Ihr Lieben, ich danke euch so sehr 🩷 ich bin so unfassbar dankbar für eure Nachrichten immer wieder. Das ist absolut nicht selbstverständlich.
Habt ihr eine Idee, was ich machen kann, um in dieser so krassen Situation gut für mich zu sorgen? Ich bin gerade unfassbar überfragt. Da mein Papa jetzt weiter weg liegt bzw. 40 minuten weg, versuche ich mir zwischendurch immer 1-2 Tage zu nehmen, wo ich was schönes mit dem kleinen oder für mich mache. Auch wenns mir dabei trotzdem schlecht geht. Ich hatte auch überlegt, mich krank schreiben zu lassen, aber irgendwie gibt mir die Arbeit die 2,5 Tage gerade halt und ein Hauch Normalität. Mein Mann begleitet mich jetzt immer ins Krankenhaus, um mir eine Stütze zu sein. Am Donnerstag habe ich wieder meinen Arzt Termin, ich überlege nach einem Notfallmedikament wie Tavor zu fragen. Das hatte ich ja damals kurze Zeit. Aber mein Arzt verschreibt das seht ungern. Deshalb trau ich mich da irgendwie nicht. Und vielleicht sollte ich auch eher versuchen, wie ich so gut mit der Situation umgehen kann. Aber es ist gerade einfach schwer.
Ich fühl auch das total, was du schreibst Mayte. Diese Krankenhausbesuche triggern mich so krass. Und dann noch das die Familie so am Rat dreht und sich gegenseitig das Leben zusätzlich noch schwer macht.
Seit längerem Mal wieder ein Tief
Moderator: Moderatoren
-
Sternschnuppe2023
- power user
- Beiträge: 455
- Registriert: 24:06:2023 12:42
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Liebe Grüße
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Liebe Steenschnuppe,
Du klingst viel besser! Und tust finde ich schon genau die richtigen Dinge. Man kann die Situation nicht ändern, nur kleine Dinge tun. Dass dein Mann mitkommt ist grossartig. Ich würde auch dringend ein Bedarfsmedi an den Start bringen- ich nehm da immer Promethazin, aber in deiner Situation würde ich mich überwinden und den Arzt ruhig fragen nach Tavor. Ich würde mir auch eine Krisenberatung suchen, also eine Begleitung, die engmaschig für dich (!) da ist und auch im Umgang mit der Familie beraten kann. Krankschreiben würde ich mir auch überlegen, selbst wenn Arbeit stabilisieren kann. Freund*innen erzählen, um trostzeiten oder Suppe bitten. Um Gesellschaft. Ich glaube ich bräuchte einfach Zeiten, wo ich meine ganze Hilflosigkeit irgendwo unterbringen kann. Kontakt zur Familie und auch zum Papa gut dosieren. Klar überlegen wann. Für mich war abends zb immer ganz schlecht- und dann hat der immer angerufen abends und war so panisch… das war kaum zum aushalten. Ich hab ihm dann irgendwann gesagt er soll bitte nur morgens anrufen. Dann war er nämlich versammelter. Naja sowas alles. Und viel Zeit, wo du was fühlen darfst ohne funktionieren zu müssen, aber im besten Fall auch nicht ganz alleine bist. Jedenfalls für mich war das besser. Mir war essenziell zwischen der Welt vom Krankenhaus und meiner Welt Brücken zu schlagen damit es sich nicht ganz so getrennt angefühlt hat und ich im Krankenhaus dann wie mit untergegangen bin.
Aber es ist wirklich schlimm… und wir haben so wenig gesellschaftlich wo man hinkann wenn man einfach leidet. Für mich ist es der therapeutische Raum, für andere die Kirche… ich habe damals auch mit der Pfarrerin meines Vaters gesprochen- und die hat gebetet. Das war auch gut. Und sie hat ihn (für mich) besucht. Vielleicht dich auch da entlasten dass Freunde oder Verwandte von ihm (für dich) hingehen und du nicht so oft musst? Und gerne schreiben.
