PPD und Zeit mit Kind verbringen

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Dan26
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PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von Dan26 »

Hallo,

erstmal bin ich neu hier und stehe noch ganz am Anfang.

Mein Sohn ist knappe 8 Wochen alt und ich bin seit Freitag stationär ohne ihn in einer Klinik aufgrund meiner PPD.

Die Therapie läuft grundsätzlich echt gut, die Medis brauchen wahrscheinlich noch bis sie wirken, und ich darf am Wochenende auch für eine Nacht nach Hause.
Ich freue mich auch schon total darauf.

Was mich aber wirklich jetzt schon beschäftigt ist die Zeit wenn ich die Klinik verlasse und fix nach Hause komme.

Ich zerbrechen mir jetzt schon den Kopf wie ich die Tage und Wochen mir meinem Kind bei dieser Hitze im Sommer gestalten kann damit mir nicht zu Hause die Decke auf den Kopf fällt und mir "langweilig" wird.

Ich muss dazu sagen das mein Sohn jetzt schon sehr munter ist tagsüber und wenig schläft.

Ich weiß man kann in der früh und am Abend spazieren gehen wenn es nicht so heiß ist und es gibt auch Mutter Kind treffen bei uns 1x die Woche, ich kann auch zu den Großeltern fahren das ist mir grundsätzlich alles bewusst, trotzdem beschäftigt es mich wie ich die Tage mit Kind gestalten kann wenn ich Mal nicht unterwegs bin.

Ich weiß nicht ob ich einfach so in kreativ bin oder ob das die PPD ist

Vielleicht ist ja jemand dabei dem es gleich ergangen ist und kann mir seine Erfahrungen mitteilen.

Danke und LG
Made1003
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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von Made1003 »

Hallo liebes, habe grad auch PPD Was hast du für Symptome wenn ich fragen darf? Meine Tochter ist auch 3 Monate alt.
Wie lange warst du und bleibst du noch in der Klinik?
Ich bin ab Juli auch in der Mutter Kind Tagesklinik und es geht auch so circa 3 Monate ich frage mich dann auch immer was ich mit meiner Tochter machen kann wie es mir danach gehen wird ob das alles bis dahin besser wird und und… Ich denke das ist einfach die PPD warum du dir so viele Gedanken machst …

Liebe Grüße
Dan26
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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von Dan26 »

Hallo,

also meine Symptome waren:
Erschöpfung
Müde
Antriebslosigkeit
Weinen
Niedergeschlagen
Ich konnte mich auch an meinem Kind nicht mehr erfreuen.

Also ich weiß es noch nicht genau aber ich schätze 2-3 Wochen noch.

Wie gesagt ich bin ohne meinem Kind da und das wird auch so bleiben.

Lg
alibo79
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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von alibo79 »

Hey,
Herzlich willkommen hier im Forum.
Da du ja gerade in einer Klinik bist und dort bestimmt auch Therapien stattfinden oder gesprächsgruppen? Wäre das vielleicht ein Plan mit deinen Betreuern? Eine Liste fertig zu machen oder einen Plan für die Zeit nach der Entlassung. Ich kenne das von mir damals, dass man das schon in der Klinik vorbereitet hat, damit man zu Hause eine Struktur in den Alltag bringt. Auch im Sommer, wenn es warm ist, kann man mit den Kindern nach draußen gehen. Ich weiß nicht, wie du wohnst, ob du in einer Stadt wohnst oder auf dem Land, aber als meine Kinder klein waren war ich immer mit denen draußen. Klar habe ich dann eher vielleicht schattige Plätzchen aufgesucht, aber da gab es genügend Aktivitäten, die man draußen verbringen kann. Und zur Not bekommt das Kind nur einen kleinen body an, damit es nicht so schwitzt.
Es gibt in vielen Orten mutter-kind-gruppen oder irgendwelche Treffs wo man hingehen kann. Krabbelgruppen , Kurse, die besucht werden können und ganz ehrlich ganz viele Mütter freuen sich ja über bisschen Abwechslung oder wenn man mit einander Zeit verbringt, weil ich glaube, die meisten fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. Da ich sehr ländlich wohne, haben wir uns sehr schnell einen fahrradanhänger für die Kinder besorgt und ich habe viele Sachen auch mit dem Fahrrad erledigt und dabei dann auch noch selbst bewegung bekommen.
Sonst sprich doch einfach deine Betreuer mal an, dass ihr euch zusammen einen Plan für deine Entlassung gestaltet.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Dan26
Beiträge: 4
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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von Dan26 »

Hallo,

ja ich hab hier Einzeltherapie und Gruppentherapie.

