken weniger werden, wirst du auch die Sicherheit bekommen, das wird wahrscheinlich dauern, dass alles wieder gut werden wird.
Ich denke du verstehst wie ich das meine. Ich verstehe deine sichtweise auch, bin aber fest davon überzeugt, dass das aktuell ein Symptom ist und dass ich das legen wird, sobald das Medikament vernünftig wirkt.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
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Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Zaubernuss »

Liebe alibo
Danke für deine nachricht. Ich hoffe so sehr, dass es so ist!! Dass mein selbstvertrauen immer weiter gestärkt wird und ich so wie du da rauskomme.genau meine gedanken drehen sich auch um die Zukunft, wie ich so das leben führen soll..ich hoffe, dass diese gedanken sich mit dem Medikament auflösen und alles meiner krankheit entspringt.
Ich habe so große angst, wieder so tief zu fallen und dann meine erkenntnis, mir helfe nichts, zu 100% gestärkt wird. Es ist ein teufelskreis. Ich bete zu gott, dass es am duloxetin lag und dass das sertralin mein medikament ist und dass meine ärztin zu vorschnell entschieden hat, weil sie mich so leiden gesehen hat. Aber jetzt ist mein Leid sogar noch größer. Ich habe große angst durchzudrehen. Ich möchte auch nicht nur auf die medikamente setzen, um nicht wieder so enttäuscht zu werden. Ich wiederhole mich , ich weiss 😕danke für eure zeit und eure nachrichten. Ich schätze es so sehr 🩷am liebsten würde ich euch im realen leben kennenlernen wollen und euch herzlichst umarmen.
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Re: Tiefste Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Marika »

Ich glaube du hast auch ein Notfall Medikament, das sofort wirkt und diese Zeit erleichtern kann? Hast du das was?
Liebe Grüße von
Marika

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