Du klingst viel besser! Und tust finde ich schon genau die richtigen Dinge. Man kann die Situation nicht ändern, nur kleine Dinge tun. Dass dein Mann mitkommt ist grossartig. Ich würde auch dringend ein Bedarfsmedi an den Start bringen- ich nehm da immer Promethazin, aber in deiner Situation würde ich mich überwinden und den Arzt ruhig fragen nach Tavor. Ich würde mir auch eine Krisenberatung suchen, also eine Begleitung, die engmaschig für dich (!) da ist und auch im Umgang mit der Familie beraten kann. Krankschreiben würde ich mir auch überlegen, selbst wenn Arbeit stabilisieren kann. Freund*innen erzählen, um trostzeiten oder Suppe bitten. Um Gesellschaft. Ich glaube ich bräuchte einfach Zeiten, wo ich meine ganze Hilflosigkeit irgendwo unterbringen kann. Kontakt zur Familie und auch zum Papa gut dosieren. Klar überlegen wann. Für mich war abends zb immer ganz schlecht- und dann hat der immer angerufen abends und war so panisch… das war kaum zum aushalten. Ich hab ihm dann irgendwann gesagt er soll bitte nur morgens anrufen. Dann war er nämlich versammelter. Naja sowas alles. Und viel Zeit, wo du was fühlen darfst ohne funktionieren zu müssen, aber im besten Fall auch nicht ganz alleine bist. Jedenfalls für mich war das besser. Mir war essenziell zwischen der Welt vom Krankenhaus und meiner Welt Brücken zu schlagen damit es sich nicht ganz so getrennt angefühlt hat und ich im Krankenhaus dann wie mit untergegangen bin.
Aber es ist wirklich schlimm… und wir haben so wenig gesellschaftlich wo man hinkann wenn man einfach leidet. Für mich ist es der therapeutische Raum, für andere die Kirche… ich habe damals auch mit der Pfarrerin meines Vaters gesprochen- und die hat gebetet. Das war auch gut. Und sie hat ihn (für mich) besucht. Vielleicht dich auch da entlasten dass Freunde oder Verwandte von ihm (für dich) hingehen und du nicht so oft musst? Und gerne schreiben.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Liebe Sternschnuppe!
Ich finde auch, dass du dich sehr klar und geerdet anhörst, so wie du schreibst. Bzw. Als ob du bisschen mehr Abstand zu der ganzen Situation aufbauen kannst.
Tatsächlich habe ich auch schon überlegt, ob dir ein notfallmedikament aktuell gut tun würde. Auch wenn es Tavor sein sollte, warum denn nicht. Du würdest es ja sowieso nicht wie Bonbons nehmen, sondern wirklich nur im ernstfall. Auch die Idee, dass dein Mann dich begleitet. Bei den krankenhausbesuchen ist sehr gut. Mir würde so etwas auch immer helfen, jemanden bei mir zu haben, der mir Abstand zu den Dingen halten kann und mich bisschen auf dem Boden der Tatsachen zurückholt.
Zum Thema arbeiten kann ich dich sehr gut verstehen. Arbeit ist natürlich Belastung. Andersrum gibt es Struktur im Alltag und auch eine gewisse Sicherheit. Jedenfalls ist das bei mir so und ich habe etwas, woran ich mich orientieren kann. Und was dabei hilft, dass mein Kopf nicht zu selbstständig anfängt und welche Gedanken konstrukte zu entwickeln. Falls die Arbeit Kräfte mäßig nicht zu schaffen ist und du wirklich dauerhaft extrem über deine Grenzen gehen musst, ist natürlich eine Krankschreibung immer eine Option. Nur aktuell weiß ich nicht, ob du davon profitieren könntest.