Danke für die Idee das in der Klinik auszuarbeiten.
Auf diese Idee wäre ich mich gekommen.

Könntest du mir vielleicht noch deine Erfahrung und Eindrücke schildern aus deiner Zeit mit der PPD?

Mit fällt es momentan echt schwer etwas positives zu finden und davon überzeugt zu sein daß das wieder wird und das wenn ich entlassen werde es nicht so weitergeht bzw wieder ist wie es jetzt war.

Danke und LG
alibo79
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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von alibo79 »

Guten Morgen,
Dass du aktuell nicht so viel positives sehen kannst und sehr viele sorgenvolle Gedanken an die Zukunft hast, ist völlig normal. Du bist krank und da macht man sich einfach Gedanken, wie es alles so weitergehen soll. Zudem ist es bei unserer Erkrankung, so dass das Gehirn nicht richtig arbeitet und gewisse. Gehirnareale überaktiv sind andere zu wenig aktiv und das ruft oft dieses düstere denken hervor. Das hat gar nichts damit zu tun, dass du so bist und deine Gedanken der Wirklichkeit entsprechen, sondern das Gehirn gaukelt dir etwas vor. Es ist ein klassisches Symptom von Depressionen. Wenn die Medikamente anfangen zu wirken, willst du merken, dass die Gedanken wieder leichter werden und auch deine Kreativität zurückkommt.
Als ich an Depressionen erkrankt bin, war das nichts anderes. Ich habe mir sehr viele Sorgen gemacht. War sehr oft sehr sehr traurig. Habe viel geweint. War mit den normalen Alltag schon viel zu überfordert und hatte eine massive Erschöpfung, die auch durch Pausen und Ruhe nicht viel besser wurden.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
alibo79
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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von alibo79 »

Zu dem war es so, dass ich zu dem Zeitpunkt ja zwei wirklich kleine Kinder hatte, wo ich auch permanent als Mama da sein musste und verantwortlich war. Es war zu der Zeit sehr schwierig, genügend Pausen einzubauen. Genügend Schlaf zu bekommen. Ich hatte ein sehr schweren Verlauf, so wie sich das aber bei dir raushört bist du schon auf einem guten Weg Zu einer gewissen Stabilität. Wie ist das mit den Medikamenten? Was bekommst du und wie lange schon?
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Dan26
Beiträge: 4
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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von Dan26 »

Hallo,

ich durfte heute nach Hause bis morgen.

Mein Mann hat mich mit unserem Sohn heute um 09:00 Uhr abgeholt und ich hab mich auch riesig gefreut auf die beiden und auf die azeit zu Hause.

Wir haben dann bisschen Haushalt gemacht, gefüttert gespielt, jetzt war ich kurz alleine einkaufen und bin gerade wieder nach Hause gekommen.

Jetzt ist es aber so daß ich gerade gar nicht klar komme und mich fast wieder darauf freue morgen wieder in die Klinik zu fahren.

Das tut mir extrem weh und verängstigt mich, da ich mir denke welche Mutter ist bitte froh wieder von ihrem Kind weg zu können!!!!

Lg
Mayte
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Beiträge: 205
Registriert: 15:09:2021 14:55

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Beitrag von Mayte »

Viele Mütter!

Ich weiß es ist schwer bis unmöglich aber Versuch gerade nicht zu denken, dieses Liebesgefühl einer Mutter müsse heißen, dass man immer beim Baby / Kind sein will oder es müsse gerade jetzt so sein wie Mütter gesellschaftlich dargestellt werden. Du bist leider erkrankt und du wirst deinen persönlichen Eingang und wie du dann Mutter bist finden, aber das muss nicht jetzt und sofort und schon gar nicht gesellschaftskonform sein. Alles darf gerade so sein wie es ist und dein Nervensystem schützt dich nur. Denn ein Baby ist viel und diese ganze Zeit mit ihm alleine auch. Und du brauchst gerade erstmal auch viel Zeit für dich. Das ist das beste was du auch für dein Kind und deine Familie gerade tun kannst!
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