Ich finde auch, dass du dich sehr klar und geerdet anhörst, so wie du schreibst. Bzw. Als ob du bisschen mehr Abstand zu der ganzen Situation aufbauen kannst.
Tatsächlich habe ich auch schon überlegt, ob dir ein notfallmedikament aktuell gut tun würde. Auch wenn es Tavor sein sollte, warum denn nicht. Du würdest es ja sowieso nicht wie Bonbons nehmen, sondern wirklich nur im ernstfall. Auch die Idee, dass dein Mann dich begleitet. Bei den krankenhausbesuchen ist sehr gut. Mir würde so etwas auch immer helfen, jemanden bei mir zu haben, der mir Abstand zu den Dingen halten kann und mich bisschen auf dem Boden der Tatsachen zurückholt.
Zum Thema arbeiten kann ich dich sehr gut verstehen. Arbeit ist natürlich Belastung. Andersrum gibt es Struktur im Alltag und auch eine gewisse Sicherheit. Jedenfalls ist das bei mir so und ich habe etwas, woran ich mich orientieren kann. Und was dabei hilft, dass mein Kopf nicht zu selbstständig anfängt und welche Gedanken konstrukte zu entwickeln. Falls die Arbeit Kräfte mäßig nicht zu schaffen ist und du wirklich dauerhaft extrem über deine Grenzen gehen musst, ist natürlich eine Krankschreibung immer eine Option. Nur aktuell weiß ich nicht, ob du davon profitieren könntest.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Mayte, ich finde, du hast viele gute Ansätze in deine Nachricht genannt. Vor allen Dingen diese sozialen Strukturen, die manchmal ja tatsächlich fehlen. In denen man Sicherheit bekommt, sich auch einfach so geben darf, wie man sich gerade fühlt und wo man Unterstützung oder auch einfach jemanden findet der zuhört.
Eine Bekannte von mir hat sich aktuell auch an eine familienhilfe gewandt, weil sie zu Hause so schwierige Umstände hat. Und wirklich kurzfristig Termine bekommen, um einfach Dinge zu besprechen und auch einen anderen Blick für eventuell eingefahrene Gedanken zu bekommen.
Wenn man gläubig ist, Kann man sich tatsächlich wirklich auch an die Gemeinde wenden bzw. An den Pastor. Das habe ich schon erlebt, dass das für manche Menschen hilfreich sein kann. Sofern man sich in dieser Institution wohlfühlt. Da können z.b auch Mitarbeiter aus der Gemeinde einen Besuch begleiten oder auch ein Gespräch übernehmen oder begleiten ,Wenn man sich selber dazu nicht in der Lage sieht, wie in deiner Situation z.b mit schwierigen familienangehörigen zu sprechen.
Noch eine Möglichkeit wäre, dass du deinen Therapeuten kontaktierst und da dich wieder für eine gewisse Zeit begleiten lässt.
Eine Bekannte von mir hat sich aktuell auch an eine familienhilfe gewandt, weil sie zu Hause so schwierige Umstände hat. Und wirklich kurzfristig Termine bekommen, um einfach Dinge zu besprechen und auch einen anderen Blick für eventuell eingefahrene Gedanken zu bekommen.
Wenn man gläubig ist, Kann man sich tatsächlich wirklich auch an die Gemeinde wenden bzw. An den Pastor. Das habe ich schon erlebt, dass das für manche Menschen hilfreich sein kann. Sofern man sich in dieser Institution wohlfühlt. Da können z.b auch Mitarbeiter aus der Gemeinde einen Besuch begleiten oder auch ein Gespräch übernehmen oder begleiten ,Wenn man sich selber dazu nicht in der Lage sieht, wie in deiner Situation z.b mit schwierigen familienangehörigen zu sprechen.
Noch eine Möglichkeit wäre, dass du deinen Therapeuten kontaktierst und da dich wieder für eine gewisse Zeit begleiten lässt.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung